Frage von Milchpreis, 190

Unser bester Kumpel ist Zeuge Jehovas, was sollen wir tun?

Hallo, ich habe einen etwas komplexeren Streit mit meinem Kumpel, mit dem ich meine lustigsten Erinnerungen teile. Wir haben seit wir circa 10 waren immer, wenn möglich, etwas zusammen unternommen und er ist auch ein willkommener Freund und Gast der Familie und ich der seinen geworden. Bei unseren Vorhaben haben wir auch den Ein und Anderen Mist gebaut wo wir durchaus auch beinharte Konsequenzen in Kauf nehmen mussten. Nichts desto trotz war es immer eine Mordsgaudi und wir wurden quasi beste Freunde. Wir hatten auch einen dritten im Bunde (nennen wir ihn Felix), der jedoch nicht immer bei unseren Aktionen dabei war aber wir waren trotzdem ein spaßiges Trio. Während ich vorerst ein Gymnasium besuchte und nun an einer höheren Lehr und Forschungsanstalt zur Schule gehe, begnügte er sich mit einem Hauptschulabschluss und einer anschliesenden Lehre zum KFZ Mechaniker. Was unsere Freundschaft erstmals erschütterte war sein Verfall in die "coole" Jugendschicht, was auch das Rauch und Trinken in jungen Jahren mit sich führte.

(Hier muss ich nun erwähnen, dass mir immer schon bewusst war dass seine Mutter Zeuge Jehovas war, jedoch nicht fanatisch oä.. Allerdings kümmerte mich und ihn das genau so wenig. Er war auch nie wirklich daran interessiert und hatte katholisches Glaubensbekenntnis woraufhin er sich auch firmen lies.)

Nach einer mehr oder weniger Kontaktlosen Zeit versöhnten wir uns aufgrund dessen wieder, dass wir beide nicht ewig aufeinander angepisst sein wollten. Jedenfalls hatte er sich in dieser Zeit in der wir keinen Kontakt hatten (und auch schon etwas davor) den Zeugen Jehovas durch einen alten Mann der jedes Jahr zu ihnen nach Hause kamm (wegen was auch immer) immer weiter angenähert. Das störte mich solange nicht bis er anfing mich für seine Sache dort anzuwerben. Ich machte ihm klar, dass es mich nicht interessiere. Zunehmend verhielt er sich auch noch seltsam gegenüber nicht-Zeugen. Zb. wollte er nicht mehr wohin Essen gehen oder so da ihm dort zu viele Leute waren. Jedoch berichte er mir oft wie er mit seinem "Freund" (dem alten Mann) Steak essen war o.ä. Nun ist er bereits so tief drinnen in dieser Szene, dass er bereits gesagt hatte " er dürfte eigendlich nichts mehr mit mir und Felix" unternehmen, aufgrund seiner Ziele die er mit seinen neuen Freunden verfolgt. Letztens haben wir ihn damit konfrontiert, warum er so komisch geworden ist und er meinte die ganze Zeit, er habe die "Wahrheit" gefunden und es sei das beste so zu leben. Auch steht er voll zu solchen Dingen wie Bluttransfuisonen auf keine Fall, Evolution ist Mist, Schwulenfeindlichkeit etc. Nun ist er angefressen da ich seine Zeitschrift , den Wachtturm, den er mir vorbei gebracht hatte nicht gelesen haben. Wir wissen einfach nicht was wir nun machen sollen er ist von der Ideologie der JW voll und ganz überzeugt.

Nebenbei bemerkt: Ich würde mich normalerweise doch als tolerant bezeichnen, jedoch wenn er sagt er dürfe nix mehr mit uns machen usw....

Bitte um Hilfe

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von HerrVonRibbeck, 52

Wenn Dir Dein Freund wirklich am Herzen liegt, dann musst Du ersteinmal herausfinden, was in der Zwischenzeit mit ihm geschehen ist. 

Frage ihn, welche Erfüllung er weshalb bei den ZJ findet. Waren es Schicksalsschläge, Zukunfts- o. andere Ängste, Wünsche oder akute Probleme irgendwelcher Art, die ihn dort hintrieben?

Lass Dich nicht mit der Antwort abspeisen, 'es ist die Wahrheit' - es wird etwas Konkretes geben, was für ihn dort bedient wird - da kannst Du dann ansetzen.

Weiterhin kannst Du versuchen, durch Fragen sein kritisches Denken wieder anzuregen, denn: ein Zeuge muss von allein aufwachen, alles andere ist verschwendete Zeit.

Gibt es Themenbereiche in denen Du Dich besonders gut auskennst? Dann mach sie Dir zunutze. Stelle Fragen nach

- 1914; Zerstörung Jerusalems 587 o, 607 v. Chr.?

- Wie kam das Känguruh vor der Flut von Australien in die Arche und nachher wieder zurück?

- Weshalb war die WTG jahrelang NGO-Mitglied der UNO?

- Warum werden in den Reihen der ZJ Missbrauchsfälle vertuscht? (s. Australia Royal Commission)

- Weshalb lehnt er Bluttransfusionen und verbotene Fraktionen ab, nimmt aber gleichzeitig mit Milchkonsum Mengen an Leukozyten zu sich?

- Weshalb folgt er falschen Propheten (mehrmalige falsche Vorhersage des Harmagedon-Termins durch die Leitende Körperschaft der WTG), obwohl die Bibel gebietet dies nicht zu tun?

Du musst natürlich bereit sein, Dich dann auf Diskussionen einzulassen und selbst fundiert antworten können. Viel Glück.

Antwort
von Dxmklvw, 64

Nach der Beschreibung zu urteilen ist dieser Freund "gestorben", weil er nicht mehr sein eigenes Leben lebt, sondern das eines Gruppengeistes, welcher infolge von Gruppendynamik dominierend ist.

Wenn dieser Freund in seiner neuen Welt glücklich ist, dann gibt es nichts dagegen zu sagen, auch wenn man bezüglich der Zeugen Jehovas sehr unterschiedlicher Meinung sein kann.

Nur umgekehrt gibt es einen begründeten Einwand. Jeder hat das Recht, selbst zu entscheiden, wie er leben will, und auch Zeugen Jehovas haben sich da mindestens zu weit heraus zu halten, wie deren Ansichten nicht geteilt werden. Es wäre ein sehr schlechter Rat, sich nur zum Erhalt einer alten Freundschaft einer Denkrichtung zuzuwenden, die man eigentlich ablehnt.

Antwort
von Anthropos, 65

Also ich würde anfangen, mit ihm zu diskutieren und ihn zu widerlegen. Zeugen Jehovas missionieren viel, indem sie stur auswendiglernen. Das kann man sich zunutze machen, wenn man kontert. Solltest du Christ sein, wird es dir leicht fallen, ihn davon zu überzeugen, dass das, was er glaubt, Schwachsinn ist. Solltest du kein Christ sein, so wirst du dich entscheiden müssen: um deinen Freund "wiederzubekommen", musst du dich mit den Themen befassen. Du musst die Konterstellen aus der Bibel auswendig lernen und ihm vorwerfen. Denn auf so etwas sind Zeugen Jehovas nicht vorbereitet. Ich kann mal hier kurz die wichtigsten Punkte aufzählen:

Die Botschaft der Zeugen deckt sich zunächst in ihren grundlegenden Dingen mit der Verkündigung aller Christen: Jesus Christus hat uns erlöst und mit Gott versöhnt, Gott will unser Heil und durch Jesus Christus können wir es erlangen. Das gelingt durch die Liebe, den Glauben, das Gebet und ein Leben aus dem Geiste; ein Leben nach den Geboten ergibt sich aus dieser Erneuerung durch den Geist.

Alles das dürfte allen Christen - sowohl den Katholiken, als auch den Evangelischen, Evangelikalen, Baptisten und Freikirchlern, Zeuge Jehovas oder Adventisten oder wem auch immer - gemeinsam sein. Jede dieser Gruppierung sollte sich eigentlich darüber freuen, wenn ein Mensch sich zu einem Leben mit und aus Jesus Christus entscheidet. Diese Freude über die Zuwendung zu Gott auch in anderen Konfessionen nennt man ökumenische Offenheit.
Meinungsverschiedenheiten darüber, wie denn nun diese Erlösung durch Jesus Christus angenommen wird, ob u.a. durch den Empfang der Sakramente (katholisch Version), oder durch den Glauben allein (evangelische Version) oder durch ein Übergabe-Gebet (freikirchliche Version), mögen dann durchaus erlaubt sein - das darf keinen davon abhalten, sich die glaubwürdigste christliche Konfession zu erwählen.

Nun bezieht eine gnostische Gruppe allerdings ihre Daseinsberechtigung daraus, ein heilsnotwendiges (!) Wissen zu besitzen, dass von anderen Konfessionen entweder abgelehnt wird, oder das den anderen Christen nicht bekannt ist - zum Beispiel, dass Gott "Jehova" heißt, Jesus nicht am Kreuz gestorben ist sondern am Pfahl und dass das Weihnachtsfest Gott nicht wohlgefällig ist. Diese zusätzlichen Informationen sind in den gnostischen Sekten alle gleichwichtig - Gott rettet nur die, die auch die Zusatzinfos akzeptieren, alle anderen sind auf ewig verloren. Manchmal hat man sogar den Eindruck, als wenn die Erkenntnis dieses Spezialwissens wichtiger ist als die Erlösungstat Christi. Gerade das macht den Charakter einer gnostischen Sondergruppe aus.

Wer also Gott liebt, Jesus als seinen Erlöser betrachtet und sich dem Sohn Gottes vollkommen anvertraut, sich bemüht, nach den Geboten zu leben und eifrig betet - aber nicht weiß, dass Gott den Namen "Jehova" trägt und nicht "Jahweh", kann leider nicht errettet werden - sorry. Das kennzeichnet die Zeugen Jehovas, die Mormonen und die Adventisten als gnostischen Sekten.

Auf der Seite der Zeugen Jehovas werden die Fragen nach den absolut notwendigen Heilskriterien gestellt. Die Antwort lautet:

1. „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt“, sagte Jesus zu seinen Freunden (Johannes 13:35). Wie wichtig die Liebe ist, zeigte Jesus selbst, als er sein Leben für andere opferte. Wer seinen Nächsten liebt, erfüllt damit eine grundlegende Voraussetzung für die Rettung.

2. „Ich habe ihnen deinen Namen bekannt gegeben“, sagte Jesus in einem Gebet zu seinem Vater (Johannes 17:26). Jesus wusste, dass seinem Vater sein persönlicher Name, Jehova, sehr viel bedeutet. Daher betete er: „Dein Name werde geheiligt“ (Matthäus 6:9). Gottes Namen zu heiligen schließt ein, ihn zu kennen, ihn als wichtig anzusehen und ihn in Ehren zu halten. Wer gerettet werden möchte, muss wie Jesus den Gottesnamen gebrauchen. Außerdem wird von ihm erwartet, mit anderen über den Namen Gottes und seine Eigenschaften zu sprechen (Matthäus 28:19, 20). Tatsächlich werden nur Menschen gerettet, die Gott mit Namen anrufen (Römer 10:13).

3. „Mein Königreich ist kein Teil dieser Welt“, sagte Jesus zu Pontius Pilatus (Johannes 18:36). Nur wenige beweisen heute Glauben an Gottes Königreich, das heißt Gottes Regierung mit Jesus als König. Stattdessen vertrauen die meisten auf Organisationen, die von Menschen gegründet wurden. Um gerettet zu werden, ist es jedoch nötig, fest zu Gottes Königreich zu halten und anderen zu erklären, wie diese Regierung alle, die Gott treu sind, befreien wird (Matthäus 4:17).

Da alle drei Kriterien unverzichtbar sind, ist zwar auch jeder Glaube, jede Erkenntnis und jedes Bemühen sinnlos, wenn die Liebe fehlt. Umgekehrt ist aber auch die Liebe vergeblich, wenn die Erkenntnis des Namens Gottes fehlt - oder politische Enthalsamkeit. Während in der katholischen Kirche jedes Wissen und jede Erkenntnis der Ausrichtung der Liebe dient, ist (neben der Liebe) das Wissen um Spezialdetails des Willen Gottes ein Ausschlusskriterium.

Immerhin gilt auch für die Homepage der Zeugen die Einschränung, die Anforderung des nötigen Wissens gelte nur für diejenigen, die auch von diesem Wissen Kenntnis erhalten konnten. Steinzeitmenschen und Marsbewohner sind also davon befreit - nicht aber diejenigen, die schon einmal eine Bibel in der Hand gehalten haben (oder die Möglichkeit dazu hatten).

Deswegen ist es auch nicht sinnvoll, mit den Zeugen Jehovas über die Herkunft ihrer Zusatzinformationen zu streiten. Die Frage ist weniger, ob diese Zusatzinformationen stimmig sind oder nicht, sondern vielmehr, ob sie tatsächlich heilsnotwendig sind. Und vor allem: Ob diese spezielle Wissen überhaupt heilsrelevant ist. Fragt Gott nicht eher nach der Liebe zu ihm und den Menschen?

So ärgern sie die Adventisten bis heute, dass wir den Sonntag feiern und nicht den Sabbath - wir werden deshalb in der Hölle schmoren (die es allerdings nach Auffassung der Adventisten gar nicht gibt). Dabei ist es doch unwichtig, ob wir den Tag des Herrn nun "Samstag" oder "Sonntag" nennen - wichtig ist doch vor allem, wie wir den Tag begehen und ob wir ihn wirklich zur Ehre Gottes gestalten und halten.
Davon abgesehen: Wir feiern gar nicht mehr den ursprünglichen Sabbath als Samstag - bei der großen Kalenderreform durch Papst Georg wurden 1582 wurden nicht nur 10 Tage im Oktober ersatzlos gestrichen (auf den 4. Oktober folgte der 15. Oktober), sondern auf einen Montag folgt damals ein Freitag. Der Sabbath, den die Adventisten heute eigentlich feiern wollen, ist also der Mittwoch.

Ähnliches gilt für die Behauptung der Zeugen, Jesus sei am Pfahl gestorben und nicht am Kreuz. Mag sein - aber was ändert das an meinem Glauben? Entscheidend ist nicht die geometrische Form des Hinrichtungswerkzeug, sondern Jesu' Erlösungstat und meine Antwort darauf.

Das, was den Zeugen und allen gnostischen Gruppen fehlt, ist die (ebenfalls heilsrelevante) Feier des Glaubens, die (heilsbedeutsame) tätige Nächstenliebe auch den Nichtchristen gegenüber und eine echte ökumenische Gesinnung. Sprich also darüber - oder, noch besser, lade sie dazu ein:

Wenn Jehovas Zeugen an Deine Haustür kommen, bete mit ihnen (sie werden es ablehnen), bete für sie (sie werden dann lieber gehen) oder bitte sie, für Dich zu beten. Lade sie ein, mit Dir gemeinsam für Afrika zu sammeln, für ein AIDS-Waisenprojekt oder für eine Hilfe bei einer aktuellen Naturkatastrophe. Bitte die Zeugen, für die Bekehrung der Welt zu Christus zu beten. Was auch immer Dir einfällt - Der Gnosis begegnet man am Besten durch Liebe, aktive Liebe und bedingungsloser Nächstenliebe.

Dennoch kann es nicht schaden, über die Zeugen Bescheid zu wissen. Deshalb will ich Dir hier ein wenig über die Geschichte der Zeugen erzählen - und ein wenig die gnostischen Argumentationen beleuchten.

Eine große Anzahl von Argumenten bezieht sich vor allem darauf, dass der christliche (insbesondere der katholische) Glaube zum heidnischen Kult zurückgekehrt ist. Immer wieder wird aufgezeigt, dass vermeintlich christliche Symbole, Feste und Glaubensinhalte tatsächlich heidnischen Ursprungs sind - und deshalb verwerflich. Dazu gehört vor allem das Symbol des Kreuzes, der Glaube an die Dreifaltigkeit, die christlichen Hauptfeste wie Ostern und Weihnachten. Das Argumentationsschema ist immer dasselbe:

Erster Gedankenschritt: Das Kreuz (die Dreifaltigkeit, die Mutter-Kind-Darstellung - etc.) stammt aus Babylon, ist heidnischen Ursprungs und hat eine heidnische Bedeutung.

Zweiter Schritt: Die Bibel weiß davon nichts. Tatsächlich können die Zeugen Jehovas anhand ihrer Bibelübertragung ziemlich schlüssig nachweisen, dass z.B. das Wort "Kreuz" an keiner Stelle der Heiligen Schrift vorkommt. Das sieht natürlich in unseren katholischen oder evangelischen Bibelübersetzungen anders aus. Aber die Zeugen weisen darauf hin, dass das Wort für "Kreuz" (xylon oder stauros) im griechischen Pfahl, Balken, Stamm oder Baum bedeutet - und eben nicht Kreuz. Auch der Begriff "Dreifaltigkeit" kommt in der Bibel nicht vor, ebenso wenig wie eine Anordnung zum christlichen Festkalender...

Dritter Schritt: Also ist es böse, weiterhin ein Kreuz zu verehren, als Symbol zu verwenden oder nur christlich zu deuten. (Das gleiche gilt für den Glauben an die Dreifaltigkeit, das Feiern von Weihnachten, Geburtstagen - und so weiter) Wer ein Kreuz trägt und es als religiöses Zeichen verehrt, ist nicht mehr gottwohlgefällig. Ralf Isau lässt z.B. in seinem Roman "Das Museum der gestohlenen Erinnerungen" Mirjam sagen:

»Das Tau - ich könnte auch Kreuz sagen - ist das Symbol des Gottes Tammuz. Nun heißt es aber im ersten der zehn Gebote der Bibel: "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben". Wie kann ich dann als Christin noch länger das Kreuz dieses "anderen" Gottes um meinen Hals tragen?«

Erstens: Oft sind die christlichen Symbole nur den Babylonischen ähnlich - keineswegs identisch. So ist das T des Gottes Tammuz eben dem christlichen Kreuz nur ähnlich. Auch sind die babylonischen "Triaden" in wesentlichen Zügen genau dem Gedanken der christlichen "Trinität" entgegengesetzt - allein die Zahl "Drei" ist identisch. Und: Tatsächlich hat das Weihnachtsfest viel Ähnlichkeiten mit heidnischen Festen: es gibt schulfrei, man isst und trinkt und verteilt Geschenke.

Zweitens: Selbst wenn eine verblüffende Übereinstimmung zwischen christlichen und heidnischen Inhalten festgestellt werden könnte (was meistens eben nicht der Fall ist), folgt daraus nicht, dass sich das christliche aus dem heidnischen entwickelt haben muss. Gerade der Glaube an die Unsterblichkeit der Seele findet sich in verschiedensten Religion, ohne dass eine Abhängigkeit angenommen werden könnte.

So sind die drei Musektiere auch kein Konsequenz aus der babylonischen Triade... oder? Und obwohl der Hl. Franziskus das griechische "T" (Tau) als Segenszeichen benutzt, ist er kein direkter Nachkomme des Gottes Tammuz oder Nimrod. Und ein Foto von Prinzessin Mette mit ihrem Neugeborenen auf dem königlichen Balkon ist auch keine Reminiszenz an die babylonische Mutter-Kind-Darstellung; zumindest zahlt die "Bunte" für solche Fotos dem König von Babylon keine Copyright-Gelder.

Drittens: Die Behauptung, die Bibel kenne solche Inhalte nicht, ist oft falsch. Das biblische Wort für Kreuz (xylon oder stauros) heißt tatsächlich auch Pfahl - lässt aber offen, ob ein Querbalken angebracht ist oder nicht. Ob es sich also um ein Kreuz oder einen Pfahl handelt, ist anhand des Wortes nicht entscheidbar. Ebenso kommt zwar der Begriff "Trinität" nicht in der Bibel vor, aber sehr wohl die trinitarische Formel, z.B. in Mt 28, 19.

Viertens: Ebenso ist der Hinweis, die Bibel kenne bestimmte Glaubensinhalte oder Feste nicht, ohne jede Aussagekraft - solange die Bibel nicht ausdrücklich das Gegenteil gebietet.

So ist es naheliegend, dass die Bibel nichts von Mönchen berichtet; daraus abzuleiten, dass die Bibel und damit Gott eine solche Lebensform ablehnt, ist albern. Ebenso klar ist, dass in der Heiligen Schrift nichts von Weihnachtsfestbräuchen, Ostereiersuchen oder Pfingstausflügen gesagt wird. Der Schluss, alles, was in der Bibel nicht erwähnt wird, sei widergöttlich, ist aber absurd. In der Bibel werden auch keine Druckmaschinen und Hochglanzprospekte erwähnt, dennoch gehören sie zu den Grundvoraussetzungen der Watchtower-Arbeit.

Fünftens: Selbst wenn die Argumente 1-4 nicht stichhaltig wären - es ist nicht entscheidend, welche Bedeutung ein Fest FRÜHER mal gehabt hat, sondern welche Intention ich JETZT damit verbinde. Da wir an Ostern, Weihnachten und Pfingsten eindeutig biblische Ereignisse feiern, kann es uns ziemlich egal sein, ob der Termin des Festes oder dessen Name heidnischen Ursprungs ist. Da ich das Kreuz als Symbol für den in der Bibel eindeutig belegten Erlösungstod Jesu verstehe, ist es einerlei, ob das Kreuz in anderen Kulturen (zuvor oder immer noch) Symbol von etwas Ungöttlichem oder Widergöttlichem ist. Gott schaut nicht auf Namen, Termine, geometrische Figuren oder Ethymologien, sondern auf meinen Glauben und mein Herz.

Kommentar von Anthropos ,

Die Zeugen Jehovas legen Wert darauf, dass Gott einen Namen hat; Gott einfach nur "Gott" zu nennen ist demzufolge ein Rückschritt. Der wahre Name Gottes laute "Jehova". Wer Gott nicht beim Namen ruft, wird nicht gerettet.

Der Name Gottes muss aufgrund der biblischen Transkription eigentlich "Jahweh" lauten. In der hebräischen Schrift gibt es nur Konsonanten; als Name Gottes wurde also lediglich JHWH notiert. Aus Respekt vor der Hoheit Gottes wurde der eigentliche Name an diesen Stellen nicht vorgelesen, sondern durch "Adonai" ersetzt - was wir mit "Herr" übersetzen können.

Tatsächlich lautet der an dieser Stelle nicht ausgesprochene Name Gottes "JaHWeH"; C. T. Russel glaubte jedoch - wie schon viele andere vor ihm -, die fehlenden Vokale zu "JeHoWaH" ergänzen zu müssen - was, wie wir heute wissen, frei erfunden ist (oder zumindest falsch gedacht, falls die Vokale vom gesprochenen Adonai ("Herr") übernommen wurden).

Unabhängig davon, ob Russel vielleicht doch Recht hat, kann es uns Christen egal sein. Es gibt nur einen Gott, und dieser Gott hat viele Namen. Ob wir ihn nun "Gott", "Jahweh", "Allmächtiger", "König", "Herr", "Richter", "Erbarmer" oder sogar "All-Erbarmer" (von mir aus auch "Jehova", wobei das die unsinnigste Variante wäre: "Jehova" hat schlicht keinerlei Bedeutung) nennen, ist doch zweitrangig - solange wir eine persönliche Beziehung zu IHM haben.

Eine der wichtigsten Eigenlehren der Zeugen ist die Ablehnung der Unsterblichkeit der menschlichen Seele und damit verbunden die Existenz einer Hölle. Die Zeugen Jehovas vertreten die sogenannte "Ganztod-Theorie" oder "Annihilation-Lehre". Im Tod stirbt der ganze Mensch, es gibt nichts, was den irdischen Tod überdauert. Im vollendeten Königreich Gottes erschafft Gott dann nur die Guten (also die Zeugen Jehovas selbst) wieder neu, die Bösen (also alle anderen Menschen) bleiben vernichtet.

So richten sich die Zeugen Jehovas immer wieder gegen die "Irrlehre der katholischen Lehre von der Hölle", so z.B. im Wachtturm vom 15.4.1993: "Hat man dir die Wahrheit über die Hölle gesagt?" (Titelüberschrift). Dort heißt es:

»Es gibt also unbestreitbare zwingende Gründe, die Vorstellung, Menschen würden ewig bei Bewußtsein in der Hölle gequält, in Frage zu stellen. Vielleicht möchte man sogar darüber hinaus dem Rat des Theologieprofessors Pinnock folgen, der sagte: "Das gesamte Glaubensmuster, das mit der Hölle und endloser Qual zu tun hat, ...sollte im Namen der glaubwürdigen Lehre fallengelassen werden" Ja, genau das gebietet die Ethik, der Gerechtigkeitssinn und vor allem Gottes Wort, die Bibel.« (S. 9)

Im Wachtturm vom 1.10.1989 ("Ist es in der Hölle heiß?") wird ausgeführt:

»In den hebräischen Schriften wird nirgendwo angedeutet, daß die Seele nach dem Tod in einer Feuerhölle gequält wird. Diese furchterregende Lehre geht auf die Religion Babyloniens zurück, die nach der Sintflut entstanden sind, und nicht auf die Bibel. Die von der Christenheit vertretene Lehre einer Höllenstrafe hat ihren Ursprung daher im alten Babylon.« (S. 5)

Ebenso zur Unsterblichkeit der Seele: Im Wachtturm vom 1.4.1993 heißt es deshalb:

»Ein "theologisches Geschwisterpaar" trennen - Trotz dieser Argumentation beharren viele Verfechter der Höllenlehre darauf, daß das Wort "Vernichtung" nicht buchstäblich zu verstehen ist, sondern ewige Qual bedeutet. Warum? Weil ihre Denkweise geprägt ist von der Lehre, die am engsten mit der Höllenfeuerlehre verwandt ist - die Lehre von der Unsterblichkeit der Menschenseele.« (S. 8)

Und in der "Dogmatik" der Zeugen Jehovas, dem grünen Büchlein mit dem Titel "Vergewissert Euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist" heißt es stichwortartig:

Mensch selbst ist eine Seele (S. 447)
Menschenseele stirbt, nicht unsterblich (S. 448)
Seelen können mit dem Schwert getötet werden (S. 449)

Hier zeigt sich, dass die Zeugen die Bibel mal wörtlich, mal bildlich verstehen. Wenn z.B. im Gleichnis des Lazarus (Lk 16, 19-31) von einem Geschehen nach dem Tod berichtet wird, so ist den Zeugen zufolge das alles gar nicht so gemeint (siehe zum Beispiel bei Ralf Isau, "Die Träume das Jonathan Jabbok", auf den Seiten 41-43.)

Tatsächlich lassen sich zahlreiche Belege für ein Weiterleben der Seele nach dem Tod aufführen (Gen 15, 15; 25, 8.17, 37, 35; Dt 31, 16; 3 Kg 2, 10; Weish 2, 23; Mt 10, 39; 16, 25; Lk 16, 19ff; 23, 43; Joh 12, 25; Apg 7, 59; 2 Kor 5, 6-8) Vor allem aber in Mt 10, 28 heißt es: "Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann."

Kommentar von Anthropos ,

Die Zeugen Jehovas sind entschiedene Gegner der Evolutionstheorie; für sie ist der Schöpfungsbericht wörtlich zu nehmen und folgern somit einen Kreationismus - in einer besonderen Variante:

Zunächst fassten die "Theologen" der Wachtturm-Gesellschaft die Schöpfungstage in der Genesis als Schöpfungszeiträume auf, die einige tausend Jahre umfassten - gelegentlich wurde konkret davon ausgegangen, dass jeder Schöpfungstag 7.000 Jahre gedauert habe; später legten sie sich aber aufgrund neuerer wissenschaftlicher Erkenntnisse nicht mehr auf konkrete Zahlen fest.
Doch mittlerweile sind die "Theologen" der Zeugen auch davon abgerückt und zählen nun zu den "Langzeit-Kreationisten", da sie anerkennen, dass Universum und Erde Milliarden Jahre alt sein können. Dabei interpretieren sie nun den Schöpfungsbericht in der Bibel nicht als Bericht über die Erschaffung des Universums, sondern als subjektiven Erlebnisbericht eines fiktiven Beobachters auf der von Wolken verhangenen Erde:

Während andere Kreationisten den Anfangsvers des Schöpfungsberichte "Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde" (Gen 1,1) als eine Art Überschrift über das Folgende verstehen, ist nach den Zeugen Jehovas in diesem Satz bereits die vollständige Erschaffung des ganzen Kosmos enthalten - die Jahrmilliarden, die den sieben Schöpfungstagen vorausgehen.
Wenn es dann weiter heißt "Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht." (Gen 1,3) beschreibt das lediglich das Auflockern der dichten Bewölkung auf der Erde, so dass das Sonnenlicht nach und nach auch auf der Erdobefläche sichtbar wurde. Wenn es später heißt "Dann sprach Gott: Lichter sollen am Himmelsgewölbe sein, um Tag und Nacht zu scheiden. Sie sollen Zeichen sein und zur Bestimmung von Festzeiten, von Tagen und Jahren dienen." (Gen 1,14), ist damit eine weiterer Bewölkungsrückgang gemeint, so dass die Sonne von der Erde aus als Scheibe erkennbar wurde und danach der Mond und die Sterne. Sonne, Mond und Sterne wurden also nicht erst am 4. Schöpfungstag erschaffen, sondern lediglich (von der Erde aus gesehen) erkennbar.
Der Schöpfungsbericht im ersten Kapitel der Bibel beschreibt also nicht die Erschaffung des Universums, sondern nur die Erschaffung des Lebens und des Menschen. Deshalb wenden sich die Zeugen auch vornehmlich gegen die biologische Evolutionstheorie, weniger gegen physikalische und kosmische Entstehungstheorien.

Da die Zeugen Jehovas politisch enthaltsam leben, versuchen sie nicht wie andere kreationistische Gruppierungen, politischen Druck auszuüben, um die Schöpfung in den schulischen Lehrplan aufzunehmen.

Durch die Ablehnung der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus stellen sich die Zeugen Jehovas genau genommen außerhalb der christlichen Gemeinschaft. Ähnlich wie der Islam, der in Jesus nur einen Propheten sieht.
Die Zeugen Jehovas lehnen somit die Lehre der Dreifaltigkeit ab und sind der Auffassung, dass es keine Verse in der Bibel gibt (bei korrekter Übersetzung und Auslegung), die die Lehre der Dreieinigkeit stützen. Der heilige Geist ist ihrer Meinung nach weder eine Person noch Teil eines dreieinigen Gottes, sondern lediglich Gottes wirksame Kraft. Sie betrachten die Ablehnung der Lehre der Dreieinigkeit als eines ihrer Haupteckpfeiler im Glaubensgebäude.
Jesus ist - nach der Lehre der Zeugen Jehovas - von Gott als erstes Geschöpf erschaffen worden und somit nicht ewig. Da er als Sohn niedriger und geringer sei als Gott, dürfe er nicht angebetet werden, gleichwohl Gebete durch Jesus Christus - in Funktion als Fürsprecher - an Gott gerichtet werden.
Mit Jesus Christus sei im Grunde niemand anderes als der Erzengel Michael gemeint. Dies müsse deshalb so sein, weil vom Himmel herab niemals der Vater kam, sondern immer nur Engel oder Jesus Christus. Dabei handelt es sich um eine Sonderlehre der Zeugen Jehovas, die bei keiner anderen christlichen Gruppierung vorhanden ist.

Aber diese Abgrenzung der Zeugen ist geringer als sich theologisch vermuten lässt. Denn Jesus darf sehr wohl als "Sohn Gottes" bezeichnet werden, auch sind wir durch Jesus Christus erlöst. Nur Er hat uns die Kunde vom Vater gebracht und allein durch Ihn sind wir gerettet. Durch Jesus Christus dürfen wir zu Gott beten, und er ist der Anführer der Heerscharen, die kommen wird, um die Welt zu reinigen. Jesus Christus war vor aller Welt und durch ihn wurde alles andere geschaffen.
Während also andere nicht-christlichen Religionen in Jesus nur einen einfachen Menschen und Propheten sehen, nehmen die Zeugen Jehovas die Position einer frühchristlichen Irrlehre ein. Der Unterschied zur christlichen Dreifaltigkeit tritt somit fast ausschließlich in der Lehrverkündigung auf (womit wir wieder bei der Wissens-Komponente sind) und weniger im gelebten Glauben.

Kommentar von Anthropos ,

Die Zeugen glauben an die Wiederherstellung des im Garten Eden verloren gegangenen Paradieses auf Erden. Zeugen Jehovas unterscheiden zwischen zwei Gruppen von Christen. Eine begrenzte Anzahl von 144.000 (die "kleine Herde" oder "Geistgesalbte") haben die Hoffnung, nach ihrem Tod in den Himmel zu kommen, um dort mit Christus als Priester und Könige eine himmlische Regierung zu bilden. Eine unbestimmte Anzahl von Menschen wird hier auf Erden im irdischen Paradies ewig leben.

Dazu finden sich in den Heften der Zeugen Jehovas wunderschöne Bilder von picknickenden Familie, Kindern, die mit Löwen spielen und Menschen, die verliebt in den Sonnuntergang schauen. Ich frage mich immer, wer in in diesem Paradies die Kleidung herstellt, wäscht und bügelt - und wo der ganze Picknick-Abfall landet...

Nach der Schlacht bei Harmagedon beginnt dieses "Tausendjährige Reich". Die Überlebenden des Endkampfes wandeln die Erde in ein Paradies um. Nach der Tausendjahrherrschaft, welche das Ziel hat, die Menschen zur Vollkommenheit zu bringen, findet durch Satan, der diese Zeit über gebunden gewesen ist, eine Endprüfung statt. Diejenigen Personen, die diese Endprüfung bestünden, erhielten ewiges Leben, das Adam und Eva durch den Sündenfall verloren hätten. Damit wäre das verloren gegangene Paradies wiederhergestellt.
Wer diese Zukunft erleben möchte, müsse sich ernstlich bemühen, dem Beispiel Jesus Christus zu folgen, das er auf Erden gab. Notwendig ist es, eine bewusste persönliche Entscheidung zu treffen, Jehova anzurufen (Gebet) und an Jesus Christus und dessen Opfer zu glauben. Die einzig mögliche Übereinstimmung mit biblischen Lehren erreiche man, indem man sich den Zeugen Jehovas anschließe.

Weit bekannt ist, dass die Zeugen Jehovas für sich und ihre Kinder jede Art des sog. "Blutgebrauchs" ablehnen. Das gilt für den Genuss in Lebensmitteln (z. B. in Blutwurst) - aber eben auch (seit 1944) für Transfusionen von fremden Blut - und sogar für die sogenannten "Eigenblutspenden" und die Verwendung von Bluthauptbestandteilen (Blutplasma, Blutplättchen, roten und weißen Blutkörperchen).

Ob die Verwendung von Plasmafraktionen (Albumine, Globuline, Gerinnungsfaktoren, Fibrinogen u.ä.) und Ableitungen von den anderen Komponenten (Hämoglobinlösung von Erythrozyten; Interferone und Interleukine von Leukozyten) erlaubt sind, stellen die Zeugen Jehovas der Gewissensentscheidung des Einzelnen anheim - ebenso die Organ- und Knochenmarktransplantationen. In der Vergangenheit hatten die Zeugen Organ- und Knochenmarktransplantationen als "Kannibalismus" abgelehnt.

Todesfälle, die mit der Ablehnung von Bluttransfusionen in Verbindung gebracht wurden, haben in der Öffentlichkeit großes Aufsehen erregt. Seitens der Zeugen Jehovas wird dies mit dem Hinweis, dass ein Zusammenhang zwischen den Todesfällen und Verzicht auf die Bluttransfusionen nicht bewiesen sei, beantwortet. Besonders schwierig wird dieser gnostische Glaube, wenn aufgrund von Unfällen oder nicht planbaren Operationen Bluttransfusionen für die minderjährigen Kinder notwendig werden, aber von den Zeugen abgelehnt werden.

Ich hoffe, damit kommst du erst einmal ein bisschen weiter. Das reicht natürlich noch nicht, um ihn wieder zum Normalsein zu bekommen, aber es ist schon einmal ein guter Anfang. Du müsstest dich noch intensiver damit beschäftigen, das lässt sich dann nicht mehr in Internetforen erfragen. Ich kann dir noch entsprechende weiterführende Literatur empfehlen:

Raymond Franz, Der Gewissenskonflikt, München 1988. 

Friedrich-Wilhelm Haack / Thomas Gandow, Jehovas Zeugen, München 1997. 

Hans-Jürgen Twisselmann, Der Wachtturmkonzern der Zeugen Jehovas. Anspruch und Wirklichkeit, Gießen 1995. 

Klaus-Dieter Pape, Die Angstmacher. Wer (ver)führt die Zeugen Jehovas?, Leipzig 1998. 

Eine der wichtigsten Kritikerseiten ist: 

http://www.sektenausstieg.net/

Du musst halt schauen, was du für den Freund investieren willst. Er wurde der Gehirnwäsche unterzogen. Das lässt sich nur durch Gehirnwäsche wieder ändern. Aber du darfst es auch nicht zu schnell angehen, sonst wird er in dir den Ungläubigen nur noch bestätigt sehen. Das wird seine Zeit brauchen, viel Erfolg!!! Ich habe vergleichbares auch schon erlebt.

Kommentar von Apfelwerfer ,

Meine Güte. Wer soll das alles lesen?

Kommentar von Rex6969 ,

„Meine Güte wer soll das alles lesen?“

Ich z.B.

Oder hast du ein Problem damit?

Deine "Brüder  Abundumzu", Sturmwolke, Stine2412 und juste55 haben noch längere Texte geschrieben. Abgesehen von den WTG-Büchern, Zeitschriften und Proschüre die über 100 Jahren lang, Milliarden Texte geschrieben hat. Dabei hast Du nichts gesagt!

Warum (ausgerechnet jetzt) kommentierst Du über lange Texte?

Haben NUR Zeugen Jehovas darauf das Recht, lange Texte zu schreiben?

Kommentar von Milchpreis ,

Ich bedanke mich bewundere dich für dein Engagement. Jedoch fehlt mir mitlerweile die Lust und Zeit dazu solche Geschütze aufzufahren, da ich auch noch andere Sachen zu tun habe. Den ein oder anderen Rat werde ich sicher zur gegeben Zeit befolgen

Antwort
von AaronMose3, 64

Wenn er wirklich felsenfest in der Ideologie der ZJ steht, sieht es schlecht für dich aus. Zeugen werden dazu getrieben, den Kontakt zu Anders-oder Ungläubigen zu vermeiden, solange es nicht darum geht diese zu missionieren.

Auch das ablehnen von Evolutionstheorie und Bluttransfusionen ist (wenn wir ehrlich sind) absoluter Bullshit, aber diese Menschen denken eben sie wäre im Recht.

Diese Sekten und ihr Einfluss sind schlicht und ergreifend zu machtvoll um dagegen als einzelne Person etwas zu machen. 

Wenn du mich fragst, dann solltest du die Freundschaft, wenn man das überhaupt länger als eine bezeichnen kann, beenden.

Antwort
von Ente222, 58

Milchpreis, rege dich doch bitte nicht so auf! Milchpreise steigen und fallen, Freundschaften allerdings auch. 

Du und dein Freund wollen einseitig die Bedingungen festlegen, daß eine intolerante Geisteshaltung dem Jungen gegenüber, dessen Mutter Zeugin Jehovas ist, praktiziert werden soll. Entweder  euer ehemals Dritter im Bunde spurt nach euren Vorstellungen oder ihr betrachtet ihn als Sonderling.

Wahre Freundschaft würde sich für das interessieren, was euer Freund denkt, glaubt und liebt. Es könnte ja sein, daß seine Denk- und Lebensweise tatsächlich die bessere ist. Aber er ist euch ja noch nicht mal so viel wert, das objektiv und vorurteilsfrei zu überprüfen. Unter diesen Umständen wärt ihr meine Freunde gewesen, sorry.

Ihr denkt, ihr führt ein freies Leben, dabei seid ihr einer verlogenen WElt versklavt. Dein Freund hat das wahrscheinlich erkannt und Konsequenzen gezogen, wenn ja, dann ist er zu beglückwünschen!

Kommentar von Milchpreis ,

Auf der Bio-Schiene fährt man allerdings recht gut ;)

Es ist nun mal leider so, dass ich unsere Freundschaft, unter uns drei, mit 3000 Ziffern nicht vollständig beschreiben kann. EINDEUTIG sind wir wohl alle Sklaven, ganz genau...

Antwort
von EXInkassoMA, 54

Konfrontier Ihn evtl mal mit den zahlreichen nicht eingetroffenen Armagedon Endzeit voraussagen welche die USA Führung der ZJ anhand biblicher Berechnungen vorausgesagt haben. 

Da die geistige Führung von sich selbst sagt der einzige Mitteilungskanal Gottes auf Erden zu sein könnte das den Kumpel u. U zum Nachdenken bringen.

Kommentar von Milchpreis ,

Damit hatte ich ihn bereits konfrontiert, jedoch äußert er sich zu solchen Argumenten immer mit: "Du kennst dich da nicht aus", "Du bist nicht aus erster Hand informiert" (Womit er natürlich bezwecken möchte, dass ich mich seiner/deren Lehre unterziehen), oder "das ist anders gemeint"

Kommentar von HerrVonRibbeck ,

Bitte Deinen Freund, er möge sich das WTG-Buch von 1972 "Die Nationen sollen erkennen, dass ich Jehova bin - Wie?" zur Hand nehmen, die Seite 217 aufschlagen und dort den Abschnitt 9 lesen. Dort steht:

Binnen kurzem wird noch in unserem zwanzigsten Jahrhundert 'die Schlacht am Tage Jehovas' gegen das neuzeitliche Gegenstück Jerusalems, die Christenheit, beginnen. 

Wir befinden uns mittlerweile im 21. Jahrhundert, die Prophezeiung der ZJ ist nicht eingetroffen. Aus erster Hand erwiesen ;-)

Antwort
von Giustolisi, 52

Das Problem bei den Zeugen ist, dass sie fundamentalistische Wirrköpfe sind, die Geschichten aus der Antike wörtlich nehmen. 
Innerhalb der Sekte wird darauf geachtet, dass es keine Abweichler gibt, auf die wird psychischer Druck ausgeübt. 
In den antiken Geschichten wird auch empfohlen, den Glauben zu verbreiten und Andersgläubige außer zum Zweck der Missionierung möglichst zu meiden.

Das ist das Problem. Wenn du ihn aus der Sekte nicht raus bekommst, wirst du ihn entweder verlieren, oder du wirst selbst Mitglied, was ich aber nicht empfehlen kann.
So wie sich dein Text liest, haben die ihm das Gehirn schon gründlich gewaschen. man muss schon einen Knoten in den Hirnwindungen haben, um als intelligenter Mensch die Evolutionstheorie abzulehnen.

Kommentar von Ente222 ,

Giustolisi - man darf Theorien doch als vorläufig betrachteh, solange sie nicht bewiesen sind, oder? 

Kommentar von Giustolisi ,

Eine Theorie ist belegt. Unbelegt wäre es eine Hypothese.
Die Evolutionstheorie ist reichlich belegt, sonst wäre sie nicht allgemeiner wissenschaftlicher Konsens.

Kommentar von Anthropos ,

Natürlich. Die Evolutionstheorie ist und bleibt eine Theorie. Sie wird auch nie bewiesen werden können. Aber es gibt doch einiges, was dafür spricht. Es ist nicht dumm, die Evolutionstheorie für wahr zu halten. Es muss auch nicht jeder die Evolutionstheorie für wahr halten. Aber dass man gleich in die Hölle kommt, wenn man dieser Theorie Folge leistet, ist doch irrsinnig, oder? 

Kommentar von Giustolisi ,

Sie wird auch nie bewiesen werden können.
Sie ist schon lange bewiesen. Beweise gibt es reichlich, eine alternative Theorie gibt es nicht.

Es muss nicht jeder die Evolutionstheorie für wahr halten, religiöse Wirrköpfe und ungebildete Menschen kann man nicht dazu zwingen.

Aber dass man gleich in die Hölle kommt, wenn man dieser Theorie Folge leistet, ist doch irrsinnig, oder? 
An so etwas wie eine Hölle zu glauben, ist irrsinnig.

Kommentar von Apfelwerfer ,

ungebildete Menschen kann man nicht dazu zwingen.

Wer die Evolution als "bewiesen" ansieht, sollte sich nicht so über andersdenkende äußern. Erinnert mich irgendwie an die religiösen Gegner Jesu. In Johannes, Kapitel 7 findet sich ihre Art der Argumentation: "Es glaubt doch niemand von den Vorstehern oder den Pharisäern an ihn? 49 Diese Volksmenge aber, die das GESETZ nicht kennt, verfluchte Leute sind sie."

Sie hielten das normale Volk für so doof, dass sie sie als verflucht bezeichneten. Außerdem stimmte es nicht, dass niemand von den Vorstehern und Pharisäern an Jesus glaubten -- genausowenig stimmt es, dass alle Gebildeten an die Evolution glauben und nur die Dummen an Gott.

Im Übrigen glauben auch nicht alle, die an Gott glauben, an die Hölle. Leider strotzt dein Kommentar von totalem Unwissen (möchte ja nicht sagen Unbildung).

Kommentar von Giustolisi ,

Wer die Evolution als "bewiesen" ansieht, sollte sich nicht so über andersdenkende äußern. Was hat das mit Evolution zu tun und was ist schlimm daran, ungebildete Menschen als ungebildet zu bezeichnen?

Mir ist es zum Beispiel kein Rätsel, wenn jemand, der nie eine Schule besucht oder ein Buch gelesen hat, an eine Schöpfungsgeschichte glaubt. 
Ich habe auch schon mit einigen Kreationisten gesprochen und bisher ist mir noch keiner untergekommen, der sich mit der Evolutionstheorie eingehen beschäftigt zu haben scheint, geschweige denn sie verstanden hat. 

 ...genausowenig stimmt es, dass alle Gebildeten an die Evolution glauben und nur die Dummen an Gott.

Stimmt, aber das habe ich auch nie behauptet. Bitte leg mir in Zukunft keine Worte mehr in den Mund, okay? Nicht alle religiösen Menschen sind ungebildet, es gibt auch Leichtgläubige und Indoktrinierte, im Kommentar als religiöse Wirrköpfe bezeichnet. 

Wer indoktriniert wurde, muss nicht zwangsläufig dumm sein. Viele intelligente, gebildete Menschen wurden schon als Kinder indoktriniert und können sich als Erwachsene nicht mehr von der Vorstellung lösen, dass es einen Gott gibt.

Oft genug ist der Gottglaube auch einfach ein Resultat von Fehlschlüssen. 

Wie du siehst, halte ich nicht alle Gottgläubigen und Schöpfungsgläubigen für ungebildet.

Im Übrigen glauben auch nicht alle, die an Gott glauben, an die Hölle. Leider strotzt dein Kommentar von totalem Unwissen (möchte ja nicht sagen Unbildung).

Ich weiß wohl, dass nicht alle Menschen die an einen Gott glauben, auch an die Hölle glauben. Nur erwähne ich nicht immer jede noch so kleine Splittergruppe.

Die Hölle ist eben (abgesehen von kleinen Splittergruppen) Bestandteil der christlichen Doktrin. Das Wort Scheol aus dem alten Testament wurde eben mit Hölle übersetzt. Die Existenz einer Hölle wird von der evangelischen, katholischen und orthodoxen Kirche behauptet, womit ein Großteil der Christen abgedeckt wäre.

Kommentar von HerrVonRibbeck ,

Das Irre an der Sache ist ja, dass auch die Wachtturmgesellschaft die Evolutionstheorie vertritt, ohne dass ihre Anhänger dies als solches begreifen.

Sie selbst lehren, dass sich unsere heutige Artenvielfalt aus den von Noah in der Arche mitgenommenen Tiere entwickelt hat. Damit vertreten sie eine derart 'agressive' Evolutionstheorie (Entwicklung binnen 4.500 Jahren), wie sie tatsächlich nur als falsch abgelehnt werden kann. Aber das verstehen sie nicht aufgrund kognitiver Dissonanz.

@Giustolisi

ZJ verwechseln regelmäßig die ET mit Abiogenese, eine Begriffsklärung ist daher im Vorfeld erforderlich.

Kommentar von Giustolisi ,

Kreationisten verstehen häufig nicht den Unterschied zwischen der Entstehung und der Entwicklung des Lebens, dabei sind das zwei getrennt Vorgänge. 

Sie versuchen eben alles, um die biblischen Texte mit der Realität in Einklang zu bringen. Unnötig zu erwähnen, dass es dazu vieler unbelegter Prämissen bedarf und es immer noch mehr als reichlich Widersprüche gibt.

Antwort
von ManuTheMaiar, 44

Mach mit ihm aus das ihr über dieses Thema nicht mehr sprecht, jeder hat seine eigenen Ansichten und keiner versucht den anderen zu überzeugen

Das mit den Bluttransfusionen kann ich ja noch verstehen hab letztens ne Doku gesehen das das Krebs auslösen kann aber Schwulenfeindlichkeit und Evolution ist Mist ist absoluter Müll

Kommentar von Giustolisi ,

Religion nicht zum Thema zu machen funktioniert bei Zeugen nicht. Sie werden dazu angehalten, den Kontakt mit Ungläubigen und Andersgläubigen auf ein Minimum zu beschränken, so lange es nicht um Missionierung geht.

Kommentar von Milchpreis ,

Das lief vorerst auch gut, bis er immer weiter reinrutschte...

Antwort
von fricktorel, 44

Wenn das, was er macht richtig ist, solltest du nichts tun (Röm.14,17).

Wenn er der Ansicht ist, dass Christus für uns alle gestorben ist (Röm.6,23) und wir in seiner Gnade ewiges Leben geschenkt bekommen, steht ihm das gut (Röm.5,15; 1.Kor.1,4; Lk.17,19).

Antwort
von RipeClown, 42

Wir müssen Abu Pierre Vogel und Abu Sven lau anrufen.

Sie werden die Dawa zu ihm nach Hause bringen.

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