Frage von ZPunkt, 56

Unklare Erbschaft?

Guten Tag,

vielleicht bekomm ich hier eine klarer Aussage. Folgender Fall hat sich ergeben.


Ein Ehepaar, ohne Nachkommen in erster Ordnung, besitzen Barvermögen und zusammen eine Immobilie.
Ich möchte die Eheleute hier Eheleute Maier nennen.

Frau Maier hat eine Betreuerin vom Amtsgericht, Herr Maier ist noch geschäftsfähig hat aber eine Vertrauensperson mit einer Generalvollmacht ausgestattet.

Die Eigentumswohnung der Eheleute Maier wird im Einverständnisses des Amtsgerichtes, Herrn Maier und der Vertrauensperson verkauft. Die Eheleute Maier erhalten jeweils die hälfte der Kaufpreissumme. Somit wuchs das Barvermögen der Eheleute beträchtlich an.
(Jeweils die Hälfte da Frau Maier ja unter gerichtlicher Betreuung steht und der Betreuer die Konten von Frau Maier führen muss.)

Beide Eheleute versterben recht Zeitnah hintereinander.

Es taucht nun ein Testament auf, in dem ein Erbe aufgeführt wird, welche die verkaufte Wohnung hätte erben sollen. Ich möchte diesen Erben Herrn Schulz nennen.

Weitere Erben würden einen unterschiedlichen Anteil des Barvermögens bekommen.

Kann Herr Schulz nun die Kaufpreissumme der ehemaligen Eigentumswohnung für sich beanspruchen und somit das Barvermögen schmälern welches die weitern Erben erhalten sollten?


Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen. Viele Grüße Z.

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Antwort
von frodobeutlin100, 22

Zitat: Es taucht nun ein Testament auf, in dem ein Erbe aufgeführt wird, welche die verkaufte Wohnung hätte erben sollen. 

.... jetzt mal ganz abgesehen von der Frage von wem das Testament stammt

.... Frau Maier, Herr Maier oder Berliner Testament ....

handelt es sich hier um ein Vermächntins bzw. ein Vorausvermächtnis ... das heißt der Gegenstand wird dem Erbe "entnommen" und an den Vermächtnisnehmer weitergereicht zu lasten der anderen Erben, weil aufgeteilt wird dann nur noch der Rest.

Die Wohnung wurde verkauft ....

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http://www.wolff-rechtsanwaelte.de/faq_-_oft_gestellte_fragen.html

Was tun, wenn der Vermächtnisgegenstand im Nachlass fehlt?

In diesem gar nicht so seltenen Fall kommt es sehr darauf an, wie sich der
Vermögenswert verflüchtigt hat. Wenn der Erblasser den Gegenstand noch selbst verkauft oder verschenkt hat, ist das Vermächtnis in der Regel gegenstandslos. Nur dann, wenn der Wertgegenstand gegen den Willen des Verstorbenen entwendet oder vernichtet wurde, hat der Vermächtnisnehmer Anspruch auf Wertersatz - etwa in Höhe der Versicherungssumme. Große Enttäuschungen gibt es immer wieder beim Vermächtnis von Sparbüchern. Denn der Wert des vermachten Geldbetrags steigt und fällt mit den Ein- und Auszahlungen des Erblassers. Wenn auf dem Sparbuch zum Zeitpunkt des Erbfalls nur noch ein paar Euro "angespart" sind, hat der Vermächtnisnehmer "Pech gehabt".

Antwort
von ErsterSchnee, 35

Nein. Wohnung ist verkauft, damit kann er sie nicht mehr erben. Ein Anspruch auf den Kaufpreis besteht nicht.

Kommentar von ZPunkt ,

Danke für die schnelle Antwort. Kannst du auch deine Aussage begründen bzw. gibt es Rechtsprechungen dazu? 

Vielen Dank 

Kommentar von ErsterSchnee ,

Ja und ja - aber dafür gibt es Anwälte, die lange studiert haben und auch von etwas leben wollen. Ich kann diese Geiz-ist-geil-Mentalität verbunden mit zu-faul-zum-googlen nicht leiden.

Kommentar von derkletterer ,

Sehe ich genau so. Wenn die Wohnung weg ist, ist sie weg. Hätten die Eheleute Maier auch nach dem Verkauf der Wohnung Herr Schulz erblich berücksichtigen wollen, hätten sie das Testament ändern müssen.

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