Frage von Antwort1982, 58

Universum Inkasso fordert Erbe zur Kasse?

Letzte Woche bekam ich Post vom Univetsum Inkasso die für die Quelle i.I. Geld haben will.

Meine Mutter ist 2011 verstorben. 2009 hat sie laut dem Inkasso eine Warenlieferung über 501€ erhalten und wohl nicht bezahlt. März 2010 ging es wohl vor Gericht. 2014 wurden Adressen in Erfahrung gebracht, jedoch erst letzte Woche habe nur ich (1 von 3 Erben ) Post von dem Inkasso bekommen ich solle die inzwischen 970€ bezahlen. Ich habe nun den angeblichen Vollstrechungsbescheid angefordert und erhalten. Beim Amtsgericht angefragt nach der Nummer, diese sagte mir jedoch der liege im Archiv und ich müsse Freitag deswegen nochmals anrufen. Aber das AZ würde es geben. Aber mehr dazu könnte mir die Dame vom Gericht nicht sagen. Außer einer Forderungsaufstellung vom Inkasso habe ich keine weiteren Unterlagen. Ich habe das Inkasso noch geschrieben ich möchte eine Rechnung haben auf die sich die Forderung stützt. So eine Revhnung muss ja 10 Jahre aufbewahrt werden oder? Quelle ist ja Insolvent. Gibt es Möglichkeiten diese Angelegenheit ab zu wenden oder zumindest auf meinen großen Bruder ab zu wälzen, da er diese Warenlieferung als Erbe erhalten hat? (Mein Bruder wohnte mit meiner Mutter zusammen und hat den kompletten Hausstand übernommen, ohne dass mein kleiner Bruder oder ich davon etwas erhalten haben)

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 25

März 2010 ging es wohl vor Gericht.

Wenn es ein rechtskräftiges Urteil zu Lebzeiten Ihrer Mutter gibt, dann gilt dieses Urteil. Aus den Urteil sollte der Gläubiger und die Höhe der Forderung hervorgehen.

Meine Mutter ist 2011 verstorben.

Ein laufender Prozess wird mit den Erben nach
§239 ZPO fortgesetzt. Hierbei tritt eine Unterbrechnung ein. Gegenüber den Verstorben gemachte Prozesshandlung sind nach §249 ZPO größtenteils ohne Wirkung. 

Gibt es Möglichkeiten diese Angelegenheit ab zu wenden oder zumindest
auf meinen großen Bruder ab zu wälzen, da er diese Warenlieferung als
Erbe erhalten hat? (Mein Bruder wohnte mit meiner Mutter zusammen und
hat den kompletten Hausstand übernommen, ohne dass mein kleiner Bruder oder ich davon etwas erhalten haben)

Das sind zwei Paar Schuhe. Als Erbe haften sie als Gesamtschuldner. Im Innvenverhältnis haben sie Anspruch auf Ausgleich dessen was sie bezahlen mußten. Ferner haben sie Anspruch auf der Beteiligung am Nachlass, notfalls im Zuge der Teilungsversteigerung.

Kommentar von mepeisen ,

Einige Ergänzungen:

Wenn es ein rechtskräftiges Urteil zu Lebzeiten Ihrer Mutter gibt

Und genau hier genau hinschauen. Stimmt beispielsweise die Adresse? War die Mutter zum Zeitpunkt des Verfahrens unter Betreuung oder beispielsweise bei schwerer Krankheit gar nicht fähig, sich selbst vor Gericht zu vertreten? Sprich: Ist es wirklich rechtskräftig oder ist es aus formalen Gründen angreifbar?

Ein laufender Prozess wird mit den Erben nach
§239 ZPO fortgesetzt. Hierbei tritt eine Unterbrechnung ein. Gegenüber den Verstorben gemachte Prozesshandlung sind nach §249 ZPO größtenteils ohne Wirkung.

Und auch hier, wie bei der Frage zuvor: Fristen beachten. Einwendungen gegen existierende Urteile aus formalen Gründen sollte man besser über Anwälte machen, dann verliert man sich nicht im Paragraphendschungel.

Kommentar von Antwort1982 ,

Habe gestern ein paar Unterlagen, was halt soweit Vorhanden war, gefunden. Zum Zeitpunkt der angeblichenLieferung war sie ausgerechnet mal nicht im Krankenhaus. Als dann die wahrscheinlichen Mahnungen etc. kamen war sie immer wieder mal im Krankenhaus. 

Mein großer Bruder der ja mit bei ihr wohnte hat brav alle (selbst bunte Briefe) irgendwo hin versteckt und somit ihr quasi wahrscheinlich unterschlagen. Das hat er wie wir nun durch die Jahre rausfinden mussten mehrmals gemacht (Wasserrechnung,Handy, Internet) 

Antwort
von sassenach4u, 19

Du kannst auch Universum anschreiben, erklären dass es weitere Erben gibt und sie sich an diese wenden sollen, da sie kein Geld hätten.

Einen Versuch ist es wert.

Antwort
von webya, 11

Als Erbe haftest du für Verbindlichkeiten. Du kannst deinen Bruder/Brüder verklagen dir ihren Anteil zu geben.

Die Forderung (wenn sie denn echt ist) würde ich bezahlen, sonst wird diese noch höher.

Das Inkassounternehmen braucht sich nicht an deinen großen Bruder zu wenden. 

Antwort
von EXInkassoMA, 39

Fordere zunächst vom inkassoladen die abtretungserklaerung gem BGB 410 (falls sich universum als neuer forderungsinhaber ausgibt) Oder (falls lediglich der forderungseinzug abgetreten wurde )die vollmacht gem BGB 174 des Insolvenz verwalter Wurde eine detailierte forderungsaufstellung zugeschickt?

Kommentar von Antwort1982 ,

Sorry, wenn ich blöd frag. 

Für was ist die abtretungserklärung? Worauf muss ich Achten was da drauf stehen muss (oder auch nicht drauf stehen darf). 

Was meinst du mit "das lediglich der Forderungseinzug abgetreten wurde"?

Detaillierte Forderungsaufstellung weiß ich nicht genau.

Es steht:

28.10.2009 - Warenlieferung 501,30€

28.10.2009 - 5,12% aus 501,30€ .. 0,07€

28.10.2009 - Zinsen MND übergeben 19,16€

28.10.2009 - Mandantenmahnauslagen 68,65€

28.10.2009 - Inkassogebühren 81€

29.10.2009 - Kontoführungsgeb. 16,35

22.1.2010 - Gerichtskosten MB 23€

22.1.2010 RaGeb MB 54€

5.3.2010 - RaGeb VB 27€

5.5.2010 - 5,12% aus 104€ (8.3.-5.5.2010)... 0,86€

5.5.2010 - Zahlung 50€

5.7.2010 - RaGeb GVZ 23,40€

19.8.2010 - GVZ koste Co-Bank 20€

Und von da an alle halbe Jahr Zinsen aus 54€ und aus 501,30€

14.7.2014 - Adressanfrage Basic 7€

16.7.2014 - Adressanfrage plus 2€

Und dann wieder pro halben Jahr Zinsen aus 54€ und aus 501,30€

Kommentar von EXInkassoMA ,

Mit der Standartanfrage kann man nichts falsch machen :

Sehr geehrtes Inkassobüro, zwecks Überprüfung der Forderungsangelegenheit bitte ich um vorlage der abtretungsurkunde bzw vollmacht des für quelle zuständigen insolvenzverwalter. (schriftlich machen) 

Wenn ihr alle 3 das erbe angenommen habt müsste jeder 1 drittel bezahlen. Dabei spielt es meiner Meinung nach keine rolle wer die damals bestellte ware nun bekommen hat (habe aber keine fachkenntnisse zum erbrecht) 

Die Gebühren nach der titelierung erscheinen mir ok (zinsen und adressanfrage) 

Die mutter hätte 2009 durch mb Teilwiderspruch die inkassokosten und kontofuhrungsgebuhren einsparen können. Hat sie aber nicht gemacht sodas diese nicht durchsetzungsfaehigen positionen leider mittituliert wurden. 



Kommentar von mepeisen ,

Sorry, wenn ich blöd frag.

So blöd ist die Frage nicht.

Die Quelle-Insolvenz war am 9. Juni 2009 gestellt. gab es also wirklich jemals eine Warenlieferung am 28.10.2009? Würde ich hier prüfen, denn wenn niemals was ausgeliefert wurde, könnte hier grober Rechtsmissbrauch vorliegen und der Titel wäre ggf. angreifbar.

Selbst wenn es die Warenlieferung gab: Die Quelle war zu dem Zeitpunkt insolvent. Und es MUSS per Gesetz zwingend eine Unterschrift des Insolvenzverwalters geben. Er muss zwingend per Unterschrift bestätigen, dass das Inkasso den Fall deiner Mutter verfolgen durfte. Und das muss per Urkunde nachgewiesen werden.

Ausgerechnet bei Quelle kann das aber regelmäßig niemand, da damals viel Unsinn passiert ist.

Ich würde folgendes zum Inkasso schicken: "Wertes Inkasso. Zunächst einmal wollen Sie uns nachweisen, dass es wirklich eine Warenlieferung gab und aus was diese Lieferung bestand. Nach meiner Recherche war die Firma Quelle bereits mehrere Monate zuvor in Insolvenz. Da der Erbengemeinschaft auch nichts über eine Warenlieferung in dieser Höhe bekannt ist, zweifeln wir das alles an und behalten uns vor, mittels Anwalt wegen grobem Rechtsmissbrauch gegen den Titel vorzugehen. Darüber hinaus wollen Sie uns unverzüglich eine Urkunde vorlegen, in der der Insolvenzverwalter die Verfolgung der Forderung autorisiert. Wir akzeptieren keinerlei Generalvollmachten. Solange Sie uns keine Vollmacht des Insolvenzverwalter vorlegen, wird die Forderung mangels Vollmacht zurück gewiesen. Zudem wollen Sie uns einmal erklären, wer das Geld erhält, sollte es zu einer Zahlung kommen. Nach unseren Informationen ist das Insolvenzverfahren bereits seit 2012 abgeschlossen. Insofern ist es unmöglich, dass sie per 2016 Forderungen für eine nicht mehr existierende Mandantin eintreiben. Je nach Beantwortung dieser Frage stellen wir eine Beschwerde beim Aufsichtsgericht in Aussicht, da sie nach aktuellem Kenntnisstand ohne Vollmacht für eine nicht mehr existierende Mandantin unterwegs sind."

Das Schreiben ist deutlich, aber nur so hören sie auch. Ich würde keinen Millimeter davon abweichen.

Die Urkunde des Insolvenzverwalters ist derweil das Wichtigste. Denn ohne könnt ihr nie sicher sein, dass ihr jemals schuldbefreiend zahlt. Hat der Insolvenzverwalter dem nicht zugestimmt, könntet ihr zahlen und der Verwalter könnte auf die Idee kommen in einer sogenannten Nachtragsliquidation das Geld nochmals zu fordern. Dann schaut ihr dumm aus der Wäsche.

Sobald ihr weitere Infos oder eine Antwort vom Inkasso erhalten habt, könnt ihr die Frage ja nochmal stellen. Dann kann man drüber schauen und auch sagen, ob ein Gang zu einem Anwalt Sinn ergibt.

Kommentar von EXInkassoMA ,

Die Forderung ist aber seit 2010 tituliert

Kommentar von mepeisen ,

Bei grobem Rechtsmissbrauch ist auch ein Titel im Nachhinein angreifbar. Beispielsweise wenn niemals etwas geliefert wurde.

Oder wenn der Titel nicht von der Quelle i.I. stammt, sondern von der Quelle (also ohne i.I.). Denn die gab es zu dem Zeitpunkt streng genommen nicht mehr.

Bei Quelle ist damit verdammt viel schief gelaufen. Die Titel wurden mehrfach hin und her verramscht und tatsächlich lückenlos beweisen, wie wan was genau an wen verkauft wurde, kann dort mittlerweile niemand mehr. Dies kann man sich zunutze machen.

Kommentar von Antwort1982 ,

Im Titel ist der Rechtsanwalt wohl der Prozessbevollmächtigte und der Antragsteller Inkasso Universum. 

In dem schreiben vom Rechtsanwalt des Inkasso, also mieteten Schreiben stand " Forderung der UniversumOnkasso GmbH, Ursprungsgläubiger Quelle GmbH i.L., Vollstreckbarer Schuldtitel des Amtsgericht Hünfeld vom 8.3.2010 AZ... gegen (meine Mutter)

Antwort
von SquadStein, 18

Auch bei Dir geht es wohl darum, die Haftung auf den Nachlass zu beschränken (siehe hier: http://www.erbfix.de/2016/06/muss-ein-erbe-fur-die-schulden-des.html )

Die Frage ist nun, ob der Nachlass schon geteilt ist und ob er dürftig ist.

Kommentar von Antwort1982 ,

Den Hausstand und sonstige Dinge meiner Mutter hat alles mein großer Bruder eingeheimst. Wie gesagt besteht mit ihm kein Kontakt und auch damals schon sehr wenig. (Verwöhnter Erstgeborener) 

Sonstige Geldsachen hat mein Zwillingsbruder (was halt bekannt war) bekommen. Daraus wurde Beerdigung und Grabstein etc. bezahlt, Mit ihm habe ich noch Kontakt. 

Kommentar von SquadStein ,

Wenn das alles mit Einverständnis aller Erben erfolgt ist, klingt es trotzdem nach eine Erbteilung. Nicht gut! Du solltest Deinen Brüdern klar machen, dass sie die Forderung aus dem Nachlass bezahlen sollen.

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