Frage von Lolopopbaby, 130

Ungerechtigkeit trifft auf mich zu?

Heute wollte ich mein Praktikum in der Grundschule starten aber es hat schon direkt einen Problem mitgebracht. Ich trage nämlich ein kopftuch und wurde direkt von der Direktorin in ein Zimmer mitgenommen und dort hat sie mich gezwungen es abzunehmen. Das kann sie schließlich nicht machen. Es ist total Schwachsinn. Ich musste die schule verlassen und nun habe ich mein Praktikum abgebrochen. In den nächsten Tagen bekomme ich eine neue Stelle aber diesmal mit Toleranz gegenüber einer Religion. Was meint ihr dazu? LG :)

Antwort
von Krautner, 75

Naja da kann das schon problematisch sein, vor allem im Bildungswesen, schließlich muss man versuchen die Kinder so neutral wie nur möglich zu bilden, ohne Einwirkungen in ihre Religion oder ihr politisches denken etc. 

Man hat ja glaub auch in Bayern in Schulen die Kreuze verboten - wo Bayern ja schon ein stark katholisches Bundesland ist (studiere dort und wir hatten am Konfirmationstag keine Vorlesungen und alle die nicht aus Bayern waren dachte sich nur "hä? was das?") - finde man muss sich damit eben arrangieren. 

Hab auch nur ein Mädchen in meinen 13 Jahren Schulzeit gesehen die mal ein Kopftuch getragen hat, die anderen haben das einfach weggelassen, denke den meisten war das entweder vollkommen egal, bzw. arrangieren sich eben damit, oder wollten sich halt schön machen und rausputzen für die Jungs. Wird später wahrscheinlich öfters zu solchen Problemen kommen wenn man als Lehrer arbeiten möchte, hat weniger was mit Intoleranz als eben mit der Bedeutung der Bildungsfunktion eines Lehrers zu tun. 

Antwort
von Kuhlmann26, 25

Wir haben ein sehr widersprüchliches Verhältnis in Bezug auf die Religionsfreiheit auf der einen Seite und die etwas merkwürdig daherkommende Forderung nach Integration auf der anderen.

Beides gilt eben nicht uneingeschränkt. Immer dann, wenn es der deutschen Gesellschaft in den Kram passt, wird von Religionsfreiheit gefaselt und wenn sich jemand, der anderen Glaubens ist, integriert, in dem er einer beruflichen Tätigkeit nachgehen will, knüpft man dies an inakzeptable Bedingungen.

Ich kenne mich zu wenig mit dem Islam aus, habe aber gehört, dass das Tragen des Kopftuchs keine Frage des Glaubens ist, sondern eine persönliches Entscheidung; die natürlich zu respektieren ist.

Für mich ist es ein Armutszeugnis für unser Land, dass es keine unterschiedlichen Religionen an den Schulen aushält. Anstatt alle Symbole und Äußerlichkeiten zu verbieten, sollte man sie alle zulassen. Wenn es tatsächlich das Ziel ist, Parallelgesellschaften zu verhindern, ist es kontraproduktiv, ihre Symbole aus den öffentlichen Einrichtungen zu verbannen.

Gruß Matti

Antwort
von Hornet260, 44

Hi, also wenn ich in einem anderen Land bin, so habe ich mich immer nach den Regeln dieses Gastgeberlandes gerichtet, so gebietet es die Höflichkeit. Auch wenn ich zum Essen eingeladen bin, so richte ich mich nach meinem Gast, sollte er z.B. wünschen dass ich mir die Schuhe an der Türe ausziehe. Das ist schlicht weg das Gesetzt der Höflichkeit. Sorry, aber so sehe ich das auch mit dem Kopftuch. Ich will den Grund der Schule/Direktor gar nicht genauer hinterfragen, es ist einfach nicht erwünscht, und dem Wunsch sollte man entsprechen. Mein Chef will auch dies und jenes nicht, entweder spiele ich mit oder ich muss gehen. LG

Antwort
von M1603, 102

Was meint ihr dazu?

Absolut in Ordnung. Eine Lehrkraft hat neutral zu sein.

Antwort
von TreudoofeTomate, 98

Dass die Direktorin richtig gehandelt hat.

Antwort
von Owntown, 86

Die Direktorin hat richtig gehandelt. Du kannst deinen Glauben auch ohne Kopftuch nachgehen.

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