Frage von Line12345, 42

Ungeklärte Schmerzen, was kann es sein?

Hallo ihr Lieben, ich bin 22 Jahre alt und habe seit einigen Jahren Schmerzen, hauptsächlich in den Beinen. Als ich ca. 14 Jahre alt war, fingen die Schmerzen an und man schob es auf das Wachstum. Als ich jedoch älter wurde und irgendwann nicht mehr gewachsen bin, traten die Schmerzen trotzdem weiterhin auf. Zuerst kamen die Schmerzen 1-2 mal im Monat, dann häufiger. Irgendwann traten die Schmerzen wöchentlich und dann teilweise täglich auf. Die Schmerzen werden gegen Abend ganz schlimm und waren anfangs am nächsten Tag verschwunden. Mittlerweile treten die Schmerzen zu jeder Tageszeit auf (gegen Abend und Nacht aber weiterhin am schlimmsten) und am nächsten Tag fühle ich mich dann schlapp, müde, gerädert und ganz kraftlos so als wenn ich Nachts einen Marathon gelaufen wäre. Mittlerweile sind sie auch nicht immer am nächsten Tag verschwunden. Die Schmerzen treten immer unterschiedlich auf. Manchmal in beiden Beinen, manchmal in einem Bein und mittlerweile sind auch die Arme und Hände betroffen. Manchmal tut mir dann einfach eine ganze Seite weh (linkes Bein + Arm) oder einfach wieder beide Beine oder oder oder. Einfach ganz unterschiedlich. Es sind strahlende Schmerzen, die teilweise so schlimm sind, dass ich nicht mehr aufstehen kann vor lauter Schmerzen. Ich habe schon vieles beim Arzt testen lassen, doch bisher ist nichts dabei rausgekommen. Neurologisch wurde schon sehr viel abgeklärt doch alles ergebnislos. Ich habe jetzt kommende Woche einen erneuten Termin bei einem Rheumatologen. Ich war schon einmal beim Rheumatologen, doch dort wurde nichts festgestellt. Meine Hausärztin meint aber, dass dies nochmals sehr sinnvoll wäre, da meine Mutter unter chronischer Polyarthritis leidet. Zur Zeit habe ich wieder eine schlimme Phase in denen die Schmerzen sehr häufig auftreten 3-5x die Woche und ich bin einfach nur noch ratlos. Ich bin natürlich mittlerweile auch psychisch etwas angeschlagen, da es einen schon sehr belastet, wenn einfach nichts gefunden wird. Vielleicht hat ja Jemand ähnliche Symptome und schon eine Diagnose die ich bei meinem Ärztemarathon nochmal mit in Betracht ziehen sollte. Was ich noch dazu sagen kann, meine Schwester hat diese Schmerzen oder ähnliche seit nun ca. 1 Jahr ebenfalls. Auch bei ihr, ist bisher alles ergebnislos. Falls ich etwas vergessen habe, stellt mir gerne Fragen! Ich bin offen für jeden Ratschlag. Liebe Grüße

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 22

In diesem Fall kann ich Dir nur dringend dazu raten, dass Du Dich an einen Schmerztherapeuten wendest. Am besten wäre, wenn Du Dich direkt an eine Schmerzambulanz einer Schmerzklinik wenden würdest, allerdings kommt man da nur schwer ran, weil man zunächst einen niedergelassenen Schmerztherapeuten aufsuchen muss.

Der Weg zum Rheumatologen ist mit Sicherheit schon mal richtig. Deine Symptome könnten in Richtung "Fibromyalgie" gehen, wobei das jetzt nur eine Vermutung ist, aber auf keinen Fall eine sichere Diagnose. Auf jeden Fall passt dazu, dass die Beschwerden mal in den Armen und mal in den Beinen sind und auch nicht immer vorhanden sind.

Wie gesagt ... ich würde Dir sehr empfehlen, dass Du Dich an einen Schmerztherapeuten wendest und Dich nach Möglichkeit sogar stationär in einem Schmerzzentrum einweisen lässt, denn so kann man dann wirklich alle Untersuchungen in die Wege leiten, um der Ursache Deiner Schmerzen auf den Grund zu gehen.

Ich bin seit 17 Jahren chronisch schmerzkrank und zwei Jahre lang wurde ich von den Ärzten immer wieder als Simulantin hingestellt, weil man sich meine Beschwerden nicht erklären konnte. Irgendwann hatte dann zum Glück ein Orthopäde die rettende Idee und ich wurde stationär in eine Schmerzklinik eingewiesen, wo man mich über 3 Monate lang auf den Kopf gestellt und mit Medikamenten eingestellt hat. Es war eine harte Zeit, aber zumindest war diese Ungewissheit endlich weg.

Besprich doch mal mit Deinem Hausarzt, wo in Deiner Nähe gute Schmerztherapeuten sind oder ob Du direkt in die Schmerzambulanz einer Klinik gehen solltest.

Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg und vor allem, dass man schnell den Grund Deiner Beschwerden findet.

Kommentar von Sternenmami ,

Ach ja ... und Du solltest auf jeden Fall eine Psychotherapie machen. Nicht, weil ich denke, dass Deine Schmerzen psychisch bedingt sind, sondern weil ständige Schmerzen das Nervenkostüm extrem belasten und es einfach gut ist, wenn man dann jemanden außerhalb der Familie hat, mit dem man reden kann.

Ich habe mich anfangs auch extrem gegen eine Psychotherapie gesträubt, weil ich mir dachte "ich bin doch nicht verrückt!", aber letztendlich war es die beste Entscheidung meines Lebens, diese Psychotherapie doch zu machen.

Hier solltest Du Dich auch wirklich zeitnah bemühen, denn gute Psychotherapeuten haben eine irre lange Wartezeit und so kann es schon mal bis zu einem Jahr dauern, bis man mit der Therapie beginnen kann.

Achte darauf, dass Du auch wirklich einen Psychotherapeuten findest, dem Du wirklich uneingeschränkt alles anvertrauen kannst. Wenn Du auch nur ein klein wenig das Gefühl hast, diesem Menschen nicht alles anvertrauen zu können, ist es nicht der richtige Therapeut für Dich. Die Krankenkasse zahlt bis zu 5 oder 6 Kennenlerngespräche pro Psychotherapeuten. Erst danach muss ein Therapieantrag gestellt werden, aber darum kümmert sich dann der Therapeut. Damit hast Du nichts zu tun.

Ich empfehle Dir einen Psychotherapeuten und nicht einen Psychologen. Der Psychotherapeut hat meiner Meinung nach eine bessere Ausbildung genossen.

Antwort
von Lirin, 7

Hallo!

Ich denke, eine zweite Meinung von einem Rheumatologen wäre sehr wichtig! Manchmal muss man mehrere Ärzte versuchen, bis endlich eine Diagnose steht.

Rheuma ist ja nur ein Überbegriff für eine Vielzahl an verschiedenen Erkrankungen. Um eine gesicherte Diagnose zu stellen braucht der Arzt geduld und viel Erfahrung!

Du schreibst, dass dir manchmal eine ganze Seite weh tut und nicht unbedingt nur die Gelenke. Das wäre eigentlich untypisch für eine chronische Polyarthritis!

Spontan fällt mir zu deinen "Ganzkörperschmerzen" die Fibromyalgie ein. Hier ein Link dazu:

https://www.rheuma-online.de/krankheitsbilder/fibromyalgie/

Sie ist schwer zu diagnostizieren, weil sich im Blut nichts nachweisen lässt und wird von manchen Ärzten als Hypochondrie abgetan.

Auf der Seite Rheuma-online.de (Link) gibt es auch eine Liste empfehlenswerter Rheumatologen, von Betroffenen selbst erstellt. Ich muss den Link aber im nächsten Posting unterbringen...

Kommentar von Lirin ,

....so hier der Link:

https://www.rheuma-online.de/aerzteliste/

Wenn wieder keine Diagnose steht, findest du vielleicht dort einen guten Rheumatologen in deiner Nähe!

Die Seite ist, nach meiner Meinung, die beste im Netz für rheumatische Erkrankungen und hat ein gut besuchtes Forum.

Ich wünsche dir baldige Besserung und noch viele, schmerzfreie Tage!

Gruß Lirin

Expertenantwort
von bodyguardOO7, Community-Experte für Arzt, Krankheit, Medizin, ..., 9

Hinter unerklärlichen Schmerzen kann auch ein Vitamin B12-Mangel stecken, da das Vitamin für den Aufbau von Myelin zuständig ist - aus Myelin besteht die äußere Isolierschicht der Nerven. Vitamin B12-Mangel kann z.B. durch vegetarische/vegane Ernährung begünstigt und den Intrinsic-Faktor beeinflusst werden.

Antwort
von Jekanadar, 12

Habe so etwas ähnliches seit meiner Kindheit. War auch bei mehreren Ärzten und keiner konnte mir sagen, was es ist. Mittlerweile nehme ich bei bedarf Schmerzmittel und führe ein Schmerztagebuch.
Es hat sich herausgestellt, dass ich extrem auf Veränderungen in der Luftfeuchtigkeit reagiere. Sprich "Wetterfühligkeit".

Was machst du um die Schmerzen zu lindern? Wärme oder Kälte? Wenn Kälte hilft, spricht vieles für eine Entzündung im Körper, was wieder  ein Indiz für Rheuma sein kann.

Sehr viel dagegen machen kann man nicht. Ich habe gelernt mit den Schmerzen zu leben. Oft sind diese schlimmer, wenn ich Stress habe; also mache ich viel Yoga oder ähnliches. Es kommt auf meine Tagesform an.

Schreib mich an, wenn du noch mehr Tipps oder ratschläge brauchst. Es tut gut zu wissen, dass man mit dieser Sch***e nicht alleine ist.

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