Frage von hmmkay123, 59

Ungefragt Urlaub abgezogen?

Hallo,

ich arbeite in einem Midijob mit maximal 100 Stunden im Monat und muss mindestens auf 451 Euro im Monat kommen (alles bei Mindestlohn von 8,5 Euro/h). Da diesen Monat die Auftragslage nicht ausreicht, hat mir mein Arbeitgeber, ohne mich zu informieren, zwei Urlaubstage eingetragen um die mindestens 451 Euro zu bekommen. Ist das rechtens?

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeitsrecht, 24

Natürlich kann der Arbeitgeber die evtl. anfallenden Minustunden nicht mit dem Urlaub verrechnen, damit du auf die vereinbarten 451 € kommst.Der Urlaub soll der Erholung dienen und nicht als Lückenbüßer herhalten.

Beachte: Nach dem § 8 des Bundesurlaubsgesetzes darf der Arbeitnehmer wärend des Urlaubs keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten.

Aber wie kommst du auf max. 100 Stunden.Bei 451 € im Monat und dem Mindestlohn sind es nach meiner Rechnung etwas über 53 Stunden im Monat.

Interessant wäre in diesem Zusammenhang, den genauen Wortlaut deines Arbeitsvertrages zu kennen.

Kommentar von hmmkay123 ,

Mein maximales Arbeitspensum beträgt 100 Stunden im Monat, aber mindestens 451 Euro -> sonst wäre es keine Midi- oder Gleitzonenbeschäftigung. Mich stört ja in erster Linie das ungefragte einbeziehen meines Urlaubs. Ohne den Vermerk im Dienstplan wäre es mir nicht aufgefallen.

Kommentar von hmmkay123 ,

Noch als Ergänzung der genaue Wortlaut aus dem Absatz zur Vergütung:

..."(2) Die Gesamtvergütung des Arbeitnehmers beträgt pro Monat mindestens 451,00 €"...

Da ich zu jeder Zeit Bereitschaft signalisiert habe kann mir dafür also kein Urlaub angerechnet werden?!

Kommentar von lenzing42 ,

."(2) Die Gesamtvergütung des Arbeitnehmers beträgt pro Monat mindestens 451,00 €"...

Das ist der entscheidende Satz,wende dich an den evtl.vorhandenen Betriebsrat oder einen Anwalt für Arbeitsrecht.

Antwort
von Skibomor, 41

Ich denke schon, dass das rechtens ist. Zumindest denkt Dein Arbeitgeber mit. Denn wenn Du unter die 451 Euro kommen würdest, würdest Du aus der Sozialversicherung rausfallen, was Du sicherlich nicht möchtest.

Kommentar von hmmkay123 ,

Danke für die schnelle Antwort. Ich dachte es sei dann die Pflicht des Arbeitgeber mich mindestens so weit zu vergüten. Immerhin gäbe es Möglichkeiten bis Ende des Monats, aber da werden andere Mitarbeiter vorgezogen.

Kommentar von Skibomor ,

Schade, dass er andere Mitarbeiter bei den Stunden vorzieht, aber das darf er. Vergüten muss er aber nur die tatsächlich geleisteten Stunden, zumal explizit "maximal 100 Stunden" vereinbart sind.

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