Frage von MrPresident99, 103

Unfallschaden verursacht, unberechtigte Strafe?

Hallo zusammen, ich bitte um euren fachmännischen Rat. Doch erstmal eine kleine Vorgeschichte:

vor 6 Monaten hatte ich einen Unfall. Ich bin mit mein Auto gegen einen Baum gefahren, nix ist passiert, Polizei gerufen, abschleppen lassen....

Das Auto war zwar schon älter, trotzdem sind hier ein paar tausend Euro kaputt gegangen. Nadja selbst schuld, Doch bald darauf kann ein Bußgeld der Polizei 35€ (Keine Ahnung für was). Egal, ich habe es einfach bezahlt und damit war für mich alles abschlossen.

Doch heute hat mich der Schlag getroffen, die Gemeinde stellt mir für das fällen und entsorgen des ,,stark beschädigten" Baum eine Rechnung von über 220€ aus!! 2 Facharbeiter a 2 Stunden!

Das finde ich sowas von unfair und über zogen:

  1. der Baum war nicht wirklich beschädigt und es keinen Grund gab ihn zu fällen, nur leichte Abschabungen der Rinde.
  2. die Arbeitszeit und der Stundenpreis ist lächerlich....
  3. ich führe Hobbymäßig eine kleinen Brennholz Betrieb und hätte das selbst machen können!
  4. Die Stadt hat sich noch nie um dieses Gestrüpp gekümmert, wenn dann hat der anliegende Fußballverein alle paar Jahre die Pflanzen gestutzt, damit der Parkplatz nicht zu wächst.

Ich fühle mich echt veräppelt und abgezockt! Warum zahl ich erst 35€ und dann nochmals 220€? Was kann ich tun habt ihr Tipps?

Mfg schlechterAutofahrer

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Antwort
von peterobm, 101

du hast einen Unfall herbeigeführt, das sind die 35 Ocken. Der Baum war wohl doch schwerer geschädigt als Gedacht. Du vergisst Fahrzeug Material Entsorgung, das kann auch eine Sache für die Haftpflicht sein; da wirst aber hochgestuft. Du hast einen Schaden verursacht also must auch dafür gerade stehen.

Kommentar von MrPresident99 ,

aber der Baum war nicht beschädigt! Wer entscheidet ob er stehen bleiben darf oder nicht? In welchem Fall  muss gefällt werden. Ich hatte beim Crash keine 40km/h auf dem Tacho!

Der Baum hatte locker 50cm Durchmesser, so was merkt er nicht mal....

 

Antwort
von TransalpTom, 96

Ich würde das mal ganz schnell bezahlen. Billiger kommst Du nicht weg, die Kosten Aufstellung der Stadt ist mehr als kulant gerechnet.

Ich kläre Dich mal gerne über Dein Vergehen auf:

1) Du führtest ein Kraftfahrzeug ohne die nötige Sorgfalt und hast gegen §1 der StVO verstoßen.

§ 1 StVO
Grundregeln

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

In dem Fall hast du das Eigentum der Stadt beschädigt, dafür hat die Polizei dich mit 35 EUR verwarnt.

Die Stadt hat selbstverständlich einen Schadenersatzanspruch gegen Dich.

Wenn jemand in Dein Auto fahren würde oder er fährt Deinen Baum um, willst du ja auch Deinen Schaden ersetzt haben, so hat auch die Stadt das selbe Recht auf Schadenersatz.

Hier verhält sich Deine Stadtverwaltung äußerst kulant. 220 EUR für 2 Arbeiter und 2h sind gerade mal ein stundenlohn von 55 EUR pro Stunde und da ist die Entworgung gar nicht berechnet worden.

Für 55 EUR bekommst Du noch keinen Handwerker für zu Hause.

Die Stadt hat weder an- noch Abfahrt berechnet, sie hat Dir keine Transport oder Entsorgungskosten in Rechnung gestellt.

Die Stadt hätte auch Anspruch auf die Erstattung des Baumes, geh mal einen jungen Baum kaufen, dann legst du die Ohren an, was da kostet.

Die Stadt hätte Dir incl eines neuen Baumes auch eine Rechnung von über 1.000 EUR schicken können, auch das wäre noch gerechtfertigt.

Also sei mit dieser Kulanzforderung von 220 EUR mal zu frieden und bezahl das schön.

Was man anderen kaputt macht, muß man auch ersetzen.

Kommentar von MrPresident99 ,

Mich ärgert es einfach unglaublich, aber ich zahl einfach sonst dreh ich mich noch durch....

Nie wieder, aber wirklich nie wieder, werde ich die Polizei rufen 

Kommentar von TransalpTom ,

Nie wieder, aber wirklich nie wieder, werde ich die Polizei rufen

Solltest Du in eigenem Interesse besser tun.

ein Blick in unser StGB (Strafgesetzbuch) verrät:


§ 142
Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort


(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich

1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder2. berechtigt oder entschuldigt

vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.

(3) Der Verpflichtung, die Feststellungen nachträglich zu ermöglichen, genügt der Unfallbeteiligte, wenn er den Berechtigten (Absatz 1 Nr. 1) oder einer nahe gelegenen Polizeidienststelle mitteilt, daß er an dem Unfall beteiligt gewesen ist, und wenn er seine Anschrift, seinen Aufenthalt sowie das Kennzeichen und den Standort seines Fahrzeugs angibt und dieses zu unverzüglichen Feststellungen für eine ihm zumutbare Zeit zur Verfügung hält. Dies gilt nicht, wenn er durch sein Verhalten die Feststellungen absichtlich vereitelt.

(4) Das Gericht mildert in den Fällen der Absätze 1 und 2 die Strafe (§ 49 Abs. 1) oder kann von Strafe nach diesen Vorschriften absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von vierundzwanzig Stunden nach einem Unfall außerhalb des fließenden Verkehrs, der ausschließlich nicht bedeutenden Sachschaden zur Folge hat, freiwillig die Feststellungen nachträglich ermöglicht (Absatz 3).

(5) Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann.


*************************************************************************

I.d.R.  ist die Folge bei Ersttätern eine Geldstrafe in Höhe von 90 Tagessätzen (3 Monatsgehälter) und der Entzug der Fahrerlaubnis für 1 Jahr. Dazu kommen die Kosten des Verfahrens.

Im Wiederholungsfall ist tatsächlich die Freiheitsstrafe möglich.

Da jeder, der ein Kraftfahrzeug zugelassen hat dieses auf haftpflichtversichert hat sind die kosten selbst bei Hochstufung nur ein Bruchteil davon, was Dich bei dem Strafverfahren erwartet.

Dein Verstoß gegen §1 StVO den die Polizei mit 35 Verwarngeld geahndet hat ist "nur" eine Ordnungswidrigkeit, bei einem Verstoß gegen §142 StGB reden wir über eine Straftat.

Bei einer Straftat ermittelt die Staatsanwaltschaft und es komt i.d.R. auch zu einem Gerichtsverfahren. Sollte das Urteil mehr als 90 Tagessätzen ausfallen, wärst Du rechtlich sogar vorbestraft, erhälst dann sogar einen Eintrag ins "polizeiliche Führungszeugnis" was Dir auch berufliche Wege verbauen kann. Aber selbst der Entzug der Fahrerlaubnis, wen auch nur für eine bestimmte Zeit schränkt Dich beruflich sehr ein, das kann auch mit Gehalltseibuße oder Arbeitsplatzverlust einhergehen.

Die Regulierung des Unfallschadens und die Ahndung der Ordnunsgwidrigkeit ist in JEDEM FALL der günstigere Weg, zudem auch der moralisch einzig richtige.


Antwort
von kim294, 103

Was du tun kannst? Die Rechnung über den entstandenen Schaden selbst zahlen oder deiner KFZ-Haftpflichtversicherung melden. Da könnte es aber Probleme geben, da du den Schaden nicht rechtzeitig gemeldet hast.

Außerdem wird es sich bei der relativ geringen Summe ohnehin nicht lohnen, da du vermutlich durch die dann kommende Rückstufung in den nächsten Jahren mehr zahlen müsstest.

Das Bußgeld hat damit nichts zu tun.

Antwort
von Interesierter, 89

Das Bußgeld war die Strafe für deinen Verkehrsverstoß. 

Die Rechnung, die du jetzt bekommen hast, ist die Schadensersatzforderung, die sich aus deiner Beschädigung des Baumes ergibt. Diese beiden Dinge haben rechtlich nichts mit einander zu tun.

Letztlich bist du gut beraten, die Rechnung zu bezahlen, denn sie ist zweifellos berechtigt. Mit 220 € bist du da noch richtig billig dabei. 

Du kannst den Schaden auch deiner Haftpflicht-Versicherung melden, die ihn dann übernimmt. Allerdings musst du dann mit einer Rückstufung beim SFR rechnen. 

Kommentar von MrPresident99 ,

kann man die Schadensersatz Forderung anfechten? Und was war der Verkehrsverstoß? Ich war nicht zu schnell werde zu schnell noch hab ich mir sonst was zu schulden lassen kommen! Ich hab einfach nicht aufgepasst....   

Kommentar von RobertLiebling ,

Und was war der Verkehrsverstoß?

Uns liegt das Schreiben nicht vor. Da muss eine Tatbestandsnummer aus dem Bußgeldkatalog genannt sein.

Kommentar von kim294 ,

Ich hab einfach nicht aufgepasst....

Und genau das war der Verkehrsverstoß. Im Straßenvekehr  ist aufpassen ziemlich wichtig.

Kommentar von Interesierter ,

Du hast nicht aufgepasst und bist von der Fahrbahn abgekommen. Dafür wurden dir die 35 € aufgedrückt, die du auch bezahlt hast. Damit ist diese Sache erledigt. 

Gegen die Forderung kannst du natürlich vorgehen. Dazu musst du der Forderung nur schriftlich widersprechen. Dann musst du eben mit einem gerichtlichen Mahnbescheid und noch deutlich höheren Kosten rechnen. Dem Grunde nach ist die Forderung in jedem Fall berechtigt, denn an deiner Schuld besteht kein Zweifel. Allenfalls die Höhe des Schadens könntest du anzweifeln.

Einen Baum mit 50 cm Durchmesser fällen, kleinsägen, abfahren und entsorgen für 220 €. Wie gesagt, das ist nicht viel. Kommt dann noch die Pflanzung eines neuen Baumes hinzu, bist du mit diesem Betrag noch ganz am unteren Ende der möglichen Spanne. 

Kommentar von MrPresident99 ,

in diesem Gestrüpp am Straßenrand pflanz niemand was neu, alles dort ist wild wuchs, wenn ich noch heute Nacht alle Pflanzen aus diesem Grünstreifen rausreißen würde, bekämm  ich dafür ein Dankschreiben, wenn das überhaupt jemand auffällt! 

Ob 220€ mehr oder weniger ist im Gegenansatz zum Schaden am meinem Auto jetzt auch egal.

Aber mich ärgert diese völlig unnötige Aktion den Baum umzusägen und mir in Rechnung zu stellen, dass ist einfach nur Dreist! Genau so das Bußgeld der Polizei, hat mich auch tierisch aufgeregt.

Die Polizei dein Freund und Helfer.... 
Ja genau, Beamten müssen immer noch Nachtreten   

Kommentar von wurzlsepp668 ,

jetzt komm mal langsam wieder runter!!!

DU hast einen Verkehrsunfall verursacht, bei dem ein Baum beschädigt wurde.

hierfür hat die Polizei ein Bussgeld verhängt, was vollkommen in Ordnung ist.

und der Baum kann (nicht nur durch Deinen Unfall ...) stark beschädigt gewesen sein, deshalb wurde er umgesägt.

aber schon klar, alle sind böse, weil DU gegen einen Baum gefahren bist

Antwort
von ichausstuggi, 70

Hallo MrPresident99,

die Strafen sind nicht unberechtigt!

Die erste Strafe (35 €) wurde von der Polizei verhängt, weil du gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen und durch dein Fahrverhalten einen Unfall mit Sachschaden verursacht hast.

Die zweite Strafe ist ja nicht nur der Stundenlohn für die beiden Arbeiter, dazu gehört auch die An- und Abfahrt, das Entsorgen des alten Holzes/Baums und evtl, die Neupflanzung. Und vielleicht auch noch eine Bearbeitungsgebühr der kommunalen Verwaltung.

Und der Baum hat sicher einen ernsten Schaden erlitten, denn ohne Rinde kann ein Baum auch nicht überleben (was wäre, wenn man dir die Haut an mehreren Stellen abziehen würde?)!

Musst halt bezahlen und das nächste Mal dann mit angemessener Geschwindigkeit fahren!

Liebe Grüße

ichausstuggi

Antwort
von RobertLiebling, 57

35 € waren ein Verwarngeld oder Bußgeld wegen der Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr.

Die 220 € sind keine Strafe, sondern ein (zivilrechtlicher) Schadenersatz.

Die Rinde ist mit der empfindlichste Teil des Baumes, sodass die Sache schon plausibel scheint.

Antwort
von Dailytwo, 63

Geh zu deiner Versicherung und lass dich Beraten, das nennt man "Flurschaden".

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