Frage von Wissensmaus19, 89

Unfall nach dem Ausparken ?

Hallo ich brauche mal einen Rat. Meine Oma (über 70 Jahre) hat auf einem Parkplatz beim rückwärts ausparken ein Auto an der Stoßstange gestriffen. Es war nur leicht und sie war sich im ersten Schockmoment nicht bewusst das es ein Unfall war, deshalb ist sie nach Hause gefahren. Erst dort hat sie eine kleine Schramme an ihrem Auto entdeckt. Sie wollte zur Polizei hatte aber weder Kennzeichen noch irgendwelche anderen Infos zu dem Auto bzw dem Halter. Der Halter hat sich gemeldet und meine Oma bzw die Versicherung muss bezahlen was okay ist. Aber die Frage ist jetzt was kommt auf sie zu wegen der Flucht vom Unfallort? Sie hat sich später dann gemeldet und möchte jetzt wissen was passieren kann. Könnt ihr mir helfen? Danke schon einmal, wenn noch Fragen sind fragt ruhig

Antwort
von uni1234, 23

Eine Unfallflucht dürfte hier nicht vorliegen. Unfallflucht ist nämlich ein Vorsatzdelikt. Wenn man - vereinfacht gesprochen - nicht weiß, dass man einen Unfall hatte, dann kann man sich nicht wegen Unfallflucht strafbar machen. Wenn man Anzeichen für einen Unfall erst im Nachhinein entdeckt, dann muss man sich auch nicht mehr bei der Polizei melden.

Das könnte man in diesem Fall gut als Verteidigung benutzen, auch wenn es natürlich widersprüchlich ist, dass Deine Oma einerseits geschockt war und andererseits nichts gemerkt haben will. Einer Rentnerin wird man den fehlenden Vorsatz im Ergebnis aber wohl abnehmen.

Dies dürfte allerdings zu dem Folgeproblem führen, dass die Tauglichkeit ein Fahrzeug zu führen überprüft und im Zweifel der Führerschein entzogen wird. Daher dürfte strafrechtlich nichts zu befürchten sein. Praktisch wird der Unfall allerdings Auswirkungen haben.

Kommentar von TommyHH88 ,

Wenn ein Rentner einen Rettungswagen mit Herzinfarkt-Patienten zuparken und den Fahrer des Rettungswagens noch beschimpfen darf und dafür mit nur 500 bestraft wird, dann wird ihre Oma definitiv nicht den Führerschein verlieren geschweige den eine MPU machen müssen für so einen Bagatelschaden.
Urteil ist vor wenigen Wochen in Hamburg gefallen...

Kommentar von uni1234 ,

Sorry, aber wer so argumentiert hat schon verloren. Man kann keine zwei Fälle miteinander vergleichen. Insbesondere dann nicht, wenn sie in keinster Weise etwas miteinander zu tun haben.

Wenn die Oma nicht mitbekommt, dass sie gegen ein anderes Auto fährt, spricht viel dafür, dass ihre Sinne derart eingeschränkt sind, dass sie gem. § 2 Abs. 4 StVG nicht mehr tauglich zum Führen eines Kfz ist.

Dies kann dazu führen, dass eine MPU gem. §§ 46 Abs. 4, 11 FeV angeordnet oder sogar gem. § 46 Abs. 1 FeV die Fahrerlaubnis entzogen wird.

Kommentar von TommyHH88 ,

Ich kenn so viele Fälle wo die Menschen es nicht mit bekommen haben, und egal welche Altersklasse, das sie gegen ein Auto gefahren sind. Zumal hier in dem Fall ein minimaler Schaden entstanden ist, somit ist es auch für einen Mitte 20 Jährigen möglich so etwas nicht mitzubekommen.
Und meine andere Aussage ist kein Gegenargument, sondern einfach die Realität. Das deutsche Gesetz sehr viel vor und regelt viel. Und viel wird deutlich geringer genutzt als möglich. Für die einen gut, für die anderen Doof

Antwort
von Rosswurscht, 40
Antwort
von TommyHH88, 36

Moin,
In erster Linie ist es gesetzlich gesehen Fahrerflucht und wird auch geahndet.
ABER: Strafanzeige kann von der Polizei und/oder dem Geschädigten Unfallopfer kommen. Da sich deine Oma aber im nach hinein gemeldet hat und (ich gehe davon mal aus) glaubhaft erzählt hat, dass sie es im nach hinein erst festgestellt hat, wird in der Regel solche Anzeigen seitens der Polizei wieder fallen gelassen. Unfallgegener kann muss aber nicht.
Am einfachsten ist es, wenn man sie bei dem zuständigen Revier nachfragt :-)

Kommentar von Wissensmaus19 ,

Ja sie hat es glaubhaft erzählt. Die Polizei meinte nur das sie abwarten soll was der Staatsanwalt sagt. 

Kommentar von TommyHH88 ,

Ja wie gesagt, die Staatsanwalt wird höchstwahrscheinlich erst mal eine Strafanzeige stellen. Aber sowas wird in der Regel fallen gelassen, weil die Fahrerflucht meistens nur dann weiter geahndet wird, wenn der Fahrer/in bewusst Fahrerflucht begeht.

Kommentar von Magalie297 ,

In dem Alter wird auch gerne mal eingestellt mit der Auflage, den Führerschein abzugeben.

Kommentar von TommyHH88 ,

Nur wenn schon gewisse Strafen verhängt wurden. Das geht erst mal durch einige Instanzen und selbst da könnte die Oma jederzeit rechtlich gegen vor gehen

Kommentar von Magalie297 ,

Durch welche Instanzen denn? ;)

Es kann passieren. Ich habs schon miterlebt. Klar, kann es eingestellt, oder ein Strafbefehl erlassen werden. Aber es kann eben auch zur Verhandlung kommen und dann statt einer Verurteilung die Einstellung gegen Auflage angeregt werden.

Und ich bezweifle, dass eine Verurteilung in einem Rahmen erfolgen würde, die über die Berufungsgrenze käme.

Kommentar von TommyHH88 ,

Die verschiedenen Instanzen sind dann die verschiedenen Gerichte. Sobald Berufung eingelegt wird, muss sich ja das nächst höhere Gericht darum kümmern.
Halt auch eine Frage des Geldes, und wenn am Ende es schlecht ausgeht, trägt man (in dem Fall die Oma) die Kosten.
Aber wie schon ganz zu Anfang gesagt, der Normalfall geht so aus, dass es Fallen gelassen wird. Man muss ja nicht immer gleich das Schlimmste vermuten :-)

Kommentar von Magalie297 ,

Naja, aber da die Sache in aller Wahrscheinlichkeit nicht zur Berufung zugelassen würde, gäbe es keinen Instanzenzug - das ist ja mein Punkt! ;)

Käme es zur Verhandlung und würde nicht gegen Auflagen eingestellt werden (alles rein hypothetisch, ich möchte nicht den Teufel an die Wand malen), dann käme eine Geldstrafe dabei raus - und die wird wohl kaum 600€ überschreiten, da kommen dann vielleicht 10-15 Tagessätze raus.

Ich betone noch mal: alles unwahrscheinlich, aber möglich!

Kommentar von TommyHH88 ,

Ja damit wirst du höchstwahrscheinlich recht haben :-)
Ich glaube nur nicht, dass es überhaupt soweit kommt :-)

Kommentar von Magalie297 ,

Das denke ich auch nicht! ;) Ist nur ein beliebtes Mittel, ältere Herrschaften zum Abgeben des Führerscheins zu bewegen.

Kommentar von TommyHH88 ,

Ja, mal vernünftig mal unvernünftig. Ist auch immer Richter abhängig :-)

Antwort
von Lukas1643, 31

Das ist Fahrerflucht. Deine Oma darf wahrscheinlich einen MPU machen, zur Überprüfung, ob sie noch geistig in der Lage ist ein KFZ zu steuern.

Ein Bußgeld kommt deswegen auch noch dazu.

Kommentar von TommyHH88 ,

Das ist Blödsinn. Bußgeld wird höchstens für den Unfall selber fällig. Ist eine Ordnungswidrigkeit.
MPU ist nur wegen einer einfachen Fahrerflucht nicht möglich. Es sei denn die Oma ist schon mehrmals deswegen auffällig geworden

Kommentar von Lukas1643 ,

Wieso sollte denn wegen dem Unfall ein Bußgeld fällig werden? Das ist Blödsinn!

MPU ist sehr wohl möglich, muss aber nicht zwingend sein. Kommt drauf an wie sich die Oma bei den Cops präsentiert und/oder ob diese Assis sind oder nicht.

Kommentar von Wissensmaus19 ,

Nein das war das erste mal. 

Kommentar von TommyHH88 ,

Ein Unfall ist eine Ordnungswidrigkeit. Da werden 15-35 Euro von dem Unfallverursacher fällig. Ist kein Blödsinn, steht so im Gesetz drin.

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