Frage von darkblueeye, 164

Unfall mit Fahrrad Haftpflicht oder Teilschuld?

Vorhin verlor ich die Kontrolle über mein Fahrrad und streifte dabei einen parkenden Wagen. Dieser hatte leichte Schrammen im Lack auf der Heckseite. Ich habe es dem Eigentümer gemeldet und werde morgen meine Haftpflicht dazu kontaktieren. Diese wird mit Sicherheit Infos zum Hergang haben wollen und hiezu meine Frage: Wenn ich denen nun sage ich habe die Kontrolle verloren bzw. die Bremsen versagten plötzlich wird mir dann eine Teilschuld gegeben und ich muss nachher alles tragen? Ist leider mein erster Schadensfall und ich kann das leider nicht gut einschätzen inwiefern immer gezahlt wird oder aber versucht wird mir die Schuld zu unterstellen. Aber mit Absicht bin ich bestimmt nicht gegen das Auto gefahren.

Antwort
von RudiRatlos67, 90

1. Das Auto hat dich nicht angefahren sondern Du das Auto..... Bedeutet keine Teilschuld sondern volle schuld durch dich.

2. Du hast fahrlässig gehandelt, fahrlässig deshalb weil Du die Möglichkeit hattest einen ausreichenden Sicherheitsabstand einzuhalten oder hättest vor dem parkenden Auto anhalten können und Dein Fahrrad hättest schieben können um den Unfall zu vermeiden.

3. Wenn Du ein Fahrrad fahren willst,  bist Du verpflichtet sicher zu stellen, das es auch verkehrssicher ist.  sprich unter anderem müssen Bremsen, Klingel und Beleuchtung einwandfrei funktionieren.  Ist das nicht der Fall liegt grobe Fahrlässigkeit vor. Es ist auch grob fahrlässig während der Fahrt zu telefonieren oder das Handy zu bedienen. Reißt während der Fahrt ein Bowdenzug der Bremse,  liegt Fahrlässigkeit vor,  da der Bowdenzug hätte frühzeitig ersetzt werden können.

5. Bei Fahrlässigkeit besteht Versicherungsschutz durch eine Haftpflichtversicherung. Genau dafür ist eine private Haftpflichtversicherung da. Um Schäden zu regulieren die bei größerer Sorgfalt vermeidbar gewesen wären. 

Bei grober Fahrlässigkeit besteht kein Versicherungsschutz.  Grobe Fahrlässigkeit liegt vor,  wenn ein Schaden billigend in Kauf genommen wird.  (ich fahre mit dem Fahrrad obwohl ich weiß das die Bremse defekt ist und mir klar ist das ich in bestimmten Situationen keine Möglichkeit habe einen Unfall zu verhindern. Oder, ich weiß das ich beim telefonieren während der Fahrt abgelenkt bin,  nehme aber in Kauf das ich nicht in jeder Verkehrssituation schnell genug reagieren kann )

Kommentar von Loroth ,

Sorry, aber natürlich ist auch grobe Fahrlässigkeit in der Haftpflicht mitversichert. Dies Aussage über den fehlenden Versicherungsschutz ist somit falsch.

Übrigens ist die Beschreibung der groben Fahrlässigkeit eher eine Beschreibung des bedingten Vorsatzes. Aber das nur am Rande...

Kommentar von Menuett ,

Nee, auch grobe Fahrlässigkeit ist in der PHV versichert.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Grobe fahrlässigkeit war bis Tarifgeneration vor 2008 grundsätzlich ausgeschlossen.

AHB 2008 bis AHB 2014 die aufgeweichte Grobe Fahrlässigkeit. Viele Versicherung sprechen in Ihren AHB´s von "bewusste Pflichtverletzung" und / oder "Grad des Verschuldens"

GDV AHB 2015 darin ist die grobe Fahrlässigkeit oder die bewusste Pflichtverletzung nicht mehr, oder nur noch in wenigen Einzelbereichen enthalten

Kommentar von Menuett ,

Grobe Fahrlässigkeit war noch nie in einer Haftpflichltversicherung ausgeschlossen.

Der Sinn einer Haftpflichtversicherung ist die Abdeckung von grob und leicht fahrlässig verursachten Schäden.

Vorsatz, auch bedingter Vorsatz ist ausgeschlossen.

Kommentar von Apolon ,

@Rudi Ratlos,

du verblüffst mich!

 Grobe fahrlässigkeit war bis Tarifgeneration vor 2008 grundsätzlich ausgeschlossen.

Ich selbst bin seit 1982 für Versicherungsunternehmen tätig und kenne in der Privathaftpflichtversicherung keine Tarifgeneration wo die grobe Fahrlässigkeit nicht mitversichert war.

Ich vermute mal, dass du dich bei deiner Info auf die Änderungen in der Hausrat und Wohngebäudeversicherung beziehst.

Gruß Norbert

Antwort
von wilees, 87

Du hast die Kontrolle verloren, egal ob gerade ein Ball aus einer Einfahrt rollte oder dich ein bellender Hund erschreckt hat, aber Deine Bremsen haben garantiert nicht versagt.

Antwort
von schleudermaxe, 70

Aber genau für solche Fälle leistet man/Frau sich doch auch eine PH. Was sagt denn der Berater vor Ort dazu?

Viel Glück und ich denke, der ASt. bekommt seinen Schaden komplett ersetzt.

Antwort
von KfzGutachterDD, Business, 41

Also du bist eigentlich vollständig schuld, deine Haftpflichtversicherung muss den Schaden für dich übernehmen. Eine Teilschuld könnte auf den Pkw Halter zukommen wenn dieser im Parkverbot, der Kreuzung oder ähnlichen geparkt hat und somit potenziell gefährdet hat.

Antwort
von BlackRose10897, 95

Da gibt es keine Teilschuld.... auch wenn du das nicht mit Absicht gemacht hast, hast du die volle Schuld. Oder wegen was soll denn der Eigentümer des Wagens eine Mitschuld bekommen? Melde es Deiner Haftpflicht und sei ehrlich.

Antwort
von AllesSch0nWeg, 71

Dafür hat man doch die Haftpflichtversicherung, erzähl einfach ehrlich was passiert war. Die Versicherung bezahlt das.

Antwort
von Dachtichsmir, 79

Du musst den Hergang wahrheitsgemäß schildern. Die private Haftpflichtversicherung zahlt auch bei grober Fahrlässigkeit, obwohl die gar nicht vorliegt.

Kommentar von RudiRatlos67 ,

Grobe Fahrlässigkeit ist nur selten als optionaler Einschluss, mit sehr begrenzten Versicherungssummen in den neueren Tarifen versichert.

Kommentar von Menuett ,

Grobe Fahrlässigkeit ist in einer Haftpflichtversicherung IMMER versichert.

In der Kasko oder der Hausratversicherung führt grobe Fahrlässigkeit zur Leistungsfreiheit der Versicherung.

Kommentar von Dachtichsmir ,

Jedenfalls zur anteiligen Kürzung der Leistungen, je nach dem wie grob die grobe Fahrlässigkeit zu bewerten ist.

Kommentar von Menuett ,

Nein, da darf nicht mal gekürzt werden.

Kommentar von Dachtichsmir ,

Missverständnis, ich meinte, in Kasko oder Hausrat darf bei grober Fahrlässigkeit gekürzt werden. In der Privathaftpflicht geht das ohnehin nicht.

Kommentar von Apolon ,

 Nein, da darf nicht mal gekürzt werden.

Aber sicher, darf der Versicherer in der PHV die Leistung kürzen, denn hier ist nur der Zeitwert versichert !

Kommentar von Dachtichsmir ,

Oh Mann, das sind Äpfel und Birnen. Wie hoch der Schadensersatz ist, den die PHV für ihren Versicherungsnehmer zahlen muss, hat doch mit dem Versicherungsschutz ansich nichts zu tun.

Antwort
von Menuett, 26

Wenn Du nicht für den Schaden kannst, dann zahlt logischerweise eine Haftpflichtversicherung nicht.

Du mußt also zwingend leicht oder grob fahrlässig gehandelt haben, um in den Genuß des Versicherungsschutzes zu kommen.

"Ich habe nicht richtig aufgepasst." ist hier die ehrliche Antwort, die die Versicherung zum Zahlen bringt.

Antwort
von Apolon, 47

@darkblueeye,

man kann dir nur helfen, wenn du uns die Schadensursache genau schilderst.

Und bei der Schilderung wäre es sinnvoll immer die Wahrheit zu schreiben, denn unter Umständen wird ein Gutachter prüfen, ob deine Schilderung der Wahrheit entspricht.

Und bitte auch beachten, der Geschädigte muss auch eine Schadensschilderung einreichen.

Kommentar von AllesSch0nWeg ,

Nein das muss der Geschädigte nicht, vielleicht war der nicht dabei, wenn es Zweifel am Vorgang gibt dann wird das geprüft werden, Fotos machen ist immer ne gute Idee :) ansonsten muss die Haftpflicht greifen es sei denn es kann bewiesen werden dass ein Betrug vorliegt.

Kommentar von Apolon ,

 Nein das muss der Geschädigte nicht, vielleicht war der nicht dabei,

Mir ist kein Schadensfall bekannt bei dem der Geschädigte nicht angeschrieben wird.

Wie sollte es denn auch anders funktionieren, denn dieser muss dem Versicherer ja eine Schadensaufstellung zusenden.

Und natürlich muss er auch eine Schadensmeldung ausfüllen.

Wenn er den Schadenshergang nicht gesehen hat, kann er dies ja reinschreiben.

Antwort
von AntwortMarkus, 50

Keine Sorge. Dafür hat man ja die Privat  Haftpflichtversicherung.  Für solche Fälle.  Du sagst wahrheitsgemäß, dass du ins Straucheln  gekommen bist und da ist es passiert.  

Antwort
von IronMike75, 73

Die Versicherung wird schauen ob eine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Wenn Du beim Radfahren auf Dein Handy schaust wäre dies er Fall und deine Versicherung würde warscheinlich die Erstattung verweigern. Wenn Du aus "ungeschicklichkeit" jetzt die Kontrolle verlierst oder weil Du grade niesen musst wäre das keine Fahrlässigkeit und die Versicherung ist, meines Wissens, in der Pflicht. Am besten Du sprichst mit Deinem Versicherungsagenten, der hilft Dir bestimmt beim Formulieren ;)

Kommentar von Dachtichsmir ,

Völliger Unsinn!!

Kommentar von Loroth ,

Auch hier wieder: Auch grobe Fahrlässigkeit ist selbstverständlich in der Haftpflichtversicherung mitversichert.

Die gegenteilige Aussage ist somit leider ebenso falsch wie die Beschreibung des versicherten Leistungsfalls!

Kommentar von Menuett ,

So ein Schmarrn.

Leichte und grobe Fahrlässigkeit ist IMMER in einer Haftpflichtversicherung enthalten.

Nur Sachversicherungen leisten in diesem Fall nicht.

Kommentar von AllesSch0nWeg ,

Da guckt einer zu viel RTL ;)

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