Frage von k0rbinian, 142

Unfall mit angeblicher Fahrerflucht.was ist zu tun?

Hallo zusammen,

ich habe mit meiner Freundin einen Ausflug gemacht. Beim rückwärts ausparken mit dem Auto meiner Freundin habe ich etwas länger gebraucht, da das Auto recht lang und schwer ist. Ich habe dann anschließend noch einmal in einer einfahrt wenden müssen, da die Straße gesperrt war. Ich habe daraufhin zwei Polizisten, die etwa 5- 10 Meter weit entfernt waren und den Verkehr geregelt haben, nach dem weg gefragt. Am nächsten Tag dann die Überraschung. Die Polizei rief Zuhause an und spricht nun von einer Anzeige wegen Fahrer Flucht. Wie sollen wir uns nun verhalten? Jemand soll gesehen haben, dass meine Freundin Beifahrerin war und ich der Fahrer. Natürlich hätten wir es der Versicherung gemeldet wenn wir gewusst hätten, dass wir einen Schaden verursacht haben. Zahlt nun die Versicherung meiner Freundin oder meine? Zahlt die Versicherung überhaupt? Das mit der Fahrerflucht macht uns sorgen, da wir beide auf den Schein angewiesen sind. Sollten wir einen Anwalt einschalten? Wir möchten die Kosten natürlich so gering wie möglich halten... Fragen über Fragen.... Vielen Dank für Eure Hilfe

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Antwort
von Parhalia, 58

Grundlegend würde erst mal diejenige KFZ-Haftplicht zahlen, auf die das Fahrzeug mit dem der Schaden verursacht wurde angemeldet und somit versichert war.

Die Argumentation eines nicht bemerkten Minimalschadens ( physikalisch ) beim Ausparken KANN für Fahranfänger in einem grossen, schweren und unübersichtlichen KFZ durchaus glaubwürdig klingen.

Da lohnt auf jeden Fall eine Rechtsberatung bei einem Fachanwalt für Verkehrsrecht, denn DAS kostet nur einen Bruchteil DESSEN, was bei unbedachter Aussage mit dem Resultat einer ( möglichen ) strafrechtlichen Verurteilung wegen "unerlaubten Entfernens vom Unfallort" an Strafgeld und ggf. Führerscheinrelevanz auf die Fahrerin zukommen KÖNNTE.

Daher empfehle ich die fachanwaltliche Rechtsberatung zeitnah, BEVOR Du Dich bei der polizeilichen Befragung zum Vorwurf und möglichen Sachverhalt äusserst.

Die Mindest-Honorare für rechtsanwältliche Beratung sind im " Rechtsanwalts-Vergütungsgesetz " verankert. ( also durchaus recharchierbar )

Expertenantwort
von uni1234, Community-Experte für Recht, 75

Das Einschalten eines Anwalts wegen des Vorwurfs der Unfallflucht halte ich für völlig überzogen. Die Rechtslage ist nämlich ziemlich einfach und eindeutig.

Wenn Du nicht wusstest, dass Du einen Schaden verursacht hast, dann fehlt jedenfalls der Vorsatz. Folglich entfällt auch die Strafbarkeit.

Sollte eine Beschuldigtenvernehmung durch die Polizei erfolgen, wäre es sinnvoll die Möglichkeit die eigene Sicht der Dinge zu schildern wahrzunehmen. In der Regel sollte dann auch eine Einstellung des Strafverfahrens nach § 170 Abs. 2 StPO erfolgen.

Kommt es zu einer Hauptverhandlung, dann schilderst Du deine Version einfach noch einmal dem Richter, was auch nicht schlimm wäre.

Kommentar von wiki01 ,

Die Rechtslage ist nämlich ziemlich einfach und eindeutig.

Gerade bei Delikten zur Fahrerflucht ist die Rechtslage nicht immer einfach und eindeutig. Deshalb ist es besser, einen Anwalt einzuschalten.

Gerade, wenn ich mir manchen Blödsinn hier durchlese, wäre es für viele Antworter besser, sich in rechtlichen Belangen anwaltlichen Rat zu holen.

Kommentar von uni1234 ,

Das war ja auch keine grundsätzlcihe Aussage, sondern auf den Einzelfall bezogen. Hier gibt es eine sehr klare Rechtslage:

Entweder er hat den Unfall mitbekommen (dann Vorsatz) oder er hat nichts davon mitbekommen (dann kein Vorsatz).

Kommentar von Skinman ,

Bei mir lief das letztes Mal so ab:

Bei Kumpel nach Motorradtreffen in anderer Stadt übernachtet, dazu vorher das Auto geparkt, bei dem aufgrund eines längerfristigen Vorschadens durch mein herzallerliebstes Schwesterlein vorn der Stoßfänger am Ende etwas gelockert war. (Hatte das Mopped #ausGründen per Auto+Anhänger dort hin gekarrt.)

Paar Stunden später Mutter am Telefon <= Halterin des Autos. Polizei hätte angerufen, Unfall mit unserem Auto oder irgendwas? Völlig aufgelöst. Ich möchte mich mal bei den Tschakkos dort in der Stadt melden.

Ich auf der Wache angerufen, so und so. Die so, Ob ich mal kurz vorbei kommen könnte? Na gut. Wache ist quasi eine Straße weiter. Ich vorher noch zum Auto. Es steht jetzt ein anderes Auto reichlich dicht vor unserem Auto. Ich erkenne an jenem Auto allerdings nur ein minimales zwei-Zentimeter-Kratzerchen, das ich schon deswegen nicht verursacht haben kann, weil der Typ beim Einparken noch nicht vor mir stand.

Zur Wache getigert. Mir das angehört. Da hat wohl jemand angerufen und behauptet, ich hätte beim Einparken den Vordermann angerempelt. Beamte wären da wohl hin und hätten sich das angeguckt und weil der Stoßfänger ja auch leicht runter hing, kam ihnen das plausibel vor.

Ich so "War gerade mit dem Wagen drei Tage auf diesem Treffen, ich kann ihnen sofort 40 Zeugen nennen, die da täglich dran vorbei gelatscht sind auf dem Weg zu Dusche und Klo. Die können alle bestätigen, dass der Schaden schon das ganze Wochenende da dran war." Was auch stimmte. Sie so "OK, kann ich das als Aussage protokollieren?"

Ich so OK, warum nicht? Wir fassen also gemeinsam einen entsprechenden Text ab. Dann soll ich das unterschreiben.

Und das war der Zeitpunkt, wo mein Spinnensinn auf einmal so richtig losklingelte. Und ich fragte "Werde ich eigentlich in dieser Sache eines Vergehens beschuldigt?"

Und das war dann der Zeitpunkt, als sie - auf Nachfrage meinerseits, nach anderthalb Stunden Theater - damit rüberkam, dass ich des Unfalls mit Fahrerflucht beschuldigt werde.

Diese Leute sind von Gesetz wegen verpflichtet, Beschuldigte ungefragt gleich zu Anfang als allererstes über diesen Umstand zu informieren.

Ich hätte der Perle am Liebsten ein Diszi als Erinnerung eingebrockt, wenn ich nicht fest davon überzeugt gewesen wäre, dass das wegen des Krähen-Augen-Prinzips in Abwesenheit meiner Anwältin reine Zeitverschwendung gewesen wäre.

Seither können die mich echt mal gerne haben.

Antwort
von LiselotteHerz, 62

Irgendwas stimmt hier nicht. Von Fahrerflucht spricht man, wenn man einen Schaden verursacht und einfach die Unfallstelle verlässt. Das hättest Du doch wohl gemerkt, wenn Du irgendwas beschädigt hättest.

Wenn ihr beide den Führerschein habt und die Versicherung des Fahrzeuges so abgeschlossen ist, dass auch ein anderer das Auto benutzen darf, kann man nicht von Fahrerflucht sprechen. Da ist es nicht von Belang, wer am Steuer gesessen hat.

Ruft mal auf diesem Revier an, um was es sich eigentlich konkret handelt und welchen Schaden ihr angeblich verursacht haben sollt.

lg Lilo

Das Auto ist schwer..... da musste ich schmunzeln, ihr müsst es doch nicht tragen.


Kommentar von PatrickLassan ,

Wenn ihr beide den Führerschein habt und die Versicherung des Fahrzeuges so abgeschlossen ist, dass auch ein anderer das Auto benutzen darf, kann man nicht von Fahrerflucht sprechen

Doch, kann man. Fahrerflucht hat weder etwas mit dem Vorhandensein eines Führerscheins noch mit der Versicherung des Fahrzeugs zu tun. Fahrerflucht bzw. unerlaubtes Entfernen vom Unfallort ist in § 142 StGB definiert:

https://dejure.org/gesetze/StGB/142.html

Kommentar von wiki01 ,

Wenn ihr beide den Führerschein habt und die Versicherung des Fahrzeuges so abgeschlossen ist, dass auch ein anderer das Auto benutzen darf, kann man nicht von Fahrerflucht sprechen. Da ist es nicht von Belang, wer am Steuer gesessen hat.

Es ist selten, dass ich so einen Blödsinn lese. Für den Tatbestand einer Fahrerflucht ist es vollkommen irrelevant, wie eine Versicherung für das Fahrzeug aussieht. Selbstverständlich ist es von belang, wer am Steuer saß. Der hat nämlich im Zweifel den Schaden verursacht. Es ist auch wurscht, ob man einen Führerschein hat oder nicht, wenn man einen Schaden verursacht, und dann die Unfallstelle verlässt. Das käme höchstens noch erschwerend hinzu.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Nun aber mal ganz ruhig, steht da irgendwas von einem Schaden?? Nein. Da steht lediglich, jemand hätte ausgesagt, er hätte am Steuer gesessen und somit muss man davon ausgehen, dass ihm vorgeworfen wird, er hätte widerrechtlich das Fahrzeug geführt. Und dann ist die Versicherung sehr wohl interessant.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Recht, 74

Wenn es zu einer Berührung mit einem anderen Fahrzeug gekommen ist, gab es auch einen Schaden. Und wenn es nur ein Lackschaden ist. Dann hättet ihr auf jeden Fall den Eigentümer oder die Polizei verständigen müssen.

Einfach so behauptet die Polizei das ganz sicher nicht. Seltsam ist aber, dass sie deswegen anrufen. Normalerweise wären sie zur Beweissicherung beim Fahrzeughalter erschienen.

Und ja, ihr hättet u.U. beide ein Problem mit dem Führerschein. Ob ihr den braucht, muss man sich vorher überlegen.

Kommentar von k0rbinian ,

Die Polizei war vor dem Auto als wir zuhause waren und hat uns dann angerufen. Wir hätten auch den Eigentümer bzw. de Polizei verständigt wenn wir mitbekommen hätten, dass wir ein Auto beim ausparken berührt haben 

Kommentar von uni1234 ,

Die Pflicht den gegnerischen Halter über den Schaden zu informieren besteht selbstverständlich nur dann, wenn man überhaupt mitbekommen hat, dass es zu einem Schaden gekommen ist.

Fehlt die Kenntnis vom Unfall, kann man dem Fahrer diesbezüglich keinen Vorwurf machen. Dementsprechend macht er sich auch nicht strafbar.

Kommentar von DerHans ,

Es BEHAUPTEN natürlich viele Fahrer, dass sie von einer Berührung nichts gemerkt haben.

Kommentar von uni1234 ,

Und wenn sie dies glaubhaft darlegen können dann gibt es keine Möglichkeit als sie freizusprechen.

Antwort
von RomanAtwood, 49

Siehe Beitrag von Rosswurscht.

Hattet ihr sehr laute Musik beim Ausparken an? Oder wars relativ ruhig im Auto? Normalerweise merkt man selbst sehr leichte Berührungen und erst recht, wenn man irgendwo entlangschrammt im eigenen Auto. Außer das Radio ist auf maximal Volume.

Ich habe ZWEI! Freunde/innen (also 2 unterschiedliche Fälle), die innerhalb des letzten Jahres auch angeblich dabei gesehen wurden, wie sie irgendein anderes Auto beim Ausparken gestreift haben sollen (die angeblichen Zeugen sind irgendwelche Bauarbeiter)....  meine Freunde sind sich absolut sicher, dass sie nie einen Unfall hatten... beide konnten sich an die entsprechenden Situationen sehr gut erinnern und sind sich sicher, dass es keinen Fahrzeugkontakt gab. Beide Fälle wurden natürlich dem Anwalt übergeben... das ist derzeit wohl Masche von irgendwelchen kriminellen Banden.


Btw: Als Fall Nummer 1 passiert ist, dachte ich mir auch noch "ist ja komisch"... und hätte wohl gedacht, tja, ist halt blöd gelaufen, kann mal passieren... aber als dann Freund Nr. 2 aus einer ganz anderen Stadt fast den identischen Verlauf erzählt hat...wars ja schon irgenwie klar, dass da was anderes dahinter steckt

Kommentar von k0rbinian ,

okay komisch, hoffentlich ist das nicht einer dieser Maschen. Wir hatten keine laute Musik beim ausparken und auch keine Berührung mit einem Fahrzeug wahrgenommen 

Antwort
von wiki01, 57

Zahlt nun die Versicherung meiner Freundin

Klar. Immer die Fahrzeugversicherung des Schuldigen.

Zahlt die Versicherung überhaupt?

Sicher. Sie ist zur Leistung verpflichtet, kann sich aber bis zu 5000 Euro vom Versicherungsnehmer zurückholen.

Sollten wir einen Anwalt einschalten?

Dazu rate ich. Mit Fahrerflucht ist nicht zu spaßen.

Antwort
von Bitterkraut, 32

Wenn du nicht bemerkt hast, daß du ein anderes Auto beschädigt hast, und das auch glaubhaft machen kannst, bist du aus der Nummer raus.

Die Fahrerflucht ist ein Vorsatzdelikt. Dies bedeutet, dass man Kenntnis vom Unfall haben muss. Wenn man den Unfall nicht bemerkt hat, macht man sich in der Theorie nicht gem. § 142 StGB strafbar. http://strafverteidiger-fahrerflucht.de/

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 18

Rede nicht mit der Polizei.

KEINE SILBE.

Auch keiner deiner Bekannten und Verwandten äußert sich zur Sache. Schärfe denen das ein. Die wollen dich verknacken, das ist das EINZIGE, worauf die aus sind. "Wer schreibt, der bleibt." Die haben Quoten zu erfüllen und ob du unschuldig bist, interessiert dabei nicht.

Geh' zum Anwalt.

Kommentar von k0rbinian ,

vielen Dank so sehe ich das auch. Es ist auch zufälligerweise der selbe Polizist, der mich bei meinem letzten Unfall mit dem Motorrad ausgefragt hat, obwohl ich noch im Graben lag und andere Sorgen hatte. In meinem Zustand hatte er mich dann gefragt, ob ich etwas an meinem Motorrad frisiert hätte, weil das Ganze in seinen Augen nicht zulässig aussah etc. Da hatte ich damals schon gemerkt, dass der bestimmt ein Stern haben möchte. 

Antwort
von k0rbinian, 35

anscheinend haben wir beim rückwärts ausparken ein Auto, dass hinter uns der Länge nach geparkt ist, an der Seite berührt 

Antwort
von Rosswurscht, 54

Du schreibst hier alles mögliche, aber nicht wie und wo der Schaden entstanden sein soll?!

Gibts überhaupt einen?

Kommentar von wiki01 ,

aber nicht wie und wo der Schaden entstanden sein soll?!

Das ist für die Beantwortung völlig irrelevant. Das hat nur etwas mit deiner Neugierde zu tun.

Kommentar von Rosswurscht ,

Nein, ist es nicht.

Kommentar von Crack ,

Das ist für die Beantwortung völlig irrelevant.

Das sehe ich vollkommen anders.

Anhand des Ablaufes könnte man zumindest eine annähernde Aussage machen anstatt einfach nur ins Blaue hinein zu raten...

Expertenantwort
von Skinman, Community-Experte für Auto, 12

Ich sehe schon, es ist mal wieder an der Zeit, den einschlägigen juristischen Vortrag einzustreuen:

Udo Vetter - Sie haben das Recht zu schweigen

Antwort
von Adolar, 48

Was ist denn überhaupt passiert? Welchen Schaden habt ihr denn verursacht?

Kommentar von k0rbinian ,

anscheinend haben wir beim rückwärts ausparken ein Auto, dass hinter uns der Länge nach geparkt ist, an der Seite berührt 

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