Frage von ofwgktaa, 74

Unfall gesehen und geholfen. Werden psychische Schäden aufkommen?

Hallo zusammen Vor einigen Tagen sah ich einen Motorradunfall. Da ich der einzige war der dies gesehen hatte, sprang ich zu ihm und betreute ihn. In der zwischenzeit alarmierte ich die Polizei. Jetzt ein paar Tage später wollen die Bilder vom Schwerverletzten immer noch nicht aus meinen Kopf. Was kann ich dagegen tun? Ich selber bin eigentlich eine psychisch stabile Person aber ja...

Antwort
von Nomex64, 30

Man hört ja viel davon das man bei solchen Ereignissen hohen psychischen Belastungen ausgesetzt ist. Es bedeutet aber nicht das jeder der sowas erlebt auch nachhaltig davon beeinflusst wird. Das Wort Schaden möchte ich in dem Fall nicht verwenden.

Gleichwohl ist es so das solche Ereignisse längere Zeit im Gedächtnis bleiben und auch immer mal wieder in der Erinnerung hervor kommen. Eine gute Hilfe ist hier das Gespräch mit der Familie und guten Freunden zu suchen. Auch solltest du dein Leben weiterführen wie bisher. Neue gute Erlebnisse werden mit der Zeit die Erinnerungen verblassen lassen.

Wenn es dich zu sehr belastet dann solltest du das Gespräch mit professionellen Helfern suchen. Entweder über deinen Hausarzt der dir entsprechende Ansprechpartner nennen kann oder über eure zuständige Rettungsleitstelle die ebenfalls entsprechende Partner hat.

Antwort
von silberwind58, 41

Du hast sehr gut und vorbildlich gehandelt! So hast Du bestimmt schlimmeres verhindern können! Am besten redest Du Dir das ein,nicht das negative im Blick haben,sehe das positive!

Antwort
von Rollerfreake, 45

Du hast vollkommen richtig gehandelt, du kannst Stolz auf dich sein, die meisten trauen sich nicht. Zudem hast du auch rein rechtlich völlig richtig gehandelt, du hast deine Pflicht zur Hilfeleistung erfüllt. Wenn dich die Bilder belasten, kann es hilfreich sein mit Angehörigen oder Freunden darüber zu reden. Falls das nicht hilft, kann dir dein Hausarzt weiterhelfen und dir entsprechende Möglichkeiten aufzeigen. 

Antwort
von GrafTypo, 28

Zunächst einmal schließe ich mich meinen Vorrednern an: du kannst stolz auf dich sein! Es gibt leider viel zu wenig Menschen, die Erste Hilfe leisten.

Was deine Probleme betrifft, so sind mir die vertraut. Ein solches psychisches »Nachbeben« ist nicht ungewöhnlich und auch keine Schande. Das kann sogar alten Hasen passieren. Ich war ZDL im Rettungsdienst und habe es oft erlebt; an Ersthelfern und an mir selbst. Solange man Hilfe leistet, funktioniert man einfach, weil die Situation es erfordert. Aber hinterher kommt das große Zittern und manchmal auch Alpträume.

Meistens hilft es, darüber zu reden – mit Freunden oder Familienmitgliedern, denen du vertraust. Oder mit professionellen Helfern, also Ärzten, Therapeuten, Geistlichen etc.

Was auch manchmal hilft: wieder mal einen Erste-Hilfe-Kurs machen. Das stärkt die Selbstsicherheit, mit einer solchen Situation umzugehen. Und hilft dadurch meistens auch, das Erlebte besser zu verarbeiten. Rede mit dem Kursleiter ruhig über dein Erlebnis.

Antwort
von mychrissie, 14

Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir vorstellst, was dem Motorradfahrer passiert wäre, wenn er ohne Hilfe dort liegengeblieben wäre.

Du hast eine schlechte Situation verbessert. Du hast ihm geholfen. Diesen Teil der Geschichte musst Du Dir immer wieder ins Gedächtnis rufen. Wirklich traumatisiert wird man – glaube ich – erst dann, wenn man nicht mehr helfen konnte. Das ist Dir zum Glück ja nicht passiert.

Verletzungen sehen manchmal grauenvoller aus, als sie sind. Meine Frau hat sich mal den ganzen Skalp an der Frontscheibenoberkante des R4 beim Aufprall auf einen vordermann nach hinten abgerissen, man sah den blutigen Schädelknochen und die Haut mit den Haaren hing ihr hinten runter. Ich dachte, das sei das Ende. Nach ein paar Monaten war alles wieder angewachsen und nichts mehr zu sehen, und ein Jahr später war nicht mal mehr eine Narbe zu enttdecken.

Antwort
von DODOsBACK, 32

Rede darüber. Du warst mit einer ganz neuen Situation konfrontiert und musst das erst mal richtig verstehen und einordnen. "Erlaube" dir die Gefühle, die es in dir auslöst - Angst, Wut, Hilflosigkeit, was auch immer. Das ist normal, und du wirst es mit der Zeit verarbeiten! Wie gesagt, reden hilft!

Was gerade mit dir passiert, hat nichts mit "psychischen Schäden" zu tun - die entstehen meistens dann, wenn man versucht, solche Erlebnisse zu verdrängen.

Wenn dich die Sache also auch in ein paar Wochen noch nicht "losgelassen" hat, oder die Erinnerungen immer schlimmer werden - geh zum Arzt.

Antwort
von sabbelist, 29

Eine starke Leistung, Du kannst stolz auf Dich sein.

Es ist normal, das nach dem ersten Schock jetzt alles auf Dich einstürzt. Du solltest mit Deinem Hausarzt reden und vielleicht eine kurze therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.

Selbst den psychisch stärksten Menschen, können solche Dinge aus den Latschen hauen.

Antwort
von annablanka, 18

Das ist normal und du wirst dich für immer daran erinnern. Versuche nur, die Erinnerung in etwas positives zu wandeln. Dass du da warst, dass du das Richtige getan hast, dass du die Person gerettet hast  und ein Held bist :)

Kommentar von annablanka ,

Vielleicht kannst du dich mit der Person in Verbindung setzen und fragen wie es ihm geht und mit ihm darüber sprechen. Dann kannst du mit der Person sprechen die auch betroffen war und ihr tauscht euch aus. Denke die andere Person würde auch gerne deine Variante hören

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