Frage von MEyo94, 76

Unfall, Abtretungserklärung, Kurzgutachten, Vorgehen?

Gestern ist mir leider ein anderes Auto hinten draufgefahren. Schuldfrage ist also eindeutig und die gegnerische Versicherung übernimmt den Schaden. Jetzt ist leider der Schaden nicht sofort einschätzbar. (Bagatellschaden oder doch mehr als 750€?). Bin also zu einem Sachverständigen um die Ecke gefahren und hab mir da eine Meinung eingeholt. Unverbindlich hat er dann gesagt, dass er so den Schaden auf 800€ schätzt. Also quasi sehr eng an den 750€. Die gegnerische Versicheurng bezahlt erst über diesem Betrag ein vollwertiges Gutachten. Daraufhin meinte ich dann zum Sachverständigen, ob ich auch ein Kurzgutachten machen könnte. Da meinte er, dass entscheidet er je nach dem wie hoch die Summe ausfällt. Meine frage ist jetzt, darf er das? Darf er einfach festlegen ob es ein Kurzgutachten ist oder ein komplettes Gutachten (er hat nur kurz bilder gemacht und die stoßstange hinten begutachtet).

Außerdem habe ich, da ich nicht nachgedacht habe, eine Abtretungserklärung bei dem Sachverständigen unterschrieben. Kann ich das rückgängig machen? Da ich schon in Kontakt mit der gegnerischen Versicherung stehe und glaueb, dass ich so schneller an mein Geld komme.

TL:DR Darf ein Sachverständig abhängig von der Schadenshöhe selber bestimmen ob er ein Kurzgutachten (50-100€) abrechnet oder ein großes Gutachten (300-400€). Und kann ich von einer Abtretungserklärung zurücktrete, damit ich das Anliegen selber mit der Versicherung klären kann?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von KfzSVnrw, 26

eine Abtretungserklärung bei dem Sachverständigen unterschrieben.

...

 glaube, dass ich so schneller an mein Geld komme.

Die Abtretungserklärung des Sachverständigen betrifft in der Regel nur das Gutachtenhonorar. Du kommst daher weder schneller noch langsamer an dein Geld.

Jetzt ist leider der Schaden nicht sofort einschätzbar. (Bagatellschaden oder doch mehr als 750€?).

Ein Bagatellschaden liegt nur dann vor, wenn du als Laie erkennen kannst, dass die Reparaturkosten unter der Bagatellschadengrenze von 715 € liegen. Hast du daran Zweifel oder den Verdacht auf weitere verborgene Mängel z.B. unter der Stoßstange, dann liegt kein Bagatellschaden vor.

Darf ein Sachverständig abhängig von der Schadenshöhe selber bestimmen ob er ein Kurzgutachten (50-100€) abrechnet oder ein großes Gutachten (300-400€).

Du als Auftraggeber darfst die letztendliche Entscheidung darüber treffen. wenn der Sachverständige damit nicht einverstanden wäre, darf er den Auftrag auch ablehnen.

Wobei ein komplettes Gutachten auch im Hinblick auf eine mögliche merkantile Wertminderung Sinn macht. Voraussetzung dafür bei diesem Schaden ist jedoch, dass das Auto noch relativ neu ist und bisher unfallfrei.

(er hat nur kurz bilder gemacht und die stoßstange hinten begutachtet

Ist überprüft wurden, ob weitere verborgene Schäden unter der Stoßstange am Träger oder Heckblech vorliegen oder ist dieses aufgrund des Schadensbildes auszuschließen?

Und kann ich von einer Abtretungserklärung zurücktrete,

Das kannst du zwar, müsstet dann die Rechnung dann (sofort) selber zahlen, würde aber keinen Sinn ergeben.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 29

NOTWENDIGE Sachverständigenkosten kann der Versicherer nicht einfach ablehnen.

Du kannst aber auch einen Kostenvoranschlag einer Werkstatt einreichen. Dafür musst du zwar auch bezahlen, normalerweise werden dann die Kosten bei der Reparatur verrechnet.

Antwort
von kenibora, 37

In solchen Fällen, ist mir schon mehrfach passiert, unterschreibe ich meiner Werkstatt eine Vollmacht! D.h. sie wickelt den Schaden komplett mit der Versicherung ab und ich habe keinerlei Aufwand. Bekomme auch ein Leihauto!

Kommentar von MEyo94 ,

genau darum geht es ja, ich will das nicht über die "Werkstatt" klären. Ich würde das gerne selber mit der Versicherung klären. Leider habe ich eine Abtretungserklärung unterschrieben, kann ich diese wieder zurück ziehen?

Kommentar von DerHans ,

Einfach so kannst du das sicher nicht. Dann musst du auf jeden Fall den Kostenvoranschlag bezahlen.

Das haben die Werkstätten nicht gerne, wenn sie quasi kostenlos den Schaden besichtigen und den Preis nennen und der "Kunde" einigt sich dann auf Grund des Voranschlags mit der Versicherung

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