Cheryl am 17.10.2007 um 23:46 Uhr
Weiß jemand, wie die rechtliche Lage in puncto Streikhäufigkeit und -dauer aussieht? Könnte die GDL jetzt theoretisch, ohne sich auf weitere Verhandlungen einzulassen, immer mal wieder nach Lust und Laune streiken?

Sobald Verhandlungen stattfinden, tritt die Friedenspflicht ein und die verbietet Streiks. Deshalb benutzt die GDL die Bezeichnung Gespräche, um sich die Option Streik offen zu halten.

Generell kann man mit, gewissen Einschränkungen, immer streiken. Eine Einschränkung ist ein bestehender Tarifvertrag oder wie tradaix schon sagt die Friedenspflicht.
Ich weiß aber garnicht warum in der Öffentlichkeit so ein schlechtes Bild von der GDL herrscht. Wenn z.B. die Metaller streiken zeigen sich alle solidarisch, weil sie direkt davon nicht betroffen sind. bei der Bahn sind natürlich die Reisenden und Pendler betroffen, aber man darf dabei nicht vergessen, das ohne Gewerkschaften und ohne Streikrecht heute noich Zustände herrschen würden, wie im 19 Jahrhundert, mit Hungerlöhnen, 60 Stundenwoche, kein Urlaub und, und, und....
Über die Höhe der Forderung der GDL kann man natürlich streiten.
Denny Crane's kaffeesatz (geladen und gesichert!) am 18. Oktober 2007 00:40 Du sagst es doch treffend...allgemeine Zustimmung gibt es nur, wenn der einzelne nicht betroffen ist ;-)
Ich finde die sollten noch viel mehr und länger streiken, denn das nur noch dort wo es so viele Leute im täglichen Leben trifft, kann man die Gesellschaft auf etwas aufmerksam machen. Der gemeine Mensche ist nämlich zu abgestumpft und bequem. Nur was ihm richtig weh tut wird von ihm beachtet und geändert. Die Lokführer sind vielleicht nur noch das einzige Machtpotential was übrig geblieben ist. Die sollen ruhig Mal richtig kräftig ne Woche am Stück streiken und auch bitte den Güterverkehr.
Soweit mir bekannt ist, gibt es das Streikrecht uneingeschränkt mit bestimmten durch die Tarifverträge abgemilderten Friedenspflichten, welche das Mittel des Streiks schon fast absurd macht. Durch diese albernen Friedenspflichten wirds Streiken zu ner Farse da die Gewerkschaften einfach an Einfluss verlieren. Damit es zu einem Streik kommt müssen eh diverse Abstimmungen und gescheiterte Verhandlungen abgehalten worden sein. Ich finde es gut das die GDL an ihren Vorderungen festhält und sich nicht von der Bahn einschüchtern lässt. Da in Deutschland ja immer noch nach Verantwortung bezahlt wird, sollen die Lokführer auch ordentlich vergütet werden, da sie für sehr viele Menschenleben verantworlich sind.
jkadauke am 18. Oktober 2007 07:56 prinzipiell kann ich mich anschließen, aber wer zahlt die gehaltserhöhungen? das ist der Pendler. und der wird sich bei 25-30 % mehr gehalt für die Lok-führer überlegen, ob er die hohen Bahnpreise noch zahlen will, oder lieber auf Mitfahrzentrale etc. zurückgreift. Bleibt ja alles an uns hängen.
Lola60 am 18. Oktober 2007 17:03 Mitfahrzentralen ist ja schön und gut, aber die Spritpreise steien auch täglich. Außerdem wenn die GDL einen guten Abschluß erzielt ist das oft auch ein Signal für andere Branchen, was uns allen wieder zu Gute kommt, nach jahrelangen Nullrunden.

Die GDL kann solange streiken, bis sie wieder Verhandlungen aufnimmt.
Da sie Verhandlungen im Moment ausdrücklich ablehnt und nur zu "Gesprächen" bereit ist, kann der Streik munter weitergehen.