Frage von Schein00000, 51

Unbezahlte Arbeitszeit im Betrieb ...?

Guten Abend,

Ich habe da ein Anliegen. Und zwar arbeite ich seit einigen Wochen (na schon fast Monaten) in einem neuem Betrieb, in dem ich nach Tarif bezahlt werde. Ich werde pro Stunde bezahlt, statt festen monatlichen Lohn. Nun steht auf dem Arbeitsplan aber zB. Anfang Donnerstag: 14:00 Uhr. Da sein muss ich aber MIND. 20 Minuten vorher um Dinge vorzubereiten usw. (Die 20 min. Täglich werden natürlich nicht bezahlt). Und das beste kommt erst noch. Wenn ich beispielsweise im Plan bis 21 Uhr drin stehe, und aber der Betrieb erst ab diesem Zeitpunkt aufgeräumt werden darf, und man 0,5 bis 1,5 Stunden täglich nach Feierabend länger bleibt... Ich bekomme all das nicht bezahlt. Der Chef weiß ganz genau das abends noch locker eine Stunde aufgeräumt werden muss.

Da sind auch oft andere Stunden die anfallen, wenn man eher kommen muss weil viel zu tun ist, man länger bleiben muss weil viel zu tun ist. All das wird NICHT bezahlt. Es wird nur so bezahlt wie es schon im Voraus im Plan steht.

Das kann doch nicht richtig sein oder? Ich habe bei meinem Stundenlohn und der Anzahl an Stunden die ich monatlich "umsonst/ mehr" arbeiten würde ausgerechnet, das ich locker 200 € mehr (brutto) bekommen würde.

Gruß, Tatjana

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 27

Wie @putzfee1 schon richtig geantwortet hat, ist die Vorbereitungszeit genau so wie die Zeit die nach der eigentlichen Tätigkeit z.B. zum Aufräumen gebraucht wird Arbeitszeit die zu bezahlen oder als Freizeitausgleich zu geben ist.

Prof. Dr. Peter Wedde schreibt zum § 2 Arbeitszeitgesetz (Begriffsbestimmungen) u.a.:

"Zur Arbeitszeit gehören auch Vor- und Abschlussarbeiten, Vor- und Nachbereitungen des Arbeitsplatzes oder andere Tätigkeiten, die durch die Organisation des AG veranlasst sind, wie etwa das abschließende Bedienen der am Arbeitsende noch in einem Geschäft anwesenden Kundschaft usw..

Die Arbeitszeit beginnt und endet im Regelfall am Eingang des Betriebs."

Rechtlich gesehen hast Du mehr als "gute Karten". Ob Du Dein Recht allerdings auch durchsetzen willst, kannst nur Du selbst entscheiden.

Wenn es sich um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt (Minijob und Teilzeit wird entsprechend aufgerechnet), greift das Kündigungsschutzgesetz nur in Ausnahmen. Zudem bist Du noch nicht lange im Betrieb. Selbst wenn der Betrieb größer ist greift das Kündigungsschutzgesetz erst nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit.

Recht haben und Recht bekommen sind leider oft zwei Paar Schuhe. Falls es einen Betriebsrat gibt, solltest Du mal mit diesem sprechen. Der hat doch bei den Überstunden und den Schichtplänen ein Mitspracherecht und kann auch die Arbeitszeiten kontrollieren.

Antwort
von putzfee1, 29

Was zählt zur Arbeitszeit?

Arbeitszeit ist die Zeit vom Beginn bis zum Ende der Arbeit ohne die Ruhepausen, § 2 ArbG (Arbeitszeitgesetz). Das Einrichten des Arbeitsplatzes (Vorbereitungshandlungen/ Rüstzeit) zählt bereits zur Arbeitszeit.

Quelle: 

http://ra-kellotat.de/faq-arbeitsrecht-arbeitszeit-und-arbeitspausen/

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