Frage von MissJeckyll, 76

Wie sollte ich mich bei einer unberechtigten Mahnung verhalten?

Hallo ihr Lieben,

Ich hoffe hier gibt es ein paar Leute die sich mit Recht, bzw solcher Situation auskennen.

Ich habe in Online Shop X, Winterreifen bestellt. Das geschah am 26.10.15.
Am 29.10.15 erkundigte ich mich wie weit die Bestellung ist, da ich stornieren wolle, da mein Auto den Geist aufgegeben hat. Da erfuhr ich das die Ware unterwegs ist. Habe dann eine Mail geschrieben bezüglich gewünschter Stornierung und gewartet. Da nach 6 Stunden keine Antwort kam, Habe ich bei der Kundenhotline angerufen wo mir ein Herr sagte, das ich einfach direkt beim DPD Kurier die Annahme verweigern solle und somit keine weiteren Kosten entstehen, und die Ware zurück geht. (Habe dafür unterschrieben auf diesem Gerät) So gesagt getan.
Am nächsten Tag erhielt ich eine Mail, in der stand das ich ein Foto machen soll das die Räder noch nicht montiert sind und einen Rückhol-Termin ausmachen soll. Habe dann geschrieben was mir die Hotline sagte und das ich so gehandelt habe. Kam keine Antwort mehr. 5 Tage später bekam ich einen Anruf der Hotline, wo man mich fragte ob sich meine Adresse geändert hat da die Ware als "nicht zustellbar " deklariert sei. Habe ich geschildert das Storno zu spät war und ich so handeln solle, wo man mir sagte okay alles klar. Geben Sie so durch. Alles gut.

2 Wochen später kam eine Zahlungserinnerung für kompletten Rechnungsbetrag plus Mahnkosten per Mail (über BillSafe) worauf ich dem Shop, sowie Billsafe per Mail das gesamte Vorhaben nochmals schrieb, und bekam dann von Shop eine Mail mit Antwort: "Machen Sie sich bitte keine Sorgen. Sie bekommen schon keine Rechnung. Wir leiten diese Info an Billsafe weiter. Bei weiteren Fragen .. bla bla".

Okay war beruhigt. Gestern Mahnung über kompletten Betrag plus noch mehr Mahnkosten per Post bekommen. Solle bis zum 16.11.15 zahlen. Niemals. ^^ Habe jetzt wieder dem Shop geschrieben das ich nochmals dringend Bitte sich darum zu kümmern und ich nicht zahle, da die Mahnung sachlich falsch ist. (Habe Kopie der Mahnung in Anhang gepackt ) und alle vorherigen Mails mit dieser weitergeleitet. Selbige An Billsafe mit dem Hinweis sich an Shop X zu wenden.

Zusätzlich habe ich der Mahnung noch widersprochen, per Mail. Muss der noch per Post raus? Ich hatte nicht mal eine Rechnung erhalten durch das verweigern der Annahme.

So. .. bis hier hin erstmal danke fürs lesen. Wie verhalte ich mich jetzt?
Ich habe alle Mails noch sowie die Telefonprotokolle. Womit kann/muss ich rechnen? Was soll ich tun? Jemand einen Rat?

Danke im Vorraus.

Liebe Grüße!

Antwort
von kevin1905, 69

Du hast Online etwas bestellt, also hast du ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Dies beginnt zu laufen, sobald du die Ware bekommen hast.

Zur Ausübung des Widerrufsrecht ist die Rücksendung der Ware bzw. die Annahmeverweigerung NICHTS ausreichend, es sei denn die AGB des Händlers gestehen dir dies zu.

Wenn nicht gelten die gestezlichen Bestimmungen (§§ 312c ff 355 BGB). Also schickst du einen eingeschriebenen Brief hin und erklärst den Widerruf der Vertragserklärung.

Ohne Rechnung kein Zahlungsziel ohne Zahlungsziel kann niemals Verzug eintreten. Die Mahnung ist gegenstandslos.

Kommentar von MoralGott ,

Ich muss nichts widerrufen, was ich nicht erhalten habe. Ganz einfach. Und Briefe per Einschreiben sind reine Geldverschwendung, wenn der Inhalt dessen nicht von Zeugen unterschrieben worden ist!

Kommentar von kevin1905 ,

Ich muss nichts widerrufen, was ich nicht erhalten habe.

Hier wurde ein Kaufvertrag im Fernabsatz geschlossen. Dieser ist elektronisch zustande gekommen. Es gab mit Sicherheit eine Auftragsbestätigung zumindest per Mail an den Fragesteller

(Habe dafür unterschrieben auf diesem Gerät)

Ich nehme an das war beim Kurier, der mit deinen Rädern ankam. Also hat der Fragesteller die Annahme verweigert. Wenn das nicht stimmt, muss er es halt nochmal erklären.

Wie ich bereits schrieb, ist eine Annahmeverweigerung NICHT gleichzusetzen mit einem Widerruf des Kaufvertrags, wenn dies nicht in den AGB eindeutig so beschrieben ist.

Das Widerrufsrecht wurde im Juni 2014 dahingehend verändert, dass zum Erklären des Widerrufs stets eine schriftliche Erklärung abzugeben ist.

Briefe per Einschreiben sind reine Geldverschwendung, wenn der Inhalt dessen nicht von Zeugen unterschrieben worden ist!

Einwurfeinschreiben und vorab per Fax funktionieren wunderbar. Dass beide nicht ankommen bzw. man leere Blätter sendet wird kein Richter dieser Republik als glaubhaft ansehen.

Wenn du 100% sicher gehen willst beauftrage stattdessen den Gerichtsvollzieher mit der förmlichen Zustellung. Das kostet allerdings etwa 25,- €. Bei der Forderung die hier im Raum steht im vorgerichtlichen Verfahren vielleicht ein bisschen übertrieben.


Kommentar von MoralGott ,

Oh man, auf sowas habe ich gerade null Bock! Bitte Hirn einschalten und logisch denken!

Genau das ist es:  NUR förmliche Zustellungen sind ein rechtssicherer Zustellnachweis eines Schriftsstücks. Scheitert aber zumeist an den immensen Kosten. Zurecht.

Einschreiben - in welcher Form auch immer - haben keinerlei Beweiskraft. Nicht mal die von mir empfohlenen Zeugen, die für den Inhalt und die Zustellung unterschreiben, haben rechtlich Beweiskraft.

Kommentar von kevin1905 ,

Oh man, auf sowas habe ich gerade null Bock!

Worauf du Bock hast ist mir reichlich egal. Du verbreitest Halbwahrheiten und hilfst dem Fragesteller nicht.

Bitte Hirn einschalten und logisch denken!

Das rate ich dir in der Tat.

Einschreiben - in welcher Form auch immer - haben keinerlei Beweiskraft.

Das ist Schwachsinn. Wie ich bereits sagte führt ein Einschreiben, welches vorher per Fax gesendet wird in 99,999% der Fälle immer zu einer Zustellung die gerichtlich bestand hat.

Nicht mal die von mir empfohlenen Zeugen, die für den Inhalt und die Zustellung unterschreiben, haben rechtlich Beweiskraft.

Die Glaubwürdigkeit von Zeugen einzuschätzen ist im Zweifel Aufgabe des Gerichts und wenn es nicht gerade der engste Familienkreis ist oder der Zeuge widersprüchliche Aussagen macht, reicht das durchaus als Nachweis aus.

Deine Kenntnisse in dieser Materie halte ich für unzureichend um hier weiter zu kommentieren, ich würde dir also empfehlen dies in Zukunft sein zu lassen.

Antwort
von tapri, 76

wo sind denn die Reifen? Die sind doch beim Verkäufer angekommen?!? Das einzige für das du Bezahlen musst ist der Versand von dir zurück zu der Firma. Das ist nun mal so, wenn Ware nicht angenommen wird, bzw. zurück gegeben wird. Alles andere ist Quatsch

Kommentar von MissJeckyll ,

So sehe ich das auch. Darum geht es mir ja. Bloß selbst dazu habe ich keinerlei Informationen bekommen. Außer Antworten das alles gut so ist und ich nichts zahlen muss.

Kommentar von tapri ,

ich denke hier zählt nur noch, wer schreibt der bleibt. Widerspruch gegen offene Rechnung, versuche bei DHL eine Bestätigung zu bekommen, dass du die Ware nicht angenommen hast. Sachverhalt kurz und sachlich aufschreiben, per Einschreiben mit Rückschein an den Geschäftsführer der Verkaufsfirma und noch ein kurzer Satz, dass du umgehende Klärung und Informationen haben möchtes, da du sonst den gesamten am...... (gib denen 10 Tage) Vorgang deinem Anwalt übergibst.....

Kommentar von MissJeckyll ,

Es ist DPD. aber ich werde es versuchen. Dankeschön

Kommentar von peterobm ,

ich würde auf Taub stellen und einfach abwarten. Du hast genügend Material als Beweis. DIE sind in der Pflicht, solltest du einen gerichtlichen Mahnbescheid bekommen, so dem Widersprechen und die Unterlagen als Beweis beilegen; in Kopie.

Antwort
von peterobm, 63

in einem solchen Fall sollte man die Ware annehmen und sich DANN mit dem Verkäufer in Verbindung setzen bezgl. des Widerrufs. Die Hotline hat dir einen schlechten Rat gegeben. Ich hoffe, du hast eine Bestätigung über die verweigerte Annahme? 

Kommentar von MissJeckyll ,

nein. nur meine Unterschrift bei DPD und einen Zeugen. Der Kurier sagte mir das ich dafür nichts bekomme, da ich die Ware ja somit nie "in den Händen" gehalten habe.

Kommentar von MissJeckyll ,

Ja und halt durch den Anruf die Bestätigung das die Ware halt zurück ging. Also somit haben Sie die ja.

Kommentar von peterobm ,

ob sich meine Adresse geändert hat da die Ware als "nicht zustellbar " deklariert sei.

also ist die Ware zurückgegangen, das Schreiben mit zusätzlicher Aufklärung an den Händler schicken. Mit dem Hinweis, das dir diese Vorgehensweise von der Hotline geraten wurde.

Kommentar von MissJeckyll ,

Schon geschehen gestern :)

Kommentar von MoralGott ,

obm :  Warum zur Hölle sollte man die Ware annehmen, wenn man diese nicht möchte?!

Kommentar von peterobm ,

um genau diese Szene zu vermeiden, man hat ein 14-tägiges Widerrufsrecht; annehmen, mit dem Inhaber Kontakt aufnehmen und sauber raus

Antwort
von Biberchen, 63

du solltest im Widerspruch keine Romane schreiben! Schreib denen kurz und knapp das du die Ware nicht angenommen hast und sie in ihren Retouren eingängen nach der Sendung suchen sollen. Das Reicht für einen Widerspruch! Den Rest hebst du dir dann fürs Gericht auf!

Kommentar von MissJeckyll ,

Der Widerspruch war separat und kurz und knapp. Aber Dankeschön.

Antwort
von MoralGott, 29

Bei diesem Unternehmen nie wieder bestellen! Sie haben sie mehrmals und bewusst des versuchten Betrugs nach § 263 StGB strafbar gemacht.

Warum verlangten die denn von dir Fotos von deinem Auto/Reifen? Was soll der Mist denn? Und du sendest diese denen auch noch zu. Die hätten einfach die Rücksendung abwarten sollen und du denen das schreiben sollen, dass die Firma die Rücksendung abwarten und dir nicht noch unterstellen soll, du hättest die neuen Reifen bereits montiert.

Solch eine Foto Forderung ist absolut unüblich, sinnlos, haltlos und unterstellt dir Betrug. Nach dem Motto das du die Reifen bekommen hättest, aber schreibst und sagst, das Paket nicht angenommen zu haben. Dreist dieses Unternehmen!

Du hast mit deinem Verhalten alles richtig gemacht. In der Summe hast du dir aber eigentlich zu viel Mühe gemacht. Du musst deine Unschuld nicht mehrmals beweisen. ( mehrere E-Mails, Telefon, Brief usw. )

Warte jetzt einfach ab. Sollte irgendetwas kommen, wie Inkasso oder Rechtsanwälte, die die angebliche Forderung eintreiben wollen, dann zeigst du das Unternehmen wegen versuchten Betrugs an, reagierst aber nicht an sich auf die Inkasso-, Rechtsanwalts- oder Mahnschreiben. Erst wenn ein Mahnbescheid erfolgt, solltest du zwingend Widerspruch einlegen.

Du bist im Recht, also entspann dich. Dir kann nichts passieren. Wichtig ist nur das du jeden deiner Freunde/Bekannte von diesem Unternehmen abrätst.

Kommentar von MissJeckyll ,

okay vielen Dank. aber ich habe keine Fotos versendet. wovon auch. habe die Ware ja nie "erhalten" :)

Kommentar von MoralGott ,

Ja entschuldige. Mein Fehler. :)   Lass dir von solchen Hinterwäldler Vereinen nichts gefallen.

"Kriminelle" trifft es besser. Jeder im Unternehmen sagte dir etwas anderes, obwohl die die Wahrheit genau kannten. Davon ist zumindest auszugehen. Verbrecherschwe..e!  -.-

Kommentar von kevin1905 ,

Du weißt schon, dass Straftaten i.S.d. StGB nur von natürlichen Personen begangen werden können?

Erklär doch mal wo du, anhand der Sachverhaltsdarstellung, schon einen vollendeten Betrug gesehen haben willst. Vielleicht lern ich noch was.

Kommentar von MoralGott ,

Von vollendeten Betrug schrieb ich nichts! 

Ja, und diese natürliche Personen arbeiten für die Unternehmen. Das diese einzelnen Personen schwer auszumachen sind und Strafanzeigen deswegen relativ sinnlos sind, ist mir auch klar.

Antwort
von pilot350, 70

Häufig werden die telefonischen Stornos nicht in das Rechnungswesen im Rechner der Firmen eingetragen und der Rechner arbeitet nach Zahlungseingang und schickt solche unqualifizierten Mahnungen raus. Schreibe noch einen Brief und erläutere nochmals den Sachverhalt wie heute hier und dann lass die ruhig weitere Maßnahmen einleiten. Die haben die Ware ja zurück bekommen, also hast Du keine Schulden bei der Firma.

Kommentar von Schlappentiger ,

Der Kunde hat keine Schulden beim Händler, aber bei Billsafe. Der Händler hat den Einzug der Forderung an Billsafe abgetreten.

Der Händler muss die Stornierung auch an Billsafe melden (hat er angeblich getan, aber dann dürfte keine Mahnung mehr kommen), sonst kommen immer wieder Mahnungen.
Wenn die Annahme verweigert wurde, muss die Ware an den Händler zurückgegangen sein. Der soll mal seine Retouren ordentlich bearbeiten.

Vor allem soll er den Eingang der Retoure bestätigen. Ist das noch nicht geschehen, soll er bei DHL nachfragen oder einen Nachforschungsantrag stellen. Bzw. zumindest dem Kunden die Sendungsnummer mitteilen, damit dieser selbst tätig werden kann.



Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community