Frage von Muggelchen71, 39

Unbefugtes betreten einer Pferdeweide, Pferd greift an, wer haftet?

Ich frage im Auftrag einer Freundin. Es geht um einen Offenstall mit großer Weide, Weide ist für die Pferde 24 Stunden zugänglich. Stall und Weiden sind gepachtet. Ein kleiner Teil der Weide soll als Bauplatz verkauft werden, der Verpächter hat inseriert. Einen Markler beauftragt.

Nun kommt es vor, dass der Markler ungefragt mit Interessenten den Zaun aufmacht und auf die Weide geht. Der Verpächter hat dies erlaubt, aber meine Freundin ist Pächterin und wurde nicht gefragt.

Ein Pferd auf dieser Weide reagiert extrem auf unbekannte Besucher auf der Weide. Sie galoppiert drauf zu, steigt und tritt aus. Kurz um, sie würde evtl auch drüber rennen. Mehrere Schilder weisen darauf hin, dass es lebensgefährlich ist diese Weide zu betreten.

Da der Markler niemanden informiert um Termine abzumachen und einfach irgendwann kommt, kann man die Pferde ja auch nicht wegsperren. Diesen Weideteil abzutrennen bringt nichts, da der Markler den Interessenten das ganze Grundstück zeigt und die Weide abläuft.

Wer haftet im Fall eines Unfalls? Der Verpächter wurde ausgiebig darauf hingewiesen, der Markler weiß auch Bescheid. Er nimmt das nicht ernst.

Es ist erst seit kurzem so und zum Glück half der Zufall, das es wärend eines Ausrittes war oder die Pferde im Stall am Fressen waren oder diese eine Stute von der Reitbeteidigung geputzt wurde. Da sie nur einmal am Tag am Stall ist und der Markler zu unterschiedlichen Zeiten kommt, weiß man ja nicht was man vorbeugend tun kann. Sie hat nun echt Angst, dass da was passiert. Im normalem Umgang und beim Ausreiten ist dieses Pferd total anständig und lieb. Es ist nur auf der Weide so, weil da mal ein Vorfall war.
Selbst wenn ihr Auto da steht und sie sichtbar am Stall am arbeiten ist, hält es der Markler nicht für nötig mal nachzufragen. Würde mich über Tipps freuen. Danke Was kann man da noch machen und wer haftet? Es ist ein komplett eingezäuntes Gelände mit Hinweisschildern.

Antwort
von Muggelchen71, 16

Vielen lieben Dank für Eure Antworten!

Eine Versicherung besteht! ABER... wie ist das mit dem unbefugtem Betreten ohne irgendwas zu sagen, ohne wenigstens eine Zeit zu nennen.

Auch wird der Zaun nicht so verschlossen, dass der Strom überall fließt.

Meiner Freundin stinkt es gewaltig, dass der mehrmals pro Woche einfach auf ihr gepachtetes und eingezäuntes Grundstück geht. Den Zaun aufmacht und auch danach nicht richtig verschließt.

Das kann doch nicht alles so erlaubt sein.

Man könnte doch einfach Termine abmachen und dann wäre sie oder die Reitbeteidigung vor Ort und alles wäre einfacher.

Aber dieser Markler hat da kein Interesse dran! Macht was er will und wenn dann noch was passiert ist sie die Blöde. Dieser Zaun grenzt an einer Straße und auch aus versicherungstechnischer Sicht muss da Strom drauf, doch wenn dieser Herr die Isolatoren falsch einhängt fließt dieser nicht weiter.

Muss man denn alles hinnehmen?

Antwort
von Rockuser, 26

Tja, der Besitzer vom Pferd muss leider in dem Fall Haften. Deshalb ist es zu empfehlen, das Pferd zu versichern. ( Tier- Haftpflicht.)

Schau hier.

https://www.anwalt.de/rechtstipps/wer-haftet-bei-einer-weideverletzung_002145.ht...

Kommentar von Fregrin ,

In dem verlinkten Artikel geht es um Verletzungen von Tieren auf derselben Weide: "[...] wer eigentlich haftet, wenn das eigene Pferd auf der Wiese verletzt wird, oder aber ein anderes Pferd verletzt."

Das ist doch ein ganz anderer Fall.

Kommentar von Muggelchen71 ,

Versicherung besteht.

Antwort
von Antwortapparat, 19

derjenige der das Gelände unbefugt betritt haftet für sich selber.

das Gesetz sagt etwas anderes


§ 833
Haftung des Tierhalters

Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.

Das ist Zivilrecht

§123 StGB ist Hausfriedensbruch. der hier begangen wird.



Antwort
von SgtBaracus, 20

Es haftet immer (leider) der Tierhalter, zumindest hat er immer eine Teilschuld. Dieses Thema wurde aber auch schon überall im Internet ausführlich behandelt, da muss man nur mal kurz auf Google schauen und schon hat man einige Ergebnisse.

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