Frage von Shadea, 66

Umzug mit 17 - wie finanziere ich das?

Hallo zusammen =)

Ich bin 17 Jahre alt und mache ab September ein Jahr BFD bevor ich im Anschluss mein Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg nachhole. Gegen Ende 2016 / 2017 plane ich von zuhause auszuziehen - wobei meine Eltern mich unterstützen - und bin leicht verwirrt was die Finanzierung angeht. Die Wohnung will ich dann während der BFD Zeit (3/4 Jahr) und der anschließenden Schulzeit (2-3 Jahre) behalten.

BFD: 175€ / Monat Kindergeld: 190€ / Monat

Wie das mit Schüler BAFÖG für die Zeit danach aussieht, ist mir noch nicht klar. Ich müsste also Wohngeld beantragen und davon eine Wohnung bezahlen, die ich auch im Anschluss mit BAFÖG finanzieren kann.

Hat jemand Erfahrung mit Wohngeld als BFD'ler / Schüler? Wie habt ihr das organisiert / beantragt? Gibt's vielleicht eine Beratungsstelle in der Kommune?

Danke im Voraus!

|- Shady

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Laury95, 19

Erst mal sind deine Eltern zum Unterhalt verpflichtet, wenn sie genügend Einkommen haben. Dies wird auch die Bafög-Höhe beeinflussen. Wohngeld wurde ja schon beantwortet, das gibt es erst ab einem bestimmten Gehalt.

Wenn dein BFD zu weit von zuhause entfernt ist, kannst du mal beim Jobcenter nach Finanzierungsmöglichkeiten nachfragen. Die genehmigen aber meist erst eine Finanzierung der Wohnung etc. wenn man ein festes Arbeitsverhältnis hat, also eine Ausbildung oder einen richtigen Job, ein FSJ oder ein Minijob zählen nicht dazu.

Du müsstest also entweder am Wochenende jobben, oder zuhause wohnen bleiben. Jedenfalls, bis du Bafög bekommst.

Kommentar von Shadea ,

Okay, ich werde mich dann bei der Stadt erkundigen, weil ich inzwischen tonnenweise widersprüchliche Informationen auf unterschiedlichen Seiten gelesen hab (bin im Urlaub, deswegen hab ich erstmal online gefragt). Bei 'ner 39 Stunden Woche am WE noch zusätzlich zu jobben, fänd ich ein bisschen extrem um ehrlich zu sein. Mein Fehler war vermutlich von Anfang an, dass ich erwartet hatte, der BFD würde zumindest ansatzweise an den früheren Zivildienst herankommen, dem ist ja wohl aber nicht so.

Danke für die Antwort!

Kommentar von Laury95 ,

Ja, da hast du Recht, das wäre echt übertrieben, man möchte ja wenigstens das Wochenende dann auskosten. Finde die Entlohnung für ne 39 Stunden Woche auch viel zu gering, bei anderen Institutionen wie Caritas etc. bekommt man schon meist über 250 Euro und arbeitet weniger. Aber hauptsache, die Arbeit macht Spaß.

Danke für den Stern :)

Kommentar von Shadea ,

Ich war auch etwas geschockt, als ich gesehen hab, wie gering der Lohn ausfällt (300€ unter dem Maximalgehalt). Aber es ist ja nicht für's Geld. =)

Bloß hatte ich dann irgendwie gehofft, dass die 175€ dann eben auch wirklich nur Taschengeld sind und ich Geld für eine Unterkunft problemlos beantragen kann. Schade.

Expertenantwort
von Fortuna1234, Community-Experte für Bafög, 45

Hi,

für Wohngeld brauchst du ein Mindesteinkommen - und das hast du gar nicht. Abgesehen davon ist Wohngeld ein minimaler Zuschuss zur Miete und soll gar nicht die gesamte Miete decken. Wohngeld wird also nichts.

Mir bleibt es ein Rätsel wie du dir das finanzieren willst. Ich denke du gehst davon aus, dass da Geld von staatlicher Seite kommt - das ist aber nicht der Fall. Du solltest dir das also nochmal alles gut überlegen.

Kommentar von Shadea ,

Als BFD'ler habe ich "gegebenenfalls" Anspruch auf Wohngeld. In meinem Fall also nicht? Dann MUSS ich während des BFD zuhause oder unter der Brücke schlafen? Spätestens mit 18 Jahren sollte es mir doch möglich sein eine eigene Wohnung zu finanzieren...

Also in kurz... ich habe Pech gehabt weil ich für'n Hungerlohn (aber aus politischer Überzeugung) in der Flüchtlingshilfe für den Staat arbeite?

Kommentar von Fortuna1234 ,

Du hättest ggf. Anspruch auf Wohngeld, wenn du genug verdienst um nachweisen zu können wie du dein restliches Leben finanzierst. Ich hatte zb 700€ verdient, 225€ Miete und hatte 75€ Wohngeld bekommen. Das ist nicht dafür da, dass sich jemand ohne Geld eine Wohnung leistet, sondern soll Geringverdiener nochmal etwas unter die Arme greifen. Du musst also dein Einkommen erhöhen.

Ansonsten ist es absolut nicht selbstverständlich mit 18 einfach mal so eine Wohnung zu haben. Meine erste eigene Wohnung hatte ich mit 28 mit einem sehr guten Gehalt nach dem Studium. Davor habe ich in WG-Zimmern, Wohnheimen oder Privatleuten gelebt, um eben nicht auf der Straße leben zu müssen.

Und nein, du hast nicht Pech gehabt, weil du für einen Hungerlohn in einem Flüchtlingsheim arbeitest, sondern du hast Pech weil du mit 18 Jahren davon ausgehst, dass andere für deinen persönlichen Luxus zahlen sollen. Mit 18 ist man gaaaanz am Anfang der Karriereleiter und das schlägt sich auch eben in der Unterkunft unter. Es hat Gründe warum viele daheim wohnen und wer es nicht kann/will sich mit kleinen (manchmal 10qm.Zimmern) arrangieren.

Spätestens mit 18 Jahren sollte es dir nicht möglich sein eine eigene Wohnung zu finanzieren, sondern dir sollte in dem Alter klar sein, dass Geld nicht auf Bäumen wächst und dass es einen Grund hat, warum man zu Beginn des Lebens lernt, arbeitet und spart um sich dann später etwas leisten zu können - dann wenn man es sich auch verdient hat.

Kommentar von Shadea ,

Bitte spar dir deinen herablassenden Ton, der ist absolut nicht angemessen.

Mir ist durchaus klar, dass "Geld nicht auf Bäumen wächst", ich hatte um Ratschläge zu Finanzierungsmöglichkeiten gebeten, nicht um Belehrungen. In meinem Kurs am WBK hatte ich mehrere junge Mitschüler (zwischen 18-25) die in einer eigenen Wohnung gelebt haben und von denen ich weiß, dass sie nicht gearbeitet haben.

FYI: Ich werde für 175€ im Monat 39 Wochenstunden arbeiten. Ich glaube ich habe verstanden, dass man sich Geld verdienen muss. Danke trotzdem für deine gutgemeinte, wenn auch etwas unpassende Antwort.

Kommentar von Fortuna1234 ,

Wieso überheblich? Du schreibst, dass du mit 18 (spätestens ja mit 18) eine Wohnung finanzieren bekommen sollst. Ich bringe nur etwas Realität in diese Vorstellung.

Du hast dein Kindergeld, du hast deine 175€ Gehalt. Das sind 365€. Deine Eltern wollen dich unterstützen und da ich davon ausgehe, dass sie nicht nur sagen "Ja, zieh aus" und sich keine Gedanken um die Finanzierung machen, werden sie dir ja wohl auch 100-200€ dazugeben. Ansonsten kannst du noch fürs Wochenende einen Nebenjob machen. Du musst nicht mal 450€ verdienen, sondern 100-200€ reichen.

Damit hast du dann genauso viel Geld wie andere Azubis/Schüler/Studenten auch. Und die leben ja auch nicht alle auf der Straße. Ich habe mit 500€ 3 Jahre lang gelebt, habe in einem Zimmerchen für 200€ monatlich gelebt (WC, Dusche etc. auf dem Flur) und kam gut klar.

Das ist die Finanzierung mit der du rechnen kannst. Bevor du also irgendwelche Mietverträge unterschreibst (ab 18 bist du ganz alleine dafür haftbar) sollttest du also überlegen, was du wirklich vom Leben willst. Nur weil du jetzt nicht alles hast, was du möchtest, heißt das nicht, dass das in 2-5 Jahren immernoch so ist. Da musst du eben aber auch erstmal hinkommen,

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