Frage von DocSauerkraut, 38

Umzug in Ausweichwohnung wegen Modernisierungsmaßnahme: Habe ich Anspruch auf Entschädigung meines Verdienstausfalls?

In unserem Haus wird es demnächst eine Modernisierungsmaßnahme geben die es erforderlich macht, dass wir für eine gewisse Zeit in eine Ausweichwohnung ziehen müssen. Der Transport unserer Möel wird vom Vermieter bezhalt, dennoch müssen wir ja den Umzug vorbereiten, alle Sachen verpacken usw. was sicherlich mindestens zwei Tage dauern wird. Da ich Freiberufler bin bedeutet dies, dass ich während dieser Zeit nicht arbeiten kann. Und der ganze Spaß wiederholt sich, wenn wir am Ende der Ausweichzeit wieder zurück müssen. Habe ich hier gegenüber Vermieter einen Ansruch auf Entschädigug für meinen Verdienstausfall?

Antwort
von Genesis82, 23

Wenn dir nachweislich ein Schaden entstanden ist, dann ist der auch zu ersetzen. Aber gerade als Freiberufler (was genau machst du denn freiberuflich?) hast du ja etwas bessere Bedingungen als ein Arbeitnehmer und kannst deine Arbeit unter Umständen so legen, dass es für die Vorbereitungen passt.

Gehört denn das Verpacken nicht mit zu den Leistungen des Umzugsunternehmens?

Kommentar von DocSauerkraut ,

Vielen Dank für die Antwort.
Sollte das Einpacken durch das Unternehmen erledigt werden, so reduziert sich natürlich die entfallene Zeit für mich. Bisher wurde uns aber nur der reine Transport und Ab-/Aufbau der Möbel zugesagt.

Ich arbeite als Berater in der Pharmabranche, bin mehr als voll ausgelastet und arbeite 5-6 Tage die Woche 8-10 Stunden. Daher kann ich auch nur begrenzt etwas umlegen und mir entgeht hier wirklich Arbeitszeit bzw. Verdienst.

Kommentar von bwhoch2 ,

Ich denke mal, als Pharmareferent, der so fleißig arbeitet, wirst du ab und zu auch mal Urlaub brauchen. Nun ist ein Umzug zwar kein Urlaub, aber wie machst Du es sonst, wenn Du Urlaub brauchst? Oder arbeitest Du tatsächlich rund 300 Tage im Jahr 8 - 10 Stunden?

Wenn man nach der Aktion in eine neu modernisierte Wohnung umziehen kann, ist das doch auch was wert. Die dann womöglich fällige höhere Miete wird Dir wohl auch nichts ausmachen. Es wird schön sein, in die moderne Wohnung wieder einziehen zu können.

Übrigens gehören zu den Modernisierungskosten auch alle Kosten, die aufgrund des Umzugs anfallen. Somit also auch der evtl. von Dir beanspruchte Verdienstausfall. Die Mieterhöhung für Modernisierung wird also auch unter Einbeziehung dieser Kosten berechnet, sodass Du sie, wenn Du vor hast, noch längere Zeit in der Wohnung zu bleiben, am Ende doch ganz oder teilweise wieder selbst bezahlst.

Derzeit sind es 11 % der Modernisierungskosten, die pro Jahr auf die Miete aufgeschlagen werden können. Es dauert somit 9 Jahre, bis der Mieter die Modernisierung bezahlt hat. Angenommen, Du machst 1000 € insgesamt für Verdienstausfall geltend, würde das allein einer Mieterhöhung von 9,16 € je Monat entsprechen.

Natürlich liegt es an Dir, zu überlegen, ob Dir die 1000 € sofort lieber sind, als eine nicht ganz so deutliche Mieterhöhung und natürlich musst Du auch überlegen, ob es Dir gelingt, den Verdienstausfalls so genau zu beziffern, dass er auch wirklich konkret geltend gemacht werden kann. Falls es zu einem Streit über die Höhe kommt und dieser vor Gericht ausgetragen werden muss, was wohl zu einem Vergleich führen würde, kommen noch evtl. Kosten eines solchen Rechtsstreits hinzu.

Du kannst nun überlegen und kalkulieren, ob es für Dich sinnvoll ist, den Verdienstausfall zu fordern. Vielleicht verlangst Du ihn einfach mal, um erst einmal heraus zu finden, wie sich Dein Vermieter verhält.

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