Umverteilung verdrängt Subsidiaritätsprinzip?

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2 Antworten

Beide Verhaltensweisen, Selbstverantwortung und Eigeninitiative wie auch die gemeinschaftliche Fürsorge und ein gesellschaftlicher Ausgleich der Unterstützung Schwächerer durch die Stärkeren sind keine Gegensätze, müssen es jedenfalls nicht sein. Das gesellschaftliche Miteinander ist vielfältig, auch in den Aufgaben und es gibt Aufgabenbereiche, die in gemeinsamer Sorge besser aufgehoben sind als in der Einzelverantwortung (Sicherheit und andere gemeinschaftliche Aufgaben) und es gibt Bereiche, in denen es für alle besser ist, wenn in Selbstverantwortung und Eigeninitiative die individuellen Begabungen fruchtbar gemacht werden. Das hat bereits Adam Smith in seinem "Wohlstand der Nationen" so ausgeführt entgegen mancher schiefer und einseitiger Darstellung. Eine polare Entgegensetzung beider Verhaltensweisen verhindert, dass die beste Kombination gefunden werden kann.

Prinzipiell ist es ein uralter Konflikt, die Ansprüche der Individuen und die Ansprüche der notwendigen Gemeinschaft ausgewogen zu bedienen. Ich denke, dass das auch von der Größe der Gemeinschaften abhängt, dass Massengesellschaften nur scheinbar dem Individuum mehr Freiraum geben. Die Untergliederung in Bund, Länder und Gemeinden ist aus dieser Sicht sinnvoll, wenn nicht die Machkompetenzen der Politiker sondern das Wohl der Gemeinschaft Maß sind, dass die größere Einheit nicht alle Regelungen an sich reißt. Offener tritt das mit Europa und der Zentralbürokratie in Brüssel zutage. Meiner Meinung nach wird da Demokratie ausgehebelt von einer Seilschaft aus Politik-, Wirtschafts- und Medieneliten. Wenn die Menschen das Gefühl haben, dass sie langsam zu modernen Sklaven degradiert werden, sind entweder Widerstand oder Interesselosigkeit die Folge samt Verweigerung eines größeren Engagements. Wer mit kritischem Blick durch die DDR der letzten Jahre gefahren ist, hat z.B. nicht nur Spuren der Misswirtschaft gesehen sondern auch viele Zeichen des Desengagements und der Verweigerung.

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