Frage von alegna818181, 110

Umschulung mit 35?

Hallo liebe Community!
Ich bin Altenpflegerin und möchte sehr gerne zur Hebamme umschulen.
Was meint Ihr, wie meine Chancen stehen (aufgrund meines Alters). Würde man mich an eine Hebammenschule annehmen? Könnte ich, wenn es dann klappt, wohl verkürzen und nur zwei Jahre, anstatt drei Jahre lernen?
Vllt. hat es ja jmd. von euch schon durchlebt o. kennt jmd. der diesen Weg gegangen ist.
Danke im Voraus für Eure Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isebise50, 59

Dir ist schon klar, dass du bei einem Wechsel von der Pflege ins Krankenhaus vom Regen in die Traufe kommst!?

Schicht-, Feiertags-, Wochenend- und Nachtdienst , häufiges Einspringen im Krankheitsfall, Mehrarbeit und Überstunden, immer mehr Schreibkram und weniger Zeit für die eigentliche Hauptaufgabe und das alles bei chronischer Unterbesetzung...

Nur bei einer abgeschlossenen Ausbildung zur Kinderkranken- oder Krankenschwester kann die Ausbildung auf Antrag auf zwei Jahre verkürzt werden.

An jeder der 58 Hebammenschulen in Deutschland wird ein Ausbildungsgehalt gezahlt und es bewerben sich viele Mädchen und Frauen in den unterschiedlichsten Alterklassen (von 17 bis etwa 40 Jahren). Vielleicht ist gerade deine Reife ein Pluspunkt und hebt dich von so mancher naiven Bewerberin ab.

Denn der Beruf der Hebamme ist nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen, süße Babys, selbstbestimmende, kraftvolle Gebärende und glückliche Mütter...

Als Hebamme begleitest du auch Geburt mit weniger schönem Ausgang; stille (Tod- oder Fehl-) Geburten, Geburten von behinderten oder missgebildeten Kindern bis hin zu nicht mit dem Leben zu vereinbarende Fehlbildungen, dramatische Notfälle unter der Geburt mit Bedrohung des Lebens von Mutter und Kind, Geburten von unerwünschten Kindern...

Du kommst mit sämtlichen Ausscheidungen in Berührung; Blut, Fruchtwasser, Urin, Kot, Erbrochenes... Nicht jede werdende Mutter ist frisch geduscht, wohlduftend und gut gepflegt...(aber das kennst du ja alles als Altenpflegerin).

Nicht selten kommst du mit bakteriellen und viralen Infektionen und Pilzerkrankungen in Kontakt; Syphilis, Toxoplasmose, Gonorrhoe, Chlamydien, Varizellen, Masern, Mumps, Tuberkulose, B-Streptokokken, Röteln, Cytomegalie, Herpes simplex , Hepatitis B und C, HIV, Humanes Papillomavirus...

Du arbeitest als freiberufliche Hebamme schlecht bezahlt, in einer ungeklärten Versicherungsproblematik und in Dauerbereitschaft...

Es ist ein stressiger, verantwortungsvoller, manchmal auch trauriger und unterbezahlter Beruf und er ist vielfältig, erfüllend und wunderbar.

Auf jeden Fall - sowohl um einen Einblick in den Beruf zu erlangen als auch um deine Chancen bei deiner Bewerbung für einen Ausbildungsplatz zu erhöhen - empfehle ich dir ein Praktikum. Das kannst du z.B. im Krankenhaus, in einer Hebammenpraxis, im Geburtshaus und/oder bei einer freiberuflichen Hebamme machen.

Schau mal unter

http://www.ausbildung-hebamme.de/Bewerbung-Hebammenausbildung.html

hier findest du viele nützliche Tipps rund um den Beruf und deine Bewerbung.

Alles Gute für dich und viel Erfolg!


Kommentar von alegna818181 ,

Vielen Dank für deine detaillierte Antwort.  Ich weiß, worauf ich mich einlasse, bin selber 3 mal Mutter geworden und im Altenpflegeberuf herrschen die gleichen Bedingungen, wie im KH.
Danke!:)

Kommentar von isebise50 ,

Vielen Dank für deine Auszeichnung alegna818181!

Antwort
von johnnymcmuff, 46

Ich bin Altenpflegerin und möchte sehr gerne zur Hebamme umschulen.

Eine Umschulung bekommt man nur finanziert, wenn der Kostenträger es für erforderlich hält.

Z.B. aus gesundheitlichen Gründen.

Du kannst allenfalls die Umschulung nur machen, wenn Du sie selber bezahlst.

Antwort
von Reanne, 64

Der Beruf jat keine guten Zukunftsaussichten mehr; viele Hebammen geben auf, weil die Versicherungsbeiträge jedes Jahr höher werden, so dass vom Entgelt nicht mehr genug zum Leben übrig bleibt.

Kommentar von isebise50 ,

Angestellte Hebammen (die bisher noch nicht von der Versicherungsproblematik betroffen sind, da der Arbeitgeber die Prämien zahlt) werden händeringend gesucht.

Antwort
von tactless, 60

Je älter man wird, umso schwieriger wird es sicherlich, aber unmöglich ist es nicht. Kenne eine Frau die mit 60 noch angefangen hat zu studieren. 

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