Frage von ValliOkkel, 57

Umsatzsteuer als händler?

Wenn ich als selbstständige (Kleinunternehmen) Sachen kaufe und darauf Umst zahle, bekomme ich die dann wieder, weil ich ja nur weiter verkaufe?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von kevin1905, 36

Als Kleinunternehmer stellst du keine Umsatzsteuer in Rechnung, das ist die Definition des Kleinunternehmers, die USt wird nicht erhoben (§ 19 Abs. 1 UStG).

Folglich darfst du auch keine Vorsteuer abziehen.

Antwort
von priesterlein, 39

Du kannst Vorsteuer und Umsatzsteuer miteinander verrechnen.

Du selber bekommst gar keine Steuer, die geht an das Finanzamt. Aber du spielst für sie den Steuereintreiber und darfst die Umsatzsteuer, die du einnimmst und die gezahlte Vorsteuer in den Erklärungen an das Finanzamt eintragen.

Kommentar von ValliOkkel ,

Also ich zahle Vorsteuer, Rechne auf meine Ware Umsatzsteuer drauf um sozusagen die Vorsteuer "neutralisieren" (mir fällt gerade kein anderes Wort ein) und im Endeffekt ist dann die Umsatzsteuer, die ich auf das Produkt noch extra erhebe die Mwst, die der Kunde zahlt.. Ist das so richtig?:'D

Kommentar von priesterlein ,

Du zahlst Vorsteuer, wenn du etwas einkaufst: Ja.

Du nimmst beim Verkauf deiner mehrwertsteuerpflichtigen Produkte und Leistungen Mehrwertsteuer ein: Ja.

Die eingenommene Mehrwertsteuer ist die Umsatzsteuer, die du für das Finanzamt eingetrieben hast. Wenn du deine Umsatzsteuervoranmeldung abgibst, trägst du das Zeug, Umsatzsteuer und Vorsteuer, da in den entsprechenden Zeilen ein und zahlst die Differenz an das Finanzamt. Was du zahlst, ergibt sich aus der Summierung aller Zeilenbeträge der Anmeldung.

Am Jahresende wirst du noch mal eine Jahreserklärung abgeben, in der dann die genauen Beträge stehen und die dann wieder mit deinen Voranmeldungen des Jahres gegengerechnet werden.

Kommentar von ValliOkkel ,

Okay also ist es im Endeffekt egal ob ich ein Produkt für 5€ verkaufe und daran 2€ Gewinn mache oder ob ich ein Produkt für 50€ Laufe und daran Gewinn mache?

Übrigens danke du hast mir sehr geholfen :)

Kommentar von priesterlein ,

Der Gewinn ist dei Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Da die Steuer nur ein Durchlaufposten auf dem Weg zum Finanzamt ist, musst du den Gewinn an den Nettopreisen rechnen. Der Gewinn ist die einzige Größe, die dir aussagt, ob du so überleben kannst und da kann es durchaus einen Unterschied machen, zu welchen Preisen man ein- und verkauft.

Kommentar von ValliOkkel ,

Also ja.. Es ist egal ?! Die Differenz ist ja dann gleich zwischen sagen wir 50€ ausgaben,52 Umsatz und zwischen 3€ ausgaben und 5€ Umsatz 

Kommentar von kevin1905 ,

Du kannst Vorsteuer und Umsatzsteuer miteinander verrechnen.

Nur als Regelunternehmer. Als Kleinunternehmer sicher nicht.

Kommentar von PLOOS ,

Klar geht das wenn du bei deinem erfassungsbogen vom Finanzamt angekreuzt hast das du Umst erheben willst auch wenn du Kleinunternehmer bist

Kommentar von kevin1905 ,

Nein, man kreuzt dann an, dass man gerne zur Regelbesteuerung optiert.

Zeile 136 oder 137 unter Punkt 7.3

Dann verzichtet man trotz entsprechendem Umsatz auf die Kleinunternehmerregelung und ist regelbesteuert, muss USt abführen und darf Vorsteuer ziehen.

Antwort
von Griesuh, 15

Zum einen es gibt Keinkleinunternehmen. Es gibt Unternehmen und Gewerbe.

Das was du meinst ist die Kleinunternehmerreglung nach § 19 UstG.

Danach bist du von der Umsatzsteuer (MwST) befreit, bzw sie wird vom Finazamt bei dir nicht erhoben, wenn der Jahresumsatz 17.500€ nicht übersteigt. ( Umsatz nicht gleich Gewinn)

Alle anderen Steuerarten und Abgaben bleiben von dieser Reglung unberührt.

Und wie kommt ihr immer auf diese Idee, dass euch das Finazamt was zu rückbezahlt?

Als Gewerbebetreibender , der die §19 UstG Reglung nutzt, bleibst du auf deiner verausgabten MwST sitzen. Du darfst die beim FA nicht gegenrechnen . Auch darfst du auf deinen Rechnungen die MwST nicht extra ausweisen.

Ich verstehe bis jetzt immer noch nicht, was ihr euch an Steuerersparnissen durch diese § 19 reglung versprecht. Ihr spart nichts.

Antwort
von ctest, 33

Nein, der Fehler, von diesem Kleinunternehmen-Statut ist es, dass die MwSt nicht in Rechnung gestellt werden kann. Und man kann auch die Vorsteuer (=die MwSt, die der Kleinunternehmer auf seine Einkäufe bezahlt) nicht abziehen. <

Deshalb sind Kleinunternehmen als Lieferanten für richtige Firmen auch ziemlich wenig interessant. Dieses Kleinunternehmens-Konzept ist eine bösartige Sauerei gegen die Menschen, die sich auf solch eien Mist einlassen.   

Kommentar von ValliOkkel ,

Och das macht mich jetzt bisschen sauer muss ich sagen.. 

Das Problem ist,dass ich nur als Kleinunternehmen handeln kann,da ich noch zur Schule gehe und das Jobcenter mich finanziert. Für ein richtiges Unternehmen fehlt mir da die Zeit wobei es ja eigentlich keinen Unterschied macht bis auf,dass wenn man mehr als 17,500€ im Jahr Umsatz macht man die Steuer bezahlen muss. Eigentlich wäre es doch dann besser mehr als 17,500€ Umsatz zu machen bei sagen wir mal trotzdem nur 160€/Monat Gewinn oder? Dann kann mir das Jobcenter nämlich nichts abziehen und ich habe trotzdem meinen Gewinn.

Kommentar von kevin1905 ,

Das Problem ist,dass ich nur als Kleinunternehmen handeln kann,da ich noch zur Schule gehe und das Jobcenter mich finanziert.

Da besteht keine Kausalität.

Auch ein Regelunternehmer kann bedürftig sein und Anspruch auf Leistungen nach SGB II haben.

Dann kann mir das Jobcenter nämlich nichts abziehen und ich habe trotzdem meinen Gewinn.

100,- € Gewinn sind anrechnungsfrei. Darüber liegender Gewinn wird zu 80% auf den Regelbedarf angerechnet. Daher sollte in der vorläufigen EKS der Gewinn entsprechend NIEDRIG geschätzt werden.

Läuft es besser als prognostiziert musst du dem Jobcenter halt ein wenig zurück zahlen.

Dein Denkansatz wird aber zum Scheitern führen, aus mehreren Gründen.

  1. Das Ziel selbständigen Unternehmertums ist die Maximierung von Umsatz und schließlich Gewinn, nicht diesen möglichst klein zu halten. Ich hatte letztes Jahr 200.000,- € Gewinn, dieses Jahr werden es vermutlich um die 220.000,- €. NIEMALS das Einkommen nach oben begrenzen!
  2. Dir fehlen elementare kaufmännische und (steuer)rechtliche Kenntnise. Das ist kein Weltuntergang, wenn dan letztere auslagert.
  3. Du lagerst nicht aus, du verzichtest auf den Steuerberater (dessen Kosten du wiederrum absetzen könntest und die das Jobcenter immer anerkennt als Betriebsausgaben).
  4. Über Businessplan rede ich mal gar nicht.

Also such dir professionelle Unterstützung. Werde erfolgreich und lass das Jobcenter hinter dir.

Kommentar von ValliOkkel ,

Das war nur ein Beispiel :) ich weiß selbst,dass mir dazu noch einiges fehlt aber dennnoch betreibe ich seit einer längeren Zeit einen Onlineshop, der gut läuft und bevor mir das FA ne Abmahnung schickt melde ich lieber ein Gewerbe an. Ich habe halt Angst viel zu verdienen, weil ich mir nicht vorstellen kann mich neben der Schule noch mit einer Existenzgründung zu beschäftigen (noch nicht). Mein Gewinn liegt ungefähr bei 200-300€/Monat also eigentlich ein nettes Taschengeld. Ersteinmal bin ich nicht darauf bedacht mir eine Existenz aufzubauen, sondern langsam rein ,alles erkunden , schnuppern und meinen Abschluss machen. Danach evtl das Ziel richtiges Unternehmen befolgen. Naja damit ich mich da nirgendwo vertue informiere ich mich halt :) das ist doch eher gut als schlecht..?! Und den Steuerberater werde ich hinzuziehen sobald ich meinen ersten Monat als Kleingewerbliche wirklich über 100€ verdient habe. Da tut sich mir noch eine Frage auf: unter 17,500€ Umsatz muss ich keine Steuern zahlen. Wie soll ich dann den Steuerberater abführen? Zum Thema Businessplan..  So weiter wie jetzt mit einem exponentiellem Wachstum durch Investition des Gewinns, zur Vergrößerung des Kapitals und damit des investierbarem Geldes ohne (erstmal) so viel Geld zu verdienen, dass das Jobcenter für mich nicht mehr aufkommt (ich glaube da liegen wir bei 600 oder 700€). Zu dem Anrechnungsfreiem: Mein stand sind 165€ und alles darauf abgeben bis auf 20%. Da werde ich mich aber noch mal persönlich bei denen informieren. Achso und um nochmal auf kaufmännische Fähigkeiten zu kommen: ich wollte diesbezüglich nächstes Jahr einen 3 tägigen Kurs besuchen. Also langsam ins Wasser.. Erst den Zeh rein und nicht gleich eine Arschbombe :D 

OK... Ziemlich viel Text.. Sr

Kommentar von 123Paluna ,

Du kannst ebenso auf die Kleinunternehmerregelung verzichten...

Kommentar von kevin1905 ,

Dieses Kleinunternehmens-Konzept ist eine bösartige Sauerei gegen die Menschen, die sich auf solch eien Mist einlassen

Es verringert den Verwaltungsaufwand für den Unternehmer aber auch die Finanzverwaltung ungemein und soll gerade Gründern helfen sich am Anfang auf das Wesentliche zu konzentrieren, dem generieren von Kunden und geschäftlichen Kontakten.

Die KU-Regelung hat schon ihre Daseinsberechtigung. Und wenn der Kundenkreis überwiegend aus Endverbrauchern besteht, ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Es bleibt ja immer noch die Option zur Regelbesteuerung zu optieren.

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