Frage von Ententrainer, 149

Umsatzsteuer / Mwst rückwirkend geltend machen und was lässt sich gegenzeichnen?

Ich habe zwei Fragen :-) Ab dieses Jahr muss ich 19% Mwst abführen auf all meine Rechnungen. Nun habe ich den Bescheid erst Anfang des Jahres bekommen und habe bereits Rechnungen geschrieben ohne Mwst. Darf und kann ich den Firmen Rückwirkend eine neue Rechnung schreiben und 19% drauf schlagen? Ist das unverschämt? Wie wird das gehandhabt?

Und eine weitere Frage. Was kann ich denn gegen- rechnen. Also klar sind ja alle Ausgaben die ich in meinem Beruf habe. Zählen auch private Ausgaben dazu? Also Krankenversicherung ? Miete? Oder wie wird das gehandhabt. Danke sehr :-)

Edit: Frage ist ja - ich nehme bsp. 1000€ ein zahle dafür Mwst. Nun müsste ich aber wieder 1000€ Ausgaben haben um Mwst plus minus 0 zu bekommen.

Frage. wie soll ich dann Miete und co bezahlen :-D Oder denke ich da falsch

Antwort
von wfwbinder, 116

1. Warum musste Dir das Finanzamt mitteilen, dass Du ab 01. 01. 2016 Regelbesteuerer bist. Kontrollierst Du Deine Umsätze nicht?

2. Es wundert mich auch dass das Finanzamt vor Abgabe Deiner Steuererklärungen 2015 weis, dass Du in 2015 mehr als 17.500,- Umsatz hattest.

3. Bei Unternehmern kannst Du die Rechnungen korrigieren. also von 500,- nach § 19 UStG, auf 500,- + 19 % = 95,- Umsatzsteuer, auf insgesamt 595,-. Das müssen die nicht akzeptieren.

4. Gegen Deine Umsatzsteuerlast, egal ob nun nachberechnet, oder schulden, ohne es nachberechnen zu können, kannst Du die Umsatzsteuerbeträge aus Eingangsrechnungen für Deinen Betrieb, als Vorsteuer gegen rechnen. Also Wareneinkauf, Bürobedarf, Telefon usw. Die Differenz ist dann Deine Zahllast. Das Ergebnis Deiner Umsatzsteuervoranmeldung.

5. Die Umsatzsteuervoranmeldung ist ein Abfallprodukt Deine Buchführung. Alle Buchhaltungsprogramme die ich kenne werfen die automatisch aus und machen auch die Datenfernübertragung an das Finanzamt.

Antwort
von wurzlsepp668, 91

1. welchen Bescheid hast Du Anfang des Jahres erhalten?

2. das Überschreiten der Umsatzgrenze für die Kleinunternehmerregelung mit 17.500 € hat der Steuerpflichtige zu überwachen .... nicht das Finanzamt ...

3. Rückwirkend Rechnung an die Firmen mit der Bitte, den Restbetrag zu überweisen (P.S. bei mir würdest Du auf Granit beissen ....... wer zum 01.01. seinen Umsatz nicht kennt ...) an Privatpersonen ist KEINE berichtigte Rechnung möglich .....

4. Gegenzurechnen sind sämtliche mit Vorsteuer behaftete Betriebsausgaben

5. was haben private Ausgaben mit der Umsatzsteuer zu tun? Richtig, gar nix (bytheway: ich habe in noch keiner Krankenversicherung eine abzugsfähige Vorsteuer gefunden, auch Deine (Wohnraum-)Miete dürfte ohne Umsatzsteuer sein)

ich empfehle dringends, falls die Voranmeldungen selbst erstellt werden sollen, einen Gründerlehrgang bei der IHK .....

oder, alternativ, die Übergabe der Angelegenheit an eine fachkundige Person

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