Frage von Sternchen852, 105

Umgangsrecht und Sorgerecht für 2 jähriges Kind?

Also ich fange mal an:

Als ich mein Kind bekommen habe stand von Anfang an nicht fest, dass ich nicht weiß von wem die kleine ist. Ich habe meinen damligen Freund noch hochschwanger geheiratet (er wusste das alles und war damit soweit einverstanden).

Leider haben wir uns nun gar nicht mehr verstanden und nur noch gestritten. Somit ließen wir uns scheiden. Daraufhin habe ich kurz vor Ihrem 2. Geburtstag die Vaterschaft angefechtet ( nach dem 2. Gebrtstag wäre das wohl laut Jugendamt nicht mehr möglich gewesen, da ich ja mit dem "Vater" verheiratet war zur Geburt des Kindes)

Nun kam beim Vaterschaftstest übers Gericht raus, dass er nicht der biologische Vater ist. Um Unterhalt zu erhalten muss ich den "richtigen Erzeuger" ja aber angeben.

Wie sieht es da aus kennt sich da jemand aus wie das ist wenn ich das alleinige Sorgerecht für die kleine haben möchte. Der Erzeuger von meiner kleinen interessiert sich sowieso nicht dafür und ist gar nicht in der Lage sich um die kleine zu kümmern. Vorallem würde meine kleine total verwirrt sein und ja nur zu Mama wollen. Sie ist jetzt immer schon anhänglich sobald ich weg bin geht es imemr nur Mama Mama.

Hat das jemand vielleicht so ähnlich schon druch und kann mir sagen was ich tun kann/ was ich für Rechte habe?

Ich habe kein Problem damit, dass er die kleine besuchen kommt, da wäre ich ja dabei und sie lernt ihn so kennen. Später wenn die kleine alt genug ist kann Sie ja selbst entscheiden ob sie zu ihm möchte nur ich sehe nicht ein das ich sie ihm geben muss übers Wochenende oder alleine wo ich ja gar nicht weiß wsie er mit ihr umgeht oder so..

Was sind allgemein die Voraussetzungen für das alleinige Sorgerecht?

Ich hoffe jemand kann mir VERNÜNFTIGE Anworten geben und weiterhelfen.

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Expertenantwort
von DFgen, Community-Experte für Unterhalt, 20

Das Umgangsrecht ist unabhängig vom Sorgerecht. Das bedeutet:

Wenn der tatsächliche (biologische) Vater die Vaterschaft für sein Kind anerkannt hat, so hat er auch "automatisch" das Umgangsrecht mit dem Kind. 

  • Das Sorgerecht (welches dann zur "Folge" hätte, dass ihr alle relevanten Entscheidungen für euer Kind zukünftig gemeinsam treffen müsstet...), müsste der Mann ggf. erst beim Familiengericht einfordern (- allerdings dürfte es ihm auch gegen deinen Willen nicht verwehrt werden, wenn das Kindswohl dadurch nicht gefährdet würde....)

In eurer Situation wäre sicherlich erstmal ein "betreuter Umgang" angeraten, also die Anwesenheit einer entsprechend ausgebildeten Person (z.B. Jugendamtsmitarbeiter....), so dass sich das Kind an seinen "neuen" Vater gewöhnen kann, danach wirst du ihm aber einen "normalen " Umgang gestatten müssen, der dem Alter des Kindes gerecht wird, also auch längere Besuche beim Vater (Wochenenden, Ferien, Feiertage...).

Antwort
von Menuett, 36

Das Sorgerecht verwirrt doch kein Kind... das bekommt das doch gar nicht mit.

Das Jugendamt hat eine korrekte Aussage getroffen. Die Frist beträgt 2 Jahre.

Wenn falsche Vater nicht mehr als Vater eingetragen ist, hast Du automatisch die alleinige Sorge.

Der richtige Vater hat aber automatisch das Umgangsrecht und wird die gemeinsame Sorge erhalten, wenn er darauf klagt.

Und die gemeinsame Sorge wirst Du dann auch nur verhindern können, wenn Du nachweisen kann, dass der Vater das Kind mißhandelt oder mißbraucht.

Wenn der Vater Umgang will, fädelt man natürlich am besten langsam ein. Aber irgendwann wird sie dann übers Wochenende zu ihm gehen, so er das denn will.

Ein fremdelndes Kind schickt niemand übers Wochenende zum Vater.

Kommentar von Sternchen852 ,

also wenn der richtige Vater eingetragen wird erhält er nicht automatisch das gemeinsame Sorgerecht sondern nur das Umgangsrecht? Er muss es erst einklagen, dass er es bekommt? Habe ich das jetzt richtig verstanden?

Ja mit dem Umgang habe ich ja kein Problem nur halt Stundenweise mit mir vorerst. Später entscheidet eh das Kind selbst ob es möchte oder nicht. (Habe ich jedenfalls bei meiner Freundin so mitbekommen)

Kommentar von Menuett ,

Er hat nur das Umgangsrecht. Du die alleinige Sorge.

Wenn er klagt, wird er es aber gesichert bekommen.

Erstmal stundenweise und das häufig ist die kinderfreundlichste Lösung.

Nein, die Kinder dürfen nicht selbst entscheiden. Das kommt erst so mit Eintritt der Pubertät, dass sie da vor Gericht recht bekommen.

Vorher sieht man das - zu Recht - eher so, dass da ein Elternteil manipuliert, wenn das Kind nicht zum Umgangselternteil möchte.

Du mußt immer so auf das Kind einwirken, dass es gerne zum Vater geht.

Antwort
von blumenvase12, 4

Hallo,

das Umgangsrecht und das Sorgerecht bestehen unabhängig voneinander. Das heißt, dass auch ein nicht-sorgeberechtigter Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, ein Umgangsrecht mit dem Kind hat. Eine Möglichkeit wäre zu Beginn der begleitete Umgang. 

Das Sorgerecht müsste in einem familiengerichtlich zu führenden Verfahren beantragt werden. Ein gemeinsames Sorgerecht hätte dann zur Folge, dass ihr die relevanten Entscheidungen bezüglich des Kindes gemeinsam entscheiden müsst. 

Antwort
von jeannylie, 29

Hallo,
Du widersprichst dir irgendwie selber. Erst sagst du du weißt nicht wer der Vater ist, später sprichst du vom Erzeuger? Weißt du denn wer der Vater ist?

Es wurde ja schon festgestellt, dass dein Exmann nicht der Vater ist.  Damit wird er von Amtswegen aus der Geburtsurkunde gestrichen (wenn er das denn schon beantragt hat). Damit hättest du automatisch allein die elterliche Sorge.

Versuch doch diese Fragestellungen offen und ehrlich mit dem Jugendamt zu klären, das sind keine Unmenschen.

Kommentar von Sternchen852 ,

nein ich weiß schon wer der Erzeuger der kleinen ist. Das steht fest.

Kommentar von jeannylie ,

Und dein Ex will aber (auf dem Papier) der Vater bleiben?

Kommentar von lasterfahren ,

nein er wurde bereits als vater angefochten und der richtige vater wurde eingetragen. hier wurde anfang an gewußt wer der richtige vater ist, aber die km hat personenstandsfälschung begangen, diese jetzt endlich berichtigt.

Antwort
von martinzuhause, 22

der leibliche vater hat natürlich das recht auf das gemeinsame sorgerecht. das verwirrt auch kein kind.

er hat natürlich dann auch sofort das recht auf umgang - ab vaterschaftsanerkennung.
du bist beim umgang nicht dabei wenn der vater das nicht möchte.

Antwort
von lasterfahren, 25

du musst den biologischen vater des kindes angeben, weil es das recht des kindes ist und erst nachrangig, weil du so an sozialleistungen kommst.

wenn der vater festgestellt wurde, die vaterschaft anerkannt hat, dann hat er auch anspruch auf gemeinsames sorgerecht. wenn er es nicht will, bekommst du das alleinige.

wenn er umgang will, wird er diesen auch bekommen:

- 2-3 nachmittage die woche mit einer übernachtung

- jedes zweite we von fr-mo

- hälftige feiertage und ferien

- drei wochen sommerurlaub sind so das mindeste was er einfordern kann.

voraussetzungen für alleiniges sorgerecht gibt es nicht. es sei denn der vater hat das kind massiv missbraucht und misshandelt. dem ist hier nicht so.

du hast das recht auf umgang, genau wie der vater. du hast die pflicht diesen zu ermöglichen und zu fördern. du hast die pflicht vernünftig und wohlwollend über den vater zu zeugen oder betrachtet man dich als gebärkuh und werferin des kindes?

das kind hat das recht auf umgang mit beiden eltern. du hast es bereits zwei jahre belogen, damit solltest du aufhören.

Kommentar von misssixty68 ,

2-3 Nachmittage ist nicht wahr,das Nicht WE des Vaters den Nachmittag ja

Antwort
von Turbomann, 38

Das solltest du mit einem Anwalt für Familienrecht abklären.

Soweit mir bekannt ist, gilt das Kind als ehelich, wenn es während der Ehe geboren ist. Also wäre dein Mann quasi der Vater.

Bei der Frage kommen sicher noch gute Antworten, warte mal ab.

Kommentar von Ente222 ,

Turbomann, sie schreibt doch, daß von behördlicher Seite bereits festgestellt wurde (Vaterschaftstest), daß ihr geschiedener Mann nicht der Vater ist. Wieso sollte er dann zahlen?

Kommentar von Sternchen852 ,

er zahlt ja auch nicht.. er verdient  zu wenig und ich erhalte sowieso Unterhaltsvorschuss vom Jugendamt

Kommentar von Turbomann ,

Hey Ente222

Danke für den Hinweis, ist mir durchgegangen.

Deshalb braucht sie fundierte rechtliche Hilfe von einem Anwalt und da liege ich sicher nicht falsch.

Kommentar von Menuett ,

Nein. Die Situation ist hier sehr klar. Da braucht es nur einen Anwalt, wenn man Ärger und Streß machen will.

Kommentar von Sternchen852 ,

ja das Kind gilt als Ehelich wenn man die Vaterschaft nach dem 2. Lebensjahr  anfechtet. Somit habe ich den Zeitraum noch gehabt und es wurde ja ein Gen Test gemacht. Somit war es ja noch möglich.

Kommentar von Amtsschimmel25 ,

Das ist völlig falsch. Die Anfechtungsfrist zur Vaterschaft hat nichts mit der Ehelichkeit zu tun.

Ein während einer bestehenden Ehe geborenes Kind ist immer ehelich. Wird rechtskräftig festgestellt, dass der Ehemann, dem ein während der Ehe geborenes Kind immer zugerechnet wird (egal ob es biologisch seins ist oder nicht) nicht der Vater ist, erlischt das Elterliche Rechtsverhältnis. Er ist also nicht mehr der Vater. Damit ist das Kind nicht einer Ehe zuzurechnen und entsprechend nicht ehelich. Ist alles im BGB ab 1600 ff nachzulesen.

Ist die Anfechtungsfrist zur Feststellung der Abstammung abgelaufen, kann nicht mehr rechtskräftig festgestellt werden, dass der Ehemann nicht der Vater ist. Damit bleibt er der rechtlich Vater, egal ob es ihm gefällt und die Rechtsfolge ist natürlich, dass das Kind ein eheliches Kind bleibt.

 

Antwort
von Ente222, 43

Da hast du dich leichtsinniger Weise in eine prekäre Lage gebracht.

Mit dem Grundsatz "kein Verkehr vor der Ehe" wärst du besser gefahren. Geh auf das Jugendamt und laß dich dort ausführlich über die Möglichkeiten beraten, gut für das KInd zu sorgen. Es gibt Kitas, so daß du arbeiten gehen könntest und nicht auf das Geld anderer angewiesen wärst.

Dann hättest du automatisch das alleinige Sorgerecht.

Kommentar von Sternchen852 ,

ich gehe ja Arbeiten, mache aber nochmal eine Ausbildung sprich so viel verdient man da nicht.. ich habe zwar noch zusätzliche Einnahmen, da ich viel verpachetet habe aber trotzdem.. 

Ja den Termin beim Jugendamt und beim Anwalt habe ich ja bald nur wollte ich vorher halt schonmal wissen was möglich wäre.

Kommentar von Amtsschimmel25 ,

@Ente222 : "Dann hättest du automatisch das alleinige Sorgerecht."

Wie kommst du auf diese Idee???

Innerhalb einer Ehe der das Kind als gemeinsames zugerechnet wird besteht kraft Gesetz das gemeinsame Sorgerecht.

Da die Mutter die gerichtliche Vaterschaftsanfechtung herbeigeführt hat und sie wohl auch mit einem Urteil, welches den Ehemann als ausschließt, einen Nachweis hat, dass der Ehemann nicht der Vater ist, sind alle rechtlichen Verhältnisse des Mannes zum Kind erloschen. dies betrifft zum Einen die Unterhaltsverpflichtung und zum Anderen auch das Sorgerecht.

Sie ist daher so gestellt, als währe sie bei der Geburt des Kindes unverheiratet gewesen. Sie übt also das alleinige Sorgerecht aus.

Wenn nun der tatsächliche Vater die Vaterschaft anerkennt oder diese gerichtlich festgestellt wird, ist er zwar unterhaltpflichtig, jedoch ist er nicht sorgeberechtigt, da keine Ehe besteht. Nur wenn beide eine Erklärung beim Jugendamt abgeben würden, dass sie außerhalb einer Ehe die gemeinsame Sorge ausüben wollen, wäre auch der Vater sorgeberechtigt.

Kommentar von DFgen ,

Wenn nun der tatsächliche Vater die Vaterschaft anerkennt oder diese gerichtlich festgestellt wird, ist er zwar unterhaltpflichtig, jedoch ist er nicht sorgeberechtigt, da keine Ehe besteht. 

Soweit erstmal richtig, der biologische Vater hätte mit Anerkennung seiner Vaterschaft erstmal nur das Umgangsrecht.....

Nur wenn beide eine Erklärung beim Jugendamt abgeben würden, dass sie außerhalb einer Ehe die gemeinsame Sorge ausüben wollen, wäre auch der Vater sorgeberechtigt.

Seit 2012 hat jeder Vater, der die Vaterschaft anerkannt hat, Anspruch auf das gemeinsame Sorgerecht... - egal ob mit der Kindsmutter verheiratet oder nicht.

Er könnte sein (Mit-)Sorgerecht beim Familiengericht einfordern - auch gegen den Willen der Kindsmutter - und es dürfte ihm nicht verwehrt werden, wenn das Kindswohl nicht gefährdet ist..... 

Kommentar von Amtsschimmel25 ,

Ist zwar richtig, war aber nicht Tenor der Fragestellung und Problematik. Es ist nicht nötig jeden Senf von sich zu geben, der nicht Gegenstand einer Problematik ist, nur um sein Pseudowissen kund zu tun.

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