Frage von Implord, 39

Umgang mit Schuld?

Hallo, liebe Community,

Ich versuche, nach wie vor, besser darin zu werden, mir selbst gegenüber tolerant zu sein. Soll heißen, wenn ich einen Saftbecher umwerfe, möchte ich mir nicht den Rest der Woche Vorwürfe machen, dass ich Menschenmüll durch meine Existenz das Leben anderer beeinflusst habe...

Hach, ist mein Gehin nicht ein sonniger, fröhlicher Ort? Naja, jedenfalls dache ich mir, anstatt mich mit meinem spezifischen Fall zu beschäftigen, sehe ich mir einmal die grundlegenden Grundlagen (Bravo, Gehirn) an.

Daher meine Frage: Was sagen die großen Philosophen/ wissenschaftliche Studien/ eure allwissenden Großmütter/ eure besserwisserischen Freunde/ die User dieser Community zum Thema "Umgang mit Schuld" ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Taimanka, 25

ich glaube Du nimmst Dich sehr wichtig.

Schuld hat einen Sinn. Diesen Sinn und den Zeitpunkt zu erkennen, wann dieses Gefühl für Dich hinfällig ist, ist eine u. in diesem Fall Deine Aufgabe.

Kommentar von Implord ,

Wieso nehme ich mich wichtig?

Ich renne ja nicht rum und rufe "Seht mich an Leute, ich bin relevant!"

...

Und würde ich sowas tun, hätte es nichts mit dem Thema zu tun.

Kommentar von Taimanka ,

Selbstverständlich nimmst Du Dich wichtig -  was ja per se gut ist, aber muss es unbedingt über das Gefühl der Schuld passieren?

Das heißt auch nicht, dass du dich in deinem Außenverhältnis als wichtig aufspielst.

Die Schuld ist dein persönlicher Weg und dein persönliches Mittel, wichtig zu sein, dabei ist es zweitrangig, dass es negativ ist. 

Wichtig ist, dass du dich mit dir beschäftigen kannst und dafür hast du dir die Schuld ausgesucht. Die spannende Frage wäre, was würde passieren wenn du permanent Mist machst und keine Schuld mehr fühlst.? Gibt es dich dann nicht mehr ? 

Kommentar von Implord ,

Ich fühle mich ständig schuldig, also kann ich nicht wirklich sagen, was andernfalls passieren würde...

Also, damit ich dich korrekt verstehe: Ich möchte eigentlich relevant sein, und da ich mir nicht zutraue, dies auf positive Weise zu schaffen, komme ich zu dem Schluss dass ich auf negative Weise relevant sein muss, weswegen ich meine eigenen Fehler als größer und wichtiger wahrnehme, als sie es eigentlich sind.

Kommentar von Taimanka ,

kurz zusammengefasst: Ja.

ich denke, dass es weniger darum geht, dass Du es Dir nicht zutraust. Du wirst irgendwann "gelernt" haben, dass dies der Weg ist, Aufmerksamkeit zu bekommen. Oft liegt dies in der Kindheit, wir werden gemaßregelt, gerügt, verbessert und vieles mehr, Schule und eigenes Zuhause sind oft die beiden Hauptschauplätze (für Sachen, die irrelevant sind, man auch anders ansprechen kann oder aber ein junger Mensch halt auch seine Zeit braucht, um Sachen zu verstehen um sie dann anders zu machen). 

Diese Muster prägen uns und wir übernehmen sie, unreflektiert, da wir es noch nicht reflektieren können oder/und diese unbewusst ablaufen.

Wichtig wäre für Dich, diesen Mechanismus zu erkennen und zu verstehen. Selbst wenn Du heute nicht mehr von anderen gemaßregelt wirst, ist dieses Muster zu Deinem eigenen geworden und Du lässt "den vertrauten Film" im Innenverhältnis leben.

Du solltest es auflösen. Du bist ein wertvoller Mensch und hast gute Gefühle resp. angemessene Emotionen verdient. Schätze Dich!

Kleine Schritte führen zum Ziel:

Du kannst ggf. Dein Beispiel mit dem Saftbecher nehmen, auch wenn es unkonventionell ist, ist es allemal ein Versuch wert: 

Stoße einen gefüllten Becher mit Saft (kein Wasser, da vorher auch Saft drin war) extra um und beobachte, was passiert. Ich würde ihn so oft umkippen, bis lediglich ein umgestoßener Saftbecher übrig bleibt, dessen Ihnhalt es gilt, aufzuwischen. 

Nicht mehr und nicht weniger. 

Alles Gute Dir 🙋

Danke für den Stern

🌟

Kommentar von Implord ,

1. Als ich ein Kind war, sagten die anderen Kinder, ich sei eine nervtötende Platzverschwendung und die Lehrer sagten, es sei meine Schuld, dass mich niemand mag und ich solle nicht anderen die Schuld dafür geben, dass ich nicht mit Menschen auskomme und deshalb verprügelt werde. Meinst du sowas?

2. Die ganze 'wertvoller Mensch: Ja/Nein?' -Sache ist ein übergreifendes Problem, mein Unvermögen, mit Schuldgefühlen umzugehen ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Erst lerne ich den Teil mit den Schuldgefühlen und dann arbeite ich mich langsam zum erschaffen eines Selbstwertgefühls vor.

3. Das Problem ist, dass ich ja bei deinem Vorschlag bewusst Chaos anrichte. Das tue ich hin und wieder sowieso, manchmal aus Langeweile, manchmal, weil es irgendwie zielführend ist.

Schuldgefühle habe ich ja immer nur dann, wenn ich unabsichtlich Schaden anrichte, also Probleme verursache, die ich nicht erzeugen wollte.

Antwort
von ProfFrink, 19

Da brauchen wir keine wissenschaftlichen Studien, da brauchen wir nur unserer natürlichen Menschenverstand zu befragen. Und der sagt "Schuld muss bereinigt werden." Fertig. Was hast Du denn verbrochen? Einen Saftbecher umzuwerfen ist noch keine Schuld, die Dich umbringt. Da sagt man "sorry" und gut ist es.

Hach, ist mein Gehin nicht ein sonniger, fröhlicher Ort?

Geht es Dir denn sonst gut?

Kommentar von Implord ,

Aber die Zeit, den Saft wegzuwischen, vor allem wenn sie sich bereit erklären zu helfen, kriegen sie nie wieder zurück. Wenn etwas passiert ist, kann es niemals rückgängig gemacht werden.

Und was die andere Frage angeht, ich leide, wie erwähnt, an Selbstwertproblemen. Außerdem zeige ich Anzeichen leichter bis mittelschwerer Depression, neige zu Angststörungen und bin leicht Autistisch, meine aktuelle Psychologin meint, ich hätte vielleicht auch irgendeine Art Persönlichkeitsstörung.

Aber abgesehen davon, dass ich, auf dem Papier (es klingt dramatischer als es ist, wirklich) eine mentale Katastrophe bin, geht es mir in letzter Zeit eigentlich sogar ausgesprochen gut. Dinge werden besser, denke ich. Hoffe ich. Hoffentlich geht nicht wieder irgendetwas schief. >_<

Antwort
von Qochata, 20

der schöne saftbecher

Kommentar von Implord ,

DEINE MUTTER IST EIN SCHÖNER SAFTBECH-

Ahem, ich meine... Ich, äh, denke... fürchte, du hast den, äh, entscheidenden Punkt meiner Frage verfehlt.

Kommentar von Qochata ,

Deine Mutter ist wohl für viele ein Saftbecher

Kommentar von Implord ,

Lass meine Mutter aus dem Spiel oder ich lass deine aus dem Keller.

...

Lass uns dies jetzt beenden, bevor es außer Kontrolle gerät, ja?

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