Frage von SanfteBrise, 46

Umgang mit Menschen mit negative Einstellungen?

Ich bin sehr geduldig, kann vieles einstecken und recht psychisch robust, aber langsam komme ich an meine Grenzen.

Mein Partner ist einer, der fast nur negativ drauf ist. Er glaubt weder an sich selbst, noch an anderen. Was er nicht kann oder schafft, kann auch kein anderer.

Ich hatte auch mal eine Zeit, in der ich fast nur noch depressiv zu allen reagiert habe. Ich habe gelernt mich selbst aus diesem "Loch" rauszuholen, habe mich selbst "hochgepuscht" und bin glücklicher und zufriedener den je.

Ich habe auch gelernt meine Einstellung zum Leben zu ändern, Fehlern zuzulassen, Dankbarkeit zu zeigen, auch für die kleinsten Dingen im Leben. Ich habe gelernt das alles seinen Grund hat, das alles zur seiner Zeit kommt und geht.

Mein Freund hat so eine Einstellung: ich kann nicht/nichts, das schaffe ich nicht/nie, alles ist schlecht, ich glaube nicht daran oder ich glaube nicht das ich jemals so oder etwas schaffen werde, usw.

Heute haben wir darüber diskutiert und ich habe zu ihm gesagt, das er nicht so streng mit sich selbst sein sollte, das er etwas positiver werden sollte und nicht so ständig negativ und pessimistisch drauf sein. Irgendwie fühle er sich angegriffen, hat seinen Ton angehoben, behauptet ich würde ihm etwas vorwerfen, gesagt das ich mein Mund nicht so weit aufreißen sollte über etwas von der ich keine Ahnung habe. Er hat sich furchtbar aufgeregt und gefragt warum viele Leute sowas zu ihm sagen.

Wir sind schon länger als 8 Jahren zusammen und er sagte zu mir, ich kenne ihn nicht, ich wüsste nichts darüber was wirklich in ihm vorgeht und das ich nicht in der Position sei über ihn zu urteilen. Er redet mit mir nicht über das was in ihm vorgeht und wenn ich darauf anspreche warum, dann sagt er es geht mir nichts an.

Für mich ist es wirklich anstrengend, weil er mich falsch versteht. Er macht Witze darüber, das mein ach so tollen positives denken nicht wirklich weit gebracht hat. Ich habe eine kleine 1 Zimmer Wohnung und er wohnt bei seinem Vater mit 33. Er kommt zu mir zur besuch und beschwert sich über meine kleine Wohnung. Er hat gesagt, mein positives denken hat mir auch keinen Haus gebracht, schau mal dich an. Lebst in einer kleinen 1 Zimmer, hast nicht mal ein Auto und fährst mit Fahrrad durch die Gegend.

Ich will ihm nichts böses, aber ich komme nicht bei ihm durch. Wie soll ich jetzt damit umgehen? Was mache ich?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von AriZona04, 19

Leidet ER unter seiner Situation? DAS ist die Frage. Dass es Dir bescheiden geht ist mir klar. Aber so lange er mit sich zufrieden ist und nichts ändern möchte, wird er sich auch nicht ändern. Denke ich. DU hattest für Dich entschieden: Ich will so nicht weiterleben, ich hole mir Hilfe und Du hast es geschafft, umdenken zu lernen. Dasselbe wünschst Du Dir auch für ihn, damit es Dir und Eurer Beziehung besser geht. Er aber leidet anscheinend noch nicht genug und er ist wohl überzeugt davon, dass alles so sein muss, wie es eben ist: Beschissen.

Erst, wenn ER etwas ändern möchte, wird sich etwas ändern. Ich fürchte, da kannst Du gar nicht viel tun, außer ihm beibringen, dass es für Dich unerträglich ist und ob er es gut findet, dass Du leidest. Aber unter Druck setzen solltest Du ihn nicht - das geht (glaube ich) nach hinten los.

Antwort
von regex9, 17

Ich vermute mal, dass eure Kommunikation noch falsch ist. Auch wenn du es ganz sicher nicht böse meintest, hat er es wohl so verstanden. Bei seiner negativen Denkweise ist es schwierig, sich richtig auszudrücken, ohne dass er sich sofort angegriffen fühlt.

Versuche ihn in erster Linie zu verstehen und mache das deutlich (z.B. indem du es mit Aussagen fest machst: Ich finde es toll, wie du dennoch dies und das meisterst), sage ihm dann was du fühlst und was du dir wünschen würdest. Negative Nachrichten werden viel besser aufgenommen, wenn sie positiven Nachrichten folgen. Zumal sind Formulierungen wie "du solltest" oder "du musst" nicht so gut, da sie nebenbei eine Schuld implizieren (Du musst, sonst wird).

Es muss sehr verletzend sein, wie er über dich redet. Zu ertragen, dass er sich über dich lustig macht und dir dann noch sagt, dass er dir eigentlich nicht vertraut. Ich würde mich an deiner Stelle wohl ziemlich verraten fühlen, und ich würde daran zweifeln, ob es wirklich noch eine Beziehung zwischen euch beiden ist. Deswegen würde ich es begrüßen, wenn du dir einmal ein wenig Gedanken darüber machst, was dich an ihm noch hält. Denn in deinem Text hast du eher nur negative Verhaltensweisen von ihm aufgezählt. Auch wenn es bereits 8 Jahre sind - eine beachtlich lange Zeit -, bist du denn wirklich glücklich mit ihm?

Ihn zu verändern, falls es denn überhaupt jemals gelingen sollte, braucht enorm viel Zeit und Geduld. Vieles müsste er selbst schaffen. Ich würde es dir nicht zumuten, zumal du wohl selbst einmal einige Probleme gehabt hast. Versuche lieber, weiterhin glücklich zu leben und nicht wieder Schritte auf deiner persönlichen Treppe hinunterzusteigen.

Antwort
von Kitharea, 17

Kannte auch mal jemanden der so war und versuchte einem alles madig zu machen. Ab und an muss man Klartext sprechen. Ich hab ihm gesagt er soll aufhören alles schlecht zu reden und soll sich dafür wen anderen suchen und mich damit in Ruhe lassen.
Sprich: Du bist meiner Meinung nach zu nett. Sag ihm du liebst ihn aber du willst dir das nicht antun und willst nicht ständig sein Seelenmülleimer sein. Wenn er schlechte Laune hat und dich damit belästigt geh einfach. Es ist sein Problem - sag ihm auch das. Er wird nicht plötzlich positiv nur weil er sieht es funktioniert - da muss der Knopf aufgehen und das passiert von ihm aus oder halt nicht. Du kannst das nicht ändern. Also schaff dir Raum für dich selbst. Lass ihn, was das betrifft, im Stich.

Kommentar von SanfteBrise ,

Ich habe schon versucht auf die "harte" Tour  ihm klar zu machen das es mich belastet, aber natürlich empfindet er das ich übertreibe und das es nicht stimmt. Es wird manchmal beleidigt, verbale Ohrfeigen werden verpasst, verletzende Sarkasmus auch. Ich stecke das weg aber auch geduldige Menschen haben ihre Grenzen.

Mir ist klar geworden, egal was ich tue oder sage, es wird alles auf mich wieder zurückgegeben und ich Ende als der buhmann.

Kommentar von Kitharea ,

Harte Tour heisst nicht nur zu reden wenn er's nicht kapiert. Ich meine was hast du denn für eine Wahl? Gehen oder ihn zum Therapeuten schicken oder weiter auf ihn einreden. Letzten Endes bist du immer der Buhmann sobald du versuchst ihn zu ändern. Egal was passiert du bist "Schuld" in seinen Augen weil du es nicht aushältst oder nur meckerst oder es falsch siehst.
Also bleibt dir nur eine Wahl um das zu beenden. Ignoriere es und geh wenn er damit anfängt - stell dich in der Situation nicht zur Verfügung - der soll den Mist woanders ablassen. Sorg für dich und mach ihm klar warum du das tust. Ich bin nicht der Mensch der wegen sowas sofort Schluss machen würde (wenn ich noch Hoffnung sehe) aber unterm Strich leidest nur du. Lass das nicht mit dir machen. Wie auch immer du damit umgehst - er wird es nur lernen wenn er die Erfahrung macht dass es ihm nichts bringt. Ob das bei dir ist oder woanders oder nie kann man nicht sagen. Aber - wenn man nichts ändert wird sich nichts ändern.

Antwort
von PurpurSound, 14

Kenne das gut. Meine lösung ist klare abgrenzung: ich schneide das thema nicht nehr an und will auch von der jammerei nichts mehr wissen. Jeden anflug blocke ich sofort ab, wechsle offensichtlich abrupt das thema oder beende das gespräch.

Meine energie lass ich mir davon nicht mehr rauben!

Kommentar von SanfteBrise ,

Das habe ich auch schon mal versucht, aber wenn das passiert, dann wird mir vorgeworfen kalt und gefühllos zu sein. Reagiere ich so, dann ist das für ihn ein Zeichen von Gleichgültigkeit ihm gegenüber.

Egal was ich sage oder tue, es wird von ihm immer missverstanden und ich Ende als die kalte, gefühllose, rücksichtslose, böse Freundin.

Für mich fast wie ein Fass ohne Boden

Kommentar von Kitharea ,

"Ich verlasse dich jetzt - nicht weil ich dich nicht mag - aber ich kann nicht mit dir zusammenleben weil es mich nur runterzieht. Weil du mich ständig runterziehst - sieh es wie du willst oder gib mir die Schuld - aber mir ist das Leben zu schade um es damit zu vergeuden mit dir zusammen alles schlecht zu reden."

Fässer ohne Böden sollte man stehenlassen... Irgendwann wird es dich selbst runterziehen und irgendwann wird dein Ego so darunter leiden dass du immer mehr abhängig wirst von ihm. Lass das nicht zu.

Antwort
von kenibora, 16

Er 33 mit so einer Einstellung? Findest Du nichts besseres? Gibt doch genügend! "Mit Geduld und Spucke fängt man auch eine Mucke". (Verliebe Dich oft, verlobe Dich selten, heirate nie. Warum auch?)

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