Guten Abend zusammen, Aus persönlichen Gründen habe ich in lezzter Zeit viel über Sterben und Tod nachgedacht. Dabei brennt mir folgende Frage unter den Nägeln: Stimmt es, daß 99,9% der Menschen am (irdischen) Leben hängen, wenn ihnen gesagt wird, daß sie eine schwere Krankheit haben, selbst solche, die vorher sehr betrübt waren? Oder gibt es tatsächlich auch Menschen, bei denen selbst dann nicht der Überlebenswillen erwacht und sie an ihrer Krankheit sterben wollen und nur Schmerzmittel möchten? Neben Lebensmüdigkeit können auch Ablehnung von bestimmten medizinischen Eingriffen oder auch die grundsätzliche Lebenseinstellung eine Rolle spielen. Allseits bekannt ist ja die Ablehnung von Blutübertragungen bei Zeugen Jehovas, wobei in manchen lebensbedrohlichen Fällen manche Zeugen Jehovas Abstriche machen. Vielleicht kennt ja jemand hier aus seinem beruflichen oder privaten Umfeld Beispiele für solch einen ungewöhnlichen Umgang mit Krankheit. In medizinischen Foren würde ich wohl für die Frage geteert und gefedert und hoffe, daß ich hier eher so etwas fragen kann. Ich habe vor kurzem eine Patientenverfügung geschrieben und beim Hausarzt hinterlegt, weil ich bei manchen medizinischen Maßnahmen eher Vorbehalte habe. Vielen Dank für Eure Antworten.
Ich habe eine Herztransplantation abgelehnt und lebe nun solange wie mein Herz das noch mitmacht. Habe allerdings einen biventrikulären links Herzschrittmacher.
Ich muss allerdings auch zugeben, dass es mir in Deutschland gesundheitlich bedeutend schlechter ging. Seit über 5 Jahren lebe ich nun in Südamerika, bin nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen und kann auch wieder zu Fuß durch ein Einkaufszentrum schlendern. Meine Lebensqualität hat sich in einem 3. Weltland erheblich gesteigert.......

hab mehrere leute kennengelernt die versucht haben sich umzubringen aber nur eine querschnittslähmung zustande gebracht haben.
die haben jedoch (einige erst nach einer kurzen weile, andere sofort) das leben als so lebenswert erkannt, dass sie den schritt nie wieder tun würden.
von mehreren habe ich die aussage gehört, dass ihr leben, selbst mit der querschnittslähmung (teilweise auch halsabwärts) trotz der behinderung nachher lebenswerter war als vorher, da sie durch die geschehnisse dessen wert zu schätzen gelernt hatten.
Noona am 17. September 2009 06:26 Da hast du vollkommen Recht. Wenn man sehr schweres erlebt hat und überlebt hat, verändert man sich selbst und die eigene Sichtweise. Man wird ein wenig weiser, mitfühlender und liebevoller. Und genau das verändert auch die Umwelt - es kommt nämlich wieder auf einen zurück (wie ja alles Negative auch). Und schlussendlich hat man trotz allem Schmerz und Leid so viel Glück erfahren dürfen. Und das macht demütig und dankbar.
Lieber Gruss - Noona

Ich denke auch manchmal über solche Dinge nach ...wenn ich etwas sehr Schönes sehe, ein Nachtpfauenauge in der Sonne, einen Eiszapfen im Licht denke ich: Ich muß alles tun, damit ich das noch lange erleben kann. Trotzdem denke ich auf der anderen Seite: Wenn ich heute erfahren würde, sehr krank zu sein und nur mehr begrenzte Zeit zu leben hätte, dann würde ich diese Zeit nicht mit Chemo, Flaschen und Schläuchen verbringen wollen, sondern mit den schönen Dingen ... auch wenn ich dann mein Leben nicht verlängern würde.
Jeder denkt darüber anders. Ich weiß nicht, ob ich deine Frage richtig verstanden habe. Aber eine Antwort auf irgendeine Frage habe ich jetzt gegeben.
Sommerschnee am 16. September 2009 00:36 Hoffentlich lässt der Support diese Frage stehen !
Noona am 17. September 2009 06:29 Eine wunderbare Antwort, wie auch dein Nick 'Sommerschnee' aussagt. Lieber Gruss - Noona

es wird beides geben, aber in der Mehrzahl die, die sich wieder bewusst werden. Ist wie erst nach einem Herzinfarkt das Rauchen aufhören. Plötzlich geht's... Man denkt halt, es trifft die Anderen. Ich selber möchte auch nicht an lebenserhaltenden Maschinen hängen und noch das Versuchskaninchen sein. Aber das entscheidet jeder für sich und da gibt es kein Gut und Schlecht. Jeder hat seine persönlichen Gründe, Erfahrungen und Ansichten. Alles Gute Dir!!!
Gerd2 am 16. September 2009 00:29 Meine Nachbarin hat wegen Übergewicht das Essen aufgegeben und ist dann trotzdem gestorben. Mit Übergewicht hätte sie noch gelebt. Hat alles zwei Seiten.
mimimimimimimi am 16. September 2009 00:37 woher weißt du, dass sie mit übergewicht noch gelebt hätte?
Gerd2 am 16. September 2009 00:40 dann wäre sie doch nicht verhungert und wäre später an den Folgen der Fettleibigkeit gestorben.
mops09 am 16. September 2009 00:42 -.-
mimimimimimimi am 16. September 2009 00:57 achso. war ja klar, dass sie verhungert ist.
ist schließlich die logische konsequenz, wenn einem gewichtsabnahme empfohlen wird.

Hi AlexderFranke. Ich gratuliere dir zu dieser wunderbaren Frage. Man kann die Qualität der Frage und der Antworten regelrecht spüren. Wunderbar, auch mal so viel Gefühl zu lesen.
Lieber Gruss - Noona
Angel84 am 17. September 2009 15:56 Stimmt! Und du bereicherst sie mit wundervollen Kommentaren! Danke!

Ich finde es gut und wichtig über den Tod nachzudenken... Es heißt: erst wenn du keine Angst mehr vor dem Tod hast, kannst du wirklich leben und da ist viel dran! Für sehr viele Menschen ist eine evtl. tödliche Krankheit auch eine große Chance. Plötzlich tun sich neue Sichtweisen auf, plötzlich gehen die Gedanken, die Gefühle, tiefer. Es ist wie ein großer Reifeprozess. Schade ist nur, dass es erst zu so einem heftigen Zustand kommen muss, bevor Mensch bereit ist, seine Lebenssituation und seine Einstellung dazu zu verändern. Vieles ließe sich vermeiden, würde Mensch sich freiwillig der Selbsterkenntnis unterziehen... Aber dies ist bei uns leider noch nicht allgemeingültig und noch hat die Schulmedizin, die den Körper isoliert betrachtet, die Nase vorn...
Im Leben spielt es keine Rolle, ob es uns gut oder schlecht geht! Da wir unser Leben auf uns selbst ausgerichtet haben, denken wir nicht daran, dass es einen Gott gibt, der uns als seine Kinder betrachtet! Sind wir immer seinem Segen gewiss? Erst in einer Notsituation erinnert man sich, dass es IHN gibt, speziell bei einer Krankheit, die der Arzt nicht unter Kontrolle hat! Und was nun??? Empfehle Dir, Deine Antenne auf IHN auszurichten! Nur ER hilft Dir ganz gewiss! Zweifelst Du daran?
Noona am 17. September 2009 06:33 Hi peterjacarei. Wenn man überlebt hat, gleich was, dann weiss man, dass es da was gibt. Wie auch immer man dieses Was bezeichnen will. Aber ES hat einen mitfühlender, liebevoller und dankbarer werden lassen. Das Herz geht einem auf - also gibt es da ein ES.
Lieber Gruss - Noona
Das ist das gefährliche an der Schulmedizin, Krankheiten gelten dann als unheilbar und schwer, wenn diese keine Möglichkeit der Heilung sieht. Dass Krankheiten jedoch evtl. ganz anders funktionieren und andere Ursachen haben als es die Schulmedizin behauptet (denn es sind nur Hypothesen), diese Möglichkeit wird überhaupt nicht betrachtet. Es existiert das Feindbild gegenüber Bakterien und Viren und dem bösen Krebs, dass diese vielleicht einen Sinn haben interessiert keinen. Ist auch kein Geld damit zu verdienen... Übernehme ich Eigenverantwortung und sehe über den Tellerrand hinaus, dann muss ich mir keine Gedanken über Selbstmord o.a. machen..

Durch ganzheitliche Bewußtseinsentwicklung bin ich zu einer Sichtweise gelangt, die einerseits den "Tod" akzeptieren kann, weil ich überzeugt bin, daß ich in der Hauptsache eine unsterbliche Seele (Bewußtsein) bin und die andererseits bedingungslos daran glaubt, daß durch Bewußtseinsänderung und Aktivierung der universellen Lebens-Energie / Liebe Heilung in jedem Stadium von Krankheit möglich ist. Das eine wie das andere hat zu tun mit Überwindung von Angst, mit dem Lernen von - heiterer - Gelassenheit.
warum hast du die abgelehnt? warst du schon gelistet oder war nur die option im gespräch?
Ich habe mich erst gar nicht listen lassen. In meinem Alter brauche und will ich mir diese Prozedur nicht mehr antun. Ich habe mit älteren Herzspendern gesprochen und das hat mir vollkommen gereicht. Das wollte und will ich nicht. Dann lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.......
tut mir leid für dich.unser sohn hat seit fünf jahren ein spenderherz, ist 30 jahre alt.
Wenn ich 30 gewesen wäre hätte ich wahrscheinlich auch anders entschieden. Denn dann hätte ich ja noch für meine Jungs sorgen müssen. Heute will ich das einfach nicht mehr ..... :)
mit leuten, die ein spenderherz bekommen haben, meinst du?
meinst du die psychischen strapazen, bezüglich der ungewissheit, ob/wann man ein organ bekommt, ob es auch nicht abgestossen wird oder die operation und die folgen (oder eben beides (wohl am wahrscheinlichsten)).
interessiert mich nur mal.
welche diagnose hast du denn genau?
mußt nicht antworten, wenn du nicht magst. frag wie gesagt nur so aus interesse.
genau, da habe ich mich verschrieben, sorry.
Ich habe eine Herzinsuffizienz im letzten Stadium (lt. Herzentrum in D). In Deutschland war das Herz dreimal größer als normal. Hier in Südamerika hat man sich die Medikamente angeschaut und den Kopf geschüttelt. Man ist hier der Meinung das die Ärzte in Europa zu sehr von der Pharmaindustrie abhängig sind.
Jedenfalls wurden meine Medikamente umgestellt und ich nehme nur noch ein fünftel der Tabletten die ich in D nehmen musste und mir geht es echt gut. Übrigens hat das Herz jetzt wieder eine normale Größe :)
wow. klingt gut.
herzlichen glückwunsch.
Hat dies mit Deiner gewonnenen Lebenseinstellung zur positiven Entwicklung geführt ?
Ich habe in Kolumbien und Ecuador trotz erbärmlicher Lebensverhältnisse nur glückliche Menschen kennengelernt. Hier in Deutschl. schlägt ein Anwalt mit 12 Häusern und 5 Autos die Hände über den Kopf zusammen wie dreckig ihm das geht.
Ja hier läuft alles ruhiger ab. Mañana oder tranquilo heißen hier die Zauberworte :D
Hi tucan. Ein riesen DH für DICH nicht nur für deinen Bericht. Es ist einfach erstaunlich, wie man in so schweren Situationen Kraft bekommt. Ich war auch ausgewandert nach Sri Lanka, durch schwere Traumata musste ich nach einigen Jahren in die CH zurück kehren. Aber ich kenne das Gefühl. Wenn man glücklich ist, mit den Umständen rundherum, heilt auch alles schneller und besser. Hier im Westen sind sehr viele Beschränkungen und vor allem lässt die Pharma Lobby grüssen. Danach ist ja alles in der Medizin ausgelegt und viele trauen sich nicht, von diesem Weg abzuweichen. Ich gratuliere Dir zu deinem Mut und wünsche dir weiterhin ein 'gesundes' und glückliches Leben. Lieber Gruss - Noona
Fand dies alles sehr spannend zu lesen. Danke euch allen. Es bestätigt mir auch meine Sichtweise zu Schulmedizin und Pharmaindustrie. @tucan, dir wünsche ich von Herzen eine lebensfrohe und genussvolle zeit, egal wie lange sie andauern mag...