Frage von Sempalon, 147

(Umfrage) Sollte Sterbehilfe gesetzlich erlaubt sein?

Wer eine differenziertere Meinung dazu hat, kann diese ja gerne äußern.

bevor jemand "unentschlossen" anklickt, bitte nochmal kurz darüber nachdenken - wenn dann immer noch unentschlossen, klick es an.

Danke! :-)

Antwort
von Geraldianer, 95
Bin unentschlossen! (weil ... )

Hilfe zum Suizid ist in Deutschland erlaubt. Lediglich für Ärzte könnten sich standesrechtliche Konsequenzen ergeben, wenn sie beispielsweise Gift besorgen. Durch Ärzte kann Sterbehilfe durch Unterlassen von Hilfe (Ernährung, Beatmung etc.) geleistet werden. In Deutschland ist lediglich die aktive Sterbehilfe gesetzlich verboten.

Diese Regelung halte ich durchaus für sinnvoll. Allerdings wäre es sinnvoll, die Hilfe zum Suizid klarer zu regeln. Vereine, deren führende Mitglieder Reichtümer anhäufen, weil sie mit großen Werbeetat Hilfe zum Selbstmord anbieten, möchte ich in Deutschland nicht haben.




Antwort
von Lennister, 103
Ja! (weil ... )

Es ein Selbstbestimmungsrecht gibt. Und gerade über etwas so intimes und wichtiges wie den eigenen Tod sollte jeder Mensch selbst bestimmen können, und andere sollten ihm nach Kräften helfen, diese Entscheidung in die Tat umzusetzen. 

Antwort
von berkersheim, 63
Ja! (weil ... )

weil das für mich die Nagelprobe auf den Respekt vor der Selbstbestimmung der Menschen ist. Viele Einwände stülpen sich von außen als Fremdautoritäten über die betroffenen Personen, nehmen ihr Recht auf eine persönliche Entscheidung nicht ernst, verstecken unter der Maske der Sorge ihren kleinen Diktator. Und dann diese Forderungen nach absoluter Sicherheit - es könnten ja böse Erben einen Mord geschickt einfädeln wollen. Erstens gibt es das auch jetzt mehr als bekannt und zweitens gibt es keine lupenreine, sichere Lösung. Da geht mir der Respekt vor der Selbstbestimmung der Person vor.

Wird allerdings der prinzipielle Vorbehalt, die Kriminalisierung des Suizids abgelegt, tun sich neue Möglichkeiten der Beratung ohne Misstrauen auf - sogar für Suizidkandidaten, die sonst evtl. andere mit in den Tod nehmen. Man kann in einem von Misstrauen freigeräumten Verhältnis zum Patienten eine gute Beratung einbauen, die auch Missbrauch soweit als möglich minimiert. Es hat einen Grund, warum viele für einen unverkrampfteren Umgang mit dem Selbstbestimmungsrecht sind. Denn viele - dazu gehöre auch ich - hatten bereits Einblicke in Begleitung von Verwandten zum Tod - wie unwürdig die Verhältnisse in vielen Krankenhäusern und Altenverwahranstalten sind. So würdelos möchte ich nicht aus der Welt gehen. Viele, die ihre Eltern oder ältere Bekannte zum Tod begleitet oder in diesem Prozess besucht haben, fragen sich mit Bangen, wie sie selbst diesen entwürdigenden Vergewaltigungen entgehen können.

Und das wird noch schlimmer, weil die Politiker uns verschweigen, dass die öffentlichen Mittel bei der steigenden Zahl älterer, behandlungs- und pflegebedürftiger Menschen immer geringer werden. Unser Gesundheitssystem steht in  Kürze vor dem finanziellen Kollaps, die Altersarmut steigt rasant und da wollen uns manche Politiker vormachen: Wir schaffen das - und schauer zuerst mal, dass ihre Rente stimmt, die reicht, im Notfall in die Schweiz auszuweichen. Da wird eine Zweiklassengesellschaft geschaffen - die sich ärztliche Sterbehilfe leisten können und die verdammt sind, langsam zu krepieren.

Antwort
von Sonnenstern811, 147
Ja! (weil ... )

Die Ethikkommission ist da, glaube ich, auf einem guten Weg.

Wenn ein Mensch seine Leiden nicht mehr ertragen kann, sollte es erlaubt sein. Warumn müssen Menschen mehr und länger leiden als Tiere? Die werden erlöst, wenn ihr Zustand zu schlimm und voller Leiden ist.

Aber bitte nur unter Ausschluss jeglicher finanzieller Interessen. Keineswegs also nach Vorbild oder unter den Fittichen dieser Schweizer.


Kommentar von Sempalon ,

Bin voll ung ganz deiner Meinung! :-)

Kommentar von GOTTdesZORNS ,

Die Schweizer bieten einen Service und schließen eine Marktlücke und das ist auch gut so. In unserer Gesellschaft laufen viel zu viele Reserve-Christus'e herum, die mit ihrer unsachlichen und heuchlerischen Moral und Ethik, Menschen lieber unwürdig zu Tode quälen und leiden lassen, statt ihnen einen ehrenvollen Tod zu gewähren.

Kommentar von Sempalon ,

Nur zur Info, ich glaube an Gott und bin trotzdem - oder gerade deswegen - dafür! :-)

Kommentar von Sonnenstern811 ,

Naja, ich hörte da andere Dinge. Für eine Pille, die zudem noch keineswegs einen schnellen Tod herbeiführte, eine mittlrere vierstellige Summe zu verlangen, finde ich schon heftig.

Antwort
von Laufender, 109
Ja! (weil ... )

es jedem Menschen selbst überlassen ist, zu entscheiden ob das Leben noch lebenswert ist. Ich würde eine Sterbehilfe für psychisch kranke unter strengen Regelungen auch sehr begrüßen

Kommentar von Sempalon ,

Dito - gibts in der Schweiz schon!

Kommentar von Laufender ,

Zu teuer und wird fast gar nicht genehmigt.

Antwort
von schiz0, 127
Ja! (weil ... )

Ich selbst,sofern ich in die Lage komme, entscheiden möchte wie ich dieses Leben beende.

Antwort
von GOTTdesZORNS, 123
Ja! (weil ... )

Definitiv JA!!

Ich habe schon immer die Meinung vertreten, dass jeder Mensch das Recht hat und es folglich auch vor dem Gesetz haben sollte, jederzeit frei und völlig unabhängig darüber entscheiden zu dürfen, ob er leben möchte oder eben nicht. Für mich ist es eine niederträchtige Perversion dieser Gesellschaft, dass man Menschen das Recht auf einen ehrenvollen und würdigen Tod nach eigenem persönlichen Ermessen verwehrt und sie stattdessen unter allen Bedingungen bis zum bitteren Ende am Leben erhalten will.

Antwort
von Sa999, 43
Ja! (weil ... )

Ja und Nein! Wenn Sterbehilfe erlaubt wäre, wäre das auf der einen Seite gut, weil jeder sollte über sein Leben und seine Lebensdauer selbst entscheiden können. Wenn jemand zum Beispiel schwer krank ist und nur noch Schmerzen hat, wäre Sterbehilfe angebracht und eine Erlösung für denjenigen. Wenn Sterbehilfe als Gesetz erlaubt wäre, wäre es aber nicht so toll, da ich glaube dass dieses Gesetz dann auch missbraucht werden könnte... Allgemein tendiere ich aber mehr zu "Ja", weil es für viele von Vorteil wäre!

Antwort
von Matzko, 48
Nein! (weil ... )

weil, eine grundsätzliche Erlaubnis schnell Tür und Tor für Geschäftemacher öffnen würde, die darin einen neuen Markt erkennen. Und das würde über das Ziel mit Sicherheit hinaus schießen. Mein nein bedeutet allerdings nicht, dass ich kein Verständnis dafür hätte, schwer kranken Menschen nicht unnötiger Weise das Sterben zu verlängern, indem man meint, das Leben zu erhalten. Wenn ein Mensch unter großen Schmerzen leidet, keine Heilung mehr möglich ist, dann soll er auch in Frieden gehen dürfen. Deshalb finde ich die derzeitige Praxis und die rechtliche Umgang damit, gar nicht so schlecht. Passive Sterbehilfe bleibt straffrei.

Antwort
von Reptain, 71
Ja! (weil ... )

Die Würde des Menschen lässt sich nicht dadurch gewährleisten, dass man ihn möglichst lange am Leben hält, egal, wie schlecht es ihm geht, sondern indem man ihm unnötiges Leid und elendes Kranksein erspart. 

Antwort
von kevin1981, 85
Ja! (weil ... )

Nur bei unheilbar kranken Personen die Schmerzen spüren und noch selber Unterschreiben können.

Antwort
von LordRob, 9
Ja! (weil ... )

ABER!

Man muss über 18 (sonst müssen eltern mitbestimmen) sein, und es sollte nach mindestens einer woche nochmal gefragt werden, um sicherzugehen, dass er sich nicht umentscheidet und bei vollem verstand ist.

UND die krankheit darf nicht heilbar sein

Ich weiß, dadurch kann das Leiden verlängert werden, ist aber besser als nichts

Antwort
von Dickerchen123, 47
Ja! (weil ... )

Ich habe mittlerweile einige Menschen elendiglich sterben sehen, bis zum bitteren Ende. Das will ich für mich auf keinen Fall. Es sollte auf jeden Fall - natürlich unter kritischen Gesichtspunkten - erlaubt sein.

kritische Gesichtspunkte deshalb, weil auf keinen Fall ältere Menschen zu einem solchen Schritt "gezwungen" werden nur weil sie alt und hilfebedürftig sind.

Antwort
von Seidl7, 74

Ganz klar Ja, jeder muss/soll selbst entscheiden können/dürfen, ob er sein Leben noch weiterleben will oder nicht, denn wenn man es nicht will, hat man ja auch immer einen guten Grund dazu.

Antwort
von haselnusskatze, 25
Ja! (weil ... )

Ich schließe mich den Meinungen aller anderen an, die "ja" geklickt haben.

Ich finde, dass man suizidkranke Menschen klar ausschließen sollte, aber wenn ein Mensch ganz klar nur noch leidet und von Maschinen am Leben gehalten wird? Da kann man doch nicht mehr von der Würde des Menschen sprechen. 


Kommentar von Sempalon ,

Ich finde, dass man suizidkranke Menschen klar ausschließen sollte, aber wenn ein Mensch ganz klar nur noch leidet

Ach denkst du Depressionen sind kein echtes Leiden, weil es nicht körperlich schmerzt? (seelisch dafür aber umso mehr) ... Wer gibt einem das Recht zu bestimmen wessen Leiden ernst genommen wird und welches nicht? 

Kommentar von haselnusskatze ,

Wieso direkt so eine aggressive Gegenfrage und so eine miserable Interpretation dessen, was ich schrieb? Du brauchst nicht direkt so schnippisch zu werden, man kann auch normal nachfragen was genau gemeint war, bevor du den Gutmenschen raushängen lässt.

Lies dir mal vielleicht meine Kommentare zu anderen Fragen durch, dann wirst du sehr schnell feststellen wie ernst ich das Thema Depression nehme ;) 

Da ich mich aber auch sehr viel mit dem Thema auseinander gesetzt habe (und mit Depressiven befreundet bin, so nebenbei) weiß ich, dass der starke Wunsch zu sterben oft mit therapeutischer Hilfe behandelt werden kann. 

Dass es ein Leiden ist, steht außer Frage, aber es ist dennoch nicht mit Krebs zu vergleichen, da der Wunsch nach dem Tod häufig (Ausnahmen bestätigen die Regel) aus purer Hoffnungslosigkeit entsteht und irgendwann abnimmt, wenn man den Menschen vernünftig hilft und auch Hoffnung gibt. 

Viele Depressive, die sich tatsächlich versucht haben sich zu töten und daran gescheitert sind, waren im Nachhinein froh darum weiter leben zu können. 

Also Depression ungleich Depression.

Bin übrigens bereit mich sachlich darüber zu unterhalten, gewiss aber nicht wenn man direkt so unsachlich wird :)

Antwort
von reinermich, 85
Ja! (weil ... )

weil Leben "nicht um jeden Preis" verlängert werden sollte.

Antwort
von cookie2712, 64
Bin unentschlossen! (weil ... )

... Menschen selbst über ihr Schicksal entscheiden sollten. Allerdings mit gewissen Einschränkungen. Was ist beispielsweise, wenn Patient A neurotisch depressiv ist und deshalb den Wunsch hegt, zu sterben? An sich wäre es ihm dann erlaubt, auch wenn noch Chancen zur Heilung bestehen. Patient A würde allerdings höchstwahrscheinlich den Tod wählen. Für Patient B, Lungenkrebspatient, der keinen Schritt mehr ohne Sauerstoffflasche gehen kann und dem jeder Atemzug wehtut wäre es allerdings eine ernst zu nehmende und verständliche Lösung. Diese ständige Qual sollte kein Mensch ertragen müssen. Nun wird es allerdings schwierig: Wie zieht man eine klare Trennlinie zwischen den beiden Fällen? Was ist, wenn Patient A mit den Depressionen vorgibt, Schmerzen zu haben, damit er sterben kann? Man dürfte es ihm nicht verweigern, denn Schmerzen sind nichts Messbares. Selbst, wenn keine offensichtlichen Verletzungen bestehen, kann der Patient unter körperlichen Qualen leiden. Und auch, wenn man den Patienten vermutlich noch heilen könnte: Sterbehilfe bedeutet selbstbestimmten Tod. Hat der Patient dann auch die Wahl zwischen einer langwierigen Behandlung, die vielleicht irgendwann fruchtet und dem sofortigen Tod?(Ich bin ja grundsätzlich für ein selbstbestimmtes Leben auch im Tod, aber stellen Sie sich nur vor, wie viele Menschen sich plötzlich zu Wort melden würden, damit man ihnen den Selbstmord abnimmt!) Und wäre ein selbstbestimmter Tod als Suizid zu werten? Wie betreut man Angehörige eines solchen "Sterbehilfe-Toten"? Und, woran viele nicht denken wollen: Was ist, wenn Angehörige den Patienten zum Sterben zwingen? Die bequeme Alternative zu Mord, um endlich an das Erbe der Eltern zu kommen. Denn Patienten, denen Tag für Tag gesagt wird, wie nutzlos und was für eine Last sie doch sind geben bestimmt irgendwann freiwillig den Löffel ab. Trotzdem: Es ist absurd, einen Menschen zum Weiterleben zu zwingen. Eine akzeptable Lösung wäre es wohl, von jedem Bewerber ein psychologisches Gutachten zu erstellen und ihn von Fachkräften betreuen zu lassen, so wohl von medizinischen als auch psychologischen. Dies würde zeigen, dass alles in unserer Macht stehende getan wurde,um den Patienten zu retten. Allerdings wären dafür Personal und Ressourcen von Nöten, über die wir nicht in solchen Mengen verfügen.

Sollte ein Mensch, der unter unerträglichen Schmerzen leidet, sterben dürfen? Ja, unbedingt! Aber ist es umsetzbar, jeden Menschen individuell so zu behandeln, dass niemand stirbt, den man noch heilen könnte?


Ich hoffe, ich konnte einige Anregungen zu dem Thema beitragen. Alles Liebe, Cookie

Kommentar von Sempalon ,

Ach und seelische Qualen sind also nicht so ernst zu nehmen oder wie? So Aussagen können nur von Menschen stammen, die noch nie in eine schwere Depression erlebt haben. Niemand von außen sollte entscheiden dürfen, welche Leiden eine Sterbehilfe rechtfertigen und welche nicht.

Es gibt genug schwerst Depressive, die trotz jahrelanger Therapie keine Besserung verspüren sozusagen "austherapiert" sind. Für diese ist jeder Tag auch nurnoch eine einzige Qual. Und aufgrund von heuchlerischer Doppelmoral - von wegen nur körperlicher Schmerz ist echtes Leiden - soll den einen ein Sterben in Würde ermöglicht werden und den anderen nicht?


Kommentar von cookie2712 ,

Das ist ja das Problem an der Sterbehilfe: Welcher Außenstehende kann sich schon anmaßen, zu bewerten, ob ein Mensch sterben darf? Natürlich wollen wir helfen, wo wir nur können und "unnötige" Tote vermeiden, aber wer bewertet, wie schlimm Weiterleben für den Betreffenden wäre? Ich wollte seelisches Leid nicht herunterspielen, falls hier der Eindruck entstanden ist, das kann eindeutig schlimm werden. Was ich damit sagen wollte ist: Leid ist nichts Messbares. Es ist egal, ob Schmerzen körperlicher oder seelischer Natur sind, aber eine Freundin von mir hat versucht, sich die Pulsadern aufzuschneiden und jetzt, nach einem halben Jahr Behandlung geht es ihr wieder gut. Was wäre, wenn man ihr in ihrer schweren depressiven Phase gestattet hätte, sich das Leben zu nehmen? Sie ist so ein toller Mensch, ich würde sie nicht missen wollen! Es ist gefährlich, solche Entscheidungen zu treffen und es sollte absolut hundertprozentig sicher sein, dass keine Chance auf Heilung besteht, ehe man Sterbehilfe leistet. Natürlich könnte auch ein Mensch mit rein körperlichen Schmerzen vorgeben, schlimmer zu leiden, als er es tatsächlich tut.

Und zu deiner Aussage, kein Außenstehender sollte entscheiden, ob Sterbehilfe gerechtfertigt ist: Ja, niemand kann wirklich verstehen, was die betreffende Person fühlt, aber wenn Sterbehilfe legalisiert wird, wer sollte es denn dann sonst entscheiden? Die Patienten? Oder soll etwa die Familie abstimmen?!?

Antwort
von zwergenaufstand, 85
Ja! (weil ... )

... jeder Mensch für sein eigenes wohl entscheiden kann. Die Patientenverfügungen sind ja auch schon legal warum nicht auch die Sterbehilfen. 

Antwort
von KaeteK, 24
Nein! (weil ... )

...weil mir Gott mein Leben geschenkt hat und Er auch von daher das alleinige Recht hat, auch über meinen irdischen Tod zu bestimmen.

Es ist letztlich Hilfe zum Selbstmord. Allerdings machen sich hier gleich zwei Personen vor Gott „schuldig" Es ist Sünde. lg


Kommentar von Meatwad ,

Die Frage war nicht, ob du persönlich Sterbehilfe in Anspruch nehmen würdest. Die Frage war, ob Sterbehilfe gesetzlich erlaubt sein sollte.

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