Frage von keek20, 24

Umfangreiche Sanierung - Enev bei neuem Estrich beachten?

Hallo liebe Leute,

bei mir stehen umfangreiche Sanierungmaßnahmen an, es geht sich um ein EFH mit BJ 1971, ohne Keller. So wird die komplette Fassade erneuert, das Dach erneuert uvm.

Ich plane nun auch, meinen aktuell ca. 6cm starken Estrich zu entfernen, eine Fußbodenheizung einzubauen und den Estrich neu zu gießen. Unter den Rohren sollen Dämmplatten verlegt werden. Wegen der begrenzten Aufbauhöhe von 6cm sind max. 1,5cm dicke PUR-Dämmplatten möglich.

Laut Enev sind folgende Werte einzuhalten: Bodenplatte zu ungeheizten Räumen: 0,35 W/(m²*K). Um das einzuhalten, wäre eine Dämmung von ca. 7cm erforderlich!

Nun die Frage: Muss ich mich hier in dem Fall (Bodenplatte bleibt, nur Estrich soll neu gemacht werden) an die Enev Richtlinie halten?

Danke sehr!

Antwort
von Simko, 7

Hallo,

bei Bestandssanierungen ist ein häufiges Problem die Gesamtaufbauhöhe, wenn FB Heizflächen beabsichtigt sind.

Hier grenzen die EG Räume nicht gegen unbeheizte Räume, sondern gegen Erdreich! Hierfür gelten gesonderte Anforderungen.

Wie hier die Gesamtaufbauhöhe ermittelt wurde, ist völlig unbekannt.
Bei Nassestrichen, die beste Variante bei beabsichtigten FB Heizflächen, ist eine Mindestüberdeckung der Rohre der FB Heizflächen von 4,5 cm erforderlich!
Der Durchmesser der Rohre ergibt sich iterativ aus der Grundlagenermittlung, Heizflächendimensionierung und Rohrnetzberechnung der Gesamtanlage.

Hersteller von FB Heizflächen geben stets die gesamte Wärmestromdichte an, nicht jedoch den Verlustanteil, der unterhalb der Heizebene wegen mangelnder Wärmedämmung tatsächlich auftritt.
Keine Seltenheit, dass hierdurch ~ 60% der zugeführten, bezahlten Heizenergie verloren geht und nicht dem zu beheizenden Raum zur Verfügung steht.
Dabei nicht unerheblich, welche Art der Wärmeerzeugung vorgesehen ist.

WP Systeme sind dankbar für niedrige VLT, sofern die Heizflächen und Hydraulik entsprechend dimensioniert wurden. Die Verlustanteile bei nicht besonders günstiger Dämmung unterhalb der Heizebene, reduzieren sich.
Bei Verbrennungswärmeerzeugern sieht das völlig anders aus.
Auf theoretisch getrimmte "Niedertemperaturheizungen" im Auslegungsfall, kommen im überwiegenden Teillastfall und insbesondere nahe der Heizgrenze erhebliche Betriebsstörungen zu.

v.G.

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