gutefrage.net, die Ratgeber Community
Login   |  Registrieren   |  Forum |  Richtlinien & FAQ


Um wieviel sind die Kosten höher, wenn man ein Ökohaus baut und nicht ein normales?

gefragt von Annie44Annie44 am 26.12.2007 um 19:04 Uhr

Mein Sohn hat mir an Weihnachten eröffnet, dass sie bauen wollen. Wir kamen natürlich auf die vielen Möglichkeiten, die es heute gibt. Habe nämlich schon sehr viel über ökologisches Bauen gelesen und wäre sehr dafür, dass er das macht. Er meint aber, das rechne sich nicht, solange er noch lebt. Ich glaube das nicht. Ist ökologisches Bauen wirklich so viel teurer?


Infobutton_rz  

Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:

Finanzen (23130)
Geld (22061)
Kosten (3410)
ähnliche Fragen
Frage beantworten


MacJohn
beantwortet von MacJohn am 26. Dezember 2007 19:34
5x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Je nach Ausführung liegen die Kosten ca 20% über denen eines Standard-Hauses. Durch die wesentlich günstigere Energiebilnaz sind die Mehrkosten jedoch schon nach kurzer Zeit wieder eingeholt. (Ca. 3 jahre)


tradaix
beantwortet von tradaix am 26. Dezember 2007 19:43
3x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Seit dem Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung am 1.Februar 2002 sind Niedrigenergiehäuser Standard. Um günstige Kredite von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten zu können, darf der Primärenergiebedarf eines Hauses nicht höher als 60 kWh/qma (Energiesparhaus 60) bzw. 40 kWh/qma (Energiesparhaus 40) betragen. Diese Voraussetzung wird von führenden Anbietern vertraglich garantiert

Ökologisch sinnvolle Komponenten wie Solar- und Regenwassernutzung sind normalerweise mit Mehrkosten verbunden. Bei knappem Budget sollten zumindest die Optionen für eine spätere problemlose Nachrüstung vorhanden sein. Diese sind häufig schon ohne Aufpreis erhältlich

Angesichts der Tatsache, dass die Heizung rund 80 Prozent des Energieverbrauchs eines Hauses ausmacht, sollte auf eine Energie sparende Technik grösster Wert gelegt werden. Bewährt haben sich Öl- oder Gas-Niedertemperatur-heizungen. Den günstigsten Energieverbrauch weisen Gasheizungen mit Brennwerttechnik auf - auch diese gibt es bei renommierten Hausbauunternehmen schon standardmässig. Besonders Energie sparend sind auch Lüftungsheizungen mit Wärmerückgewinnung

(weberhaus.de)

Die weitere Option Geothermie wurde dabei noch garnicht einbezogen. Eine pauschale Antwort ist aufgrund vieler Faktoren daher nicht möglich.


koira1975
beantwortet von koira1975 am 26. Dezember 2007 19:35
2x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Pauschal kann man das nicht beantworten, zumal es ja auch beim Ökohaus ganz verschiedene Typen der Bauweise (Materialien) gibt und es ja auch die Frage ist, wie weit öko gehen soll. Was Dein Sohn mit dem rechnen meint, ist aber sicherlich, dass er denkt, dass sich die Kostenersparnis durch ein Ökohaus erst später bemerkbar macht. Auch da ist es so, dass es bei einigen Ansätzen (Strom, Wasser) stimmen kann, bei einigen (Wärmedämmung, Regenwassernutzung)Anderen rechnet es sich ziemlich schnell. Um da nun richtige Überzeugungsarbeit leisten zu können, würde ich mich an Deiner Stelle im Netz über die verschiedenen Möglichkeiten informieren (Du wirst ja auch die monetären Mittel und den Standort besser kennen als wir)und mir ggf Infomaterial zusenden lassen.


Borrmann
beantwortet von Borrmann am 27. Dezember 2007 13:46
2x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Dem, was "Macjohn" oben so pauschal gesagt hat, würde ich erstmal genauso pauschal widersprechen, denn weder kann eindeutig gesagt werden, dass Ökohäuser 20% mehr kosten, noch - und das schon garnicht bezogen auf diese 20% - dass sich das in drei Jahren amortisiert hat. Bei angenommenen 200.000 € Baukoszten wären 20% ca. 60.000 € und die werden sich auf gar keinen Fall in 3 Jahren amortisieren...

Aus meiner Erfahrung aus ca. 20 geplanten und gebauten Ökohäusern heraus bewegen sich die Mehrkosten für ein ökologisches Niedrigstenergiehaus (entsprechend etwa KfW- 40-60-Stamdard) je nach verwendeter Anlagentechnik sowie Dämm- und Ausbaustandard zwischen 3 und 10%. Richtig ist, was bereits "koira1975" oben erwähnt hat, dass sich manche ökologischen Komponeneten früher "rechnen" als andere, wobei es hier immer noch darauf ankommt, ob es Zuschuss- bzw. Fördermittel (nicht nur KfW-, sondern auch regional begrenzte Mittel) gibt. Dies kann man z.B. herausfinden, indem man die Fördermitteldatenbank auf www.baulinks.de mit den individuellen Daten füttert und sich dann alle infrage kommenden Fördermaßnahmen anzeigen lässt.

Bevor sich dein Sohn vom angeblich teureren ökologischen Bauen abwendet, sollte er sich die Mühe machen, sich eingehend über dieses Thema zu informieren. Im Internet gibt es dazu jede Menge hilfreiche Literatur. Und wenn er nicht auf den Kopf gefallen ist (wovon ich nicht ausgehe), dann wird er sich schließlich doch für die vernünftigere ökologische Variante entscheiden.


anonym
beantwortet von takeit am 27. Dezember 2007 15:23
1x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Wenn es beim Bauen nur auf die Kosten ankommt, denke ich mal das sich ein Haus im ökologischen Baustil nicht rechnet, eher wenn man etwas für die Umwelt und die Generation später tun will, ich hab mal einen guten Artikel auf der Seite www.bauunternehmen.com gesehen, einfach mal die Suche nutzen :)

Gruß


anonym
beantwortet von hausfreunde am 20. Oktober 2009 10:58
0x
Die Antwort ist hilfreich? Dann klick mich!

Je nachdem, mit was man vergleicht muss man mit rund 15% Mehrkosten rechnen.

Beispiel:

Ein normales massives Markenhaus kostet rund 1500 EUR / qm Wohnfläche.

Ein vergleichbares Haus in (echter) Ökobausweise liegt bei wenigstens 1700 EUR / qm (siehe z.B. http://www.nature-homes.de/modern.php).

Massivholz-Ausführungen sind nochmal rund 10% teurer.

Es läppert sich also. Aber meiner Meinung nach ist die höhere Wohnqualität bei einem Ökohaus den Mehrpreis wert.


Frage beantworten

Verwandte Fragen

Verwandte Fragen

Noch nicht die richtige Antwort? Dann hier in allen Fragen und Tipps suchen:




Weitere Informationen

Source_9
Ökohäuser hängen an der Planung
Umweltbewusstes Bauen muss nicht teuer sein. Ein gutes Konzept kann viel Geld sparen.

Ökohäuser müssen keine kleinen Hütten sein: Auch der britische Thronfolger Prinz Charles lässt für seinen Sohn William ein Herrenhaus bauen, das unter anderem eine solarbetriebene Heizung und eine Dämmung aus Schafwolle erhalten soll. Um ein Haus nach nachhaltigen Kriterien zu bauen, braucht ein Bauherr aber nicht das Budget des Prinzen. „Ein ökologisch geplantes Einfamilienhaus muss nicht kostspieliger sein als ein konventionelles Bauvorhaben“, sagt Architekt Thomas Drexel aus Augsburg, der ein Buch über kostengünstige und zeitgemäße Ökohäuser geschrieben hat (Die neuen Öko-Häuser – Kostengünstig und zeitgemäß, Deutsche Verlagsanstalt, ISBN-13 978-3-421-03445-8, 49,80 Euro). Für rund 200 000 Euro, so Drexels These, lasse sich sogar in der Großstadt ein vollwertiges Einfamilienhaus bauen.




Die unter gutefrage.net angebotenen Dienste und Ratgeber Inhalte werden nicht geprüft. Die Richtigkeit der Inhalte wird nicht gewährleistet. Bitte lesen Sie hierzu auch unsere Rechtlichen Hinweise.