Frage von gedankenmuell,

üble Nachrede // Rufmord?

Ich habe meinen Exfreund betrogen und ich fühle mich auch nicht gut deswegen, nur er postete meinen "Fehler" öffentlich auf Facebook sodass jeder den ich kenne wusste wer gemeint war und was ich gemacht habe. Zählt dies als Rufmord bzw. üble Nachrede?

Antwort von loco11,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Nein!Rufmord wäre eine unwahre Behauptung und ähnlich ist es mit der üblen Nachrede.

Kommentar von oliberlin,

Ja, aber auch nur ähnlich. Rufmord ist eine Verleumdung: Hier werden bewusst Unwahrheiten verbreitet - z.B. dass sie fremd gegangen ist, obwohl sie es nicht getan hat.

Üble Nachrede kann aber auch die Verbreitung von Tatsachen sein, mit dem Zweck ihrem Ruf zu schaden. Entscheidend soll sein, dass die verbreitete Tatsache nicht „erweislich wahr“ ist, d. h. kein Wahrheitsbeweis vorliegt. Erbsenzählerei, wenn man mich fragt: Wenn also z.b. ein Video existiert, auf dem sie mit dem anderen Kerl beim Poppen zu sehen ist wäre es nach der Erklärung keine Üble Nachrede.

Antwort von Bruno47,

"§ 192 Strafgesetzbuch. Beleidigung trotz Wahrheitsbeweises: Der Beweis der Wahrheit der behaupteten oder verbreiteten Tatsache schließt die Bestrafung nach § 185 nicht aus, wenn das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Form der Behauptung oder Verbreitung oder aus den Umständen, unter welchen sie geschah, hervorgeht." Unabhängig davon, ob die behauptete Tatsache beweisbar ist oder nicht, könnte sich bereits aus der Art der Verbreitung eine Strafbarkeit ergeben.

Antwort von NitramTaurus,

Hi gedankenmuell,

egal, wer welche Sch''''e gebaut hat, dies ist dreckige Wäsche gewaschen.

Sicherlich gibt's über ihn auch etwas, das er nicht an die große Glocke gehängt wissen möchte. Und genau damit würde ich mich an deiner Stelle revanchieren.

Natürlich sieht's dann nach Racheakt aus, aber wenn er so wenig Kerl ist, das, was nur ihr beiden wissen könnt, nach außen zu tragen, würde ich an deiner Stelle alle Scheu fallen lassen und Gleiches mit Gleichem vergelten.

Und dann mal abwarten, wie erfreut er darauf reagiert.

glg NT

Kommentar von oliberlin,

Super Ratschlag: Beantworte eine Straftat mit einer Straftat. Im Gegensatz zu "Wechselseitig begangenen Beleidigungen" gehen beide bei einer Üblen Nachrede oder gar Verleumdung übrigens nicht straffrei aus, nur mal so als Info was Du hier für einen Mist verbreitest.

Kommentar von NitramTaurus,

Ich beschrieb nur, wie ich verfahren würde.

Eine üble Nachrede ist allerdings nur dann gegeben, wenn Unwahres über jemanden berichtet wird. Was in diesem Falle ja so nicht gegeben ist/wäre.

Beleidigend ist im Übrigen deine Einlassung mir gegenüber. Von einer Anzeige deiner Straftat werde ich aber mal absehen, da du's offensichtlich nicht besser weißt oder einfach nicht anders kannst - trotz deines goldigen Abzeichens.

Was dem Benehmen ja offensichtlich nicht sonderlich förderlich ist, wie ich heute abend schon mehrfach lesen durfte.

ulg

Kommentar von oliberlin,

Falsch: Wenn unwahres über jemand anderen verbreitet wird ist es Verleumdung (§ 187 StGB), was in dem Fall ja nicht gegeben wäre. Die Verleumdung wäre vorhanden, wenn sie nicht fremdgegangen wäre, er es aber wider besseren Wissens vor Dritten behauptet.

Tatsachenbehauptungen sind auch keine Beleidigungen, können aber eine üble Nachrede (§ 186 StGB) sein: Das ist dann der Fall, wenn die Behauptung nicht nachweislich wahr ist und geeignet ist, den anderen verächtlich zu machen ("XYZ hat fremdgefickt" wäre da wohl eindeutig zu geeignet). Dabei kommt es nicht darauf an ob die Person tatsächlich herabgewürdigt wird sondern nur, ob die Äußerung hierfür geeignet wäre. Ob der Täter der Meinung ist dass das was er verbreitet wahr oder unwahr ist spielt ebenfalls keine Rolle, es reicht wenn die Ehre der anderen Person verletzt wird.

So, und wenn Du Dich dadurch beleidigt fühlst dass Du die Gesetze nicht verstehst und ich Dich dann darauf hinweise dass das Mist war was Du geschrieben hast ist das Dein Problem. Im Übrigen wäre es auch Strafbar, andere zu Straftaten anzustiften, und wie wir gerade gelernt haben ist die üble Nachrede eine Straftat, zu der Du die Fragestellerin zumindest indirekt ermuntert hast:

[…] würde ich an deiner Stelle alle Scheu fallen lassen und Gleiches mit Gleichem vergelten.

Wer jetzt von uns das schlechtere Benehmen hat...

Antwort von oliberlin,

Das zählt wohl als "Üble Nachrede". Auch wenn ich Deinen Ex durchaus verstehen kann dass der mächtig angepisst ist, was zu weit geht geht zu weit.

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cble_Nachrede

Antwort von gedankenmuell,

Aber schließlich hält mich jetzt jeder für das Allerletzte. Ich denke auch mein Freundeskreis denkt so. Was kann ich denn sonst machen? Ich will ihm doch einfach nur zeigen das sowas nicht geht. Ich bin, oder eher war, nicht die Einzige die Fehler gemacht hat und ich hab sie schließlich auch nicht gepostet.

Antwort von user1260,

Nur wenn es Lügen wären. Ist es die Wahrheit ist es KEIN Rufmord oder üble Nachrede.

Kommentar von oliberlin,

Tante Wiki sagt, dass es entscheidend ist, dass die (vorgeworfene) Tatsache nicht „erweislich wahr“ ist, d. h. kein Wahrheitsbeweis vorliegt. Wenn also z.B. Foto- oder Videomaterial oder andere gerichtlich verwertbare Beweise von dem Fremdgehen existieren wäre es keine üble Nachrede. "Sie hat mir aber gesagt dass..." ist kein solcher Beweis. Bewusste Unwahrheiten zu verbreiten wäre Verleumdung - anderer Straftatbestand.

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