Frage von Hikez, 254

Überzeugt von Religion?

Ich lese hier immer wieder Fragen von Muslimen, bezüglich ihrer Religion und den dazugehörigen Regeln. Wenn ihr nicht genau wisst, was verboten ist und warum, habt ihr euch dann überhaupt damit beschäftigt?

Warum glaubt ihr an Allah, wenn ihr mit den Grundsätzen der Religion nichts am Hut habt? Stört es euch nicht, so fremdbestimmt zu sein? Warum sollte man Teil einer Gemeinschaft sein, deren Grundsätze man nicht kennt und nur die Auswirkungen derer befolgt?

Diese Frage richtet sich nicht gegen irgendjemanden, ich verstehe nur nicht, warum Menschen ihr leben so einengen lassen, wenn die Gründe nicht kennen bzw diese nicht befürworten.

Antwort
von PlueschTiger, 53

Hallo Hikez,

das Problem bei den Fragen und Religionen hier ist einfach das es beim Islam, wie auch anderen, nicht nur die eine Richtung gibt. Es gibt nicht den Islam, oder das Judentum, oder das Christentum. Beim Christentum soll es 3000 Abzweigungen geben, beim Islam vielleicht 100. Von diesen Abzweigungen haben viele andere Regeln oder strengere, bzw. lockerere Regeln.

Beim von dir erwähnten Islam ist das Problem das der Koran von vielen Interpretiert wurde und jeder hat seine eigene Interpretation, auch IS, Taliban und Boko Haram. Dazu kommt das Volksgruppen den Koran in ihr Gesellschaftssystem übernommen haben und seine Regeln, doch anders als der Koran der immer der selbe ist und Bleibt haben sich die Gesellschaftlichen Kulturellen Regeln verändert. Manche sind strenger geworden andere lockererer. Darum hat man wahrscheinlich i9n Ländern  wie Saudi Arabien solch strenge Sitten, obwohl der Koran sie gar nicht vorsieht. Die Traditionen die sich über die Jahre verändert haben, haben aber dazu geführt das es so wie es jetzt ist richtig sein soll.

Aufgrund dieser vielen dinge ist es einem Gläubigen mitunter schwer zu erkennen was nun richtig ist. Selbst wenn sie es wüssten und sich entsprechend verhalten würden, gäbe es immer einen anderen Gläubigen welcher der Meinung ist es ist falsch.

Gruß Plüsch Tiger

Antwort
von Slizia, 148

Stell Dir mal folgendes vor: Ein kleines Kind kommt zur Welt. Während der ersten Jahre seines Lebens lernt es durch Erfahrung, dass es sinnvoll ist, Dinge zu unterlassen, die die Eltern verbieten, weil man sonst Schaden nimmt. Glaubst Du, ein Kind versteht die alle? Irgendwann befolgt es sie, weil es den Eltern vertraut.

 So solltest Du Dir das auch mit Religionen vorstellen. Das Judentum z.B. kennt c. 613 Glaubensregeln. Meinst wirklich, die versteht jemand wirklich alle? Man kennt vielleicht 100 und merkt, dass die gut sind und geht einfach davon aus, dass das auf den Rest auch zutrifft.

Es gibt im Übrigens in allen Religionen Diskussionen über die Auslegung mancher Gebote.

Kommentar von Hikez ,

Machst du denn auch alles, was deine Mutter dir damals vorgeschrieben hat? Hinterfragst du seit deiner Kindheit nichts davon?

Kommentar von earnest ,

Das ist aber ein sehr optimistisches und autoritätsfixiertes Denken. 

Das Kind wird erst dann erwachsen, wenn es beginnt, Regeln zu hinterfragen und sich auch von den Eltern abzunabeln. 

Bei ganz vielen "Religionsfragen" bei GF (z.B.: "Darf ich als Muslim einen Kanarienvogel halten?") habe ich aber nicht den Eindruck, dass es um Abnabeln geht - sondern um einen lebenslangen Erhalt der Nabelschnur.

Das "Gute" daran: Es macht das eigene Denken überflüssig. Ja, eigenes Denken schadet sogar.

Antwort
von kami1a, 129

Hallo! Diese rage kannst Du so bei jeder Religion stellen. Menschen werden in eine Religion hinein geboren und wie sie später damit umgehen hängt auch davon ab wo und wie sie aufwachsen.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort
von 3plus2, 58

Eine Reli die alles vorschreibt ist schrecklich. Wie kann der Mensch einen eigenen Charakter bekommen, wenn sich der freie Wille nicht entfalten kann,

weil die Religion alles, aber auch alles,  vorschreibt, das Essen, das Trinken, das Sehen, das Hören, das Anziehen, die Gefühle.

Antwort
von Wuestenamazone, 76

Deshalb glaube ich an gar nichts. So wie Kami sagt man wird in eine Religion hineingeboren. Was du dann daraus machst liegt dann an dir

Antwort
von piobar, 84

Das fängt grundsätzlich früh an und bezieht sich auf Religionen allgemein:

Es gibt keine religiösen Kinder, nur Kinder religiösen Eltern.

Das Kind wird darauf konditioniert und adaptiert...

Antwort
von TheAllisons, 100

Du hast recht, es ist ja auch schwer zu begreifen, was der Koran so "vorschreibt" . Und der beste Weg wäre ja, wenn sie einfach ihre Verwandten fragen würden

Kommentar von earnest ,

Das Problem liegt nicht so sehr im Koran - sondern in den Hadithen.

Da haben alte Männer irgendwann mal irgendwas abgesondert, von dem sie und die Fundis meinen, es müsse für ALLE verbindlich sein.

Antwort
von JayTheG, 21

Also ich bin kein Moslem, habe mich aber intensiv vor allem mit dem religiösen Themen die sich unmittelbar auf die Gesellschaft auswirken auseinander gesetzt und mir ist aufgefallen, dass die meisten Moslems tatsächlich keine Ahnung von ihrer eigenen Religion haben. Beispielsweise haben mir alle Moslems die ich darauf angesprochen habe versichert, dass Homosexualität nicht mit dem Islam vereinbar sei, ich entgegen ihnen dann für gewöhnlich die Frage wie sie darauf kommen, da im Koran Homosexualität nicht einmal erwähnt wird. Die meisten (sogar die die mir vorher versichert haben, dass sie den Koran gelesen hätten) behaupten dann einfach, dass es doch drin stände, aber ich kann euch versichern, dass es nicht so ist. Lediglich im Hadith wird etwas dazu erwähnt. Doch auch da wird nichts genaues gesagt. Ähnlich ist es mit Kopftüchern. Oft Frage ich Moslems ob sie finden, dass eine Muslima ein Kopftuch tragen müsse. Diejenigen die diese Frage bejahen frage ich wieso sie das glauben, da dies ebenfalls im ganzen Koran keine Erwähnung findet. Im Koran wird lediglich gesagt, dass Frauen ihren "Schmuck" bedecken sollen (Siehe an-nūr, Vers 31). Daraus abzuleiten, dass Frauen ihr Haar nicht zeigen dürfen oder sich gar komplett verschleiern müssen halte ich für eine extreme Fehlinterpretation.

Also kann man sagen, dass viele Moslems einfach keine Sachkenntnis ihrer eigenen Religion haben. Und ja ich finde es auch ziemlich ambivalent sich auf der einen Seite für gläubig zu halten sich aber andererseits überhaupt nicht mit der eigenen Religion auseinanderzusetzen. Aber auch gerade die Christen sind nicht in der Position mit dem Finger zu zeigen. Die Christen befolgen kaum iwelche Gebote der Bibel. Sie suchen sich einfach die raus von denen sie behaupten, dass sie relevant wären und ignorieren den ganzen Rest. Stattdessen denken sie (vor allem die katholische Kirche) sich selbst irgendeinen Schwachsinn aus und machen ihn zu Teil ihrer Religion. Wieso meinen die Priester dass sie darüber entscheiden können ob einen Menschen die Sünden vergeben werden (Stichwort Beichte)? Oder wieso glauben sie dass Menschen wählen können wer der Stellvertreter Jesus auf Erden ist? Ein durchschnittlicher Jude befolgt mehr Gebote der Bibel als der Papst.

In der Bibel steht übrigens tatsächlich dass Homosexualität eine Sünde sei (leviticus Kapitel 18, vers 23). Und es wird auch in der Bibel gesagt, dass Frauen beim Beten ihr haupt verhüllen müssen (Korinther 11, vers 2-16).
Das nur mal so als kleine Anekdote.

Letztendlich erachte ich Religionen als unnütz und überholt aber ich kann Leute nicht leiden, (und da meine ich genauso die Christen,) die sich als religiös darstellen aber von ihrer eigenen Religion keine Gebote befolgen. Wenn man als Moslem homophob und intolerant ist sollte man das nicht mit seiner Religion zu rechtfertigen versuchen und wenn man als Christ gläubig ist sollte man so konsequent sein und nicht den Schein des offensichtlich von Menschen erdachten (die Gebote die von der Kirche vorgeschrieben werden) befolgen sondern sich mit dem tatsächlichen Kern seiner Religion auseinandersetzen. Zum Beispiel mit den Speisegeboten.

Antwort
von Garfield0001, 55

auch hier in Deutschland gibt es zig Hunderte Gesetze. redet da einer über "fremdbestimmt"?
und die Frage ist doch: was von den Regeln ist gut und was nicht? in der Bibel steht zb dass man nicht töten soll. ist das etwa schlecht? etc.
nur weil es in einem Religionsbuch steht, heißt es doch noch lange nicht, dass die Regeln an der Realität vorbei gehen.

UND man muss unterscheiden:
was ist (in dem Fall) Gott gewollt? was ist regional/kulturell gewollt und was ist von Menschen erdacht worden? viele der jüdischen Regeln wurden von Menschen hinzu gedichtet und stammen nicht von Gott.
und wie sagt selbst Jesus: der Mensch ist NICHT für das Gesetz da, sondern die Gesetze für den Menschen.
also hier zeigt ganz deutlich wozu Gesetze dienen sollen. sie sollen keinen Selbstzweck haben und blind befolgt werden.

Antwort
von Flash8acks, 114

Na ja, sowas wie creme benutzen im Ramadan und oder ob es ein Fehler ist zu onanieren, ist schon eine seeeehr wichtige Frage. Sonst kommt der Gläubige noch in die islamische Hölle, oder wird von noch gläubigeren gejagt und bestraft. (Die aber evtl. auch die Frage stellen könnten ob Sie das machen sollten und ob man es wärend der Fastenzeit tun darf... phuuu, das wird eine riesen Kette an Fragen).

Ausserdem hätten wir ja nicht die Befriedigung eine Frage beantwortet zu haben, oder du diese Frage eben. Wer irgendwelche Formen von Ironie in diesem Text findet, kann Sie in diesem Falle behalten ;-)... es war nur ein Gehirnfurz der mich dazu bewegte die Frage zu beantworten, die Frage nach Geistigem Eigentum ist diesmal etwas lockerer zu verstehen.

Kommentar von TheReaper52 ,

Man darf nur nicht sex haben, während man fastet, ab dem Zeitpunkt wo man essen darf , kann man nachher auch GV haben

Kommentar von TheReaper52 ,

Aber nur mit Ehefrau

Kommentar von PlueschTiger ,

Oder Ehefrauen.

Kommentar von Flash8acks ,

Oder Exfrauen, Freunde mit dem gewissen +, Ehemann  (wir wollen ja Schwule nicht außenvor lassen, usw. ja sogar mit prostituieren. Das lässt sich schon irgendwie hinbiegen, Religion ist ja zum Glück sehr flexibel in der Auslegung.

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