Frage von Rosenblad, 47

Überzeichnen nicht die vielen postchristlichen Exegesen und Eisegesen die originären Offenbarungsallegorien völlig?

Was bleibt angesichts der vielen Auslegungen in der Neuzeit von der ursprünglichen Allegorie der Offenbarung des Johannes noch übrig?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Viktor1, 27

Die Offenbarung enthält Visionen. Allegorien haben keinen Zugriff darauf.
Visionen bewegen sich auf einer anderen Ebene.
aus WIKI
Die Allegorie .... eine öffentliche Aussage    ist eine Form indirekter Aussage, bei der eine Sache .... aufgrund von Ähnlichkeits- und/oder Verwandtschaftsbeziehungen
Visonen enthalten in dem Sinne keine Sachen (Sachverhalte)
https://de.wikipedia.org/wiki/Vision\_%28Religion%29

Es gibt keine "ursprüngliche" Allegorie (oder Verständnis) der Offenbarung.
Die Visionen des Johannes sind geradezu dazu angelegt Deutungsvielfalt zu kreieren, je nachdem, ob hier "Glaube" präsent ist oder Spekulation in Art eines Orakels, oder beides.
Wo sollte das "ursprüngliche Verständnis" der Offenbarung auch greifbar sein, als Referenz heutiger Zuordnung von Phantasien ?
Wenn du auf die Auslegungen der Z.J. abhebst, dann sind wir irgendwie jenseits von "gut und böse".

Kommentar von Rosenblad ,

Visionen (als Format sog. deskriptiver Allegorien) bilden natürlich den „Hauptcharakter“ des johannischen Offenbarungsbriefes.
Die ursprüngliche (deskriptive) Allegorie des Frühchristentums war eine andere – eine zeitbezogene. Die heutigen exegetischen und eisegetischen Vervielfältigungen konnotieren auf die jeweiligen (Neu)Lehren. (siehe dazu die Dissertation des katholischen Theologen Thomas Johann Bauer „Das tausendjährige Messiasreich der Johannesoffenbarung“, Berlin u.a., de Gruyter Verlag, 2007)

Aber für all die Deskriptionen, Allegorien, Sezessionen, Visionen, Exegesen, Eisegesen und – so hoffe ich auch vorhandenen validen und vividen Eindeutigkeitstexte  - fehlt mir dann der „Zugangsschlüssel“ zur Deutung. Da bestaune ich dann doch lieber den gelbprallen Rapstängel am Wegesrand und atme dessen berauschenden Duftaushang ein, hier finde ich (für mich – bei Dir stellt sich diese „Wahrheit“ in Gänze anders dar) auch ohne Lehren so viel Lehrreiches.

Manchmal scheint mir das zur Sprachverwirrung im AT, die Glaubensverwirrung im NT sich hinzu stellte (die Zeugen Jehovas sind dafür ein beredtes Zeugnis).

Kommentar von Viktor1 ,
siehe dazu die Dissertation des katholischen 
Theologen Thomas Johann Bauer

Du erwartest doch nicht von mir, daß ich mir irgendwelche Dissertationen rein ziehe, katholisch oder nicht ?
Hier, zur Offenbarung, schon garnicht.
Sie ist keine Schrift, welche irgendeinen Wert zu Erkenntnisfindung hat, weder zum (besseren) Verständnis der Botschaft Jesu noch allgemein für tiefere Erkenntnis von irgendwas.
Mich wundert, daß du überhaupt darauf abfährst. Hättest du Gewinn daraus (für dich) wenn dir ein Zugangsschlüssel zu "Offenbarung gegeben würde ?
Nur um ein besseres Gefühl beim Bestaunen eines Rapsstängels zu bekommen ?

hier finde ich  auch ohne Lehren so viel 
Lehrreiches.

Dafür steigst du aber, nach meiner Sicht, in die Hinterfragung "unnützer" Lehren zu stark ein.

Ich bin irgendwie mehr Realist. Man muß in der Lage sein (bzw. auch wollen) zu erkennen, was sich lohnt hinterfragt zu werden.
Auch hat jeder von uns  i.R. nur beschränkte Ressourcen bei der Erkenntnisfindung. Es gibt keinen Handlungsbedarf, diese zu verplempern. 
Gruß Viktor

Kommentar von Rosenblad ,

Wie Recht Du hast - deswegen höre ich auch auf weitere Fragen zu stellen.

Antwort
von Viktor1, 38

Hallo,
Und wenn du dies in verständlicher Sprache rüber bringst, etwas konkreter, wäre dies nicht ein Vorteil für alle, welche sich darauf einlassen (wollen) und auch für dich ?
So können nur Nebelschwaden entstehen, welche nichts leisten.
Gruß Viktor

Kommentar von Rosenblad ,

Eine verständlichere Fragestellung wurde nachgereicht.

Antwort
von Xpomul, 36

Klar tun sie das! Das liegt ja schon im Namen: "postchristlich". Das ist das gleiche, was Drewermann in die Märchen hineinliest. Das ist einfach nur mehr Dichtung, sonst nichts.

Aber man muss achtgeben: Vieles, was sich als "Allegorie" tarnt, ist gar keine. Wäre also interessant, wenn Du hier eine davon als Beispiel angeben könntest! Und auch, was Du da genau im Auge hast, inwiefern da überzeichnet wird – das müsste man sich im Detail ansehen.

LG

Kommentar von Rosenblad ,

Im Fokus stand für mich z.B. die Offenbarungsauslegung der Zeugen Jehovas in ihren Buch "Die Offenbarung. Ihr großartiger Höhepunkt ist nahe" oder allein die Exegese und Eisegese zum allegorischen Begriff der "Hu..e Babylon", von Benedikt Peters gibt es eine Offenbarung Auslegung "Geöffnete Siegel Auslegung zur Offenbarung" oder Gerd Müllenheim "Die Zukunft der Welt:
Feuer und Rauch und Schwefel" usw.

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