Übertragung bei Wiedergeburt? (Fragestellung besser definiert)

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Das Ergebnis besteht aus 9 Abstimmungen

Wiedergeburt? Quatsch! 44%
Wiedergeburt? Klar! 33%
Wiedergeburt? Keine Ahnung! 22%

11 Antworten

Angeblich wird die Persönlichkeit (der Charakter) übertragen.

Tatsächlich gibt es aber eine Form der "Wiedergeburt", die jeder ständig vor Augen hat und doch nicht sehr beachtet, und bei der man nicht zwangsläufig zuerst sterben muß:

Es ist die Übertragung einzelner Persönlichkeitsmerkmale und Denkweisen auf andere Personen, zu denen man eine besondere positive Beziehung hat, z. B. eigene Kinder, nahe Angehörige, gute Freunde usw.

Wie man diese Sache glaubensmäßig bewertet, ist eine Sache der Sichtweise.

Nachfolgend eine Sichtweise, die auch real nachprüfbar ist, ohne daß man Wissenschaftler sein muß:

Verliert man einen Menschen, den man sehr geliebt hat, durch Tod, dann entwickelt sich in sehr vielen Fällen einige Zeit nach der ersten Trauer ein Effekt der Persönlichkeitsübertragung in der Form, daß man plötzlich bestimmte Charaktermerkmale in sich hat, die man zuvor so nicht oder nicht in dieser Stärke hatte.

Genau diese Charaktermerkmale werden dann zur Ursache besonderer Verhaltensweisen und/oder Verhaltensänderungen, die dem Wesen des Verstorbenen angenähert sind. Man übernimmt quasi Teile von dessen Rolle. Schenkt man diesem Umstand besondere Aufmerksamkeit, dann spürt man so betrachtet Teile des Wesens des Verstorbenen in sich selbst.

Die Erklärung dafür ist beliebig. Man kann dies mit komplexen psychischen Wechselwirkungen erklären, wenn man es so will.

Man kann aber auch seine Sichtweise ein wenig modifizieren und dann ebenso berechtigt sagen, daß solche dazugewonnenen oder modifizierten Charaktereigenschaften lebendige Seele sind, und zwar dadurch lebendig,daß sie in Form von Verhalten wirken und daß sie empfunden werden.

Die vielleicht strittige Frage wäre dann, wer wohl Eigentümer dieser Charakterteile (bzw. dieser Seele) ist. Ist man es selbst, oder ist es der Verstorbene, der dadurch in einer anderen (kompatiblen) Person weiterlebt?

Kommen solche Eigenschaften in uns, dann nehmen wir sie auch wahr und sie gelangen in unser Bewußtsein. Wem gehört aber dieser Anteil an Bewußtsein? Ist es unsere eigenes, oder ist auch Bewußtsein des Verstorbenen in uns gelangt? Oder ist es zu einer gemeinsamen Bewußtsein geworden?

Vom christlich-religiösen Standpunkt her stehen solche Überlegungen sogar im Einklang zu den Evangelien (und zwar auch dann noch, wenn ein Geistlicher deswegen möglicherweise vor Wut schäumt).

Gem. Evangelien hat Jesus z. B. gesagt, der Jonannes, das war der Elias. Weiter sprach er diverse male davon, daß er im Vater ist und der Vater in ihm, und er erweiterte diese Aussage dann auf das Verhältnis zwischen sich und seinen Jüngern.

Wie schon gesagt, es ist eine Sache der Betrachtungsweise. Physikalisch wird sich da wohl nichts wiegen und messen lassen, weil sich geistige Dinge nicht mit physikalischen Mitteln erfassen lassen.

Das weitergehende Kriterium kann dadurch nur noch sein, ob eine solche Sichtweise der sonstigen Logik oder anderen aus dem Glauben kommenden Aussagen widerspricht oder nicht, und ob die entsprechende Sichtweise zu unserem Wohlbefinden beiträgt oder nicht - was dann aber auch wieder zu einer Sache des Glaubens wird.

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Wiedergeburt? Quatsch!

Die Idee mag verlockend sein, niemand, der nicht schwer leidet, möchte sterben und aufhören zu existieren. Leider gibt es keinerlei Hinweise, das so etwas möglich sein könnte, keinen Ansatz einen Mechanismus dahinter vernünftig zu erklären und auch keine Leute die es glaubwürdig belegen könnten schon mal gelebt zu haben und sich an all das zu erinnern.

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Wiedergeburt? Quatsch!

Es wird gar nichts übertragen.
Alles was wir sind, was uns als Personen ausmacht ist nach aktuellem Wissensstand im Gehirn gespeichert. Wenn wir sterben, sind diese Informationen verloren.
Sowas wie Wiedergeburt macht auch evolutionär keinen Sinn.

Es ist ein alter Wunschtraum der Menschen, der zu Zeiten entstand, als die Menschen fast nichts über die Welt wussten, in der sie lebten, daher ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf und glaubten man würde mit dem Herzen denken, welches nebenbei noch Blut produziert. Sie glaubten auch es gäbe so etwas wie eine Seele, die sich nach dem Tod vom Körper trennt.

Man sollte solch alten Aberglauben nicht allzu ernst nehmen.
Das Geschwätz von Seelen und Wiedergeburt kann man getrost als Unfug abtun.

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Wiedergeburt? Klar!

Weltweit wurden immerhin schon über 3000 gut dokumentiert. Das ist eine zu hohe Zahl als dass man sagen könnte, dass es nur ein Zufall ist. Ein interessanter davon ist hier:   http://www.epochtimes.de/wissen/mystery/dreijaehriger-ich-wurde-im-letzten-vorleben-ermordet-und-hier-liegt-meine-leiche-wiedergeburtskrimi-aus-israel-wiedergeburt-reinkarnation-vorleben-a1217602.html

Selbst wenn man es logisch betrachtet kann ein Mensch innerhalb von einem Leben von ca 85 Jahren niemals die Weisheit eines buddhistischen Mönchs erlangen, denn dazu gibt es viel zu viele Lektionen, welche erst gelernt und verinnerlicht wurden. Die Lektion die man gerade lernt hängt von vielen Umständen ab, wie z. B. das Umfeld in dem man lebt.

Ein weiteres Beispiel wäre, dass der Mensch nur wirklich etwas daraus lernt, wenn er etwas Falsches macht, wie jemand niederträchtig zu behandeln, wenn er selbst davon betroffen ist, anders lernt er es leider nicht. Er braucht diesen Schock.

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Ich glaube durchaus, dass es so etwas wie Wiedergeburt gibt, nur hat dies nichts mit der Lehre der Religion zu tun, der ich angehöre.

Soweit es Erinnerungen betrifft, die ich zu haben glaube, wird alles zumindest verdrängt übertragen, was ein Wesen geistig ausmacht. Sein Bewusstsein, seine Wertvorstellungen und sogar seine Erinnerungen, Charakterzüge und so weiter. Das meiste davon bleibt in dem späteren Leben verdrängt, es sei denn, es ist für das nächste Leben derart wichtig, dass es von sich aus an die Oberfläche des Bewusstseins drängt (so ist es bei mir) oder man versucht, durch Reinkarnationsregressionstherapien (Rückführungen) diese Erinnerungen aus dem Unterbewusstsein hervorzuholen (das funktionierte bei mir bisher nicht, vielleicht, weil die entsprechenden Erinnerungen bereits von sich aus in mein Bewusstsein drängen).

Dennoch glaube ich nur daran, aber weiß nicht sicher, ob es so etwas wie Wiedergeburt gibt. Daher würde ich gleichermaßen für die erste und die dritte Option wählen wollen. Da dies nicht geht, stimme ich nicht ab.

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Kommentar von Giustolisi
21.09.2016, 20:31

Was du an Bewusstsein, Wertvorstellungen, Erinnerungen und Charakterzügen hast, spielt sich in deinem Gehirn ab. Wenn du stirbst stirbt auch dein Gehirn. Dann verwesen die Nervenzellen und die Verbindungen, die sie geknüpft haben. Was dich als Person ausgemacht hat, ist dann dahin, denn die Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen fliegen ja nicht einfach davon.

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Wiedergeburt? Keine Ahnung!

Ich bin Buddhist und helfe dir bei dieser Frage gerne weiter. :-)

Nach buddhistischer Vorstellung werden weder eine Seele, noch körperliche Merkmale oder Charaktereigenschaften übertragen, da die Persönlichkeit mit dem Bewusstsein beim Tod stirbt. Ein ewiges Selbst gibt es im Buddhismus nicht.

Die Wiedergeburt wird lediglich durch eine Art Leidenstrieb verursacht - aufgrund von Anhaftungen und unerfüllten Wünschen drängt es uns in die nächste Wiedergeburt. Das ist keine freie Entscheidung.

Abweichend davon gibt es im tibetischen Vajrayana-Buddhismus die Vorstellung, spirituell entwickelte Menschen könnten ihr Bewusstsein gezielt übertragen und ihre Wiedergeburt beeinflussen. Da spielen aber schamanistische Vorstellungen hinein, die nicht Teil des ursprünglichen Buddhismus sind.

Meine Ansicht

Obwohl ich Buddhist bin, glaube ich nicht an diese Vorstellung von Wiedergeburt, sondern folge einem anderen buddhistischen Denkmodell.

Demnach sprach Buddha nie über Gott, die Schöpfung, oder andere derartige Dinge, sondern erklärte sogar, diese Fragen wären nicht zu beantworten und darüber nachzugrübeln bringe einen nicht weiter.

Weshalb sollte er ausgerechnet bei so einem wichtigen Thema wie dem Leben nach dem Tod plötzlich eine Ausnahme machen und irgendwelche Wiedergeburtsgeschichten erzählen?

Ich folge daher der Ansicht, dass die Wiedergeburt in den sechs Daseinsbereichen (Höllenwesen, Hungergeister, Asuras, Tiere, Menschen, Gottheiten) lediglich ein psychologisches Modell ist.

Die verschiedenen Wiedergeburten stehen dabei für den Wechsel in unserer vorherrschenden, geistigen Verfassung.

Hier habe ich das mal etwas ausführlicher erklärt:

https://www.gutefrage.net/frage/wenn-es-die-wiedergeburt-wirklich-geben-sollte-wie-kann-es-dann-sein-dass-aus-vielleicht-10000-menschen-milliarden-geworden-sind-rest-steht-unten?foundIn=list-answers-by-user#answer-189570040

Vielleicht interessiert dich ja auch diese Herangehensweise.

Fazit

Ob die Wiedergeburt nun tatsächlich rein psychologisch zu verstehen ist, oder vielleicht doch ein Vorgang nach dem Tod, werden wir erst dann wissen, wenn es soweit ist.

Bis dahin kann man daran glauben - oder auch nicht.

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Wiedergeburt? Quatsch!

Es ist schon rein technisch unmöglich, daß Leben jedes der 8 Milliarden Menschen gerecht zu beurteilen und dann irgendwie daraus eine neue Existenz zu basteln. Wiedergeburtsideen sind an Einfalt kaum zu überbieten.

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Wiedergeburt? Quatsch!

Da es so etwas wie Wiedergeburt nicht gibt, wird auch nichts "übertragen".

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Wiedergeburt? Keine Ahnung!

Woher sollen wir das wissen?

Was man über Reinkarnation glaubt oder nicht glaubt, hat nichts mit der Wahrheit an sich zu tun.

Für mich bedeutet sie aber nichts, denn der Glaube an eine Idee, auch wenn sie tröstend und wertvoll ist, kann unmöglich zum vollen Verständnis des Todes führen. 

Der Tod ist natürlich etwas Unbekanntes, etwas völlig Neues, – er muss es sein. Er muss etwas bleiben, was ich nicht kenne, wie sehr ich mich auch bemühe, ihn zu untersuchen und zu erforschen. 

Ich kenne nur die Vergangenheit und ihre Fortsetzung durch die Gegenwart in die Zukunft; das ist nämlich mein Gedächtnis, das sich mit meinem Haus, meiner Familie, meinem Namen, meinen Erwerbungen, Tugenden, Kämpfen und Erlebnissen identifiziert, das ist mein ›Ich‹. 

Man will sein "ICH" gerne fortleben lassen. Jetzt oder später, oder in alle Ewigkeit.

Daher hat der Mensch den Glauben erfunden. An einen Erlöser, an Gott oder an Reinkarnation.

Aber dennoch, finde ich folgendes Video vielleicht hilfreich für dich?:

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Wiedergeburt? Klar!

Es heißt weder wird jemand wiedergeboren noch wird jemand nicht wiedergeboren. Was übergeht ist ein Impuls oder eine Prägung aber nichts Substanzielles. Es wird auch verglichen mit dem Anzünden einer Kerze durch eine andere brennende Kerze. Dabei ist die neue Flamme nicht die alte. Trotzdem geht sie auf die alte Flamme zurück und ist nicht verschieden von ihr.

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Wiedergeburt? Klar!

Die einzige Art "WiederGEBURT" gemäß dem christlichen Glauben wird in 1. Korinther Kapitel 15 beschrieben.

Demnach stirbt ein Mensch den Tod, den wir kennen, "zieht dann eine andere Art des Wesens an". Somit wechseln Person und Bewusstsein von einer "Daseinsform" in eine andere "Daseinsform".

Paulus schrieb,  "VERWESLICHKEIT muss UNVERWESLICHKEIT anziehen", so stelle ich mir das vor, ohne diesen Vorgang technisch beschreiben zu können.

cheerio

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