Frage von STASP, 57

Überstundenabbau durch Krankheit?

Der Fall ist folgendes. Ich habe einen 80Std. Vertrag, sollte laut Arbeitsplan diesen Monat über 100 Std.arbeiten. Nun bin ich jedoch für 3 Tage an denen ich arbeiten sollte (18Std.) krankgeschrieben. Bekomme ich trotzdem die 18 Std. bezahlt oder werden die eigentlichen Überstunden jetzt einfach gestrichen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 26

Wenn Du an Tagen an denen Du nachweislich hättest arbeiten sollen krank bist, muss der AG Dir die Tage so bezahlen als hättest Du gearbeitet. Das nennt man Lohn- oder Entgeltausfallprinzip und steht in den §§ 3 und 4 Entgeltfortzahlungsgesetz.

Überstunden darf der AG hier nicht verrechnen, es war Arbeit geplant und die Krankheit ist die Ursache dass nicht gearbeitet werden konnte. Anders wäre es nur, wenn an diesen Tagen Freizeitausgleich zum Abbau der Überstunden geplant gewesen wäre. Dann könnte der AG Überstunden verrechnen, da hier nicht die Krankheit die Ursache gewesen wäre, dass Du nicht gearbeitet hättest.

Kommentar von Bartstoppel1902 ,

Hallo Hexle,

dazu habe ich eine Frage. Wenn ich recht informiert bin, werden bei uns die AU- Tage nach Wochentage berechnet, also gesamtbrutto der letzten 365 Tage ohne Einmalzahlungen : 365 = Tagssatz.

Dürfte man dies in diesem Fall nicht anwenden?

Kommentar von Hexle2 ,

Ich verstehe die Frage nicht.

Außerdem verstehe ich die Rechnung nicht. Wieso rechnest Du einen Tagessatz für sämtliche Tage im Jahr (incl. Sonn- und Feiertage), wenn Du von einer Fünf-Tage-Woche ausgehst? Bekommst Du dann für die zwei arbeitsfreien Tage Entgeltfortzahlung? Das würde mich wundern.

Die Entgeltfortzahlung bei Krankheit berechnet sich nach der für den AN maßgebenden Arbeitszeit.

Bei Schichtplänen muss ein AN bei Krankheit so bezahlt werden als hätte er gearbeitet. Dazu gehört auch eine evtl. gezahlte Schichtzulage.

Gibt es z.B. keine Schicht-/Dienstpläne oder sind diese bei Eintritt der Krankheit noch nicht geschrieben, wird nach der maßgebenden regelmäßigen Arbeitszeit berechnet. Das ergibt den zu zahlenden Durchschnittsverdienst.

Bei uns im Betrieb bekommen Schichtarbeiter bei Krankheit die Schichten so bezahlt wie sie ohne Krankheit gearbeitet hätten (incl. Schicht-, Sonn- und Feiertagszulagen). Sind die Schichtpläne noch nicht geschrieben weil ein AN z.B. länger arbeitsunfähig ist, wird der Durchschnittsverdienst der letzten sechs Monate genommen.

Kommentar von Hexle2 ,

Danke fürs Sternchen

Antwort
von SiViHa72, 29

Du bekommst pro Tag die vertraglich festgelegten Stunden.

Ich habe z.B. eine 40h-Woche, muss Montag bis Donnerstag immer 9h netto arbeiten (also bin ich 9,5h im Büro), dafür ist der Freitag aber kurz.

Bin ich jetzt krank, kriege ich für jeden tag 8h angerechnet, egal ob Mo-Do oder Fr.


Sprich, Überstundenw erden weder auf noch abgebaut.. es gelten einfach pro Kranktag die üblichen Stunden, egal was der Dienstplan sagte.



Kommentar von STASP ,

Nur bin ich ja nicht jeden Tag da und so könnte es ja sein, dass meine Stunden einfach auf andere Tage verschoben werden oder ich die gar nicht bekomme? 

Antwort
von schmiddihb, 26

Wenn du krank bist, kann das nicht zu Lasten deiner Stunden gehen. Deine Stunden werden so gerechnet, als ob du bei der Arbeit wärst.

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