Frage von SeppiMontana, 75

Überstunden zulässig?

Ich arbeite seit 3 Jahren in einer Firma in der im Schnitt 5h die Woche in meiner Abteilung mehr gearbeitet wird als die 40h welche im Vertrag stehen. Im Arbeitsvertrag hab ich mich zudem zu Überstunden verpflichtet wenn der Arbeitgeber diese fordert. Wir haben ein Arbeitszeitkonto, welches wir mit 50h füllen und ab der 51.h wird ausbezahlt. Ein ausschnitt der Regelung liegt bei. Nur: Wenn so gut wie immer nur ausgezahlt wird, ist das nicht gegen das Gesetz? Aus §3 des Arbeitsgesetzes muss im laufe eines halben Jahres die durchschnittliche Arbeitszeit von 8h (für 6 Werktage also 48h die Woche) nicht überschritten werden. Ich finde in den Ausschnitten des Gesetzes nirgends etwas das es was anderes ist wenn man sich zu Überstunden verpflichtet. Wenn die mir aber die Zeit nur auszahlen, dann falle ich doch fast automatisch drüber... Ich weiß das ich sie leisten MUSS laut vertrag. Aber MUSS der Arbeitgeber mich nicht auch unter die 48h pro Woche durchschnittlich im Halbjahr halten?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JollySwgm, 38

Passt doch.

Du arbeitest 40h die Woche plus 5 Überstunden. Das macht 45 Stunden und somit bist du noch unter den 48 Stunden.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 15

Arbeitsvertraglich hast Du Dich zur Ableistung von Überstunden verpflichtet. Wenn Du durchschnittlich jede Woche fünf Überstunden und eine vereinbarte 40-Stunden-Woche hast, ist das Überschreiten der 48-Stunden-Grenze im Durchschnitt von 24 Wochen oder sechs Monaten sehr unwahrscheinlich.

Ihr habt bestimmt keinen Betriebsrat. Dieser hat bei der Anordnung von Überstunden ein Mitspracherecht und kann diese, wenn keine Notwendigkeit dafür besteht, untersagen.

Ausgezahlt wird ja erst dann, wenn das Zeitkonto mit 50 Stunden "voll" ist. Warum sammelst Du so viele dass immer ausgezahlt wird? Im Arbeitsvertrag steht doch, dass die Stunden vom Zeitkonto als Freizeitausgleich genommen werden können, sie müssen nur zwei Wochen im Voraus beantragt sein.

Außerdem steht dort, dass die Gewährung nur bei dringenden betrieblichen Erfordernissen versagt oder zurückgenommen werden kann. Hast Du überhaupt schon mal versucht Freizeitausgleich zu bekommen?

Falls Du mit dem 48-Stunden-Durchschnitt Dein 50-Stunden-Konto meinst, liegst Du komplett falsch. Ein Zeitkonto hat mit der durchschnittlichen wöchentlichen Arbeitszeit nach § 3 Arbeitszeitgesetz gar nichts zu tun.

Darauf werden ja nur die Überstunden gesammelt. Mit der Durchschnittsbetrachtung hat das überhaupt nichts zu tun.

Antwort
von akkurat01, 24

Das Überstunden gemacht werden ist für viele völlig normal.

Da durch die Arbeitszeiterfassung nichts verlorengeht finde ich dies ganz sauber und fair.

Prinzipiell gelten im Einzelfall die Regelungen im Arbeitsvertrag. Diese sind doch super.

Die meisten Arbeitnehmer können davon nur träumen. Die arbeiten dann jede Stunde über die normale Arbeitszeit hinaus umsonst. Leider für viele völlige "Normalität"

Du "klagst" da auf sehr hohen Niveau. Klingt nach öffentlichen dienst oder so ähnlich.

Antwort
von Anna1230, 11

Wenn du in der Woche 5 Überstunden machst, diese gesammelt werden und alles was gesamt über 50 Stunden liegt umgehend ausbezahlt wird, ist doch alles ok.
Was das Arbeitszeitgesetz betrifft, da geht es im Prinzip eher darum das die maximal erlaubte Arbeitszeit in der Woche bzw. am Tag nicht überschritten werden darf und die vorgeschriebenen Erholungszeiten eingehalten werden.

Das ist in verschiedenen Branchen so geregelt, hat aber grundsätzlich nichts damit zu tun das du dich dazu verpflichtet hast  Überstunden zu machen.

Du darfst nur nicht mehr als 10 Stunden am Tag bzw. 50 Stunden wöchentlich arbeiten.

Es sei denn du bist leitender Angestellter, da greift das Arbeitszeitgesetz nicht. Da gäbe es dann wieder andere Regelungen.

Antwort
von Wiesel1978, 34

Du sagst, ihr arbeitet bei einer 40h Woche, durchschnittlich 45h. 45<48 ich sehe da kein Problem?

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