Frage von superK, 38

Überstunden werden absichtlich nicht bezahlt?

Angenommen man war mehrere monate lang angestellter in einem Betrieb und wurde dann gekündigt. Es fand ein anzuwendender Tarifvertrag Anklang der auch besagt das die Überstunden auf den lohnabrechnungen notiert werden müsse. Dies war aber leider nicht der fall, also auf keiner Abrechnung. Die Arbeitsstunden wurden vom Arbeitnehmer schriftlich notiert und am ende der Woche dem Chef übergeben (leider ohne davor eine Kopie zu erstellen) Der AN verlangte nach dem ausscheiden eine Überstundenabgeltung vom AG dies vermehrt schriftlich mit Fristsetzung, ohne Erfolg. Da ich keinerlei Beweise habe würde ich auf verstoß des TV plädieren und somit die Anzahl der Überstunden fordern...?! Da ich keine Rechtsschutz habe und auch kein IG Mitglied bin werde ich wohl alleine für mein recht kämpfen... bestehen den Chancen oder hat jemand n Tipp?!

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo superK,

Schau mal bitte hier:
Beruf Arbeit

Antwort
von Todd1995, 3

Sowas gerichtlich oder per Anwalt zu regeln bringt einen ja auch nicht weiter. Dann ist eine weitere Zusammenarbeit eigentlich nicht mehr richtig möglich. Man sollte versuchen mit seinem Arbeitgeber das Problem zu lösen und wenn das nicht möglich ist mich von einem Anwalt beraten lassen und mir einen neuen Job suchen.

Antwort
von Anna1230, 23

Wenn du keinerlei Zeit Aufzeichnungen hast wie willst du dann beweisen das du Überstunden gemacht hast?

Erzählen kannst du ja viel, du musst es auch beweisen können.

Es kommt aber auch auf deinen Vertrag an, ist dort eine Überstundenpauschale inkludiert?

Nun ganz ohne Beweise das du Überstunden gemacht hast, wirst du keine Chance haben da was einzuklagen.
Verstoß gegen den TV, auf welcher Grundlage? Wenn der Chef behauptet du hättest keine Überstunden gemacht, kann und muss er ja auch keine auf den Abrechnungen anführen.

Ich würde mal sagen, ohne Beweise keine Chance

Kommentar von Ontario ,

Das sehe ich etwas anders. Ich würde, nachdem der AG die Überstunden nicht zahlt, vors Arbeitsgericht gehen. Ich würde behaupten, dass ich dem Chef jede Woche eine Aufstellung über die geleisteten Überstunden zukommen liess, was der Vertrag auch so vorsieht. Klar muss man sich die Frage stellen, warum der Arbeitnehmer nicht schon bei der ersten Lohnabrechnung auf das Fehlen der Überstundenvergütung den Chef hingewiesen hat. Ich würde es dennoch auf eine Klage beim Arbeitsgericht gegen den AG ankommen lassen. Dem Kläger entstünden dabei keine Kosten, so er sich keinen Anwalt nimmt. Zeugen aus dem Betrieb wird man wohl eher nicht finden, da die dann selber ihren Arbeitsplatz gefährden. Wenn das Arbeitsverhältnis nicht allzu lange bestanden hat, würde ich versuchen nachzuvollziehen, wieviel Überstunden ca. geleistet wurden. Diese Aufstellung beim Arbeitsgericht vorlegen. Da könnte dann entschieden werden, ob eine Klage zugelassen wird oder nicht. Es steht dann Aussage gegen Aussage. In den meisten Fällen führt das dann zu einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht.

Kommentar von Anna1230 ,

Wenn das so einfach wäre, könnte jeder vor das Arbeitsgericht gehen und Behauptungen aufstellen. Wenn ich etwas einklagen möchte liege ich in der Beweispflicht. Und OHNE auch nur eine einzige Aufzeichnung wird das nichts. Aussage gegen Aussage zieht vielleicht vor einem Strafgericht, aber sicher nicht beim Arbeitsgericht.
Und wenn der Chef weiß bzw. mitbekommt das der ehemalige AN keinerlei Beweise hat, wird er sich hüten einem Vergleich zu zustimmen.

Kommentar von borntobechild ,

Ohne konkrete Aufzeichnungen mit Tag und Uhrzeit ist die gerichtliche Einforderung gemäß der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes sinnlos.

Selbstverständlich wird eine Klage auch ohne Beweise zugelassen, nur wird er sie verlieren. Im Übrigen sollte er mal seinen Arbeitsvertrag oder, falls vorhanden, seinen Tarifvertrag auf Ausschlussfristen checken, häufig 3 Monate, in der er Forderungen hätte wirksam geltend machen müssen, wenn diese auch bei vorhandenen Beweisen nicht verfallen sollen.

Kommentar von Anna1230 ,

das hab ich doch geschrieben. Ohne Beweise keine Chance. Aussage gegen Aussage zieht da nicht. Bringt also gar nichts eine Klage einzureichen wenn man nichts in der Hand hat.

Antwort
von lupoklick, 3

In einem Rechenzentrum gab es einen Programmierer, der innerhalb weniger Monate mehr als 300 Überstunden angesammelt hatte.

Statt Vergütung bekam er eine ABMAHNUNG !!!! wegen Betruges

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