Wir haben in der Schule ein wenig über Kraftwerke gesprochen und mir ist abgesehen von den vielen verschiedenen Arten (Kohle, Atom, Wind, Wasser etc) noch eine Frage geblieben: Was geschieht eigentlich mit dem überschüssigen Strom, der z.B. in der Nacht oder früh morgens produziert wird? Ich meine, gibt es irgendwo riesige Akkus oder verpufft die Energie dann einfach irgendwie? Danke für eure Erklärungen!

Die Kraftwerke drosseln die Produktion, wenn wenig gebraucht wird, oder man liefert den Strom ins Ausland, pumpt Wasser in die Speicherseen der Wasserkraftwerke usw. Die Produktion von Strom muss immer exakt mit dem Verbrauch übereinstimmen.

der überflüssige Strom wird nach Frankreich oder in anderen Ländern verkauft,damit der Markt aber stabil bleibt wird der Strom eigentlich nur selten so erzeugt das zuviel davon ist,es gibt ein Abkommen in Europa was die Stromherstellung regelt
es ist technisch unmöglich "zuviel" Strom zu erzeugen. Strom fließt immer nur dann, wenn es dazu einen Verbraucher gibt. Wenn "zu viel" erzeugt würde, stiegen Spannung und Frequenz(d.h. Drehzahl der Turbinen) an. Dagegen gibt es Regler, die die Kraftwerke drosseln.
WebZecke am 20. Mai 2009 19:10 jedes Kraftwerk ist verpflichtet eine bestimmte Menge Strom bereit zu stellen,soll heißen...es muss eine Mindestkapazität erzeugen,es gibt aber genügend Situationen wo der Strom nicht genutzt wird bzw nicht genutzt werden kann,dieser Strom wird in Strombörsen verkauft,trotz allem wird immer Versucht am unteren Limit zu bleiben.

die kraftwerke werden in den zeiten etwas runtergefahren und die restenergie wird gespeichert wenn etwas über ist , ist am tag aber auch so
DonBrush am 15. Mai 2009 21:36 Ne, da wird nichts gespeichert.
Marcels04 am 15. Mai 2009 21:46 doch im sinne von wiederaufbereitung wird er gespeichert zum beispiel indem damit das obere wasserbecken wieder vollgepumpt wird
JoGerman am 16. Mai 2009 15:09 Die in der Zentrale sitzen, überwachen nur die Regelung.
Es wird alles automatisch geregelt, um den Fehlerfaktor Mensch auszuschliessen. Außerdem ist die Automatik-Regelung wesentlich schneller, effizienter und genauer, als der Mensch.
Gruß DER ELEKTRIKER

Es wird dann automatisch weniger Energie erzeugt
Marcels04 am 15. Mai 2009 21:35 nein nicht automatisch, da sitzen welche in der zentrale die das anpassen müssen
"die in der Zentrale" wären viel zu langsam, wenn sie das selber machen müßten. Die eigentliche Regelung ist automatisch. In den Zentralen passen sie auf, daß alles funktioniert. Auß0erdem entscheiden sie, in welche Länder Strom exportiert oder importiert wird, aber die kurzfristige Reglung muß automatisch sein.

Ein Teil verpufft (Wärme o. ä.), aber ein Teil kann gespeichert werden (je nach Möglichkeiten der Anlage). Wie bei einer Batterie bzw. Akku.
Wir haben hier in der Nachbarschaft ein Hallenbad mit eigenem Stromgenerator. Die produzieren teilweise zu viel (im Sommer) und geben das jetzt an eine benachbarte Siedlung ab. Das heißt, die Häuser in der Siedlung werden mit überschüssiger Energie aus dem Hallenbad versorgt. Das finde ich eine coole Sache, wenn nicht zu viel Speichermöglichkeiten zur Verfügung stehen.
JoGerman am 16. Mai 2009 15:18 Elektrische Energie ist NICHT in großen Mengen speicherbar, außer wie von den anderen Usern angeführt, in Pumpspeicherwerken.
Der Stromgeneratot im besagten Hallenbad kann auch nur die Energie abgeben, die in der Nachbarschaft sofort verbraucht wird. Sinkt oder steigt dort der Stromverbrauch, muss der Strom-Generator seine eigene Drehzahl selbstständig anpassen, um die Netzspannung auf 230 Volt konstant zu halten.
Gruß DER ELEKTRIKER
lokaltrainer am 16. Mai 2009 15:29 Hab's vielleicht unglücklich formuliert, aber das meinte ich damit. Kann nur wenig gespeichert werden, deshalb gibt das Hallenbad den Strom weiter - damit er trotzdem genutzt werden kann und nicht "verloren" geht.

Der Strom wird zum Beispiel auch verwendet, um in Pumpspeicherkraftwerken das Wasser vom Unterbecken ins Oberbecken zu pumpen. Dies ist zwar ein "Verlustgeschäft", wie jede Umwandlung zwischen Energieformen, aber ein Pumpspeicherkraftwerk kann bei Ausfall eines anderen Kraftwerkes oder zu Spitzenverbrauchszeiten binnen Minuten Strom liefern, andere Kraftwerksarten brauchen wesentlich länger, bis sie am Netz sind.
Es gibt auch Großabnehmer die praktisch drauf warten, dass andere wenig Strom verbrauchen. Manche Fertigungsanlagen bei denen die Uhrzeit keine Rolle spielt verbrauchen den Strom dann, wenn ihn kein anderer haben will. So wird die Last etwas gleichmässiger verteilt. Das muss aber geplant werden und geschieht nicht automatisch.
Das ist quasi "Nachtstrom" im grossen Stil.
Umgekehrt fragen solche Großverbraucher auch vorher nach, bevor sie ihre Geräte einschalten, damit das E-Werk seine Produktion anpassen kann.
Wenn dabei etwas schief geht, hat man Spannungsspitzen im Stromnetz, die zu Schäden an Verbrauchern und auch am Generator führen können; auch das Netz kann deswegen ausfallen.

Es gibt soweit ich weiß ein Kohlekraftwerk in Deutschland, was nur dazu da ist um den Verbrauch auszugleichen (weiß nicht mehr wo das steht). Macht natürlich extrem Miese, ist aber wichtig. Kenne das aber nur in dem Zusammenhang, dass es wegen den Krafterken für Erneuerbaren Energien (Photovoltaik, Windkraft etc.), die unkonstant Energie herstellen, als Ausgleich genutzt wird. Sicherlich wird auch vieles in's Ausland verkauft bzw. eingekauft bei 'nem Überschuss oder wenn zu wenig zur Verfügung steht, da Deutschlands Stromnetz logischerweise auch mit den Netzen der Nachbarländer verbunden ist.

Ich könnte es, aber da gibt es viel Kompetentere: Frag doch mal deinen Stromversorger. die haben häufig gutes Material, Videos, Präsentationen und allerhand Papier zu dem Thema.