Frage von askine, 77

Übernimmt Jobcenter Behandlungskosten für chronisch kranke Hartz IV Empfänger?

Werden für solche, die aufgrund einer chronischen Krankheit Hartz IV beziehen die Kosten für Behandlungen übernommen/teils übernommen, die die Krankenkasse nicht zahlt? Zum Beispiel für Chiropraktik, Akupunktur, Osteopathie...?

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Antwort
von Samika68, 41

Für solche Kostenübernahmen sind nur die Krankenkassen zuständig.

Hartz IV Empfänger können sich bei der Krankenkasse von weiteren Zuzahlungen (§ 61 SGB V) zu Medikamenten, Heil- und Hilfsmitteln, Krankenhauskosten etc. befreien lassen, wenn sie die Belastungsgrenze erreicht haben (§ 62 SGB V).

Bei Bezug von Hartz IV kann u. U. Anspruch auf sogenannten Mehrbedarf bestehen, den man beim JobCenter beantragen kann.

Davon umfasst sind z.B. werdende Mütter ab der 13. Schwangerschaftswoche, Alleinerziehende von Minderjährigen, ein Teil der behinderten Menschen und Personen, die aus medizinischen Gründen kostenaufwändigere Ernährung benötigen.

Antwort
von cyracus, 16

Ob Chiropraktik, Akupunktur, Osteopathie von der Krankenkasse übernommen wird, solltest Du herausfinden, wenn Du Dich auf der Homepage der Krankenkasse umschaust.

Auch besprich das mit dem Hausarzt. Es gibt Krankheitssymptome, bei der derartiges verschrieben wird.

Osteopathen sind Krankengymnasten mit entsprechender Zusatzausbildung,
einige Heilpraktiker spezialisieren sich mit solch einer Zusatzausbildung und
auch einige Ärzte.

Die Berufsbezeichnung "Osteopath" ist (noch) nicht geschützt. Um an
einen gut ausgebildeten Osteopathen zu kommen, ruhig den Therapeuten
fragen, wie lange er / sie Osteopathie gelernt hat. So um fünf Jahre
sollten es sein.

Manche Krankenkassen übernehmen Kosten für osteopathische Behandlung
(so zum Beispiel die Techniker). Google mal mit
osteopathie
und füge Deine Krankenkasse hinzu, um zu erfahren, ob die Kosten
übernommen werden. Auch wenn die Krankenkasse die Kosten nicht
übernimmt, mach mit dem Osteopathen / Osteopathin (der zugleich
Krankengymnast ist)
ein Erstgespräch in der Praxis. Manches klärt man nicht am Telefon, sondern in einem persönlichen Gespräch.

Übrigens: Osteopathie würde ich immer der Chiropraktik vorziehen, denn Osteopathie ist sanft und zugleich tiefgreifend.

.

Falls Du diese Infos noch nicht kennst, vielleicht interessiert Dich das ja:

Osteopathie - Blockaden erspüren und lösen
http://www.ugb.de/bewegung-sport/osteopathie-blockaden-erspueren-loesen/

.

Alles an und in unserem Körper ist mit Haut umgeben, also auch jedes Organ,
jeder Knochen, jedes Blutgefäß usw., die Faszien genannt werden.
Sämtliche Faszien sind irgendwie miteinander verbunden. Also wenn Du zum
Beispiel Dein Knie anhebst, verlagern sich ganz leicht sämtliche Faszien bis
hin zum Kopf.

Osteopathen arbeiten viel mit den Faszien. Was Faszien sind und wie sie
Beschwerden machen können, erfährst Du in dieser Dokumentation:

Geheimnisvolle Faszien - Neues vom Rücken

Antwort
von herakles3000, 32

Nein tun sie  fast nie außerdem  gibt es kaum noch Zuzahlungen für einige Erkrankungen vom Jobcenter.Als chronisch erkrankter wirts du nur 1 prozent  vom Monatssatz einmal im Jahr zuzahlen müssen aber das gilt für normale Leistungen oder Medikamente danach sind sie frei oder die kosten werden zurückerstattet

Antwort
von wilees, 36

Wenn Du "Igel" - Leistungen in Anspruch nimmst, mußt Du diese aus eigener Tasche bezahlen.

Antwort
von herzilein35, 26

Zuzahlungsbefreiung schön und gut. Diese Befreiung gelten aber nicht für IgEL und z.B. auch nicht für die Pille

Antwort
von EstherNele, 10

Es gibt allerdings eine Möglichkeit, trotz Nichtzuständigkeit dem Jobcenter bestimmte bestimmte Kosten für Gesundheitsprodukte aufs Auge zu drücken.

Ich erkläre es am besten mal an einem Beispiel:

Wenn jemand vom Arzt Medikamente verordnet bekommt, die entweder bei der Kasse nicht gelistet sind (also über ein sogenanntes "Privatrezept, ein blaues Rezept, abgegeben werden) bzw. überhaupt nicht übernommen werden (zum Beispiel in den den meisten Fällen Antiallergika), dann kann man sich vom Arzt eine Bestätigung holen, dass diese Medikamente medizinisch notwendig sind.

Mit den Nachweisen über Bezahlung dieser Medikamente und der ärztlichen Bestätigung kann man zum Jobcenter gehen und eine Kostenübernahme beantragen.

Normalerweise muss das Jobcenter diese Kosten abzüglich des in der Regelleistung vorgesehenen Betrages für Gesundheitsleistungen übernehmen. ( Wie hoch der Betrag für Gesundheitsleistungen ist, findet man in der aktuellen Regelsatzverordnung.)
Dieses Spiel kann man auch jeden Monat wiederholen.

Wichtig ist aber, dass der Arzt eine medizinische Notwendigkeit bestätigt, sonst würde das Amt bei bestimmten Medikamenten (zum Beispiel gegen Neurodermitis) argumentieren, dass man diese auch mit anderen Mittel in den Griff bekommen könnte.

Eine weitere Möglichkeit: 

Wer seine Miete selbst einzahlt (also nicht direkt überweisen lässt, was man ja ablehnen kann), der bekommt im Falle einer Rückzahlung von Betriebskosten das Geld ja auch auf sein Konto und muss sich um die Verrechnung beim Jobcenter selbst kümmern. 
Wenn man dieses Geld jetzt abhebt und zum Beispiel für eine Brille verwendet, der kann versuchen, diese (anderweitige) Verwendung des Geldes als sogenannten "unabweisbaren Bedarf" zu deklarieren.

Ich habe schon ein paar mal erlebt, dass das Jobcenter in solchen Fällen von seiner Rückforderung absieht.

Kommentar von scharrvogel ,

dafür ist nicht das jc zuständig, sondern  die krankenkasse.

Kommentar von EstherNele ,

Wir reden von Behandlungen/ Medikamenten, die die KK nicht übernimmt. Wenn der Arzt dir aber attestiert, dass du das brauchst, weil es medizinisch notwendig ist, kann man das, was über den Anteil für Gesundheitsleistungen in der Regelleistung (Erwachsener: etwa 20 €) hinausgeht, als Übernahme beim JC beantragen.

Die KK haben sich ja bereits mit der Nichtübernahme aus der Zuständigkeit verkrümelt.

Und wenn du denkst, dass nur Leistungen ohne nachgewiesene Wirksamkeit von der KK nicht bezahlt werden - denkste!

Medikamente für Allergiker werden nicht bezahlt (nur wenn du wie bei einer Allergie auf Insektenstiche dann in Lebensgefahr gerätst), Medikamente gegen Neurodermitis ebenfalls nicht.

Ich bin selbst Pollenallergiker - wenn wir ein für mich schlimmes Jahr haben, dann brauche ich für 4 bis 6 Wochen im Frühjahr 150 - 200 € an Medikamenten. Das kannst du als ALG II-Empfänger gar nicht woppen.

Das ganze aber zu ignorieren geht auch nicht, dann würde ich die ganze Zeit wegen Bindehautentzündung, vereiterter Nebenhöhlen und Kehlkopfentzündung ausfallen in der Arbeit. Also keine Empfehlung.

Ws muss ja eine Möglichkeit geben, dass auch ein ALG II-Empfänger die notwendige Behandlung erhält bzw. die notwendigen Medikamente.

Der Vorwurf müsste eher an die KK gehen, dass ich trotz regelmäßiger Beitragszahlung mit manchen (nicht Bagatell-)Erkrankungen einfach im Stich gelassen werde.

Antwort
von staffilokokke, 30

Nein, das sind private Leistungen. Ist aber bestimmt möglich, mit dem jeweiligen Heilberufler einen Sondertarif auszuhandeln, wenn er den nicht schon anbietet. 

Antwort
von Claud18, 11

Es gibt bereits Krankenkassen, die Akupunkturkosten übernehmen. Das andere musst du erfragen. Das JobCenter gibt nichts dazu, es liegt alles im Ermessen der Krankenkasse.

Antwort
von herzilein35, 27

Nein die müssen selber bezahlt werden. Alles andere bezahlt die Krankenkasse. Aber IgEL muss man grundsätzlich auch als Hartz4 Empfänger selber zahlen.

Antwort
von Arethia, 34

Nein, das kannst Du leider vergessen. Die zahlen nix, nur das was eben die Kasse übernimmt. LG

Antwort
von beangato, 34

Nein.

Antwort
von herzilein35, 4

Nein diese musst du selber zahlen.

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