Frage von Cyberdude, 113

Übernimmt das Jobcenter meine Krankenversicherungsbeiträge wenn ich einen 400€-Job habe?

Zu mir: Ich bin 23, also gibt es keine Möglichkeit Familienversichert zu sein. Ich habe wie oben geschrieben nur einen Aushilfsjob und bin Momentan bei den Eltern meiner Freundin gemeldet. Ihre Eltern arbeiten vollzeit, kommen aber natürlich nicht für mich auf. Möchte ich auch gar nicht. Meine Freundin hat auch einen Aushilfsjob. Nebenbei suche ich eine Ausbildung für dieses Jahr.

Ich wurde automatisch in die freiwillige Krankenversicherung gesteckt und muss ca 170€ monatlich an die Krankenkasse zahlen. Muss ich dafür einen kompletten ALG2-Antrag ausfüllen oder berät mich das Jobcenter "einfach so" und gibt mir einen speziellen Antag? Ist es überhaupt möglich, da die Eltern meiner Freundin berufstätig sind? Oder gilt es nur als Wohngemeinschaft?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isomatte, Community-Experte für Jobcenter, 33

Du musst einen ALG - 2 Antrag stellen !

Sobald du darin angibst das du eine Ausbildung machen möchtest,weil du noch keine abgeschlossen hast,wirst du vom Jobcenter als Ausbildung suchend eingestuft.

Das bedeutet für dich,wenn deine Eltern getrennt leben,dann wirst du zu deinem Antrag und Anlagen auch die Anlage UH - 3 bekommen und das dann für jedes Elternteil.

Die müssen dann Angaben und Nachweise über Einkommen machen / erbringen,damit die Leistungsfähigkeit festgestellt werden kann,weil sie dir dann im SGB - ll wenn du Ausbildung suchend gemeldet bist vorrangig zum Unterhalt verpflichtet sind,vorausgesetzt das sie leistungsfähig sind.

Du wirst dann dem Jobcenter zur Verfügung stehen müssen,also nicht nur Termine einhalten,sondern auch Nachweise über Bewerbungen bringen und ggf.an einer Maßnahme teilnehmen.

Die Eltern deiner Freundin haben mit dir nichts zu tun,du könntest dann max. mit deiner Freundin eine BG - bilden,wenn ihr euch freiwillig unterstützen wollt.

Im ersten Jahr des gemeinsamen Zusammenlebens müsste euch das Jobcenter das Gegenteil beweisen,also wenn du angibst das du nicht von der Freundin unterstützt wirst.

Dein anrechenbares Einkommen würde bei 400 € Brutto wie Netto bei 240 € liegen,160 € wäre dein Freibetrag auf Erwerbseinkommen.

Wenn du keine Miete zahlen musst,dann bliebe dir der Regelsatz von max. 404 € pro Monat,abzüglich der 240 € anrechenbaren Einkommen würden dir noch ca. 164 € zustehen und dein KK - Beitrag würde gezahlt.

Würdest du dich aber Ausbildung suchend melden,dann müsstest du ja Nachweise bringen und dann steht dir Kindergeld zu,dass sind dann auch 190 € die du dann vorrangig versuchen musst zu bekommen,wenn du dann Anspruch darauf hast.

Den Antrag kann dann deine Mutter stellen und du bringst die Nachweise,geht dann alles schneller,dann wird dir das auf deinen Bedarf auch angerechnet und du bekommst dann nur noch die Differenz gezahlt,unter Berücksichtigung deines KK - Beitrages.

Kommentar von Cyberdude ,

Versteh ich das also richtig, dass ich zusätzlich zur übernahme der KK-Beiträge, noch extra Geld bekommen würde obwohl ich keine Mietkosten habe und schon ca 400€ verdiene?

Also ist es absolut richtig, wenn ich mich bei dem Jobcenter Ausbildungssuchend melde? Da 160€ schon ziemlich viel ist wenn ich nur knapp 400€ verdiene. Würde auch eine Maßnahme in Frage kommen obwohl ich schon einen Aushilfsjob mache? Das wären doch nur mehr Kosten für das Amt zwecks Fahrtkosten, Beschäftigung usw.

Und gibt es eine Möglichkeit hilfe zu bekommen beim ausfüllen des Antrags? Er ist soweit ich weiß ja schon ziemlich Umfangreich und kompliziert formuliert. Möchte ungern was falsches angeben, was es dann alles verzögert oder sogar vermiest.

Kommentar von isomatte ,

Du bist ja verpflichtet im Antrag wahrheitsgemäße Angaben zu machen und wenn du auf der Suche nach einer Ausbildung bist,dann kannst du nicht angeben das du Arbeit suchend bist,denn dann würde man dich versuchen dementsprechend unter zu bringen !

Dein Nebenjob muss schon mit einer evtl. Maßnahme vereinbar sein,dass müsstest du dann individuell abklären,denn in erster Linie sollst du ja deine Bedürftigkeit verringern bzw.ganz beenden.

Ob und wenn ja wie viel du dann noch bekommst hängt von deinem Bedarf ab,der besteht in der Regel aus deinem Regelsatz für den Lebensunterhalt und die angemessenen KDU - Kosten der Unterkunft und Heizung.

Wenn du diese nicht hast,dann bliebe also in der Regel nur der Regelsatz,bildest du also mit deiner Freundin keine BG - dann stünden dir 404 € Regelsatz zu.

Dann kommt es darauf an was du selber an Brutto und Nettoeinkommen verdienst und ob dann ggf.noch andere Einkommen dazu kämen,wie dann z.B. das Kindergeld.

Auf dein Erwerbseinkommen kannst du dann Freibeträge nach § 11 b SGB - ll absetzen,dass sind zunächst vom Brutto die ersten 100 € als Grundfreibetrag.

Von 100 € - 1000 € Brutto stehen dir 20 % als Freibetrag zu und von 1000 € - 1200 € Brutto noch mal 10 % Freibetrag.

Diese werden dann addiert,theoretisch vom Netto abgezogen,ergeben das anrechenbare Einkommen und das wird dann auf den individuellen Bedarf angerechnet.

Deckt dieses also dann den Bedarf nach dem SGB - ll nicht ab,dann steht dir eine Aufstockung zu.

Würdest du also 400 € Brutto wie Netto verdienen,dann hättest du zunächst deine 100 € Grundfreibetrag und von den übersteigenden 300 € ( 100 € - 1000 € Brutto ),stehen dir noch mal 20 % Freibetrag zu,also 60 €.

Das macht dann zusammen 160 € Freibetrag,abzüglich von den 400 € Brutto wie Netto blieben dann 240 € anrechenbares Einkommen und solange es dann kein Kindergeld geben würde,stünde dir die Differenz von 240 € - 404 € Regelsatz = 164 € als Aufstockung zu.

Kommentar von isomatte ,

Danke dir für deinen Stern !

Antwort
von DerHans, 67

Einen Aushilfsjob alleine kannst du dir eben nicht leisten. Vom JobCenter erhältst du nur die Krankenversicherung, wenn du auch im Leistungsbezug bist. Dafür wiederum musst du dann aber auch uneingeschränkt  zur Verfügung stehen.

Man sucht nicht "nebenbei" eine Ausbildung. Diese Suche sollte deine Hauptbeschäftigung darstellen. Dann kannst du auch von einem Nebenjob sprechen.

Kommentar von Cyberdude ,

Unbeschränkt zur Verfügung stehen bedeutet, dass ich gegebenfalls zusätzlich in eine Maßnahme muss?

Und muss ich dann komplett ALG2 beantragen? Ich will ja eigentlich nur, dass sie meine KV übernehmen. Und was würden dann die Eltern meiner Freundin für eine Rolle in dem Antrag spielen? Soweit ich weiß, gilt ja solang man nicht 1 Jahr zusammenlebt, keine eheähnliche Gemeinschaft und es wäre nur eine Wohngemeinschaft oder?

Kommentar von DerHans ,

Bist du denn bei den Eltern deiner Freundin angemeldet? Mit diesen bildest du keinesfalls eine Bedarfsgemeinschaft. Sie sind dir gegenüber in keiner Weise zum Unterhalt verpflichtet.

Was hast du denn da für einen Status? Bist du Untermieter? Wenn da gar keine Vereinbarung besteht, können sie dich auch jederzeit auf die Straße setzen.

Zur Verfügung stehen, heißt auch, regelmäßige Bewerbungen vorlegen und dich TATSÄCHLICH um eine Arbeit bemühen.

Kommentar von Cyberdude ,

Ich bin dort angemeldet, ja. Es ist sozusagen mein Hauptwohnsitz. Einen Zweitwohnsitz habe ich nicht. Eine schriftliche Vereinbarung gibt es nicht. Ich darf hier wohnen, mietfrei. Ich trag also nur die Kosten für die Verpflegung. 

Das mit dem bewerben sollte kein Problem sein, damit bin ich ja eh nebenbei beschäftigt. 

Antwort
von kevin1905, 54

Zu mir: Ich bin 23, also gibt es keine Möglichkeit Familienversichert zu sein.

Doch gäbe es, wenn du Schüler oder Student wärst oder eben verheiratet wärst mit einem GKV Mitglied.

Muss ich dafür einen kompletten ALG2-Antrag ausfüllen oder berät mich
das Jobcenter "einfach so" und gibt mir einen speziellen Antag?

Was möchtest du denn, dass das Jobcenter für dich tut (§ 26 SGB II)?

Ist es überhaupt möglich, da die Eltern meiner Freundin berufstätig sind? Oder gilt es nur als Wohngemeinschaft?

Erzähl doch mal was zu deinen Eltern, was machen die so?

Kommentar von Cyberdude ,

Ich möchte eigentlich "nur", dass sie die Beiträge der freiwilligen Krankenversicherung übernehmen. Was mein Vater macht, weiß ich nicht, mit dem habe ich momentan kein gutes Verhältnis. Kann sein das er Arbeitslos ist. Meine Mutter ist durch einer chronischen Krankheit arbeitsunfähig und erhält Erwerbsunfähigkeitsrente.

Kommentar von kevin1905 ,

Also sind beide nicht in der Lage dich zu unterhalten?

Dann stelle einen Antrag auf ALG II.

Kommentar von Cyberdude ,

In Ordnung. Also hat das mit den Eltern meiner Freundin nichts zutun? Da ich ja quasi bei ihnen wohne. 

Kommentar von kevin1905 ,

Spielt keine Rolle.

Antwort
von Apolon, 12

 Ich bin 23, also gibt es keine Möglichkeit Familienversichert zu sein.

Doch - für Schüler und Studenten gibt es diese Möglichkeit.

Die Frage die sich mir stellt, weshalb hast Du denn noch keinen Job gefunden. Alternativ warum die Schule beendet ?

Es bleibt dir nichts anderes übrig, als einen Antrag auf Hartz IV zu stellen, alternativ deine Eltern um Unterhalt zu bitten.

Antwort
von Bagaludde, 59

Also ich wohne mit einem 400 Euro Job bei meinen Eltern und mir wird die Krankenkasse vom Jobcenter bezahlt.

Kommentar von Cyberdude ,

Okay und deine Eltern arbeiten auch? Über 23 wirst du scheinbar auch sein, da du ja sonst Familienversichert wärst.

Kommentar von Bagaludde ,

Jo und die Eltern arbeiten auch ja. Ich hab eigentlich nur Hartz 4 angemeldet, damit ich für den kurzen Zeitraum auch die Krankenversicherung bezahlt bekomme :D.

Kommentar von kevin1905 ,

Niemand der 15 oder älter ist und SGB II Leistungen erhält ist familienversichert.

Kommentar von isomatte ,

Nicht mehr !

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