Frage von Selling, 179

Ausgrenzung bei Übernahme des Familienbetriebes, was soll man da tun?

Hallo,

vor ein paar Tagen, besuchte ich meine Mutter und Ihren Mann (mein Stiefvater, der mich auch adoptierte zu damaliger Zeit), um mit Ihnen meine berufliche Zukunft zu besprechen.

Ich bin heute 26, studiere BWL, und es kam NOCH NIE einmal das Thema aus, wer überhaupt die Firma übernehmen soll etc.

Ich habe eine Schwester und einen Halbbruder, der aus der Zweiten Ehe stammte, also von meinem Stiefvater. Mein Bruder ist gerade erst 14.

Meine Mutter hielt sich sowieso groß aus dem Gespräch, da sie da eigentlich nicht viel zu sagen hat... als ich dann die Dinge beim Namen sagte hieß es: "Jetzt bin ich aber schon überrascht... überrumpelt..." Ich habe gemerkt wie mein Stiefvater nervös und zappelig geworden ist, und auch wirres/sinnloses Zeug auf einmal (vor Stress denke ich) angefangen hat zu reden.

Die Firma gehört noch seinem Vater. Er leitet Sie aber schon seit 20 Jahren. Durch die Adoption sind mir und meiner Schwester jedenfalls automatisch Anteile an der Firma zugesprochen worden, meinem Bruder sowieso.

Was mich ärgert, ist, dass dieses Thema noch kein Einziges mal, von den Eltern aus angesprochen wurde, auch als wir jünger waren... Ich fühle mich dadurch nicht wirklich als vollwertiges Mitglied in dieser Patchwork Familie akzeptiert und aufgenommen. Also linksliegen gelassen...

Ich bin mir ziemlich sicher, dass meinem Bruder sofort eine Stelle angeboten wird, wenn er danach fragen würde, sogar mit großer Freude. Als ich das Thema "Benachteiligung" vorsichtig angeschnitten hatte indirekt (echte Kinder und adoptiv), wurde aber sofort groß geleugnet, dass es da Diskrepanzen gäbe.

Ganz ehrlich fühle ich mich oft einfach nur total verarscht. Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Mutter und Ihr Mann Spielchen spielen. Oberflächlich ist ja immer alles gut etc. aber manchmal habe ich das Gefühl, dass einfach die waren Absichten und Motive einfach nicht gesagt sondern verschwiegen werden.

Man will ja niemanden verletzen, aber am Ende wird es dann doch so kommen... Meine Schwester fühlt sich in dieser Hinsicht auch unfair behandelt.

Die Frage ist dann nur, was soll man tun? Was soll man tun, wenn dann nicht einmal die Eltern, Eier haben, es den Kindern ins Gesicht zu sagen??!! Das ist doch so eine armselige dumme Sch ei ße! Entschuldigung!

Ich habe doch das gute Recht zu wissen wo ich bin, um mir meine Zukunft dann dementsprechend ausrichten zu können, oder was!

Das traurige ist, dass diese Famile eigentlich nur oberflächlich funktioniert. Versorgen in Form von Essen, Wohnplatz und ein bisschen Small Talk. Und das wars.

Glücklich sind da wohl die wenigsten, (ich rede jetzt mal vor allem von mir).

Was soll man da tun. Ich würde gern meine Wut rauslassen und dann man eigenes Leben leben. Aber dass würde eine Prügelei bedeuten, die schon lange in mir sitzt.

Antwort
von Lycaa, 62

Entweder hast Du bei Deiner Fragestellung die relevanten Details ausgelassen, oder ich verstehe Dein Problem nicht so wirklich.

Da offensichtlich der Betrieb noch gar nicht übergeben wurde und wenn dem so sein wird, ja erst mal vermutlich an Deinen Vater geht, kannst Du noch gar nicht übergangen worden sein. 

"Durch die Adoption sind mir und meiner Schwester jedenfalls automatisch Anteile an der Firma zugesprochen worden, meinem Bruder sowieso."

Besitzt ihr tatsächlich Firmenanteile, also ganz offiziell oder spekulierst Du nur schon auf das Erbe?

"Ich bin mir ziemlich sicher, dass meinem Bruder sofort eine Stelle angeboten wird, wenn er danach fragen würde,[...]"

 Wussten Deine Eltern und Großeltern denn, dass Du Interesse daran hast? Hast Du Dich häufiger mal erkundigt?Dich an Gesprächen den Betrieb betreffend beteiligt? Nach Ferienjob, Praktikumsplatz, etc. gefragt? Deutlich gemacht, dass Deine Planung bezüglich Deiner Ausbildung dahingehend ist, dass Du erwartest einen Platz im Familienbetrieb zu finden? Oder erwartest Du, dass sie hinter Deine Stirn schauen?

Ich meine, die Zeiten, dass die Kinder automatisch und ungefragt die elterliche Firma übernehmen, sind lange vorbei. Vielleicht hat wirklich niemand damit gerechnet.

Man sollte auch bedenken, dass nicht jedes Unternehmen in der Lage ist, drei Generationen gleichzeitig zu ernähren. Schon gar nicht, wenn pro Generation auch noch Geschwister mit drin hängen.

Was Du tun solltest ist klar über Deine Wünsche und Vorstellungen reden und zwar nicht erst, wenn Dich die Wut übermannt. 

Und natürlich Dein eigenes Leben leben, ohne zu erwarten, sich ins gemachte Nest setzen zu können.

Kommentar von Selling ,

Wenn die Eltern das beste für Ihre Kinder wollen, dann kommen Sie normalerweise von selbst auf einen zu. Das sehe ich anders!

Kommentar von Lycaa ,

Du möchtest also den Hintern hinterher getragen bekommen? Auch gut.

Deine Eltern müssen aber nicht nur das Beste für Dich, sondern auch das Beste für eine Firma wollen.

Aus unternehmerischer Sicht disqualifiziert Dich Deine Einstellung von einer Betriebsübernahme.

Als Unternehmer würde ich von einem möglichen Nachfolger ein hohes Maß an Eigeninitiative und Interesse verlangen. Gerade vom eigenen Nachwuchs. Einen Betrieb zu führen verlangt nämlich immer und überall 150% Leistung. Die bringst Du aber nicht, wenn Dich das was Du tust nicht wirklich interessiert. Wenn dieses Engagement und Interesse nicht von alleine kommt, bist Du einfach die falsche Person für diesen Job. 

Nur auf den Thron setzen funktioniert nicht. Dafür sind schon zu viele Firmen den Bach runtergegangen, weil man meinte, die Nachkommen sind alleine dadurch geeignet, weil sie die Nachkommen sind und wurde dann schmerzlich eines Besseren belehrt.

Ich wette, Dein Studium wird von Deinen Eltern voll umfänglich finanziert. Von daher täte es Dir gut, von Deinem hohen Ross zu steigen.

Was machst Du denn, wenn Deine Eltern, sobald der Betrieb ihnen gehört, diesen verkaufen und sich von dem Erlös einen schönen Lebensabend machen? Wäre ja auch eine Option.

Kommentar von turnmami ,

Vielleicht wollen die Eltern auch das Beste für dich...Nämlich, dass du endlich selbständig wirst und nicht immer erwartest, dass der Job dir einfach gegeben wird. Vielleicht sollst du das "wirkliche" Leben einfach mal erfahren. Schon mal darüber nachgedacht, dass es für dich sehr viel besser wäre, wenn du nicht nur das ganze Leben lang auf ein Erbe spekulieren musst??

Antwort
von beangato, 87

Lebe doch einfach Dein eigenes Leben.

Deine Eltern werden den Familienbetrieb ja noch eine ganze Weile führen können. Du kannst sie nicht einfach aufs Altenteil schieben.

Denn so würde ich fühlen, wenn Du das ansprechen würdest.

Wenn es soweit ist, werden Deine Eltern schon mit Dir darüber sprechen.

Antwort
von turnmami, 68

Dein Stiefvater hat die Firma doch nicht einmal offiziell übernommen. Und da erwartest du jetzt von ihm eine Aussage, welche Rolle du dort einmal übernehmen sollst?

Das kann er doch in der jetzigen Situation selber nicht wissen. Du bist 26. Da sollte man mit einem Studium auch ohne  "Papi`s Firma" sich einen Job suchen können.

In ein paar Jahren wird sich zeigen, wer die Firma übernimmt und wer daran welchen Anteil hat.

Du kannst das Fell des Bären erst verteilen, wenn du ihn erlegt hast!!

Kommentar von Selling ,

Es geht nicht darum, ob ich einen Job ohne Sie finde, sondern es geht darum, dass man die Kinder fördert und Ihnen das Beste bietet sofern man sie liebt!!

Kommentar von turnmami ,

Das hat doch mit Liebe nichts zu tun, wenn dein Stiefvater den Betrieb, den er selber noch nicht mal besitzt, noch nicht an die Kinder verteilt. 

Da erwartest du etwas zu viel. Kümmere dich um dein eigenes Leben ohne Firma. Irgendwann wird dann die Firma schon verteilt.

Antwort
von sassenach4u, 27

Nein, die Eltern müssen nicht auf einen zukommen. Man selbst sollte, wenn man sich Gedanken in diese Richtung macht, auf diese zugehen. Du schreibst, bei euch wird wenig kommuniziert- was erwartest du dann?

Wenn Du es nicht schaffst zu sagen, was du gern tun möchtest, wer soll es dann. Nun, und wenn dein Adoptivvater und der seine keinen Platz im Familienunternehmen für dich sehen, dann suchst du dir mit deiner Qualifikation einen anderen Job, sammelst erst mal Erfahrungen und steigst vlt. dann doch im Familienunternehmen ein.

Wieso meinst du mit der Adoption automatisch Miteigentümer der Firma geworden zu sein? Zunächst gehört sie dem Großvater, der vererbt sie wohl an seinen Sohn und der vererbt sie dann weiter oder überträgt sie, oder der Großvater tut es noch lebzeitig.

Allein durch Adoption erlangt man keine Firmenanteile.

Antwort
von Wischkraft1, 64

Führt kein Weg daran vorbei, dass du deine Erhziehungsberechtigten zu einer Antwort bringen musst, zu einer Stellungnahme. Aber bitte so, wie du das in der BWL gelernt hast und keinesfall emotional. Wichtig ist auch, wie lange noch du in der BWL bist. Vermutlich hat sich auch noch keiner interessiert dafür, wie es um deinen Notendurchschnitt steht oder was du gedenkst zu tun nachher. Auch das müsste offen und emotionsfrei, sachlich diskutiert werden.

Dieses Gespräch führt dich weiter. Alle wissen dann, was von jedem erwartet wird und du kannst dich darauf vorbereiten.

Nochmals: Ruhig, sachlich, emotionsfrei, freundlich und in guter, gelockerter Stimmung erreichst du mehr!

Antwort
von XC600, 18

da deinem Stiefvater die Firma ja gar nicht gehört kann er dir wohl kaum verbindliche Zusagen für deine berufliche Zukunft in dieser Firma geben , das würde wohl seine Kompetenzen überschreiten .................. wer weiß , vielleicht geht die Firma ja eines Tages direkt vom Großvater an einen der Enkel über ..... kann alles passieren und dein Stiefvater ist selber außen vor  ................ du solltest dich nicht zu sehr auf diese Firma fokussieren sondern dir deinen eigenen beruflichen Weg suchen , unabhängig von der Familienfirma ..................wenn du dann vielleicht mit 35 oder 40 dort einsteigen solltest ist es immer noch früh genug .............. 

Antwort
von SaVer79, 57

Sorry, aber ich verstehe deine Einstellung nicht so ganz! Ist doch eigentlich einfach: so lange deine Eltern nicht von sich aus auf dich zukommen, planst du deine Leben für dich - ohne die elterliche Firma. Vielleicht wollen deine Eltern ja erstmal schauen, was du so auf die Reihe bringst, bevor sie dir irgendwelche Stellungen in der Firma "schenken". Das ist ihr gutes Recht!

Kommentar von Selling ,

Kann ich gut verstehen. Man kann aber trotzdem davor sagen: Kind, wenn du gute Leistung bringst, und... studierst, dann ist ein Platz hier für dich offen...

Kommentar von turnmami ,

Warum soll man einem Kind das schon in früherster Kindheit/Jugend anbieten. Erstens weis keiner, wie gut oder schlecht du im Studium bist, dazu weis keiner die wirtschaftliche Entwicklung der Firma. Keiner kann dir einen Arbeitsplatz sicher anbieten so in den nächsten 6 Jahren dann.

Warum bist du so unselbständig? Du bist Studentin und erwartest eine Entscheidung deiner Eltern, ob du in der Firma deines Großvaters arbeiten kannst.

Erwirb dir doch erst einmal deinen Abschluß und dann Erfahrung und Praxis in einer anderen Firma. Du willst doch (hoffentlich) nicht nur von Beruf Tochter sein. Steh deine "Frau" und such dir einen eigenen Job!

Kommentar von SaVer79 ,

Man kann das sagen, aber man muss nicht!

Kommentar von Selling ,

Ja, weil manche Eltern Ihren Stolz nicht durch Ihre Kinder ausdrücken... sehr traurig!

Kommentar von SaVer79 ,

Weil manche Eltern wert darauf legen, dass ihre Kinder selber was erreichen anstatt sich nur ins gemachte Nest zu setzen!

Vielleicht solltest du dich mal von dem Gedanken verabschieden, dass du irgendeinen Anspruch auf die elterliche Firma oder eine Position darin hast! Deine Eltern könnten auch die Firma verkaufen und sich ein schönes Leben machen!

Antwort
von Harald2000, 77

Ach, eigentlich Gefühle von Benachteiligung - und wenn mal ein gutes Angebot kommt, willst du es nicht wahrhaben. Vielleicht ist es tatsächlich besser, du guckst dich woanders um, wo du auf neutralem Boden erste Berufserfahrungen sammeln kannst - ohne familäre Verstrickungen und Misstrauen; aber zuerst musst du ja mal das Studium abschließen.

Kommentar von Selling ,

Ja, aber wenn ich jetzt schon wüsste wofür ich studiere, habe ich einerseits mehr Motivation und ich kann mich auch besser Schwerpunktsmäßig ausrichten. 

Kommentar von Harald2000 ,

Das musst du doch schon vorher gewusst haben, weswegen du dich für BWL entschieden hast. Außerdem kann man erstmal einen fremden Betrieb als Berufsfeld anpeilen und später immer noch mal das Angebot prüfen.

Kommentar von Selling ,

Ja, um in der Firma mit zu wirken, oder meine eigene zu Gründen. Aber bevor ich selber etwas mache, würd ich gern wissen, wie es um die bereits bestehende Firma aussieht. 

Ein nein, ist einfach in meinen Augen ein Akt der klaren Ausgrenzung, und das wäre verletzend und würde mich in einen Zustand enormer Wut bringen. 

Antwort
von auchmama, 57

Deine Geschichte liest sich ja sehr dramatisch - aber was genau möchtest Du denn jetzt wissen?

Ich habe doch das gute Recht zu wissen wo ich bin, um mir meine Zukunft dann dementsprechend ausrichten zu können, oder was!

Welches Recht leitest Du denn von was ab? Du kannst doch Deine eigene Zukunft planen und leben! Was hat denn die Firma Deiner Eltern damit zu tun?

Such Dir einen Job oder gründe eine eigene Firma - was erwartest Du denn noch mehr vom Leben?

Die Frage ist dann nur, was soll man tun? Was soll man tun, wenn dann nicht einmal die Eltern, Eier haben, es den Kindern ins Gesicht zu sagen??!! Das ist doch so eine armselige dumme Sch ei ße! Entschuldigung!

Und diesen Absatz finde ich persönlich einfach nur überheblich und absolut frech!

Arbeite dringend an Deiner Herzensbildung, die ist im Leben wichtiger als Ruhm und Geld!

Bessere Dich und alles Gute ;-)

Antwort
von Cavo64, 68

Die Frage schreibst du oben hin
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