Frage von HantelbankXL, 50

Übermäßiger Alkoholkonsum: Ursache oder Symptom einer gescheiterten Existenz?

Neulich verfolgte ich im Bus ein Gespräch zweier Frauen, die sich darüber echauffierten, wie ein anderer Fahrgast schon um 11 Uhr mit einer Dose Bier in der Hand anzutreffen ist. Sie sagten so etwas wie: "Der Alkohol muss strenger reglementiert werden, so viele Leute verlieren dadurch ihre Existenz."

Dabei dachte ich nur, dass der Alkoholkonsum nur ein Symptom und keinesfalls eine Ursache darstellt. Genauso wenig könnte man sagen, dass der Schnupfen schuld an der Erkältung ist. Der Alkohol ist meines Erachtens nur das Symptom einer Krankheit, deren wahren Ursache an einer völlig degenerierten Gesellschaft liegt.

Gäbe es keine Alkohol, dann würden sich die betroffenen Person anderweitig ins Verderben stürzen. Was sagt ihr dazu?

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Antwort
von Ille1811, 22

Am einfühlsamsten beantwortet das für mich Antoine de Saint-Exupéry in Kapitel 12 des Kleinen Prinzen. (Planet des Säufers)

Die Frauen, deren Verhalten du schilderst, zeigen mit einem Finger auf einen anderen Menschen. Dabei erkennen sie nicht, dass gleichzeitig 3 Finger auf sie selbst zeigen. Der Alkoholiker kompensiert etwas, was ihm fehlt, mit Alkohol. Kompensieren diese beiden Frauen etwas, was ihnen fehlt, mit ihrem überheblichen Verhalten gegenüber einem kranken Menschen?

Süchte anderer Menschen, die mir Vorteile verschaffen, sind in unserem Staate hoch angesehen. Beispiel: Arbeitssucht. Ist der Mensch dann ausgebrannt, wird er durch den nächsten ersetzt.

Antwort
von Akainuu, 50

Ich finde deine Meinung dazu nicht schlecht. Vor allem der Satz "Der Alkohol ist nur ein Symptom", so denke ich, ist korrekt.

Ich bin aber nicht unbedingt der Meinung, dass die Leute sich anderweitig ins Verderben stürzen würden. Das Fehlen von Alkohol als Genussmittel wäre zumindest ein Fortschritt, ich stufe Alkohol zum Beispiel als weitaus gefährlicher als Gras ein, aber konsumiere beides nicht. Zumindest ist die von Alkohol ausgehende Bedrohlichkeit gravierender.

Vielleicht sollte man aber auch die Ursache bekämpfen: Warum trinken die Leute Alkohol in so unglaublichen Mengen? Woher kriegen all die beschränkt Geschäftsfähigen Alkohol? Das sind Fragen, die ich mir so spontan stelle.

Kommentar von HantelbankXL ,
ich stufe Alkohol zum Beispiel als weitaus gefährlicher als Gras ein

Da hast du meine volle Zustimmung. Ich meinte dabei eher Stoffe wie Heroin, oder auch andere Süchte, die überhaupt nicht an eine Substanz gebunden sind (Spielsucht, Kaufsucht etc.). Ich glaube schon daran, dass Alkoholiker für alle Süchte anfälliger sind und sie sozusagen nur "zufällig" beim Alkohol gelandet sind.

Antwort
von finaljason, 37

Man will sein schlechtes Leben ausblenden. Man trinkt. Dadurch wird das Leben dann noch schlechter.

Drogen sind Symptome und Ursache der Degeneration zugleich.

Verantwortungsbewusster Umgang mit Drogen endet an dem Punkt, an dem man etwas nimmt, um etwas anderes auszublenden.

Kommentar von porki678 ,

Sorry, habe falsch gedrückt, sollte heißen: Daumen hoch!

Antwort
von mxxnlxght, 49

Viele trinken, um Symptome auszublenden. Um nicht mitbekommen zu müssen, was um sie herum passiert. Um ihre Schmerzen nicht spüren zu müssen.

Beide meiner Eltern waren Alkoholiker. Haben Entzüge hinter sich.

Man sollte wissen, wie man mit Alkohol umgehen soll, und bei welchen Anlässen er gut ist. 

Der Tipp aller ehemaligen Alkis: Trinke nicht allein.

Kommentar von porki678 ,

Was ist das für ein seltsamer Tipp? Ich verstehe nicht was damit gemeint ist?

Kommentar von mxxnlxght ,

Trinken wegen Traurigkeit. Alkohol löst keine Probleme.

Kommentar von HantelbankXL ,

Viele trinken, um Symptome auszublenden. Um nicht mitbekommen zu müssen, was um sie herum passiert. Um ihre Schmerzen nicht spüren zu müssen.

Genau da setzt meine Vermutung an. Es bringt überhaupt nichts, einzig und allein den Alkohol zu bekämpfen (ich möchte ihn aber keinesfalls verhamlosen). Vielmehr sollte das Problem an den Wurzeln gepackt werden, aber dazu scheint die Mehrheit der Menschen nicht fähig zu sein. Ich erlebe es ja immer wieder, Tag für Tag aufs Neue. Die meisten glauben, unser Denken und unsere Lebensstruktur sei gut und denken dabei nicht einmal im Ansatz daran, dass eben nicht alles gut geschweige denn perfekt ist. Nicht ohne Grund gibt es Alkoholiker.

Ps: Wie kommt es dann, dass meine (seltenen) Vollräusche alle in Gesellschaft entstanden sind? Allein habe ich mich noch nie berauscht, nur hin und wieder einmal ein Glas getrunken.

Kommentar von mxxnlxght ,

So ist es! Alkoholiker trinken nicht einfach so, weil es Spaß macht. Sie haben ihre Gründe!

Antwort
von vanillakusss, 40

Ich würde nicht sagen, dass Alkohol immer ein Symptom ist, viele Jugendliche experimentieren damit, erst ganz harmlos. Wenn es aber mehr wird, kann es natürlich zur Abhängigkeit führen und damit zerstört man sich vieles im Leben, auch die Existenz. Das gilt genauso für Drogen, auch für die, die natürlich sind.

Es gibt Menschen, die sich berauschen müssen, egal womit, um ihr Leben und ihre Probleme vermeintlich klein zu halten. Dann ist es wirklich egal was sie zu sich nehmen, Hauptsache Rausch.

Antwort
von robi187, 19

jaaaaaaaaaa die gesellschaft ist schuld? ha ha ha. aber gab es nur eine gesellscht seit es alk gibt?

nein man findet immer eine ausrede wenn man süchtig sein möchte?

sucht ist die flucht aus der realtität? den kopf in sand stecken kann man mit allen süchte? z.b. auch mit arbeitssucht, sexsucht, religionssucht, konsumsucht usw.

reale verantwortung für sein tun kann man nur im suchtfeien zustand? aber davor haben viele angst?

also würde ich sagen angst vor mir selbst erwachsen zu sein könnte der grund sein für eine sucht? und damit lieber den kopf in den sand zu stecken als die realität zu er-leben?

Kommentar von HantelbankXL ,

Es gab nicht nur eine Gesellschaft, aber alle die es gab waren suboptimal gelinde gesagt.

Niemand will süchtig sein. Eine Sucht entsteht nicht durch den absurden (und nicht existenten) Gedanken "Hm, in welche Sucht könnte ich mich stürzen."

Es ist natürlich einfach, den Finger nur auf die Betroffenen zu zeigen und sich so aus der Verantwortung zu tun. Auch das hat was von Kopf in den Sand stecken. Ein gedanklicher Vergleich:

Wir befinden uns alle in einen Bus, der mit 150 km/h unaufhaltbar auf einen Baum zurast. Alkoholiker bekommen das am stärksten mit, weil sie vorne sitzen. Die Menschen weiter hinten, die vom bedrohlichen Anblick erstmal verschont sind, die sagen verwundert: Seht euch die Toren an, wie sie saufen und schreien, erbärmlich. Niemals käme ihnen der Gedanke, dass ihr toller Bus sich auf Kollisionskurs befindet.

Kommentar von robi187 ,

dort bekommst du infos

http://www.dhs.de/

Kommentar von HantelbankXL ,

Ich bin kein Betroffener. Ich trinke vielleicht gerade einmal zwei Flaschen Bier im Monat.

Kommentar von robi187 ,

infos zu:

Gäbe es keine Alkohol, dann würden sich die betroffenen Person anderweitig ins Verderben stürzen. Was sagt ihr dazu?

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