Frage von Kreuzfried, 45

Überleben Lebewesen an Raketen?

Jedes Mal wenn wir eine Rakete ins All schießen, sei es bemannt oder unbemannt, müssen sich doch Millionen von Bakterien o.ä. (Entschuldigt, mein Wissen im Bereich Biologie ist bregrenzt) an/ in der Rakete finden die somit ins All befördert werden. Klar, wenn man mit mehreren Tausend km/h bei -100 grad fliegt ist das nicht gerade die günstigste Überlebensumfeld. Aber zum Beispiel IN der unbenannten Sonde "Schiaparelli" die gerade auf dem Mars abgestürzt ist müssen sich doch auch Lebewesen befunden haben? Oder im dem Rover auf dem Mond.

Könnte es sein dass diese Lebenwesen dort überleben und sich an die Umgebung anpassen und wir somit quasi selber dafür verantwortlich sind dass sich Leben im Weltall ausbreitet?

Antwort
von ramay1418, 20

Ja, sie überleben, jedenfalls einige. Dazu gab es schon in der Frühezeit der Raumfahrt wohl Experimente. 

Schau mal nach BIOMEX, einem Experiment des Instituts für Planetenforschung beim DLR:  

http://www.dlr.de/pf/desktopdefault.aspx/tabid-120/

Ist zwar noch die Planungsphase aus 2014, aber wenn Du Dich durch die angegebene Literatur wühlst, gibt es sicher schon Ergebnisse. 

Und hier eine diesbezügliche Info von 06/2016: 

http://www.astronews.com/news/artikel/2016/06/1606-027.shtml

Man kann halt nur versuchen, ein Raumfahrzeug so weit wie möglich zu sterilisieren. Ganz wird es nie funktionieren. Und da Menschen auch Bakterien und Viren in sich tragen, kommen die immer auf irgendeinem Weg auf die Außenseite eines Raumanzugs, einer Sonde, einer Eintrittskapsel etc. 

Unter Umständen sind Viren sehr viel gefährlicher als die kleinen grünen Schleimmonster. Hier wurden auf der ISS-Außenseite Meeresplankton entdeckt: 

https://de.rbth.com/wissen\_und\_technik/2014/09/17/iss\_kosmonauten\_entdecken\...

Die gute Nachricht ist, dass Exo-Bakterien mit Sicherheit keine US-amerikanischen Hausfrauen aus dem Mittleren Westen penetrieren werden ;-) 

Antwort
von marcussummer, 21

Das ist grundsätzlich denkbar. Insbesondere Viren können enorm widerstandsfähig sein und teilweise auch Jahrhunderte überleben. Schlimmer als die Temperaturen nahe am totalen Nullpunkt während der Weltraumreise dürften für die Lebensfähigkeit allerdings die hohen Temperaturen beim Start sein, bei denen die anhaftende Materie verbrennt. Im Inneren einer Rakete wirkt allerdings planmäßig ein Hitzeschild, sodass die "kontaminierte" Innenausstattung bei Kontakt mit einem anderen Himmelskörper die Viren auf diesen übertragen kann. Allerdings sterben die Viren ohne geeigneten Wirt nach einiger Zeit auch ab.

Antwort
von muckel3302, 11

Die Kontaminierung von Raketenmaterial / Raumsonden bzw. Landesonden mit Bakterien o.ä. ist tatsächlich ein Problem bei der interplanetaren Raumfahrt. Man versucht das soweit wie möglich zu verhindern, indem man möglichst steril arbeitet, denn man möchte genau das verhindern, dass irdische Bakterien z.B. auf den Mars gelangen und sich dort ansiedeln, was theoretisch möglich wäre. Beim Mond spielt das keine Rolle, da er keine Atmosphäre und Magnetfeld hat und damit kann die harte Strahlung und Plasmateilchen der Sonnen und Weltraumstrahlung ungehindert auf die Oberfläche treffen und diese quasi steril halten. Manche Bakterien sind sehr widerstandsfähig und können selbst im Weltraum für längere Zeit überleben, zumindest ein Teil davon. Dies wurde bei Experimenten mit der ISS nachgewiesen, allerdings bewegt sich die ISS weit innerhalb des Erdmagnetfelds und dieses schützt weitgehend vor der harten Teilchenstrahlung der Sonne und des Alls. Daher geht man weitgehend davon aus, dass einzelne Bakterien im Außenbereich nicht überleben, wenn die Raumsonde das Erdmagnetfeld verlassen hat, sicher ist das aber nicht.


Antwort
von MonkeyKing, 13

Die Raumfahrorganisationen verwenden viel Aufwand darauf, solche Sonden zu desinfizieren denn sie sind sich dieser Gefahr bewußt. Sie wollen keine irdischen Organismen auf anderen Planeten, alleine schon um ihre Messergebnisse nicht zu verfälschen. Wie peinlich wäre es wenn die Nasa eines Tages Leben auf dem Mars entdecken würde nur um einige Zeit festzustellen dass sie es selber eingeschleppt haben? 100%tige Sicherheit gibt es aber nicht. 

Antwort
von Monstrus87, 9

Naja, bei dem Marsrover Curiosity gab es genau diese Diskusionn. Da wurden glaube auch Zellen oder Bakterien gefunden und am Ende ging man davon aus, dass sie irdischen Ursprungs sind. Natürlich haben es solche Bakterien dort ungemein schwer. Was sollen die fressen? Und dann diese fiese Strahlung. Ist schon blöd, so ohne Ozonschicht. Die müssten dann wohl schnell tief unter die Erde. Aber ohne Wasser wird es auch schwierig. Aber interessanter Gedanke.

Antwort
von Aleqasina, 15

Die kosmische Strahlung dürfte sie abtöten, selbst wenn sie bei niedrigen Temperaturen nur "eingefroren" werden. Hitze, z. B. auf dem Mond, wird sie auch abtöten.

Antwort
von mliap, 9

Es wurden sogar Bakterien und ähnliche Organismen an den Außenseiten diverser Raumstationen gehangen. Viele davon leben noch und vermehren sich sogar! Unser Leben ist vermutlich auch nur durch hunderte Meteoriten welche Wasser und Organismen enthielten auf die Erde gekommen. Ob Rakete oder Meteorit der durch das Weltall fliegt ist dann wohl egal.

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