Frage von GerHD, 54

überhöhte geschwindigkeit in der stadt?

Hallo, Ich wurde letzte Nacht von einem Zivilwagen rausgezogen. Ich war zu schnell das weiß ich ca 90 km/h in der Stadt also 50er Zone. so wir sind kurz aufs Revier gefahren war ca 100 meter entfernt. er meinte zum guten Schluss er erstattet keine anzeige ich hatte glück. Ich bekomme zwar keine anzeige aber dennoch würde ich folgendes gerne wissen.

  1. Kann er überhaupt anzeige erstatten wenn er die Geschwindigkeit durch nachfahren ermittelt?

  2. soweit ich weiß haben solch ein Messsystem mit video etc. nur die Autobahnpolizeiwagen, stimmt das?

Edit:

Die Moralapostel vonwegen einfach an Höchstgechwindkeit halten bleibt bitte einfach weg euch kann keiner leiden. Danke

Rechtschreibfehler könnt ihr behalten.

Antwort
von Interesierter, 28

Ich kann Moralappostel sehr gut leiden, weil an dem, was sie sagen meist viel Wahres dran ist.

Zu deiner Frage: Der Nachweis einer Geschwindigkeitsübertretung ist ohne Messung schwierig und nur mit große Toleranzen möglich. Ich vermute mal, das dürfte hier auch der Grund sein, warum du mit einer mündlichen Verwarnung davongekommen bist. Grundsätzlich aber sind sogar Schätzungen als Beweismittel zulässig.

Das wirkliche Problem bei derart deutlichen Übertretungen stellt sich eigentlich erst dann ein, wenn es zum Unfall kommt und die Schuld- und Haftungsfrage gestellt wird. Dann nämlich hat das Konsequenzen, die dein Leben auf Jahre hinaus aus der Bahn werfen können.

Expertenantwort
von Crack, Community-Experte für Verkehr & Verkehrsrecht, 17

Auch eine Geschwindigkeitsübertretung die durch Nachfahren ermittelt wurde kann geahndet werden.

Aufgrund der Ungenauigkeiten und Fehlerquellen erfolgt zwar ein Toleranzabzug von 20%, wenn man aber von Deinen 90km/h ausgeht sind das gerade mal 18km/h - es bleibt eine vorwerfbare Übertretung von 22km/h.
Und das heißt: Bußgeld plus 1 Punkt und ggf. Probezeitmaßnahmen wenn diese noch besteht.

Antwort
von siggibayr, 10

In Baden- Württemberg gibt es einen Erlass aus dem Jahr 2006, nach der die Geschwindigkeit durch nachfahren zu ermitteln ist. Den Ursprung hat die Berechungsmethode aus zwei Gerichtsentscheidungen: OLG Stuttgart und OLG Karlsruhe.

Abgelesene Geschwindigkeit auf dem Tacho des Hinterherfahrers (muß kein polizeispezifisches Kfz sein) , abzüglich der sogenannten Verkehrsfehlergrenze =

1/10 der abgelesenen Geschwindigkeit plus 4 km/h (Summe 9 + 4= 13 km/h Abzug, bleiben 77 km/h)

von dieser errechneten Geschwindigkeit ist die Toleranz für Abstandsschwankungen abzuziehen = 3 % (Ergebnis 74,69 km/h)

ebenso sind Ablesefehler zu berücksichtigen = 3 km/h (entfällt bei Digitaltacho im nachfahrenden Kfz). Ergebnis: 71,69 km(h.

Das bedeutet bei 90 km/h statt 50 km/h = errechneter Wert :71,69 km/h. Dieser Wert wird zu Gunsten des Betroffenene abgerundet, so dass vorwerfbar und gerichtsverwertbar 71km/h bleiben, also 21 km/h zu schnell.

Antwort
von BurkeUndCo, 32

Natürlich kann er Anzeige erstatten.

Bei solchen groben Messmethoden muss natürlich ein größere Messfehlrer abgezogen werden, aber bei echten 90 km/h bzw. immer noch mehr als nachweilichen 80 km/h wäre der Führerschein in aller Regel weg.

Antwort
von AssassineConno2, 24

Einfach an die höchstgeschwindigkeit halten. Schade dass er keine Anzeige erstattet bei deinem Auftreten hier...

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