Frage von divesgent, 62

Übergabe des Erbes an zuvor Minderjährigen?

Hallo, ich muss folgende Aufgabe lösen, finde dazu jedoch kein passendes Gesetz und weiss leider keine Lösung:

"Jonas hat vor sieben Jahren seinen Vater verloren, der ihm ein Vermögen im Wert von CHF 120'000 (bereits versteuert) vererbt hat. Da Jonas damals minderjährig war übernahm die Verwaltung des Erbes seine Mutter. Nun ist Jonas 18 Jahre alt und möchte sein Erbe selber verwalten. Wie muss er vorgehen?"

Es ist natürlich eine saubere Lösung gefragt und "er muss seine Mutter bitten, ihm das Geld zu überweisen" wird leider nicht reichen. Vielen Dank für deine Hilfe!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von guru61, 27

Da muss er nicht vorgehen: Mit 18 ist er in der Schweiz volljährig. Auf sein Verlangen muss die Mutter ihm alle Unterlagen aushändigen, ihm Rechenschaft ablegen über die Verwaltungstätigkeit und er kann mit seiner Unterschrift alle Vollmachten löschen bei der Bank.

Sollte Sie das nicht machen, oder Unregelmässigkeiten in der Verwaltung feststellen, kann er sein Recht einklagen. Sofern er natürlich nicht verbeiständet oder bevormundet ist.

Kommentar von divesgent ,

Vielen Dank, sehr hilfreich! Hast du auch noch den/die zugehörigen Artikel?

Kommentar von guru61 ,

Schau mal hier. Da sind die massgebenden Artikel aufgeführt:
http://www.sz.ch/documents/Muendigkeitsalter.pdf

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 27

Schweizer Recht?

Wenn ja, kann ich leider damit nicht dienen. 

Kommentar von divesgent ,

Ja wäre das Schweizer Recht, deine Antwort würde mich aber dennoch interessieren. Ich fände es interessant das deutsche Recht mit unserem zu vergleichen (siehe oben).

Kommentar von furbo ,

In Deutschland ist es klar geregelt, der ehemals Minderjährige braucht nichts zu machen, die Eltern haben zu machen. D.h. das Kind hat einen Anspruch auf selbstständige Übergabe des Vermögens durch die Eltern. Machen sie es nicht, so wird das Gericht sie dazu zwingen. 

sh. dazu:


§ 1698 BGB, Herausgabe des Kindesvermögens; Rechnungslegung
(1) Endet oder ruht die elterliche Sorge der Eltern oder hört aus einem anderen Grunde ihre Vermögenssorge auf, so haben sie dem Kind das Vermögen herauszugeben und auf Verlangen über die Verwaltung Rechenschaft abzulegen.
(2) Über die Nutzungen des Kindesvermögens brauchen die Eltern nur insoweit Rechenschaft abzulegen, als Grund zu der Annahme besteht, dass sie die Nutzungen entgegen den Vorschriften des § 1649 verwendet haben.

Über die Vermögenssorge im Allgemeinen:

http://www.rechtslexikon.net/d/vermoegenssorge/vermoegenssorge.htm


Kommentar von divesgent ,

Alles klar, danke!

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