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Überall Sicherheitsdienste, ist das noch normal?

gefragt von kraudischenkraudischen am 18.01.2008 um 5:01 Uhr

Bei meinen letzten Jobs wurde ich bei Arbeitsbeginn von einem Sicherheitsdienst begrüßt und bei Feierabend gefilzt. Vor jedem größeren Laden steht inzwischen ein Sicherheitsdienst und wenn ich abends ausgehen möchte werde ich wieder gefilzt. Ich habe mir noch nie was zu Schulden kommen lassen und mag das auch nicht. Aber jedes mal auf die Polizei warten wird auch lästig. Wie geht ihr damit um??? L.G.


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dergutekoenig
beantwortet von dergutekoenig am 18. Januar 2008 08:11
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Bei uns gibt es gar einen Supermarkt mit bewaffnetem Sicherheitsdienst. Als ich das sah, ist mir die Kinnlade herunter gefallen. Sind wir hier in Amerika? Ich jobbe nebenbei in einer Kneipe, die von allen Kneipen der Stadt mit am längsten geöffnet hat; das bedeutet natürlich, dass wir zu späterer Stunde die letzten Reste an Trinkern und sonstigen gescheiterten Existenzen "abbekommen", und trotzdem habe ich in fünf Jahren nur zwei wirklich brenzlige Situationen erlebt - da frage ich mich schon, warum ein Supermarkt einen bewaffneten Sicherheitsdienst benötigt. Man muss sich einmal klar machen, was das de facto bedeutet: Das ist nichts anderes als die Privatisierung eines Gewaltmonopols, das eigentlich per Grundgesetz beim Staat liegt (und ganz ehrlich: ich habe schon beim Staat genug Probleme damit). Ich finde die Entwicklung mehr als beängstigend. Mich mittlerweile keine 100 Meter in der Öffentlichkeit mehr bewegen zu können, ohne auf Polizisten und/oder private Sicherheitsdienste zu treffen, das macht mir Angst. Ich fühle mich nicht sicherer, wenn mir spätabends auf einem menschenleeren Parkplatz zwei Poliisten begegnen, ganz im Gegenteil. Dieses Land hat schon vor langer Zeit seine Freiheit der vermeintlichen Sicherheit geopfert - eine Sicherheit, die unter anderem zu Lasten jener geht, die nicht im Sinne der herrschenden Polit- und Wirtschaftselite funktionieren.

Kommentar von Simple_avatar2smallItalobaer am 18. Januar 2008 09:00

Richtig!!! Und vergessen wir nicht, was für Menschen von den Sicherheitsfirmen gerne rekrutiert werden. Denen möchte ich nicht meine persönliche Sicherheit in die Hände legen. Die sind doch als Privatperson ihre eigenen "Kunden".

Kommentar von 731c5ad6dd97e7d6fb61ba4d6b44bf08smallRaimund1 am 18. Januar 2008 10:18

Sehr gute Antwort und treffender Kommentar.

Es ist wirklich nur eine vermeintliche Sicherheit. Was können diese Leute im Ernstfall wirklich tun? Wie gut sind sie darauf vorbereitet? Wie schnell kriegen sie selber Panik und eine volle Hose?

Ich habe da ab und zu ganz radikale Ideen: Waffen komplett verbieten, ausser bei Polizei und Bundeswehr. Wer mit einer Waffe rumfuchtelt oder überfällt, dem sollte die Hand abgehackt werden.


Dr Love
beantwortet von Dr Love am 18. Januar 2008 08:22
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man kann eben nicht nach mehr sicherheit schreien, weil die angst vor den terror-buben und sonstigem kriminellen gesindel umgeht und sich dann abermals beschweren, wenn man die sicherheit an allen ecken und kanten stehen sieht!
mir ist es lieber, dass ich weiss, wo und wer mir in einer gefährlichen situation beistehen kann, als dass ich in eine solche reingerate und weit und breit ist kein mensch zu sehen...


Wieselchen1
beantwortet von Wieselchen1 am 18. Januar 2008 08:39
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Och, mir machen Sicherheitsdienste nix aus, ich bin schon oft froh gewesen, wenn ich sie irgendwo hab stehen sehen und ihren Job ausüben. Und wenn ich nächtens ( so wie gestern nach der Generalprobe) von ihnen angesprochen werde, was ich da alleine auf dem Parkplatz der Festhalle zu suchen habe, dann macht es mir auch nix aus, denn dann weiß ich, dass sie auch wirklich ihren Job machen.

Schlimm finde ich nur die Anmaßung von etlichen, die auf einmal glauben, sie seien auf einmal die großen FBI-Agenten und dir schon beinahe die Pistole an die Schläfe halten, nur weil du dich an unpassender Stelle gebückt und deinen Schuh zugemacht hast...

Wenn einer bei mir eine Durchsuchung durchführen will und ich keinen Anlass dazu gegeben habe, dann wehre ich mich auch. Ich bleibe dann an der Kasse stehen und verlange, dass die Polizei hinzugezogen wird. Meist werden die dann kleinlaut und lassen dich auch so gehen. Und wenn nicht, dann warten wir eben gemeinsam auf die Polizei.

Nur: Nie ohne Zeugen mit denen ins Büro gehen, die bringen es fertig und zeigen dir auf einmal einen Gegenstand, den sie angeblich bei dir gefunden haben..... Ist einer Freundin tatsächlich passiert.

Kommentar von 731c5ad6dd97e7d6fb61ba4d6b44bf08smallRaimund1 am 18. Januar 2008 10:20

Genau in dem letzten Punkt liegt eine Gefahr, nämlich die Fangprämie. Die Leute werden schlecht ausgebildet und noch schlechter bezahlt. Da ist die Verlockung gross, die Gage durch Fangprämien aufzubessern.


andreas48
beantwortet von andreas48 am 18. Januar 2008 05:59
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Sicherheit ist mittlerweile ein großes Bedürfnis und damit eine Ware geworden, die man kauft um Sicherheit zu haben.

Wenn man so liest und hört, was es an Randale, Zerstörungswut, Diebstahl in den letzen Jahren zugenommen hat, dann ist das Bedürfnis nach Ruhe und Ordnung der Inhaber von Unternehmen zu verstehen und der Leidtragende ist wie immer der, den es unmittelbar betrifft..daran wird sich wohl auch in absehbarer Zeit nichts ändern, im Gegenteil..die schwarzen Sheriffs werden zunehend zum Alltagsbild werden.

Kommentar von 731c5ad6dd97e7d6fb61ba4d6b44bf08smallRaimund1 am 18. Januar 2008 10:19

Hat sich denn trotz aller Sicherheitsdienste die Lage verbessert?

Kommentar von F4a3034a2625b30d6857a5e93c1c8892smallandreas48 am 19. Januar 2008 11:40

nö.. aber ein par Arbeitslose weniger dadurch..


░critter░­
beantwortet von ░critter░­ am 18. Januar 2008 09:50
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Wir hatten auch bei einem Rewe-Laden für mehrere Wochen einen Sicherheitsdienst an der Tür stehen. Erst einmal war ich entsetzt. Der kontrollierte jedoch nicht normale Kundschaft, sondern war dafür abgestellt, bestimmte Leute nicht in den Laden zu lassen. Gegenüber vom Geschäft ist nämlich ein kleiner Park, auf dessen Bänke sich Penner und Süchtige tummelten und die sich mit Alkoholnachschub aus dem Rewe versorgten. Um das Geschäft im wahrsten Sinne des Wortes wieder sauber zu kriegen, hat man diesen Dienst angefordert. Nach einigen Wochen wurde er abgezogen, und mittlerweile ist nicht nur das Geschäft wieder appetitlich sauber, sondern auch die "Subjekte" sind ganz abgezogen.





nordi
beantwortet von nordi am 18. Januar 2008 06:22
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Hebe schon gehört, daß am Meisten von den Mitarbeitern gestohlen wurde und daher wird wohl auch das Personal kontrolliert.Das dient sicher nur zur Abschreckung. Wenn ich einen Laden betrete wo ein Sicherheitsdienst an der Tür steht, denke ich sofort, hier muß man als Kunde gut aufpassen, damit man nicht beklaut wird. In meiner Firma gibt es sogar Kollegen, die Essgeschirr mitgehen lassen. Kaum zu glauben, aber das gibts.

Kommentar von 19ef49c844752ba7397c83f302705446smallDr Love am 18. Januar 2008 08:18

arme seelen!


carola111
beantwortet von carola111 am 18. Januar 2008 09:02
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Das Filzen und Kontrollieren ist lästig, aber das darf man nicht persönlich nehmen. Wenn du dir hast nichts zu Schulden kommen lassen, ist es eh in Ordnung. Sicherheitspersonal gibt es bei uns im Discounter. Dieser wurde bereits mehrmals (!) überfallen, und es gab deswegen auch einige Kündigungen unter den Angestellten. Dieser wurden nämlich sehr unsanft von den Kriminellen behandelt. Jetzt läuft immer ein Mann vom Wachpersonal herum, zum Schutz der Kunden und der Angestellten. Leider schwabbt nicht nur Gutes aus Amerika hier herüber.


Klaus Winkler
beantwortet von Klaus Winkler am 18. Januar 2008 10:16
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Ein Sicherheitsdienst gibt ein beruhigentes Gefühl und wer sich nichts zu Schulden kommen läßt brauch sich auch vor Kontrollen fürchten.Firmen machen zuerst Erhebungen.danach wird entschieden ob man einen Sicherheitsdienst braucht.


Andylu
beantwortet von Andylu am 18. Januar 2008 14:56
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Gerade bei dem Thema Sicherheit sollte man doch zumindest versuchen, sachlich zu bleiben!!! Von jedem Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes wird die gesetzlich vorgeschriebene Sachkundeprüfung und ein Führungszeugnis verlangt!!! Ein Einkaufszentrum ohne Sicherheitsdienst ist heute nicht mehr zu halten!!! Ich würde gerne die Kritiker hören, wenn ihre Frauen bis 22.00 Uhr oder noch länger in einem solchen EKZ ohne Sicherheitsdienst arbeiten würden !!! Sprecht mal mit den Beschäftigten und den Geschäftsleuten aus einem EKZ, dann kennt Ihr die vielen Gründe für diese Notwendigkeit!!! Das ist keine Erfindung der Geschäftsleute, um die Kunden zu Ärgern !!! Und vor Allem ist es einen riesiger Kostenfaktor!!!


kraudischen
beantwortet von kraudischen am 19. Januar 2008 00:03
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Danke für die vielen Antworten. Es scheint für viele ja schon normal geworden zu sein überall kontrolliert zu werden. Ich denke immer noch, meine Handtasche und Hosentasche ist mein Privatbereich und nur die Polizei hat ein Recht da reinzuschauen. Und das auch nur bei einem Verdacht, den ich niemandem gebe.Wenn mich jemand filzen möchte soll er die Polizei rufen. L.G.


beljana
beantwortet von beljana am 20. März 2008 10:18
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Ich finde, in Zeiten in denen die Spalte zwischen arm und reich immer größer wird, ist es immer wichtiger, das es die Möglichkeit gibt, das Eigentum zu sichern.

Ich selbst arbeite als leiterin einer Notrufzentrale. Hier fallen aus den verschiedensten Branchen die Sicherheitsanfragen zusammen, und es ist doch schon interessant zu sehen, das nicht nur die großen Firmen einen Sicherheitsanspruch stellen, sondern auch immer mehr Privathaushalte Interesse zeigen.

Wie genau der einzelne Auftraggeber die Sicherheitsdienstleistung bestellt, bleibt ihm überlassen. Für mich ist es eben nur erschreckend zu sehen, im Beruf, als auch privat, wieviele unscheinbare Geschäfte mit Sicherheitspersonal ausgestattet werden. Da stellt sich doch die Frage, ob es immer nur an der Willkür der Inhaber liegt, oder ob nicht auch eine letzte Instanz eingegangen wird, um den hohen Prozentfaktor an Diebstahl etc in den Griff zu bekommen. ??

Klar ist es nervig, wenn man hier und da und überall kontrolliert und gescannt wird, aber beugt dies nicht auch vor? Ich denke, das etwas mehr Verständnis für die ein oder andere Massnahme nicht schlimm ist.




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