Frage von Bariumbromid, 33

Über schweres Kindheitserlebnis hinwegkommen?

Hallo

Es fällt mir schwer diese Frage zu formulieren, aber als Kind (m, 7 Jahre) wurde ich für ein ganzes Jahr lang von der gesamten Schulklasse hart gemobbt, wirklich von der ganzen Klasse, die ganze Zeit über, die Lehrerin hat weggesehen. Jeden Tag lauerten mir zwei von ihnen auf dem Schulweg auf, um mich erneut und erneut zu schikanieren und sozial zu mishandeln. Danach kam ich jedoch an eine neue Schule, an der alles viel besser wurde. Aber dieses eine Jahr, so befürchte ich, hat ziemliche Narben hinterlassen. Heutzutage (7 Jahre später) bin ich einer, der immer Angst hat, nicht akzeptiert zu werden, von meinen wenigen Freunden plötzlich abgewiesen zu werden und sie zu verlieren, einer der sich einfach keine Zukunft vorstellen kann. Im Laufe der letzten 7 Jahre kam es immer wieder dazu dass (wie ich heute finde übertrieben wahrgenommen) ich immer wieder irgendwie abgewiesen wurde, diese Jahre waren geprägt von Eifersucht, auf solche die ein "normales" Leben scheinbar ohne Sorgen führten und von Absagen angebeteter Mädchen. In jener neuen Schule hatte ich sehr sehr gute Freunde, jedoch, als ich nicht mehr mit ihnen in der gleichen Klasse war, ich weiss selber nicht wieso, habe ich den Kontakt zu ihnen abgebrochen, was ich damals sowie heute extrem bedaure, im Gedanken, dass ich diese Freunde sozusagen als Basis für ein neues, aufgestelltes Leben hätte "benutzen" können. Nach jener Schule kam ich in eine andere, in der ich bereits so scheu war, um nur mit ein paar Jungs um den Schulhof zu gehen, ohne mit ihnen zu reden, denn ich wusste nicht über was ich hätte reden sollen (heute noch fast genauso), weshalb sie mich ein paar Monate später ebenfalls leicht zu mobben angefangen haben. Nach jener Schule wieder ein Wechsel, aufs Gymnasium, wo ich heute noch bin und wo ich 3 unvergessliche Freunde gefunden habe. Ich habe das Gefühl, dass ich heutzutage aufgrund jenes Kindheitsereignisses bindungsunfähig, soziophob und dauerängstlich bin. Zum Beispiel bin ich neu in einer Theatergruppe, in der mich die anderen Teilnehmer akzeptieren. Aber trotzdem bin ich zu scheu, um mit ihnen ein Wort zu wechseln, aus Angst vor (wiederkehrender) Ablehnung. Genau solche Sachen möchte ich nun hinter mir lassen, sozusagen ein anderer, neuer, offener Mensch werden, der die Umstände akzeptieren kann, wie sie nun halt mal sind, und nicht Dauerangst vor Ablehnung und kein Selbstvertrauen hat. Nur weiss ich nicht wie, ich habe bereits ein wenig recherchiert, jedoch noch nichts wirkliches gefunden. Ich hoffe jemand kann mir Tipps geben, wie ich mich positiv verändern kann... wäre wirklich äusserst dankbar :) LG Bariumbromid

und ps: Ich wäre froh, liesse sich das im Alleingang, d.h. ohne allfällige Therapie oder so, lösen.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Bariumbromid,

Schau mal bitte hier:
Mobbing Entwicklungstrauma

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Yunnie, 20

Hey, ich kann dich sehr gut verstehen. Ich wurde seit der 1. bis hin zur 8. Klasse sehr hart gemobbt. Einige Zeit hatte ich mich auch immer weiter zurück gezogen.
Das wichtigste ist erst Mal, dass du einsiehst, dass das Mobbing nichts mit dir selber zu tun hat. Die, die so einen Mist labern über jemand anderen haben doch 1. anscheinend selber kein eigenes Leben. 2. sind sie wahrscheinlich einfach nur neidisch und 3. wollen sich solche Leute einfach nur stark und cool fühlen. Was sie ja natürlich nicht sind, aber so dumm wie sie sind, glauben sie dies. Lass dich von solchen Vogelscheuchen nicht fertig machen. Die haben es nicht verdient, für ihr dummes Verhalten auch noch die Belohnung zu bekommen.
Wenn du an diesem Punkt angelangt bist, achte auf dich selber. Achte auf dein Verhalten, wie du auftrittst. Versuche einen besten Freund zu finden, mit dem du über alles offen reden kannst. Jemand der dich versteht und immer an deiner Seite ist wenn es dir schlecht geht. Ich weiß, in dieser Gesellschaft heutzutage ist dies sehr schwer, aber versuch es.
Und dann würde ich dir noch raten, ein Hobby zu suchen, welches dir Kraft gibt. Bei dem du alles um dich herum vergessen kannst und einfach glücklich bist.
Du musst klein anfangen und mit der Zeit kann es immer besser werden. Glaub mir ich weiß wie schwer dies ist. Mein Leben war bis jetzt eine einzige Berg und Talfahrt. Keine Zeit um zur Ruhe zu kommen. Ich habe dies als Hölle auf Erden empfunden auch wenn mir bewusst war, dass es so vielen noch so viel schlechter geht. Solltest du jemanden zum Reden brauchen, kannst du mir gerne eine Nachricht schreiben. Manchmal ist es einfacher mit einem Fremden zu reden über Internet als privat.
Ich hoffe ich konnte einigermaßen Helfen. Lass dich nicht unterkriegen!

Antwort
von implying, 25

warum ohne therapie? das wäre mit sicherheit die beste anlaufstelle. die krankenkasse übernimmt sowas auch problemlos.

ansonsten hast du doch selbst schon ein wenig herausgefunden, woran das mit dem mobben gelegen haben könnte. du sagst, du warst zu schüchtern mit den leuten zu reden und irgendwann fingen sie an, dich wieder zu mobben. ich denke das ging einfach damit einher, dass sie nichts über dich wussten. demzufolge wussten sie ja auch garnicht, was für ein mensch du bist, und dein gefühl der ablehnung macht nicht so recht sinn, denn du wurdest ja nicht für das abgelehnt was dich ausmacht, sondern wegen deiner verschwiegenheit.

allerdings ist man nie selbst daran schuld gemobbt zu werden, das möchte ich nochmal betonen. mir ging es auch ähnlich. bin da vom einen auf das andere jahr reingerutscht in die opfer rolle und auch erst wieder raus gekommen als ich die klassenstufe wiederholt habe. dadurch im handumdrehen neue tolle freunde gefunden, die ich dann ebenfalls wieder verlor nachdem ich erneut die klasse/schule wechseln musste, das verlief sich dann einfach.. ich denke sowas ist relativ normal wenn man häufig die klasse wechselt. liegt einerseits am alter, aber auch daran dass jeder seinen eigenen weg geht, und es bleiben meist nur freundschaften erhalten die von klein auf gefestigt waren.

vielleicht könnte es dir ja helfen, wenn du nocheinmal den kontakt zu den leuten suchst, die dich damals so schlimm gemobbt haben. sie irgendwie drauf an zu sprechen und zu fragen warum sie das getan haben. ich bin mir sicher nach all den jahren sind die auch etwas reifer geworden und sehen das mit anderen augen, vielleicht sogar mit reuhe. die antwort auf das warum könnte dir jedenfalls helfen dich besser zu fühlen, denn ich denke nicht, dass sie ganz konkrete gründe dafür hatten, was du ja insgeheim vermutest - denn daher kommt ja wohl deine angst und scheu. du denkst, du hast etwas an dir, was auf ablehnung stößt. aber mobbing hat damit selten was zu tun und entsteht eher aus der unsicherheit und schwächen der täter heraus. mach dir das klar und halte dir vor augen, dass du den leuten zeigen musst wer du wirklich bist, wie du bist, sodass sie dich respektieren können. denn solange du schweigst und dich ausgrenzt kann dich niemand kennenlernen, und somit ist auch kein respekt garantiert.

Kommentar von Yunnie ,

Zu deiner Frage warum ohne Therapie. Man muss einem Therapeuten / Psychologen ja auch vertrauen um diesem alles zu erzählen. Ich zum Beispiel ging jahrelang zu einem Therapeuten, doch ich kann diesen Menschen einfach nicht vertrauen und letztendlich ging es mir nur noch schlechter.

Kommentar von implying ,

ich war selbst schon in therapie, beim ersten versuch kam ich zu einer therapeutin und mit der bin ich überhaupt nicht klargekommen. dann im zweiten anlauf ein anderer therapeut und der war einfach klasse, ging 4 jahre lang hin und war total zufrieden. gehört auch bissl glück dazu einen guten zu finden.

Antwort
von DatNidaPlayzZz, 33

Das tut mir echt Leid,was du damals alles hast erleben müssen. Ebenfalls ein sehr schön formulierter Text,aber ich möchte versuchen dir bei deinem Problem zu helfen. Allerdings weiß ich nicht genau,wie ich das tun soll. Es ist traurig,das Mobbing das Leben eines unschuldigen Menschen soweit 'zerstören' kann,aber vergiss nicht dir selber treu zu bleiben,du bist du. Aber dazu ist es jetzt wahrscheinlich zu spät,du musst dir selber sagen: 'Ich bin jetzt ein anderer Mensch!'. Geh auf die anderen zu und zeig ihnen wer du bist,ich bin mir sicher das du richtig nett bist. Aber das können die anderen nicht wissen,wenn du nicht mit ihnen redest. Tu den Menschen,die dir das angetan haben, nicht den Gefallen und lass dir den Rest deines Lebens zerstören! Und wenn du nicht weißt worüber du sprechen sollst,dann stell ihm/ihr doch Fragen wie 'Was hast du heute noch so vor'/ 'Was hast du heute so gemacht?'. Entschuldige bitte falls ich dir damit nicht helfen konnte,ich wollte dir nur etwas Mut machen :3

Viel Glück für die Zukunft! ^^

LG

Antwort
von Sonnenstern811, 22

So wie dir, ging es einigen Kindern und Jugendlichen. Allerdings hatten längst nicht alle das Glück, in diesem Fall, die Schule wechseln zu können.

Das Martyrium ging also immer weiter. Lehrer, die wegschauten, gab es wohl zu jeder Zeit. Sie sollten wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht angeklagt werden. Denn an ihnen liegt es ja, ganz schnell für Ordnung zu sorgen. Jedenfalls im Schulbereich. Ansonsten auch mal mit den Eltern der Quälgeister sprechen.

Hast du noch nie daran gedacht, mal mit einem Psychologen zu sprechen? Es soll doch Schul-Psychologen geben, habe ich bei GF gelernt.

Ansonsten schau bitte nur noch nach vorne und versuche, diese Zeit wenigstens nach hinten zu verdrängen. Wenn du sie schon nicht vergessen kannst, wa sja verständlich ist. Du kannst jetzt auch selber gegen Mobbing an anderen einschreiten. Auch das sollte sich poisitiv auswirken.


Antwort
von MichaelGianni98, 23

Also die Theatergruppe ist schonmal ein guter Schritt. Du musst mehr mit Freunden unternehmen und versuchen neue Personen kennenzulernen. Du hast wahrscheinlich Angst, dass Unbekannte dich nicht akzeptieren. Aber du wirst bestimmt Freunde finden:)

Antwort
von TheGunsInside, 10

"mobben " ist der letzte dreck!!! Solche typen gehören in den Müll , sie haben langeweile und suchen sich ein " opfer " welches anderes aussieht / ist etc. Solche leute sind nicht erwachsen.

Was ich momentan echt gerne machen ist: In mich zu kehren. Versuche es mal zu meditieren und alle deine sorgen fallen zu lassen , sie sind passiert , auch wenn es schlimm war. Bei den leuten , bei denen du jetzt bist , sie respektieren dich , also sein du selbst und komm aus dir raus.

Hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen.

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