Frage von Endzeit63646, 62

Über das Jobcenter eine Psychotherapie und Abschlüsse machen?

Hallo, ich bekomme jetzt seit 2 Monaten ALG2. Mit meiner Sachbearbeiterin hatte ich nur ein Gespräch als ich den Antrag gestellt habe. Nun soll ich in ein "Zentrum für Weiterbildung". Ich hatte aber eig. vor eine Therapie anzufangen und Abschlüsse nachholen.

Muss ich jetzt wirklich in dieses Zentrum und was würde passieren wenn ich nicht hin gehe ?

Kann man überhaupt über das Jobcenter eine Therapie machen, wird da irgendwas bezahlt oder muss man das selbst zahlen ?

Antwort
von holjan, 32

Das Jobcenter hat mit irgendwelchen Therapien nichts zu tun. 

Wenn du eine Therapie machen willst, musst du dich an deinen Arzt wenden. Die Kosten dafür tragen im Regelfall die Krankenkassen.

Willst du Abschlüsse nachholen, kann dich das Jobcenter (finanziell) unterstützen. Die Betonung liegt hier allerdings auf 'kann'.

Wenngleich es erstmal sinnvoll klingt Abschlüsse nachzuholen, um seine Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu verbessern, wird deine Sachbearbeiterin vor einer Bewilligung  sicherstellen wollen, das du auch in der Lage bist die Abschlüsse erfolgreich nachzuholen und vor allem auch das nötige Durchhaltevermögen und Engagement besitzt.

Schließlich geht es dabei um Investitionen und die werden nur vorgenommen, wenn man die Risiken, das sie umsonst getätigt werden, soweit wie möglich reduzieren und bestenfalls ausschließen kann.

Gutes Feedback vom Maßnahmeträger (z.B. so einer, zu der du jetzt geschickt wirst), könnte sich z.B. positiv auf so eine Entscheidung auswirken.

Nimmst du ohne guten Grund (eine Krankschreibung wäre z.B. so einer) nicht an der Maßnahme teil, zu der du geschickt wurdest, wird es Sanktionen hageln  (Kürzung der Leistungen...bei wiederholten Verstößen bis hin zur kompletten Leistungsstreichung).

Hast du also keine Krankschreibung parat oder eine ähnliche Bescheinigung deines Arztes, die besagt, das die Teilnahme daran für dich nicht zumutbar ist, musst du hingehen, wenn du nicht riskieren willst, weniger Leistungen oder sogar die Leistungen komplett gestrichen zu bekommen. (im Falle einer Krankschreibung müsstest du natürlich nach Ablauf dieser dennoch zur Maßnahme gehen).

Ich würde dir also raten, die verordnete Weiterbildung einfach durchzuziehen (wenngleich solche Veranstaltungen selten wirklich weiterbilden), um zumindest einen motivierten Eindruck bei der Sachbearbeiterin zu hinterlassen, was sie deutlich offener werden lässt für die Idee, dich beim Nachholen von Abschlüssen zu unterstützen.

Generell solltest du dir angewöhnen genau zuzuhören, was die Sachbearbeiterin dir in den Gesprächen mitteilt bzw. auch genau zu lesen, was alles in den Schriftstücken steht, die das Amt dir aushändigt/zuschickt, denn ich bin mir ziemlich sicher, das du über die Folgen des Fernbleibens der Weiterbildung aufgeklärt wurdest. (Seitenlange Hinweise dazu, was passiert, wenn man nicht brav macht, was das Jobcenter verlangt sind eigentlich Standard).

Antwort
von EstherNele, 34

Über das Amt kann man natürlich keine Therapie machen, aber während der Zeit des Leistungsbezuges.

Und deine Abschlüsse kannst du vielleicht auch abends machen?

Wenn du mehr als 15 Stunden wöchentlich beschäftigt bist, dann stehst du dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung und das ist nun mal die Voraussetzung für ALG II.

Antwort
von geiermeier1, 17

deine therapie kannst du nebenbei machen,wie alle anderen arbeitenden menschen auch. dein bestreben nach abschlüssen kannst du an der abendschule machen. wenn du das nicht willst, musst du aus dem leistungsbezug ausscheiden, deinen lebensunterhalt selbst verdienen und dein bestreben nach irgendwelchen therapien und abschlüssen aus eigener kraft und verdienst erfüllen.

Antwort
von Romy1909, 62

Um eine Therapie zu beginnen, benötigst du vom Hausarzt eine Überweisung. Ausserdem muss er dich krankschreiben, dass Du auf Grund von Depressionen nicht in der Lage bist zu arbeiten. - dies wird aber nicht so einfach ausgestellt.

Kommentar von Endzeit63646 ,

Heißt, ich muss irgendeinem Arzt erzählen wie es in mir aussieht. 

PS.: Ich hab keinen Hausarzt

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