Frage von FrageCompany, 68

Ubuntu und Ubuntu-Programme/-Apps ohne direkte Internetverbindung installieren und aktualisieren?

Ich habe das gleiche Problem, wie dieser Nutzer im Jahr 2009: https://forum.ubuntuusers.de/topic/ubuntu-ohne-direkte-internetverbindung-aktual...

Gibt es heutzutage (2016) bessere Methoden?

Ich habe Ubuntu auf einem Rechner ohne Internetanschluss installiert (der auch keinen Ethernet- oder WLAN-Adapter besitzt), auf den Daten nur mit USB-Stick hin- und herkopiert werden.

  1. Daher frage ich mich, wie ich vom USB-Stick Aktualisierungen von Ubuntu aufspielen kann?
  2. Wie kann ich Apps/Programme von einem Windows-/Mac-OS-X-Rechner mit Internetanschluss auf einen USB-Stick kopieren, um diese Programme auf dem Offline-Ubuntu Rechner zu installieren? Woher bekomme ich die Programme für Ubuntu und wie bekomme ich diese auf den USB-Stick und wie kann ich diese vom USB-Stick auf dem Offline-Ubuntu-Rechner installieren?
  3. Wie kann ich Apps/Programme von einem Ubuntu-/ anderen Linux-Rechner mit Internetanschluss auf einen USB-Stick kopieren, um diese Programme auf dem Offline-Ubuntu Rechner zu installieren? Woher bekomme ich die Programme für Ubuntu und wie bekomme ich diese auf den USB-Stick und wie kann ich diese vom USB-Stick auf dem Offline-Ubuntu-Rechner installieren?
  4. Warum kann man die Programme (PPA-Dateien/DEB-Dateien) nicht wie unter Windows einfach auf den USB-Stick kopieren und von dort mit einem Doppelklick auf jedem beliebigen Rechner installieren? Oder geht das doch (ohne Konsole)? Das wäre sehr komfortabel.
  5. Gibt es Installationsdateien (wie die WIndows-MSI-Installationsskripte) für Ubuntu, sodass man Programme ähnlich komfortabel wie unter Windows installieren kann, ohne auf das Terminal/Konsole zurückgreifen zu müssen? Grundsätzlich arbeiten doch sowohl Windows, MacOS X als auch Linux/Ubuntu mit einer Paketverwaltung, also müsste das doch auch komfortabel mit Installer gehen? Hier: wikipedia.org/wiki/Paketverwaltung

Danke!

Antwort
von stielaugen, 34

Grundsätzlich gibt es *.deb Dateien / Pakete welche man auch per USB-Stick kopieren und installieren könnte. Da aber solche Pakete oft Abhängigkeiten haben, also Libraries etc. mit einem entsprechenden Versionsstand benötigen, kann es sein dass die Installation fehl schlägt, wenn diese Voraussetzungen nicht schon auf dem PC vorhanden sind. Bei einer bestehenden Internetverbindung ist dies kein Problem, da oft die fehlenden Abhängigkeiten online aus anderen Quellen mit installiert werden.

PPA sind keine Dateien sondern Quellen wo ein Paketarchiv für unterschiedliche Architekturen (x86/x64) zusammengebaut werden und für die Installation geladen werden kann.

*deb-Dateien kann man herunter laden aus dem Internet und mit Doppelklick in Ubuntu installieren - es wird die Paketinstallation hierzu gestartet welche durch die Endung (deb) zugewiesen ist.

'Komfortabel wie bei Windows' ist relativ. Auch der erste Benutzer bei Windows ist komfortabel, weil er Adminrechte besitzt. Ob das allerdings immer so wünschenswert ist, ist sehr fraglich.

Komfortabel ist nicht immer auch sinnvoll oder sicher.

Kommentar von FrageCompany ,

Danke, das Problem mit den Abhängigkeiten verstehe ich nicht so ganz. Warum sind in den DEB-Dateien nicht alle erforderlichen Dateien und Abhängigkeiten enthalten? Wenn diese schon auf dem Ubuntu-System vorhanden sind, werden dann eben gegebenenfalls vorhandene Abhängigkeiten (= weitere Programmdateien) aktualisiert oder sofern diese nicht vorhanden sind, auf dem System installiert/auf das System kopiert.

So klappt das doch auch unter Windows: Meldung bei der Installation mit einer MSI-Datei: Programm schon vorhanden, also überspringen.

So, wie ich das jetzt verstehe, könnte man also PPA-Paketquellen als eine DEB-Datei kompilieren, die man wiederum per Doppelklick installieren kann? https://wiki.ubuntuusers.de/Launchpad/PPA/

Wie geht das denn?


Kann man denn nicht auch gleich alle nötigen Abhängigkeiten mit in eine DEB-Datei packen, sodass man auch wirklich alles offline installieren kann? Ich bin sehr verwundert, dass das auf Ubuntu so kompliziert ist, ein System ohne direkte Internetanbindung zu betreiben. Oder gibt es da doch noch einen einfachen Trick?

Es kann doch nicht die Voraussetzung für Linux sein, dass man Linux-Derivate nur richtig mit direkter Internetanbindung betreiben und Programme installieren kann, oder? Das finde ich irgendwie komisch, weil ich an sich ein großer Liebhaber von Open-Source-Software bin und gerne mehr auf Ubuntu umsteigen würde, aber dafür darf es für mich keine so komplizierten Hürden für ein absolutes Offline-System geben, das ganz einfach keine Internetverbindung herstellen kann.


Ich möchte ein Ubuntu-Offline-System haben, auf das ich Dateien von einem Internet-Rechner per USB-Stick kopieren und von dort installieren kann, mehr nicht.


Besten Dank so weit für Deine Antwort!

Kommentar von stielaugen ,

Wenn ein Programm auf dem Windows Rechner installiert werden soll, welches .NET 3.5 zB benötigt und .NET 3.5 auf dem Windows Rechner nicht vorhanden ist, wird das auch benötigt. Also nichts anderes als bei Ubuntu.

Was 'flaglich' geschrieben hat ist eben die Beantwortung Deiner Frage detaillierter.

Natürlich kann man auch alle Abhängigkeiten zB auf einem USB-Stick ablegen. Mir erschließt sich nur nicht so recht der Sinn, alles manuell irgendwo herunter zu laden, auf einen USB-Stick zu packen und dann auf einem Rechner zu installieren, wenn gerade wie bei Ubuntu eine Installation alles was noch dazu notwendig ist automatisch nachzieht. Das ist doch viel komfortabler und schneller. Und wenn der Rechner wirklich Offline bleiben soll, kann man ihn doch dann wieder vom Netz nehmen. Oder... sind das Ängste vor Viren etc?

Kommentar von FrageCompany ,

Es handelt sich um einen Rechner, der im Unternehmen an einem sicheren Ort steht und keine Ethernet- oder WLAN-Karte hat, um jeglichen Kontakt zu einem Netzwerk/Internet zu vermeiden. Dort werden die wichtigsten und geheimsten Projektdaten gespeichert. Aktuell läuft dort Windows 10, aber wir möchten gerne auf Ubuntu umsteigen. Der Rechner geht also niemals ans Netz und dafür gibt es keine Ausnahme. Nur so können wir Kunden 100%ige Sicherheit gegen Hackerangriffe auf Projektdaten garantieren.

Das Beispiel mit .NET 3.5 ist gut, daran hatte ich gar nicht gedacht! Vermutlich gehört auch die Java-Plattform zu einer Abhängigkeit, oder?

Wie auch immer, wir können natürlich auf einem Internet-Rechner Ubuntu installieren und dort die Pakete herunterladen, nur wie kann man alle Abhängigkeiten auf den USB-Stick kopieren und per Doppelklick auf DEB-Dateien installieren? Mehr brauchen wir gar nicht. Eigentlich ist das Vorhaben gar nicht so kompliziert, das hatten wir zumindest gehofft.

Danke Dir!

Kommentar von stielaugen ,

In dem Fall würde ich doch einen frischen Rechner aufsetzen zB mit Ubuntu und zusehen dass ich alles benötigte installiere. Dann kann man den Rechner vom Netz trennen und die wichtigen Daten aufspielen. Da er danach nie wieder ans Netz kommen würde, wäre dem doch Genüge getan.

Anders könnte man einfach ein Paket versuchen zu installieren und dann schauen welche Fehler die Installation auswirft. Dann kann man eben die angezeigten, fehlenden Abhängigkeiten installieren. Den Weg finde ich aber sehr umständlich.

Kompliziert ist der Weg eigentlich nicht, aber evtl. die Herangehensweise. Ich würde nach meinem ersten Vorschlag vorgehen.

Kommentar von Linuxhase ,

@FrageCompany

Dort werden die wichtigsten und geheimsten Projektdaten gespeichert. Aktuell läuft dort Windows 10 [....] Nur so können wir Kunden 100%ige Sicherheit gegen Hackerangriffe auf Projektdaten garantieren.

Pruust, das ist mal ein richtiger Witz; geheim , Windows 10 und  Sicherheit in einem Satz zu nennen LOL

nur wie kann man alle Abhängigkeiten auf den USB-Stick kopieren und per Doppelklick auf DEB-Dateien installieren?

Das ist zwar machbar aber es ist erheblich bequemer einfach mittels rsync den Inhalt der benötigen Repositorys auf den lokalen Rechner klonen und diesen Mirror dann als Repo einzubinden. Damit werden dann auch gleich die Abhängigkeiten gelöst und Du kannst mit apt-get... installieren.

Linuxhase

Kommentar von Linuxhase ,

@FrageCompany

Warum sind in den DEB-Dateien nicht alle erforderlichen Dateien und Abhängigkeiten enthalten?

Weil die Abhängigkeiten bei jedem System unterschiedlich sind bzw. sein können. Beispielsweise:

Du möchtest den grafischen VLC-Media-Player installieren und hast bereits cvlc (die Kommandozeilenversion) installiert, dann wäre es unnötig das diese nochmals im Paket in dem die grafische Version, resp. das Frontend (mehr ist es nämlich nicht) heruntergeladen werden muss. Das gilt natürlich auch für Codecs, diese werden ja nicht nur für den einen Player sondern auch für andere verwendet (shared Library)

Es kann doch nicht die Voraussetzung für Linux sein, dass man
Linux-Derivate nur richtig mit direkter Internetanbindung betreiben und
Programme installieren kann, oder?

Wenn Du bei MS-Windows mehr installieren möchtest als auf dem Installationsdatenträger drauf ist musst Du es doch auch erst downloaden; wo ist der Unterschied für Dich?

Linuxhase

Antwort
von Linuxhase, 10

Hallo

1. Daher frage ich mich, wie ich vom USB-Stick Aktualisierungen von Ubuntu aufspielen kann?

Genauso wie schon 2009 auch. Daran wird sich auch nichts ändern.

2. Woher bekomme ich die Programme für Ubuntu

3. Wie kann ich Apps/Programme von einem Ubuntu-/

Auch schon 2009 hat man dafür die Repositorys verwendet, diese kann man meist auch mit dem Browser aufsuchen und Daten downloaden. Es speilt gar keine Rolle womit Du es herunter lädst, aber der Datenträger sollte im besten Fall ein Linux-taugliches Dateisystem haben.

4. Warum kann man die Programme (PPA-Dateien/DEB-Dateien) nicht wie unter Windows einfach auf den USB-Stick kopieren und von dort mit einem
Doppelklick auf jedem beliebigen Rechner installieren? Oder geht das doch (ohne Konsole)? Das wäre sehr komfortabel.

Das kann man doch, solange auf dem Zielrechner eine Distribution resp. ein Paketmanager ist der mit diesem Paketformat arbeitet und die Version kompatibel ist. (PPA sind keine Dateien!) Allerdings empfinde ich dieses "im Browser downloaden" um es nachher zu installieren überhaupt nicht komfortabel - Nichts geht über ein Repository.

Wenn Du es partout anders haben willst, dann kannst Du ja mit rsync die kompletten Repositorys downloaden und lokal auf Deinem PC oder einem anderen, der über LAN erreichbar ist, ablegen. Niemand sagt das ein Repo extern sein muss!

Gibt es Installationsdateien (wie die WIndows-MSI-Installationsskripte)
für Ubuntu, sodass man Programme ähnlich komfortabel wie unter Windows installieren kann, ohne auf das Terminal/Konsole zurückgreifen zu
müssen?

Diese Paketdateien machen doch genau das, nur komfortabler udn angepasst an die jeweilige Distribution & Version.

Wenn es ohne Terminal sein soll, dann nimm openSUSE , da kannst Du über ein grafisches Programm (ein Frontend) Paketquellen (Repos) einbinden oder entfernen und natürlich auch Software installieren oder entfernen.

Grundsätzlich arbeiten doch sowohl Windows, MacOS X als auch
Linux/Ubuntu mit einer Paketverwaltung, also müsste das doch auch
komfortabel mit Installer gehen? Hier: wikipedia.org/wiki/Paketverwaltung

Aber nicht mit der gleichen Paketverwaltung. Es gibt bei GNU/Linux:

  • apt
  • emerge
  • pacman
  • rpm
  • zypper
  • ...

Je nachdem welche Distribution Du verwendest gibt es dann einen von diesen, manche haben auch gar keinen Paketmanager bzw. keine speziellen Pakete sondern installieren direkt aus dem Sourcecode.

Die Syntax zum installiere/deinstallieren ist meist relativ identisch:

apt-get install PAKETNAME
zypper install PAKETNAME
rpm --install PAKETNAME
... uvm.

Doch schon bei den Möglichkeiten die über das "normale" Installieren hinausgehen gibt es teilweise gravierende Unterschiede die man z.B. daran erkennt das es bestimmte Optionen gar nicht oder nur rudimentär in den jeweils anderen Paketmanager gibt. Einen (nicht mehr ganz aktuellen) Überblick kannst Du Dir hier verschaffen:

https://wiki.archlinux.org/index.php/Pacman/Rosetta

Linuxhase

Expertenantwort
von LemyDanger57, Community-Experte für Computer, Linux, Ubuntu, 10

Abgesehen von der Frage, warum man auf einem Firmen-PC Ubuntu installieren will (diese Distribution ist ja eigentlich für Privatanwender gedacht, für Firmen nimmt man doch eher kostenpflichtige [für den Support, nicht das BS] Distributionen wie Red Hat oder SuSe), gibt es da durchaus Möglichkeiten.

Eine ist im Artikel https://wiki.ubuntuusers.de/Aktualisierungen/

genannt:

 es sei denn, der Ubuntu-Rechner hat keine oder nur eine eingeschränkte Verbindung zum Internet. In so einem Fall empfiehlt sich ein Update mittels einer aktuellen Ubuntu-Alternate-CD oder -DVD

Eine weitere (und meiner Meinung nach bessere und elegantere) in diesem englischsprachiogen Artikel:

https://www.maketecheasier.com/update-upgrade-ubuntu-without-internet-connection...

Antwort
von flaglich, 23

1. USB-stick in /etc/apt/sources als Quelle festlegen.

2. Mit dem Browser auf die Repositories gehen die die deb-Pakete vorhalten. Paket auswählen rechte Maustaste ziel speicher unter wählen. Oder downloaden und aus dem Downloadordner auf den Stick ziehen.

3. hatte ich gerade unter 2. . apt-get install Paketname. Internet, die Repositories die sonst auch benutzt würden. Funktiert mit http, also auch mit einem Browser.

4. wann hast du zuletzt z.B. excel.exe auf einen Pendrive kopiert und dann mit doppelklick auf einem beliebigen Rechner installiert?

5. deb Pakete für debianbasierte Distributionen, rpm Pakete für fast den Rest, tarballs für alle Distributionen leisten so ziemlich das was du forderst, manche auch mit grafischer Schnittstelle.

Kommentar von FrageCompany ,

Danke, so weit!

Zu 4): Jeden Tag mache ich das, wenn ich Windows-Programme auf einem Rechner ohne Internetanbindung installieren möchte. Wie soll das sonst gehen? Es ist nun einmal so, dass nicht jeder Rechner eine Internetverbindung hat. Wenn das unter Windows problemlos geht, sollte das unter Ubuntu doch eigentlich erst recht gehen, hatte ich gehofft.

Es kann doch nicht die Voraussetzung für Linux sein, dass man
Linux-Derivate nur richtig mit direkter Internetanbindung betreiben und
Programme installieren kann, oder? Das finde ich irgendwie komisch, weil
ich an sich ein großer Liebhaber von Open-Source-Software bin und gerne
mehr auf Ubuntu umsteigen würde, aber dafür darf es für mich keine so
komplizierten Hürden für ein absolutes Offline-System geben, das ganz
einfach keine Internetverbindung herstellen kann.

Ich möchte ein Ubuntu-Offline-System haben, auf das ich Dateien von
einem Internet-Rechner per USB-Stick kopieren und von dort installieren
kann, mehr nicht.

Besten Dank so weit für Deine Antwort!

Kommentar von flaglich ,

.zu zu 4. Ich nehme jetzt mal an, dass du das wirklich glaubst. Ich kenne unter Windows ähnliche Probleme. Für den Begriff dll-Hölle bist du wahrscheinlich zu jung. Beim Installierien läuft auch unter Windows viel mehr als das Kopieren von executables. Registry-Einträge werden gesetzt, Bibliotheken (dll) installiert, .net-Framework usw. Bei größeren Anwendungen werden Datenbanken als Dienste eingerichtet und gestartet, mal abgesehen von der Lizenzverwaltung.

Aber Du hast ein bisschen Recht, richtig komfortabel, immer uptodate usw.  ist es mit den meisten Distributionen nur mit Internet-Verbindung. Die Pakete zusammensuchen und Netzwerk via Datenträgertausch ist ein wenig umständlicher als es einfach zu machen.

Für dein Szenario ist ein Ubuntu nach meiner bescheidenen Meinung ebensowenig geeignet wie ein Windows-Rechner (wie wird der uptodate gehalten? ohne Netz, ziehst du einfach an jedem Patchday die Windowsaktualisierungen auf Stick und dann doppelklick?).

Antwort
von hunos, 19

Wie wärs mit ner komplett neuen version von cd oder vom Stück herunter?

Kommentar von FrageCompany ,

Was genau meinst Du damit? Die Aktualisierung von Ubuntu oder die Neuinstallation von Programmen? Danke!

Kommentar von hunos ,

Ich meine damit dass du dir ne CD aus dem Kiosk kaufst oder dir einen Stick machst und dann die neue version drüberkopierst. Auf der anderen Seite gilt auch bei Linux Never change a running system wenns nich sein muss.

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