Frage von bit77, 21

Ubuntu auf alter Hardware - stabiler und auch noch schneller?

Ich habe einen alten Laptop mit einem core2duo Prozessor und 4GB DDR2-Speicher, auf dem ich bis vor kurzem noch Windows 7 drauf hatte. Jetzt habe ich Ubuntu draufgemacht und bilde mir ein, daß das Ding besser und stabiler läuft als unter Windows. (Vielleicht hab ich bei der damaligen Windows-Installation etwas verkehrt gemacht.)

Oder ist da wirklich etwas dran, das Linux besser ist.? Mich würde Eure Meinung interessieren. Ist auf älterer Hardware Linux tatsächlich besser?

Ich plane, für mich privat einen neuen PC zu kaufen und da ich nicht zocke wäre Linux ein alternatives Betriebssystem. Was ist Eure Argumentation für/gegen Ubuntu?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von pythonpups, 12

Selbstverständlich ist Linux das bessere Betriebssystem! :-)

Tut mir leid das mußte jetzt sein, war Pflicht für den Linuxfan. Tatsächlich ist es letztlich Geschmackssache. Möge doch jeder mit dem BS arbeiten, mit dem er seine Aufgaben am besten erledigt bekommt. In meinem Fall ist das halt meist Ubuntu oder Debian aber auch das ist Geschmacksache.

Tatsache ist, daß Linux besser mit knappen Resourcen umgeht als Windows. Auf älterer Hardware hat es also sicher bessere Chancen rund zu laufen als Windows. Linux wird aber keine Wunder möglich machen, wenn's zu schwach ist wird's auch damit nix, es sei denn Du legst keinen Wert auf eine grafische Oberfläche.

Ein paar Punkte, die m. E. für Linux sprechen:

  • "It's all about choice." Es gibt kein System, das sich weitgehender an Deine Bedürfnisse anpassen läßt.
  • Der Preis, nicht nur für's BS selbst, auch für Anwendungssoftware.
  • Das riesige Softwareangebot in den Repositories.
  • Die Community(s)
  • Der Lerneffekt
  • Die praktisch völlige Abwesenheit von Viren, Würmern & Co.
  • Die völlig fehlende herstellerseitige Datensammelwut
  • Das Abenteuer ;-)

Ein paar völlig unwichtige Punkte, die evtl. gegen Linux sprechen mögen:

  • Hardwareunterstützung (neue Geräte werden in der Regel erst mit einer gewissen Verzögerung unterstützt und am Anfang ist es manchmal etwas wackelig)
  • Manche Software läuft nun mal nur auf MS-Betriebssystemen (viele Spiele, MS-Office, Adobe CS....) Oft gibt es freie Alternativen, aber ob die genügen muss man von Fall zu Fall selbst entscheiden.
  • Es gibt mehr zu basteln wenn man mit Linux arbeitet. Das ist einfach so.
  • Die Verbreitung. Viele Leute/Firmen setzen einfach Windows voraus, wenn sie z.B. ihren Webservice entwickeln. Gelegentlich bekommt man das als Linuxer zu spüren.
Kommentar von valvaris ,

Wer noch MS Office nutzt, ist meiner Meinung nach selbst schuld. Für Windows und alle Systeme existieren schon ewig Open Office und Libre Office, die bis auf 1% der Excel-Funktionen alles drin haben, (und ja, das Einrichten der Seite ist nicht unter Datei, sondern unter Format), aber dafür ist es komplett kostenlos (ms kostet ein paar 100 euro für die komplette Sammlung oder neuerdings Abogebühren) und auch immernoch übersichtlicher. Dieses Menüband am oberen Bereich bei MS ist einfach unsinnig, finde ich, die einzelnen Funktionen brauchen mehr Platz, wodurch man weniger davon anbieten kann und wichtige Sachen wie beispielsweise Hochgestellte Schrift muss an sich erst umständlich als Button anlegen. Als unbedarfter Benutzer unmöglich.

Kommentar von pythonpups ,

Stimme ich Dir weitgehend zu. Zumindest für den privaten oder Ein-Personen-Bereich. Aber das eine % in Excel kann durchaus entscheidend sein, wie ich grade neulich feststellen musste. Und wenn man sich an das Ribbon-Konzept gewöhnt hat, geht doch vieles flüssiger von der Hand. Das muss ich auch als OSS-Verfechter einfach zugeben.

Word verwende ich nicht, da kann ich nicht viel zu sagen. Auch Powerpoint ersetze ich i.d.R. mit LaTeX/Beamer, aber Calc kann Excel an vielen Stellen immer noch nicht vollständig das Wasser reichen (bis auf Import/Export von textbasierten Formaten, da hat es klar die Nase vorn) und wenn man auf Access angewiesen ist, ist endgültig Schluß bei Open/Libre. Im Unternehmensumfeld und wenn man mit vielen Leuten zusammenarbeiten muß, hat man auch wenig Chancen ohne MS klarzuommen. Der Austausch zwischen den Welten funktioniert nicht ausreichend gut. Selbst wenn man VB-Makros außer acht läßt.

Kommentar von bit77 ,

Wir hatten in unserer Firma früher MS-Office. Bis vor einigen Jahren ein Mitarbeiter mit Open Office gekommen ist, wir sollen es mal "ausprobieren".

Jetzt haben alle PC´s Open Office. Wir alle verwenden es, auch bei Präsentationen und Tabellenkalkulation.

Was mich wundert, ist, das es kostenlos ist. Wir haben etwas gespendet, da ein vergleichbares Office-Paket  von M$ über 150 € pro PC gekostet hätte. Bei 15 PC´s wäre das eine schöne Stange Geld gewesen.

Bei größeren Firmen wird dies vielleicht anders aussehen, aber im Moment ist es für uns vollkommen o.k.

Antwort
von greenvbuser, 14

Sorry, hab vergessen, dass man Antworten auf dem Handy nicht bearbeiten kann...

Es stimmt, dass Linux auf Dauer besser läuft als Windows. Das liegt u.a. am ext4 Filesystem, denn das ist viel ausgefeilter was Fragmentierung angeht. Außerdem wird unter Windows die Registrierung auf Dauer völlig zugemüllt und nie wieder aufgeräumt, was ebenfalls einen Geschwindigkeitsverlust bedeuten kann.

Je nach Hardware solltest du gut überlegen, für welche Distribution du dich entscheidest. Denn Ubuntu und Debian wehren sich vehement gegen nicht-freie Software (alles was nicht GNU oder GPL ist, egal ob kostenlos oder nicht), was einige Einschränkungen in der Treiberwahl, insbesondere bei Grafikkarten, Netzwerkkarten und Soundkarten, mit sich bringen kann. In diesem Fall solltest du dir openSUSE anschauen. Auch Arch Linux ist sehr gut, hier ist allerdings etwas Fachwissen erforderlich, weil die meisten fertigen Arch-basierten Distros noch nicht ausgereift sind, weshalb du vieles selbst in die Hand nehmen musst.

Kommentar von pythonpups ,

Nun ja, einer der Gründe Ubuntu statt Debian zu verwenden ist schon, daß sich hier nicht so gegen unfreie Software gewehrt wird, wie das bei Debian der Fall ist (ich sage nur "Iceweasel"). Wenn man die third-Party-Repos zuläßt geht das eigentlich in Ordnung.

Antwort
von Kuno33, 10

Für Ubuntu reichen die Ressourcen voll und ganz. Windows ist anspruchsvoller oder ressourcenfressender. Daher läuft Dein Rechner mit Ubuntu vermutlich besser. Du musst dazu nichts mit Windows verkehrt gemacht zu haben.

Wenn Dir LibreOffice reicht, wirst Du mit Ubuntu gut klar kommen. Sorge aber dafür, dass Du die Aktualisierungen bekommst. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, informierst Du Dich allerdings vorher, ob die Aktualisierungen in Ordnung sind und installierst sie erst, wenn Du das weißt.

Was besser ist, ist schwer zu sagen. Allerdings finde ich, dass man mit Ubuntu sehr viel machen kann.

Antwort
von valvaris, 11

würd auch sagen, du hast bei der Windows installation nix verkehrt gemacht. Win legt nur von jedem Programm zig Kopien in seine Arbeitsordner und wirft so mit temporären Dateien um sich, ohne sich zu kümmern, ob der Löschbefehl dann auch klappt oder nicht, dass es sich selbst zerstückelt und immer schlechter wird.

Alles, was auf ext4-Partitionen arbeitet, verwendet Journal-Einträge, quasi ein Inhaltsverzeichnis der Festplatte. Damit ist Linux immer schneller und stabiler.

Dazu kommt, dass M$ aus allem Staatsgeheimnisse macht und an Linux 5000-6000 Programmierer arbeiten und sich ergänzen.

Kommentar von pythonpups ,

Hmm, naja NTFS verwendet auch Journals und die neueren NTFS-Versionen sind so schlecht nicht. Ob das gute alte ext4 da noch mitkommt bin ich nicht sicher. Ich hoffe mal auf btrfs.

Kommentar von TeeTier ,

Gerade mal nach einem Benchmark gesucht, welches NTFS mit ext4 neben einer ganzen Reihe anderer Dateisysteme vergleicht. Zitat:

The biggest disappointment, even though not a surprise, is NTFS. The benchmark works on an overall low level, no matter how much threads are used.

Naja, aber wenn man nicht gerade irgendwelche exotischen Spielereien macht, dürfte das Dateisystem vermutlich keinen Flaschenhals darstellen. :)

Kommentar von pythonpups ,

Interessehalber: hast Du mal einen Link zu dem zitierten FS-Test?

Kommentar von valvaris ,

Stimmt schon, aber das Journaling bei Ntfs ist seit Jahren vernachlässigt und auf dem Stand von Ext3. Ausserdem gibt es viel, was Ntfs Könnte, aber von Windows einfach nicht offiiziell unterstützt wird, Symlinks beispielsweise. Mann kann sich mit einer Cloud und einem Symlink eine wunderbare Versionsverwaltung für Anwendungssoftware bauen, indem man die Software auf die platte legt, wo sie halt ist (Meist das Programmverzeichnis) und dann Sylinks in den Cloud-Ordner. Wenn ein Update kommt, dann wird die alte Version quasi gelöscht, aber viele Clouds behalten im Hintergrund Kopien der Dateien bei, so dass man diese gezielt wiederherstellen kann. In der GUI von Windows sucht man Allerdings vergeblich und die Hilfe war noch nie aussagekräftiger als "Einen Freund nach Hilfe fragen".

Antwort
von greenvbuser, 10

Ich würde für ältere Hardware eher Debian empfehlen. Vorzugsweise mit LXDE oder wenigstens Xfce als Desktop Environment. Ubuntu, inklusive der Unity Shell sind alles andere als Ressourcenschonend.

Kommentar von pythonpups ,

Dafür gibt's ja Xubuntu & Co.

Kommentar von greenvbuser ,

ist trotzdem nicht so schlank wie andere Systeme

Antwort
von ichweisses2000, 10

Ubuntu ist kein Windows was schon mal sehr positv ist , ja mit Linux läuft jeder Computer besser , ich selber benutze Debian weil ich ubuntu nicht mag aber das ist ja jedem seine Sache ...

Kommentar von valvaris ,

Was hälst du von Linux Mint? Ich benutz auch am liebsten Debian für alles, was keinen Desktop braucht, aber wenns um die GUI geht, ist mir das, was bei Debian normal dabei ist, also Gnome oder Xfce zu starr und wirkt wie Windows 1.10 damals wie ein aufgesetztes Interface, was nur die Textbefehle etwas bunter darstellen soll. Cinnamon Desktop ist auf Mehrbenutzer Desktop und Medienanwendungen hin getrimmt.

Kommentar von ichweisses2000 ,

man kann die desktop Umgebung die man gerne haben möchte auch auf Debian installieren , man kann egal welches Linux nehmen und es sich so anpassen wie man möchte .man braucht nicht danach zu gehen ob man mint , Debian ,ubuntu nimmt weil sie im Kern ja gleich sind .

Kommentar von pythonpups ,

Schon, aber da habe ich schon öfter mal böse Überraschungen erlebt, wenn ich "mal eben" das Desktop environment wechseln wollte. Ohne Gebastel und Troubleshooting geht es oft nicht ab. Vielfach ist die Implementation der DEs bei unterschiedlichen Distros nicht gleich gut gelungen.

Kommentar von ichweisses2000 ,

ich hatte da bis jetzt eigentlich nie Probleme

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