Frage von bjarne99, 60

U18 Zeitung austragen. Dürfen Steuern erhoben werden, wenn ja, welche und in welcher Höhe?

Hallo,

ich trage jetzt schon seit 3 Jahren Zeitung aus und bisher lief alles super. Allerdings erhielt ich heute die Entgeltabrechnung fuer den letzten Monat. Auf dieser fanden sich Steuern (Lohn- und Kirchensteuer), nicht nur für den vergangenen Monat (Juni), sondern zusätzlich dazu auch noch Steuern für Mai und April. Davor wurden mir keine Steuern aufberechnet.

Ich bin noch U18 und verdiene im Monat ca. 100€. Jetzt habe ich an anderen Stellen gelesen, dass unter 400€ nichts versteuert werden muss. Stimmt das so und hat die Verteilerfirma einen Fehler gemacht, oder hätte ich auch vorher schon Steuern bezahlen müssen?

MfG

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Jance2k, 19

Grundsätzlich ist ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis, also ein Minijob für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei. Die pauschale SV und Steuer wird vom Arbeitgeber entrichtet.

Grundsätzlich ist ein auf <450 € ausgerichteter Job immer ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis. (Ausnahme davon sind z.B. Ausbildung oder Jobs >450 €, bei denen man mal einen Monat darunter bleibt)

Wenn der Arbeitnehmer seine Steuerkarte angibt, kann der Arbeitgeber einen Minijob auch auf Steuerkarte abrechnen (weiterhin ohne Sozialversicherung). Das ist für den Arbeitgeber günstiger, da dann 2% pauschale LSt für ihn nicht anfallen. Bei Steuerklasse I fällt dann für den Arbeitnehmer keine Steuer an. bei Steuerklasse VI für ein 2. Arbeitsverhältnis wird ab dem 1. Euro besteuert.

Wenn es Vertraglich vereinbart ist (ein entsprechender Passus im Vertrag lautet z.B.: der Arbeitnehmer trägt die pauschale Lohnsteuer) kann der Arbeitgeber die Steuer beim Arbeitnehmer abziehen

Fazit:

Wenn das Arbeitsverhältnis dein einziges ist, kannst du dies beim Arbeitgeber angeben und deine ELSTAM Daten bzw. deine SteuerID abgeben damit er dich mit LSt Klasse I abrechnet, dann werden in einem Minijob in gar keiner der oben beschriebenen Konstellationen Steuern oder Sozialversicherung anfallen.

Ansonsten musst du am mit dem Arbeitgeber reden, woher das kommt, vielleicht ist einfach ein Fehler passiert (Lohnabrechner sind auch nur Menschen...)

Auf der Homepage der Minijobzentrale der Bundesknappschaft wird das ausführlich erläutert, die helfen auch gern über die Hotline wenn man Fragen hat:
https://www.minijob-zentrale.de/DE/0_Home/01_mj_im_gewerblichen_bereich/04_450_e...

Expertenantwort
von wfwbinder, Community-Experte für Steuern, 18

Kann es sein, dass über "mini-Job-Regelung abgerechnet wurdeß

dann darf der Arbeitgeber Dir die pauschale Lohnsteuer die er entrichten muss, abziehen.

Antwort
von kevin1905, 34

Steuern fallen in Klasse I erst ab etwa 950,- € im Monat an.

Wurde auf Klasse VI abgerechnet? Sicher, dass es Steuern waren und keine Sozialabgaben?

Dein Alter ist steuerlich uniteressant.

Kommentar von bjarne99 ,

Ja, es sind ganz sicher Lohnsteuer und Kirchensteuer (Sind da namentlich auch erwaehnt)

Wie erkenn ich denn, in welche Klasse das ganze einzuordnen ist?

Kommentar von kevin1905 ,

Steht auf der Abrechnung

Kommentar von bjarne99 ,

"ST-Klasse/Fakt./Kinder 6/        /"

So steht das da. Was laesst sich dazu sagen?

Kommentar von petrapetra64 ,

sieht aus, als ob du mit Steuerklasse 6 versteuert wurde. Das wäre nur korrekt, wenn du einen Hauptjob hast. Du könntest ja auch unter 18 bereits in Ausbildung sein und dort die Steuerklasse 1 haben. 

Bisher wurde der Job wohl als Minijob abgerechnet und das ist bis 450 Euro auch kein Problem. Frag nach, warum jetzt plötzlich nicht mehr als Minjob abgerechnet wird und Steuern berechnet wurden.

Hast du keinen weiteren Job kannst du dem Arbeitgeber die SteuerId geben und dann müsste mit 1 abgerechnet werden, wenn es dein einziger Job ist, da fallen auch keine Steuern an.

Du kannst aber am Jahresende aber auf alle Fälle per Steuerausgleich das Geld wieder zurück erhalten. 

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